Archiv für den Monat August 2016

Lektüre für Regentage II

Es war Kordeo. Der Delfin. Der Freund. Mit dem sie schon lange Nächte in der Nähe der großen Felsen verbracht hatte. Geschichten hatten sie sich da erzählt, aus ihrem Leben, von ihren Freunden, den Schiffen und den Menschen. Kordeo, der schon einmal ein Mädchen, das nicht schwimmen konnte und von einer übermütigen Welle hinausgetragen worden war, an das Ufer zurückgebracht hatte. Aber nie davon sprach. Es war der Delfin, wegen dessen viele Menschen an den Strand kamen, weil er so herrliche Kunststücke machte, auf ihre Kinder aufpasste und sie mit seinen Kapriolen zum Lachen brachte.

 

Kordeo, bist du verrückt geworden, schrie Sax, du hättest mich umbringen können, ich hätte ein Schleudertrauma bekommen können, einen Leberriß, eine Gehirnerschütterung!! Der Delfin verlangsamte die Fahrt, hob den Kopf ein wenig aus dem Wasser und sah Sax nur mit unendlich traurigen Augen an. Entschuldige, sagte Kordeo, entschuldige, sagte er, ich habe dich nicht gesehen. Ich wollte dir nicht weh tun und dich auch nicht erschrecken. Hast du aber, geiferte die Möwe, weil ihr immer noch das Herz bis zum Halse schlug. Bist du denn total verrückt geworden, sagte Sax, du bist doch sonst nicht so!

 

Ich bin so traurig und so wütend, sagte der Delfin, deshalb bin ich so aus dem Wasser geschossen. Es tut mir leid. Ist ja schon gut, brabbelte Sax, wenn es dir nicht gut geht, hättest du mir das allerdings auch anders sagen können. Es ist ja gar nicht wegen mir, sagte Kordeo leise, es ist wegen Celi. Was ist mit ihr, fragte Sax und ließ sich auf dem Wasser nieder, direkt vor Kordeos großen Augen. Sie ist tot, sagte der Delfin so leise, dass es fast von der trägen Brandung übertönt wurde. Tot? Sax schluckte und tat so als wären die Tropfen, die plötzlich an ihrem Schnabel runter liefen, noch von der Fontäne.

 

Tot, sagte Kordeo und brauchte keine Fontäne um die dicken Tropfen zu erklären. Sie ist in eine Schiffschraube gekommen, sagte der Delfin. Das ganze Meer war rot, sagte er, überall war ihr Blut, und ich konnte ihr nicht helfen. Kordeo und Sax schwiegen nicht, weil sie nicht mehr sprechen wollten. Sie schwiegen, weil sie nicht mehr sprechen konnten. Weil sie keine Worte mehr hatten und keine Stimmen. Und auch die Brandung schwieg. Die Blätter der Palmen ließen sich nicht mehr kitzeln. Die bunten Vögel hatten sich auf dem Strand niedergelassen und standen starr wie Steine.

 

Und das Wasser und der Himmel trennten sich voneinander. Tiefrot war der Himmel geworden, das Wasser schwarz wie in seinen tiefsten Tiefen. Und sogar der Wind hinter den Dünen wagte nicht sich zu bewegen. Die Zeit rann wie feiner Sand dahin, Tag um Tag, Woche für Woche, Monat um Monat, Jahr für Jahr. Und Kordeo und Sax schwiegen, starrten auf das Wasser. Sie hoben auch nicht die Köpfe als plötzlich die nackten Zehen einer Frau den Sand aufwirbelten und ihr weißes Kleid einen hellen Fleck in den roten Himmel zeichnete.

(Fortsetzung folgt)

 

Advertisements

Es war einer dieser Tage, an denen die Farbe des Wassers mit jener des Himmels verschmilzt. Ruhig lag das Meer in der Mittagshitze und spiegelte sich im Blau des Firmaments. Es schien, als würde es keinen Horizont geben, keine Zeit und auch keinen Abend. Auch wenn sich die Blätter der Palmen hin und wieder sacht bewegten, als würden sie von einem Sonnenstrahl gekitzelt, es gab nichts, was sie beunruhigte. Der Wind hatte sich zwischen die Dünen zurückgezogen und ein bisschen auf’s Ohr gelegt.

 

Es lagen stürmische Tage hinter ihm. Um sich etwas Kühlung zu verschaffen flogen die paar bunt schillernden Vögel zwischen den Schatten spendenden Palmen hin und her, schlugen auch mal übermütige Kapriolen in der flirrenden Luft über dem heißen Sand. Außer ihrem gelegentlichen fröhlichen Lärmen war nur noch die träge Brandung zu hören, die so lustlos an den Strand schwappte, dass sie Tieren und Pflanzen am Ufer kaum Kühlung zufächelte. Doch niemand beschwerte sich darüber. Alle genossen diese fast reglose Ruhe der Mittagsstunde.

 

Nicht einmal die Möwe Sax schaute so grimmig wie sonst. Sie hatte am frühen Morgen schon einige Fische und die Hälfte von einem Brötchen ergattern können und strich jetzt gemütlich über den Strand dahin. Das tiefblaue Wasser behielt sie trotzdem im Auge, denn Sax konnte auch einen guten Happen vertragen, wenn sie gar keinen Hunger hatte. Galant umrundete sie die Palme am Ende des Strandes, dort wo die großen Felsbrocken begannen, glitt dann auf das Wasser hinaus, bis sich keine Welle mehr kräuselte, und begann in einem weiten Bogen langsam zum Strand zurückzufliegen.

 

Die Augen etwas zugekniffen wegen des gleißenden Lichtes, ließ sich Sax noch etwas tiefer sinken um ja nicht zu verpassen, was dort im Wasser schwimmen könnte, dachte aber auch, dass es schön wäre, die Augen ein bisschen zu schließen, den Schnabel unter einen Flügel zu stecken und von dicken Touristen in kurzen Hosen und bunten Hemden zu träumen, die ihr Reste von weichen Brötchen und süßem Gebäck direkt vor ihre Füße warfen. Sax erträumte sich – und das vor allem wegen der Abwechslung in der Ernährung – gerade einen großen Brocken gebratenes Hackfleisch aus den Händen eines kleinen Jungen als sich unter ihr wie durch eine Explosion das Wasser öffnete.

 

 Bevor Sax irgendwie reagieren konnte, schoss ein graues Ungetüm auf sie zu, und die Möwe konnte nicht einmal für sich entscheiden, ob dieses Unwesen das Maul vielleicht so weit aufgerissen haben könnte um sie, Sax, zu verschlingen, als sie mit diesem Monster, das mindestens so groß war wie eines dieser stählernen Kolosse, die einmal im Jahr vor der Küste kreuzten, zusammenstieß. Sax stieß einen krächzenden Laut aus, glaubte für einen Moment die Besinnung zu verlieren, taumelte und fiel auf das Wasser zu, als nun eine riesige Fontäne auf sie zuschoss, sie ein Stück mit in die Luft riss und dann alleine ließ, benommen und immer noch ein wenig taumelnd aber jetzt überhaupt nicht mehr schläfrig und mit weit aufgerissenen Augen.

 

Sax wurde unendlich wütend, als sie sich ein wenig von ihrem Schrecken erholt hatte. Sie wurde so wütend, dass sie auf das Wasser runterstieß, so laut schreiend und lamentierend, dass sogar der Wind in den Dünen wach wurde und die bunten Vögel zwischen den Palmen erschrocken auf’s Meer hinaus starrten. Doch dort gab es außer Sax nichts zu entdecken. Als wäre nichts geschehen, lag jetzt das Wasser träge wie zuvor. Aber nur für kurze Zeit. Dann teilte sich, jetzt etwas weiter entfernt von Sax, das Wasser erneut, wenn auch nicht mehr so heftig wie zuvor, und wieder stieg das graue Ungetüme in die Luft empor, klatschte kurz darauf zurück ins Meer.

 

Der Möwe kam es aber jetzt so vor, als sei das Monster nur noch halb so groß. He du, schrie Sax deshalb hinterher, komm‘ sofort zurück, sonst wirst du was erleben, ich hack‘ dir deine graue Schwarte zu Brei. Als das Ungeheuer zum dritten Mal auftauchte, war es schon wieder kleiner geworden. Sprang jetzt auch nicht mehr aus dem Wasser heraus sondern schwamm mit heftigen Flossenschlägen dahin, immer wieder mal kurz untertauchend. Da gab es für Sax kein Halten mehr. Pfeilschnell wie einer der von ihr so bewunderten schillernden Kolibris schoss sie dem grauen Burschen hinterher, holte ihn auch bald ein, und hätte dann vor Schreck beinahe vergessen mit den Flügeln zu schlagen.

 

(Fortsetzung folgt)

 

 

Ab in den Urlaub

Vielleicht ist da ja ein Zusammenhang. Noch nie war die Suche nach dem Ich und damit verbunden die Sucht nach der Individualität so sehr Massensport als zu Ende des vergangenen Jahrtausends und zu Beginn des neuen Jahrhunderts. Massiv und gewinnträchtig unterstützt von einer ganze Riege von Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen, was sich alleine schon an den Auflagen entsprechender Literatur und der Zuschauerzahlen diesbezüglicher TV-Sendungen ablesen ließ. Und den boomenden Angeboten für Individual-Reisen.

Einer der daraus resultierenden Trends für die oder den Einzelnen, die oder der sich auch als Tourist als Individuum fühlen wollte: Der Geheimtipp! Von Millionen als solcher gierig aufgesogen und für sich vereinnahmt. Weshalb es dann zehntausende oder hunderttausende waren, die sich auf der Suche nach dem individuellen Erlebnis mit zehntausenden oder hunderttausenden zusammenfanden, die auch auf der Suche nach dem individuellen Erlebnis waren.

Wir sind inzwischen an dem Punkt angekommen, dass vor allem das reisende Individuum eigentlich machen kann, was es will, es wird stets auf eine große bis sehr große Anzahl von Individuen stoßen, die zumindest als Reisende noch Individuum sein wollen. Was man nicht gleich unter dem Aspekt Schizophrenie abhaken sollte. Wir sind viel eher Opfer der Möglichkeiten. Weil es sich früher selbst die Kassiererin und der Büroangestellte einfach nicht leisten konnten, malerische Dörfer auf Fuerteventura oder in den Anden zu erkunden. Dazu musste man Akademiker sein oder zumindest ein Lehrerehepaar.

Und jetzt sind es auch nicht mehr nur und vorrangig Europäer und Nordamerikaner, die unterwegs sind zu fernen Gestaden. Die restlichen Kontinente sind auch noch dazugekommen. Und alle zusammen treten den Beweis an, dass Menschen eigentlich doch nur Herdentiere sind. Und sich insbesondere als Reisende eigentlich liebend gern dem Strom der Lemminge anschließen. Um sich nach einem gemeinsamen Tag vor Baudenkmälern oder besonders beeindruckender Natur in Lokalen wiederzufinden, in denen es das gleiche Essen gibt wie zu Hause. Die Suche von Reisenden nach Individualität ist Massenphänomen geworden. Mit freundlicher Unterstützung von Tripadvisor und Ab-in-den-Urlaub.de.

 

Plantschen in Nizza

Das ist schon ein bisschen seltsam. In den 50-er Jahren machten Polizisten an den Stränden von Nizza und auch anderswo Jagd auf Frauen, die einen Bikini trugen. Ein Teufelswerk in den Augen vieler Politiker und Moralisten, das Ende allen Anstands. Und sie konnten sich an den nun fast unverhüllten Frauen an den Stränden nicht sattsehen. Wie übrigens auch in anderen Ländern. Mit und ohne Strand.

Dass jetzt in Nizza Polizisten Jagd auf Frauen machten, die einen Burkini trugen, der Körper verhüllende Gegenpol zum Bikini, das macht da schon viel eher Sinn. Schließlich hat der Front National von Marine Le Pen, Frankreichs Speerspitze im sich weltweit ausweitenden Kampf gegen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, hier eine seiner Hochburgen. Und im Gegensatz zum Bikini wurde der Burkini nicht von einem Franzosen erfunden.

Jedoch scheint entgegen aller Vermutungen bei manchen Männern doch noch ein kleiner Rest Verstand geblieben zu sein. Das zeigt das Urteil des höchsten französischen Verwaltungsgerichts, das jetzt das Verbot von Burkinis an Stränden durch diverse französische Städte einkassiert hat. Leider entspringt es nur meiner Phantasie, dass im Gegenzug für Männer, bisher oft in sehr knappen, primäre Geschlechtsorgane betonenden Badehosen an den Stränden unterwegs, ein weich fließender Kaftan vorgeschrieben wird. Ich denke jedoch über eine diesbezügliche europaweite Petition nach.

 

Ferienspaß für alle

Diesen Gedanken sollte man unbedingt aufgreifen. Und so schnell wie möglich auch bei anderen Berufsparten die daraus resultierende Praxis anwenden. Bei Lehrern funktioniert es doch schon bestens. Man gibt ihnen also, wie jetzt immer wieder in den Nachrichten zu hören ist, befristete Arbeitsverträge. Die mit dem Beginn der großen Ferien auslaufen. Also gehen sie für sechs Wochen „stempeln“. Wie man zu Großvaters Zeiten noch gesagt hat.

Jetzt geht man zur Bundesagentur für Arbeit. Was ein bisschen nach Glamour, Models oder nach Vermögensberatung klingt. Gibt es nämlich, eine Agentur für Vermögensberatung. Jedenfalls sind viele Lehrer deswegen sechs Wochen arbeitslos. Und dann werden sie, mit ein bisschen Glück, wieder angestellt. Bis zum nächsten Sommer. Was den Kommunen Geld spart. Weil in den sechs Wochen Arbeitslosigkeit der Bund die Kosten trägt.

Natürlich frage ich mich, warum man das nur in den großen Ferien macht. Das ginge doch auch sicher in den Herbstferien. Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. In den Osterferien. Und natürlich nicht nur bei den Lehrern. Befristete Arbeitsverträge lassen sich doch in allen Berufssparten abschließen. Mal abgesehen von Beamten und Mitgliedern des Bundestages.

Man müsste einfach nur Verträge abschließen, die automatisch enden, wenn jemand in Urlaub geht. Da können dann nicht nur Kommunen sparen sondern auch Industrieunternehmen, Supermärkte, kleinere Betriebe. Einfach alle. Alle die keine Arbeitnehmer sind. Arbeitgeber schauen hingegen ohne Sorgenfalten auf die Ferienzeit. Statt Unproduktivität auch noch mit Urlaubsgeld zu bezahlen, können sie endlich einmal selber mit Frau und Kind so richtig Urlaub machen. Endlich einmal ohne aufs Geld schauen zu müssen.

Einzigartige Dirndl

Das wäre wirklich nicht von allzu großer Bedeutung. Ist ja nur ein Aufdruck auf dem Katalog einer schwedischen Möbelfirma. Noch nicht einmal ein kompletter Satz. „Entworfen für dich, nicht für irgendwen“, steht da in nicht einmal besonders großen Lettern. Aber irgendwie doch eine Aussage, die beeindruckt. Wow, dachte ich mir, da sitzt also ein Möbel- oder Handtuch-Designer und überlegt sich krampfhaft, was mir gefallen könnte. Was für meine Wohnung und meinen Geldbeutel die optimale Lösung sein könnte. Das er meinen Geschmack kennt, in etwa auch meine finanziellen Verhältnisse, ist alles andere als unwahrscheinlich. Vermutlich hat er beste Kontakte zu Google und Co., und deshalb viele diesbezügliche Informationen über mich. Schließlich bekomme ich ja auch jede Menge Angebote für Dirndl auf allen Internetseiten eingeblendet, wenn ich bei ebay nach einer Lederhose schaue, weil ja bald die Münchener Wies’n angeht.

Was mich aber nachdenklich macht, das ist die Tatsache, dass ich ja nicht der einzige Kunde bei diesem schwedischen Möbelhaus bin. Weshalb sich die Frage stellt, ob sie für jeden Kunden einen Designer haben. Was ich mir nach dem Besuch dort vor kurzem nur schwer vorstellen kann. Obwohl es nur ein ganz gewöhnlicher Wochentag war, hatte ich den Eindruck, dass es auch genauso gut zwei Tage vor Weihnachten sein könnte. So viele Menschen kauften da Sachen, die für sie entworfen worden waren und nicht für irgendwen. Und wenn man das noch mit der Anzahl der weltweiten Filialen multipliziert, wage ich zu behaupten, dass es wahrscheinlich gar nicht so viele Designer gibt.

Weshalb ein Verdacht in mir keimt. Je mehr wir mit Massenware eingedeckt werden, desto mehr wird versucht, uns zu suggerieren, dass es mehr oder minder einzigartig sei, was wir da erworben haben. Passgenau auf uns zugeschnitten. Und das sogar bei den Lebensmitteln aus den Regalen all dieser Supermärkte, die ja nun auch nicht gerade in kleinen Stückzahlen hergestellt werden. Je mehr wir in der Masse verschwinden, desto vielfacher die Angebote, uns als Individuum zu sehen. Als einzigartig. Und dann ist es mit Müh und Not doch nur der Bildschirmschoner auf dem Tablet, also das Bild aus dem letzten Urlaub, der uns von allen anderen Besitzern dieses Tablets unterscheidet. Vorausgesetzt, wir haben es nicht bei facebook gepostet.

Aufregung auf vier Rädern

Als ob sonst nichts los wäre auf der Welt. Sogar Merkel kam erst weiter hinten in den Nachrichten. Obwohl sie einen flotten Dreier mit Hollande und Renzi hatte. Scheint ein neues Spiel zu sein: brexiten. Wahrscheinlich so was ähnliches wie Monopoli. N ur dass hier der gewinnt, der gerade verloren hat. Oder so ähnlich. Jedenfalls war VW auf allen Sendern und Kanälen immer ganz vorne. An erster  Stelle. Als wäre schon wieder ein Abgas-Skandal aufgedeckt worden.  Oder  als hätte VW ein Auto entwickelt, das ganz ohne Abgase auskommt. Weil es nämlich gar nicht fährt sondern nur ganz still und chromglänzend rumsteht.

Nichts von alledem. VW hatte Ärger mit zwei Zulieferern. Weshalb Fertigungsbänder abgestellt werden mussten. Schließlich liefert noch nicht einmal VW Autos aus, bei denen ein oder zwei Teile fehlen. Zumindest ist bis jetzt noch nichts bekannt. Und weil VW ein Global Player ist, einer von den ganz großen, hat die Konzernleitung auch wie ein Global Player gehandelt. Wie einer von den ganz großen. Und hat kurzerhand Kurzarbeit angesetzt. Damit sich auch der Staat und damit die ganze Gesellschaft an den durch den Ausfall entstandenen Kosten beteiligen können.

Einwände hat es nicht gegeben. Ein paar Bundestags-Hinterbänkler ließen sich vor Kameras zerren und wiegten bedenklich das Haupt. Mahnten VW, jetzt nicht gleich ewig kurz zu arbeiten. Weil das den Staat Millionenbeträge im dreistelligen Bereich kosten könnte. Und das wäre zwar bei Banken normal. Aber bei großen Konzern nur, wenn es die Öffentlichkeit nicht mitkriegt. Gut, haben sie jetzt nicht gerade explizit so gesagt. Aber ich fand,  es war raus zu hören. Doch jetzt hat sich plötzlich VW mit den Zulieferern geeinigt. Die Aktie war gefallen. Die Aktionäre hatten Angst, dass die Sache die Gewinnerwartungen dämpfen könnte. Soll keiner sagen, dass der Mann von der Straße keinen Einfluss auf Konzerne hätte.