Verflossene und Boxsport

Im Boxsport heißt es zwar, „they never come back“, also dass ein Boxer, wenn er mal einen Titel verloren hat, diesen nicht mehr zurückholen kann. Aber auch da wurde dieses ungeschriebene Gesetz schon durchbrochen. Der erste war Floyd Patterson, dann machte es ihm auch Muhammed Ali nach. Warum also sollte es dann in der Liebe oder deren simpleren Version, der Zweier-Beziehung, anders sein. Es kommt, wie übrigens ja auch im Boxen, auf den Typ an.

Doch während im Boxen zäher Wille, Ausdauer, Technik und Training für ein Comeback sorgen können, ist es bei den zwischenmenschlichen Beziehungen zumeist doch etwas anders. Nehmen wir zum Beispiel einen Freund von mir. Wir kennen uns quasi seit dem Sandkasten. Er ist wirklich ein netter Kerl, aufrichtig, gut erzogen, Akademiker, sieht auch sehr passabel aus, kurz und gut, er ist so ziemlich der Traum aller Schwiegermütter.

Als er einmal versuchte mit einer Verflossenen Kontakt aufzunehmen, ohne jeden Hintergedanken, brüllte die ihn am Telefon nur an, er solle sie nie wieder anrufen, und legte dann auf. Dabei war sie es gewesen, die ihn damals wegen eines anderen Mannes verlassen hatte. Und auch ein weiterer Versuch, nämlich seine Jugendliebe einmal wiederzusehen, um zu erfahren, wie es ihr in all den Jahren ergangen sei, war der absolute Flop. Sie behauptete, dass sie gerade ein Soufflee im Ofen hätte und deshalb gar keine Zeit und außerdem am nächsten Tag in Urlaub fahren würde.

Ein anderer, auch sehr guter Bekannter hingegen, der nun wirklich alle seine Freundinnen und Frauen betrogen, belogen und dann verlassen hat, aber zugegebenermaßen auch sehr charmant sein kann, der hat überhaupt kein Problem damit. Der blättert in seinem elektronischen Nummern-Verzeichnis mit den Namen der Verflossenen, ruft an und hat schon eine Verabredung für den nächsten Tag.

Und nachdem ich nicht unterstellen kann, dass Frauen einfach nicht sehen könnten oder wollten, wie jemand mit ihnen umgegangen ist, um dann die Konsequenzen daraus zu ziehen, gibt es nur eine Erklärung für dieses Phänomen. Und die findet sich durchaus auch in anderen Lebensbereichen: Es ist einfach interessanter, es noch einmal und vielleicht auch immer wieder zu versuchen, ob es nicht doch so funktioniert, wie man respektive Frau sich das ursprünglich vorgestellt hat. Wenn man es genau betrachtet, dann ist das auch im Sport nicht anders. Oder in der Politik.

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