Es ist Reisezeit

Natürlich wäre es das Einfachste, den Standardsatz raus zu kramen, also von wegen „schönste Zeit des Jahres“. Dann empfehlen, doch mal wieder die Seele baumeln zu lassen und an die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 300 zu erinnern. Und schon wäre das Thema „Reisezeit“ eigentlich abgehakt. Aber so einfach ist es nicht mehr, seit sich zum letzten Mal junge Menschen mit einem kleinen Rucksack und zwei Gramm einer verbotenen Substanz an irgendeine Autobahnauffahrt gestellt haben.

Denn erstens wird es heutzutage umgehend geahndet, wenn man sich an einer Autobahnauffahrt hinstellt. Und außerdem haben sich die Bedürfnisse elementar verändert. Das fängt damit an, dass die Reiseziele andere geworden sind. Für eine Woche „Malle“, immer noch deutsche Exklave auf spanischem Boden, braucht man halt was anderes als für drei Wochen Sri Lanka oder Toskana. Oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Malle-Urlauber eine Staffelei, Acrylfarben und Leinwände dabei hatte? Na also.

Und außerdem sind die Zeiten längst vorbei, wo man einfach wo hinfuhr, um sich Land und Leute anzuschauen und zu erholen. Jetzt muss Urlaub ein Event sein. Oder mindestens geil. Man muss sich sehen lassen können, auch wenn man selber nicht alles sehen will. Weshalb die wichtigste Frage lautet: Welche Sonnenbrillen nehme ich mit?

Und damit sind wir schon beim Kern der Sache. Nämlich der Checkliste. Es geht nicht mehr ohne. Haben Sie sich schon einmal angeschaut, was Ihnen der Apotheker empfiehlt, in den Urlaub mitzunehmen? Das können Sie wirklich nicht alles im Kopf behalten. Und dann die Kleiderfrage. Mal abgesehen davon, dass Mann dann meistens doch drei Wochen lang in derselben Bermudashort rumläuft, irgendetwas mit Krokodil drauf oder drei Streifen muss trotzdem in seinem Koffer sein.

Wohingegen Frauen berechtigterweise wirklich keine Lust haben, in einer Jogginghose über die mondbeschienene Strandpromenade zu schlendern. Dafür lieber streng auf das Gewicht des Koffers achten und lieber das winzige Top mitnehmen. Womit wir trotzdem schon vier weitere Seiten zusammen hätten. Wenn’s gut geht.

Aber dann: Die Technik! Alleine schon die ganzen Ladegeräte. Schließlich nimmt man ja das i-Phone nicht an den Strand mit, dafür hat man ein älteres Handy. Außerdem muss selbstverständlich das Netbook dabei sein, ein Tablet, eine Digicam und für die Kinder natürlich die Spielebox. Macht noch mal vier Seiten. Wem übrigens diese Begriffe nichts sagen, kann sich freuen. Er gehört zweifelsohne zu jener Spezies, die sich noch mit anderen Menschen unterhält.

Und jetzt natürlich noch die Checkliste für all die Dinge, die zu Hause zu regeln sind. Lagerauftrag für Post, Kühlschrank abtauen, Stecker rausziehen (Gewitter!!!), Blumen-Betreuung organisieren …und so weiter und so weiter. Womit unsere Urlaubs-Checkliste auf mindestens zwölf Seiten oder mehr angewachsen wäre.

Auf denen hoffentlich als Erstes der wichtigste Punkt steht: Wer die Flugtickets hat. Und vor allem: Wo! Damit es am Flughafen nicht zu dem Klassiker kommt, und er zu ihr oder sie zu ihm sagt: Ich habe gedacht, du hast sie eingesteckt!?! Deshalb meine Empfehlung: Eine Checkliste, auf der alle Punkte erfasst sind, die auf der Urlaubs-Checkliste stehen sollten.

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