Archiv für den Monat Dezember 2016

Rückblick

Wenn es einmal ein leichtes Hungergefühl gab, dann nur, weil ich einmal mehr versucht habe, wenigstens ein paar Gramm von den Kilos los zu werden, die ich zu viel habe. Das größte Missgeschick, das mir in den vergangenen 12 Monaten passiert ist, war eine Reifenpanne. Die aber relativ schnell behoben war. Es hat noch nicht einmal geregnet an jenem Tag. Und was sich als ein wirkliches Unglück hätte erweisen können, das blieb dank ärztlichem Können und Willenskraft dann doch aus. Ansonsten haben Pharmakonzerne und Gesundheitswesen nur das gerade Notwendige an mir und den Meinen verdient.

Zwar war nicht jeder Morgen von dem fröhlichen Tirili eines Vogels und warmen Sonnenstrahlen begleitet. Doch es gab viele Momente und Stunden, in die man sich zufrieden zurück lehnen konnte, die Füße auf einem Hocker und die Einsamkeit im Schrank eingeschlossen. Um sich Menschen, die einem lieb waren in der Summe der Tage, und ein Dach über dem Kopf, das weder Regen noch Terror herein ließ. Letzterer kam über die Mattscheiben und konnte ausgeschaltet werden, wenn es einem zu viel wurde. Wie übrigens auch das ganze übrige Elend auf der Welt.

Das zwar manchmal ein wenig Schlaf rauben konnte. Aber selbst in einer Flüchtlingsunterkunft noch immer weit genug weg war, um sich verwundert zu fragen, woher dieser Hass kommt, der die Häuser so oft in Brand steckte. Und einmal gab es keine Mangos, als wir sie gebraucht hätten. Aber ansonsten würde ich mich schämen müssen, wenn ich sagen würde, dass mein Schicksal es nicht gut mit mir meinte. Denn es wäre eine Lüge. Zufriedenheit ergibt sich nun einmal nicht dadurch, dass man immer mehr will. Die fühlt man wahrscheinlich  nur, wenn man auf das schaut, was wirklich da ist.

Party ist angesagt

Lieber ein heißer Feger als eine kalte Mamsell? Eher Terminator als lahme Ente? Zum Jahresausklang machen sich vielleicht nicht wenige Menschen schon einmal Gedanken, mit welcher Verkleidung sie in die Faschingssaison gehen wollen. Meine Empfehlung: Am besten sich an lebenden Vorbildern orientieren. An den Menschen vor allem, die von  den Medien für würdig erachtet wurden, die Aufmacher und Titelblätter zu zieren. Und somit das größte Interesse erregten. Das zeigt auch beim Abtanzen Wirkung.

Auch wenn ich immer noch nicht weiß, wer das ist, ganz oben auf der Liste stehen hierzulande wohl Sarah und Pietro Lombardi. Diese beiden Namen landen zum Beispiel in den Top-Meldungen, wenn sie eine Wohnung vermieten. Wow! Wie strange ist das denn? Habe ich mir gesagt. Gibt es überhaupt sonst noch Menschen, die eine Wohnung vermieten? Ich konnte es jedenfalls nicht fassen. Diese Meldung hat bei mir eingeschlagen wie die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt.

Meine Vermutung: Sarah und Pietro sind die deutsche Ausgabe von Angelina und Brad. Was natürlich ein mehr als bezeichnendes Bild auf dieses, unseres Deutschland wirft. Wo sich für weibliche, völkisch Orientierte unter anderem auch eine Frauke Petry als Kostümvorlage anbietet. Also wie die fast barfuß über einen Boots-Bug an Land ging, das war hundertprozentig deutsch. Man hatte nämlich auch noch ein Handtuch ausgelegt. Damit der Lack keinen Schaden nimmt.

Weshalb Männer, die sich eher als Global-Player fühlen, lieber gleich den alten Flokati aus den 1960-er Jahren vom Speicher der Eltern holen sollten. Schon ein kleines Stück davon, mit einer herkömmlichen Farbtönung blondiert, genügt, um zumindest äußerlich dem demnächst mächtigsten Mann der Welt zu gleichen. Und wer dann noch eine slowenische Blondine im Schlepptau hat, ist mit Sicherheit im Fasching der Hecht im thailändischen Garnelenzuchtbecken.

Von richtigen Politikerinnen und Politikern ist hingegen abzusehen. Da lässt sich immer zu schwer vorausahnen, wie das auf einer Faschingsparty ankommt. Und was Horst Seehofer betrifft, so ist es vielleicht ratsam, ihn nur in Bayern als Kostümvorlage zu nehmen. Auch wenn er natürlich auch nicht unbedingt als Politiker zu betrachten ist. Sondern eher als Terminator, der allem Bösen den Kampf angesagt hat. Weshalb eine echte Alternative für außerbayerische Bundesländer Erdogan wäre. Sozusagen als Seehofer ohne Trachtenhut. Den Schnauzer könnte ja ebenfalls der alte Flokati liefern.

Stress zum Jahresende

Es ist zu laut. Zu viel Stress. Und dann auch noch diese Unsicherheit und Angst wegen des Terrors. Oder auch wegen der Eurokrise. Und, und, und. Man könnte wirklich meinen, wir lebten noch im Mittelalter. Als zum Beispiel Kutschen auf dem Kopfsteinpflaster mehr Lärm machten als heutzutage ein Lastwagen. In Büros ein Lärmpegel herrschte, der heutige Arbeitsstätten dieser Art fast klösterlich erscheinen lassen. Vor allem Kriege, Krankheiten oder Hunger Alltag waren. Alles andere war die Ausnahme.

Während Stressforscher heutzutage bemängeln, dass der Großteil der Menschen in unserer Hemisphäre total untertrainiert wäre, was Stress betrifft. Weil das, was sie als Stress bezeichnen würden, für den Menschen eigentlich keine wirkliche Herausforderung wäre. Die, so könnte ich mir vorstellen, eben vor allem nur darin besteht, dass man zum Beispiel an einem 29. Dezember unbedingt morgens um 7.00 Uhr vor einem Supermarkt stehen muss, weil man sonst nicht das Feuerwerk bekommt, mit dem an Silvester um Mitternacht endlich einmal so viel Lärm gemacht werden soll, dass mancher Nachbar wirklich einen Grund hat, sich wegen Lärms zu echauffieren.

Als die Dampflokomotiven aufkamen, gab es Überlegungen, Frauen die Mitfahrt zu verbieten. Weil man Befürchtungen hatte, dass diese durch die Beschleunigung ihres Uterus verlustig gehen könnten. Wie wir inzwischen wissen, hat sich das als unbegründet erwiesen. Die Technik hat im Gegenteil für viele Annehmlichkeiten gesorgt. Und wenn man sich einmal in Erinnerung ruft, wie viele technische Unterstützung und Dienstleistungen unseren Generationen zur Verfügung stehen, dann muss man sich fragen, welchen Stress dann wohl Menschen gehabt haben müssen, die ohne Lieferservice, Fertiggerichte oder Ratgeber für alle Lebenslagen auskommen mussten.

Um es mit einfachen Worten zu sagen: Wir leben zum Großteil wie die Maden im Speck. Dass sich immer mehr Menschen über die Lautstärke spielender Kinder aufregen, das liegt vor allem daran, dass der allgemeine Lärmpegel gesunken ist. Ich sage nur „Flüsterasphalt“. Und wir leben in einer Welt, in der vieles mit einer Fingerbewegung erledigt werden kann. Dass wir trotzdem immer weniger Zeit haben, das könnte vielleicht daran liegen, dass wir stundenlang auf Smartphones starren. Vielleicht sollten wir uns eher einmal über die Bedeutung des Wortes Larmoyanz Gedanken machen. Denn die Wahrheit ist, dass wir zwar auf hohem Niveau jammern können. Ansonsten aber nicht mehr allzu viel auszuhalten scheinen.

Meinungsfreiheit

Was wird in manchen Bevölkerungskreisen geunkt wenn nicht sogar behauptet, dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien inzwischen schon wie ein Frackhemd glattgebügelt wären. Ja, sogar vom Staatsfunk ist da mitunter die Rede. Wodurch man sich wohl an Zeiten erinnert fühlen soll, als – fast – ganz Deutschland einem einstigen Postkarten-Kopierer aus Österreich zujubelte. Doch jetzt gab es eine Lehrstunde, die solche und ähnliche Behauptungen widerlegte. Auch wenn es in Wirklichkeit nur gerade einmal fünf oder sechs Minuten dauerte, wurde eindrucksvoll gezeigt, was Meinungsvielfalt bedeutet.

Ort der Handlung eine Nachrichtensendung in der ARD. Es wird über den aktuellen Forderungskatalog der CSU berichtet, der die Sicherheit deutscher Bürger in der Zukunft oder zumindest für das anstehende Wahljahr garantieren soll. Moderatorin Caren Miosga geht detailliert auf die einzelnen Punkte des CSU-Papiers ein, hinterfragt zusätzlich bei einem Rechtsexperten, ob eine Realisierung überhaupt möglich, da u.a.  Datenspeicherung, Videoüberwachung etc. gefordert werden. Mit dem übrigens deprimierenden Ergebnis, dass ein Großteil der CSU-Forderungen rechtlich nicht möglich sei.

Doch dann wird demonstriert, wie eben Meinungsvielfalt aussieht. Denn anschließend darf ein Redakteur des Bayerischen Rundfunks einen Kommentar zu diesem Komplex sprechen. Und der zeigt, dass man bei der ARD durchaus unterschiedlicher Meinung sein darf. Weil er nämlich die Forderungen der CSU als einzige Lösung darstellt, die dem deutschen Bürger seine Sicherheit zurück geben könnte. Was gleichzeitig zu der überraschenden Erkenntnis führte, dass der Begriff Staatsfunk durchaus auch in anderem Zusammenhang gesehen werden kann.

Männerfreundschaften

Irgendwie ist es total untergegangen in all den Bratensaucen und Glühweinfluten. Dabei hätte dieses Ereignis nun wirklich mehr Aufmerksamkeit verdient. Bedeutet es doch nicht mehr und nicht weniger, als dass die neuen Staatsmänner weiter auf dem Vormarsch sind. Die unbeschadet, ob sie jetzt in alphabetischer Reihenfolge Assad, Duterte, Erdogan, Putin oder Trump heißen, ihren Weg gehen ohne Rücksicht auf Verluste und den Rest der Welt. Und sich schon gar nicht an irgendwelchen antiquierten diplomatischen Gepflogenheiten orientieren oder gar geschlossene Verträge einhalten.

Willkommener Anlass für den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, sich gerade jetzt endgültig zu outen, war eine Resolution des UN-Weltsicherheitsrates gegen die Siedlungspolitik Israels im Westjordanland und im arabischen, östlichen Teil Jerusalems. In der der israelische Siedlungsbau als Verstoß gegen internationales Recht verurteilt wird. Und die ausnahmsweise einmal nicht vom Veto der USA gestoppt wurde. Die Reaktion Netanjahus kam prompt und war unmissverständlich. Er nannte die Entscheidung „schändlich“, berief 10 Botschafter von Ländern ein, die für die Resolution gestimmt hatten, und lud seinen ukrainischen Amtskollegen aus, weil die Ukraine ebenfalls unter den Befürwortern war.

Außerdem ließ Israels Ministerpräsident keinen Zweifel daran, dass er sich in keiner Weise an diese Resolution gebunden fühlt. Was seine Zwangsläufigkeit hat, denn schließlich hat man sich in Israel bis dato auch nicht an internationales Recht gebunden gefühlt. Er will vielmehr die Zusammenarbeit mit UN-Einrichtungen auf den Prüfstand stellen. Dass die Aktien von israelischen Bauunternehmen parallel dazu gestiegen sind, ist eine Vermutung. Tatsache ist hingegen, dass der designierte US-amerikanische Präsident Netanjahu Unterstützung angekündigt hat. Und Russlands Botschafter nicht einbestellt wurde. Obwohl Russland ebenfalls für die Resolution gestimmt hatte. So sind nun mal echte Männerfreundschaften.

Erinnerungen

Eigentlich steht dieses Weihnachten zumindest im biblischen Sinne ja eher für einen Neuanfang. Für den Beginn eines nicht unerheblichen Kapitels in der Menschheitsgeschichte. Ist es ja nicht mehr und nicht weniger als das Sinnbild für die Geburt einer Religion. Die bis in unsere Tage immerhin ein gutes Drittel der Weltbevölkerung mitprägt. Und dann steht Silvester kurz bevor, mit all seinen Erwartungen und Hoffnungen auf und für ein weiteres, neues Jahr.

Da mögen es vielleicht manche als eher störend empfinden, aber ich habe das Gefühl, dass gerade deswegen die Tage zwischen diesen satten Weihnachtstagen und der überschäumenden, lauten Silvesternacht die beste Zeit sind, um sich an all jene zu erinnern, die nicht mehr unter uns sind. Aber auf irgendeine Weise uns und unser Leben berührt oder sogar lange begleitet haben. Ein Anfang ist ohne ein Ende nicht denkbar. Zumindest, was uns Menschen betrifft. Doch dieses Ende ist kein endgültiges Ende, wenn es eine Erinnerung gibt, die weiterlebt.

Momente der Kindheit

Was für ein Aufwand! Welche Logistik! Und nun steht vieles eher etwas verloren rum. Wartet vielleicht schon seltsam berührt darauf, demnächst recycelt zu werden. Oder im günstigsten Falle umgetauscht. Träume sind kaum in Erfüllung gegangen. Mancher Wunsch wurde schlicht ignoriert. Und das alles, um ein paar Stunden im Kreise der Familie zu verbringen. Eigentlich könnte man das einfacher haben.

Aber dann hätte man vielleicht diesen Zauber nicht. Der sich manchmal zwar nur für Sekunden oder Minuten einstellt. Uns aber zu keiner anderen Zeit des Jahres überfallen kann. So lautet das Fazit hoffentlich in der Summe der Dinge: Es war es wert. Und über den Weihnachtsbaum freut man sich sowieso erst so richtig, wenn man sich in einer stillen Stunde bei seinem Anblick an all die wunderbaren Momente der Kindheit erinnert, die damit verbunden waren. Wenn der Blick zurück vom Kerzenlicht verklärt ist.

Frohe Weihnacht

Auch wenn inzwischen vielleicht viele Menschen glauben, dass Coca Cola oder Amazon Weihnachten erfunden haben, der wahre Ursprung liegt bekanntlich im Christentum. Im Glaube, dass Christus auf die Erde gekommen wäre, als Erlöser aller Menschen und Heilsbringer. Was sicher ein guter Ansatz ist. Vorausgesetzt, dass die Menschheit, also zumindest der Teil christlichen Glaubens, sich dementsprechend verhalten hätte. Und es noch immer täte. Doch die Realität sah und sieht anders aus. Doch nachdem angeblich der Weg zur Hölle mit guten Vorsätzen gepflastert ist, wäre es doch zumindest schon einmal eine Möglichkeit, zumindest an Weihnachten darüber nachzudenken, ob es nicht endlich angebracht wäre, die Sache selber ein bisschen in die Hand zu nehmen. Schließlich sind es ja nicht nur Menschen christlichen Glaubens, die sich nicht so ganz im Sinne Christi verhalten.

Und nachdem die Hoffnung zuletzt stirbt, und es manchmal so aus dem Wald herausschallt, wie man hinein ruft, wäre es ja mal eine Überlegung, nicht zu warten bis alle anderen endlich vernünftig geworden sind. Sondern selber schon mal damit anzufangen. Denn das Schöne daran: um menschlich im Sinne Christi zu werden, muss man nicht unbedingt Christ sein. Aber man kann Vorbild sein. Und vielleicht kann ja mal die Eine oder der Andere für einen Moment die Gabel sinken lassen und darüber nachdenken, was er oder sie anders machen könnte. Und sich von mir aus anschließend einen tiefen Schluck gönnen. Hauptsache sie oder er erinnert sich noch am ersten Feiertag daran, dass sie oder er es in der Hand hat, ob sich etwas ändert auf dem Planeten. Bevor er uns um die Ohren fliegt. Frohe Weihnacht!

Ruhepause

Auch wenn man behauptet die Welt erklären zu können, muss das nicht bedeuten, dass man nicht in der Lage ist, für einen Tag inne zu halten. Deshalb heute kein Wort von Aleppo, Bagdad, Berlin, Brüssel, Istanbul, Nizza, Paris, Mossul und wie sie alle heißen. Kein Wort über all jene Menschen, die eher Furcht einflößen als ein Grund für Optimismus zu sein. Dieser Tag soll der Zuversicht vorbehalten sein. Der Hoffnung, dass immer mehr Menschen beginnen zu erkennen, dass sie etwas tun müssen, wenn sie eine lebenswerte Zukunft haben wollen. Und dass dies mehr bedeutet, als nur im eigenen Haus Stromsparlampen zu verwenden. Dass sie auch gewillt sein, auf Teile ihres Wohlstandes respektive Überflusses zu verzichten.

Und nicht nur, damit es ihnen auch in Zukunft noch gut geht. Sondern mit dem Ziel, dass es immer mehr Menschen besser geht. Weil es kein Leben unter der Käseglocke gibt auf diesem Planeten. Weil früher oder später auf uns zurück fällt, was wir getan haben, ohne an den Rest der zu denken. Für heute will ich daran glauben, dass dies möglich sein kann. Jeden Tag des Jahres. Und nicht nur im trauten Familienkreis unter der Nordmanntanne.

Weihnachtseinkäufe

Manchmal frage ich mich, ob manche Politiker vom sogenannten Islamischen Staat bezahlt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste man sich fragen, wie es mit ihrem Geisteszustand bestellt ist. Was jetzt der eine oder andere Politiker in die Mikrofone spricht, ist in meinen Augen aktive Unterstützung der Terrororganisation. Die doch mit ihren Anschlägen nicht nur Angst und Schrecken verbreiten will sondern auch eifrig bemüht ist, bereits vorhandene Ausländerfeindlichkeit weiter zu schüren. Und selbst dort offen an den Tag treten zu lassen, wo sie sich bisher noch nicht gezeigt hatte.

Und da möchten auch viele Medien nicht zurückstehen. Auch sie machen sich zu Helfershelfern. Wer sich bisher vielleicht noch nicht vom Terror den Alltag dirigieren lassen wollte, der wird nun intensiv bearbeitet. Ihm wird in Dauerschleife erzählt, dass nichts mehr ist, wie es war. Dass sich das Leben in Deutschland verändert habe durch den Terror. Dass die Menschen Angst hätten wie noch nie. Dass unsere Freiheit wegen des Terrors bereits eingeschränkt ist, und es noch schlimmer kommen wird. Damit auch das letzte Großmütterchen beschließt, nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Und viele andere die Konsequenzen ziehen. Auch an der Wahlurne im nächsten Jahr.

Dies soll kein Appell sein, die Augen zu verschließen. Aber sachliche Berichterstattung und Diskussion sehen in meinen Augen anders aus. Was ich jetzt aber sehe, das ist die Instrumentalisierung der Toten und Verletzten von Berlin. Die natürlich betrauert werden. Viele Menschen nehmen Anteil. Und das ist auch gut so. Aber es ist nicht das passiert, was eigentlich hätte passieren müssen. Anstatt dass sich die Menschen an den Kassen der Supermärkte und Einkaufszentren drängen, nicht zu vergessen jene des Einzelhandels, hätte ich mir eigentlich erhofft, sie jetzt zu Millionen auf der Straße zu finden. Und zwar nicht nur auf dem Weg zum nächsten Geschäft oder um einen Weihnachtsbaum zu kaufen.

Sondern um zu demonstrieren, dass sie sich von all jenen, die aufgrund einer kruden und kranken Sicht auf die Welt Menschen ermorden und verstümmeln, nicht auseinander dividieren lassen. Dass sie zusammen Front machen gegen all jene, die versuchen mit Terror Angst und Hass zu verbreiten, die Lebensweise und das Lebensgefühl der Menschen zu beeinflussen. Dass sie bereit sind, zu agieren. Stattdessen sieht es eher danach aus, dass die Rückkehr zum Alltag schon wieder gelungen ist. Einkaufen geht schon wieder. Die bittere Bilanz des Terrors aber wird von Politikern und Medien ausgeschlachtet. Auch dagegen kann man auf die Straße gehen. Auch wenn es kurz vor Weihnachten und winterlich kalt ist.