Das ist die Krone

Gerade den Rechtspopulisten wird doch immer wieder gerne vorgeworfen, sie würden nicht wirklich sagen, was sie eigentlich denken. Und jetzt macht das endlich einer mal, und das gleich ohne wenn und aber – und dann ist es auch nicht recht. Und noch nicht einmal, wenn das Coming-out eher für einen intimen, etwas kleineren Kreis vorgesehen war, wo klare Worte mehr als verständlich sind.

Allerdings wer würde auf einer idyllischen Insel wie Ibiza jetzt wirklich davon ausgehen, dass irgendjemand die Ferienidylle stört und das offene Gespräch auch noch als Video aufzeichnet? Hat aber jemand gemacht und jetzt auch noch der linksversifften Presse in die Hände gespielt. Weshalb dann auch Österreichs Kanzler Kurz erst einmal etwas länger überlegen musste, was er jetzt mit seinem Vize-Kanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache machen soll. Ob er es nämlich zulassen soll, dass der mit Hilfe einer russischen Oligarchin aus Österreichs auflagenstärkster und FPÖ-freundlicher „Kronenzeitung“ einen neuen „Stürmer“ macht.

Wobei dem FPÖ-Vorsitzenden wohl etwas das Gehirn in die Hose gerutscht sein dürfte, denn eine Frau als Oligarch in Russland, das kann sich eigentlich nur vorstellen, wer glaubt, dass eine Domina für den Hausputz zuständig ist. Jetzt hat diese Fehleinschätzung jedenfalls die österreichische Regierung gestürzt, was auch in deutschen Landen Fragen aufwirft. Denn der AfD-Chef Jörg Meuthen sieht keine Veranlassung, deswegen der FPÖ „in den Rücken“ zu fallen.

Was dann wiederum an eine andere Partei erinnert, die mit einer Dolch-Stoß-Legende dereinst kräftig Stimmung gemacht hat. Woraufhin man vielleicht in Betracht ziehen sollte, dass die russische Oligarchin in Wirklichkeit aus Frankreich kam, Strache aber weder Russisch noch Französisch kann. Er ist ja schließlich ein rechter Österreicher.

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Massensterben

Das ist schon sehr beeindruckend, was wir Menschen geleistet haben. In zwei Drittel der Meere haben wir schon unsere Spuren hinterlassen. Auf sechzig Prozent der Landfläche sind unsere Fußabdrücke nicht zu übersehen. Um es etwas lyrisch auszudrücken. Kurzum, wir haben uns die Erde erobert und sie uns untertan gemacht.
Und wie das nun einmal in Beziehungen so ist, gibt es da natürlich schon einmal ein bisschen Zoff. Männer wissen, dass da schon mal die Hand ausrutschen kann. Aber dann sagt man einfach, dass es ganz bestimmt das letzte Mal war. Und schon ist wieder alles gut. Und genauso ist es mit Mutter Erde und uns Menschen. Schließlich fallen ja auch Späne, wenn gehobelt wird.
Und die hat jetzt ein UN-Bericht, an dem 400 Wissenschaftler gearbeitet haben, akribisch aufgelistet. Eine sehr schöne Arbeit. Und die Folgerung dieser Untersuchung ist, dass in sehr absehbarer Zeit eine Millionen Pflanzen- und Tierarten aussterben werden. Also in etwa 1/6 oder 1/7 aller existierenden Pflanzen- und Tierarten. Bei der letzten derartigen Katastrophe verschwand sogar die größte jemals existierende Spezies, die Saurier, vom Planeten. Ich habe mir dir Mühe gemacht, die Liste aller bedrohten Tierarten durchzugehen. Die Spezies Mensch ist nicht darunter. Das ist ein bisschen beschämend.

Kollektivierung

Kühnert sagt mal einen vernünftigen Satz, und schon gibt es kein Ende. Ich habe ja geglaubt, dass jetzt schon alle ihren Senf dazugegeben hätten. Dass Angela Merkel was sagt, davon bin ich nie ausgegangen. Aber jetzt auch noch eine ganze Riege aus der Wirtschaft, die detailliert erklärt, was da alles schief gelaufen ist im Gehirn des Kevin Kühnert. Und ich will mich jetzt wirklich nicht über Doppelnamen auslassen, aber es ist nun einmal Frau Nicole Leibinger-Kammüller, die sicher auch das Zeug zur CDU-Vorsitzenden hätte, aber leider schon Chefin der Trumpf-Gruppe ist, ein weltweit führender Maschinenbauer und Software-Anbieter.
Und sie ist völlig „erschüttert über die salonfähig gewordene Infragestellung des Artikels 14 unseres Grundgesetzes“. Während ich völlig erschüttert bin über das salonfähig gewordene Infragestellen des Artikels 14 (2) des Grundgesetzes. Wonach das Eigentum gemäß Artikel (1) nicht nur gewährleistet ist, sondern gemäß Artikel 14 (2) auch verpflichtet und sein Gebrauch zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. Außerdem habe ich bei der Gelegenheit festgestellt, dass es noch weitere Artikel des Grundgesetzes gibt, die regelrecht ausgehebelt werden. Und nicht nur durch Infragestellung. Darüber sollte Frau Nicole Leibinger-Kammüller eigentlich auch mal empört sein.

Rotzgören

Es ist ja schon schlimm genug, dass Sechzehnjährige nicht nur nach Davos fahren dürfen, sondern dann auch noch vor den Profis dieser Welt sagen dürfen, was ihnen gerade einfällt. Ganz zu schweigen von diesen #fridayforschulfrei-Rotzlöffeln, die auch prompt noch die beste Sendezeit kriegen, um ihre Schildchen in die Kameras halten zu können.

Und jetzt haben sie auch noch so einer Rotzgöre in einer dereinst durchaus renommierten Wochenzeitung nicht nur die Zeit, sondern auch noch eine ganze Politik-Seite gegeben, um sich mal so richtig auszuflennen. Während andere, die schon ganze Bücher mit tiefschürfenden Gedanken gefüllt haben, na ja, sagen wir ein ganzes Buch mit tiefschürfenden Gedanken gefüllt haben, gerade mal für einen Blog schreiben dürfen, der von Menschen gelesen wird, die sich auf der Suche nach einem Kochrezept verirrt haben.

Aber selbst wenn es sich ja, nebenbei bemerkt, eigentlich eher so verhält, dass es nur eine Kurzgeschichte für eine Anthologie war, die ich bisher veröffentlicht habe, die aller größte Schweinerei bei dieser Klima-Geschichte, die jetzt schon gefühlt seit Jahren anhält, anstatt einfach nur bei Starbucks zu versickern, das ist, dass diese Rotzgören auch noch so verdammt Recht haben.

Die Lüge

Märchen hatten schon immer die besten Chancen, die Zeiten zu überdauern. Die Realität hat es da nicht so leicht. Weshalb jetzt der 70. Jahrestag des Beginns der Luftbrücke der US-Amerikaner in den damaligen Westsektor Berlins wie üblich gefeiert wird: Es wird die deutsch-amerikanische Freundschaft beschworen. Die inzwischen zwar etwas gelitten hat, aber nach dem Abgang des golfenden Immobilien-Moguls sicher wieder die alte sein wird. So weit das Märchen.
Fakt ist, dass die Sowjetunion die Blockade Westberlins beschlossen hatte, nachdem die West-Alliierten mit der Einführung der Deutschen Mark den ersten schweren Keil zwischen die späteren beiden deutschen Staaten getrieben hatten. Und ganz besonders gerne wird verschwiegen, dass diese US-Luftbrücke zur Grundversorgung der Bevölkerung vor allem den wirtschaftlichen Interessender USA diente.
Kein anderes Land hat wirtschaftlich so sehr vom Zweiten Weltkrieg profitiert wie die USA. Erst die Hilfsprogramme für das zerstörte Europa inklusive ehemaligem Nazi-Deutschland hat die USA zu der Weltmacht gemacht, die mit ihrer Außenpolitik für nicht wenige aktuelle Probleme gesorgt hat.

Und wenn dass vielleicht auch die oder den Eine(n) verstören mag, es gab keine Freundschaft. Nicht vor 70 Jahren. Damals waren die USA eine Besatzungsmacht. Und später auch nicht. Da waren wir erst einmal ein Absatzmarkt. Und seit wir Exportweltmeister sind, kann gleich gar keine Rede mehr von Freundschaft sein. Was sicher für ein Märchen gehalten wird

Die Lösung

Der Mann ist einfach genial. Er steigt aus dem Pariser Klimaabkommen aus. Leugnet öffentlich und ausgiebig jeglichen Klimawandel. Und das war alles nur ein Teil des Täuschungsmanövers. Denn er hat einen ganz anderen Plan. Er bricht einen Handelskrieg vom Zaun, der sich gewaschen hat. Die erste Stufe hat er jetzt schon fast abgeschlossen.

Weitere Strafzölle für China sind nur noch eine Frage der Zeit. Die Märkte werden schon unruhig. Und man kann sich ausmalen, was sie machen, wenn Deutschland dran ist. Und wahrscheinlich sukzessive der Rest der EU folgt. Es kommt natürlich zu einer Weltwirtschaftskrise. Viel schlimmer als die von 2008. Und was ist die Folge davon?
Richtig. Es wird viel weniger Energie verbraucht. Die Menschen haben kein Geld mehr für Benzin, für Heizöl – und um die halbe Welt zu fliegen, um drei Tage an einem Strand zu verbringen. Der Co²-Ausstoss geht dramatisch zurück. Der Klimawandel rechtzeitig gestoppt. Die Menschheit gerettet. Und jetzt bekommt er natürlich den Friedensnobelpreis.

Gemeinsamkeit

Man muss gute Nerven haben an einem Freitag Nachmittag. Die Staus aussitzen, ohne den Vordermann anzubrüllen oder sogar strafwürdige Handbewegungen zu machen. Und nicht sehr viel leichter ist der Gang in den Supermarkt, weil doch noch irgendetwas fehlt, zum Beispiel eine Tüte Chips.

Genau wie bei all den anderen Menschen, mit denen man dann gefühlt stundenlang in der Schlange vor der Kasse steht. Doch irgendwann ist Mann dann doch zu Hause, hat sein erstes Wochenend-Bier aufgemacht, die Beine ausgestreckt, und schaut verträumt der Ehefrau beim Staubsaugen zu, weil sie morgen lieber zum Einkaufen geht, als noch die Putztücher zu schwingen.

Und spätestens da ist der ganze Druck schon ein bisschen kleiner geworden, die Stimmung schon richtig entspannt. Aber dann ist es auch schon 8 Uhr, und wie jeden Abend nimmt die Hand die Fernbedienung, um das TV-Gerät anzumachen: Tagesschau. Und trotz des zweiten Biers ist in minutenschnelle die ganze gute Stimmung beim Teufel, und man könnte nur noch kotzen. Weil sie trotz aller Phrasen und Versprechungen alle dahocken wie die Kaninchen vor der Schlange. Die Politiker und die Menschen vor den TV-Geräten.