Was jetzt?

Es hätte so ein fröhlicher, unbeschwerter Faschingsdiensttag werden können. Der Sturm hatte abgeebbt, man hätte sogar wieder Umzüge veranstalten können, wo gezeigt wird, wie man mit Panzern die Flüchtlingskrise meistern kann. Falls es mit der engeren Zusammenarbeit doch nicht so klappt, auf die sich gerade die Bundesrepublik Deutschland und die Türkei geeinigt haben. Noch nicht einmal Thomas de Maizière war in den frühen Morgenstunden vor die Kameras getreten, um etwas nicht zu sagen, damit die deutsche Bevölkerung nicht beunruhigt wird. Ganz zu schweigen davon, dass bei einem großen Discounter die Faschingskrapfen nur noch 11 Cent pro Stück kosten. Mit Marmelade.

Doch das wirkliche Leben hat sich einen Dreck um Fasching gekümmert. Wahrscheinlich weiß es noch nicht einmal, was Fasching ist. Welche Bedeutung es für uns Menschen hat. Dass es eine der wenigen Gelegenheiten im Jahr ist, endlich einmal so richtig die Sau raus zu lassen. Nachdem ja der Großteil der Deutschen den Rest des Jahres diszipliniert, ohne Alkohol und zumeist auch ohne alle Freude verbringt. Weshalb man eigentlich schon ein bisschen verstimmt sein könnte, dass uns das jetzt auch noch genommen wird.

Das Fatalste daran ist aber, dass man es noch nicht einmal den Flüchtlingen allgemein oder den Muslimen im Speziellen in die Schuhe schieben kann. Außerdem ist gänzlich unklar, ob nicht Angela Merkel auch an dieser Katastrophe schuld ist. Bleibt also wirklich nur noch unter Schock und nach einem tiefen Schluck mantra-artig zu wiederholen, dass das Leben weitergehen muss, und es den Toten und Verletzten auch nicht mehr hilft, wenn man heute auf alle Fröhlichkeit verzichtet. Denn Verzicht ist schlimmer als alles andere. Für die Betroffenheit haben wir ja die Medien.

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