Arroganz der Macht

Man stelle sich einmal vor, dass zum Beispiel ein junges Mädchen seinen Eltern ausdrücklich sagt, sie sollen doch bitte ihr Tagebuch nicht anfassen. Das, was sie da rein schreibt, sei für niemand anderen gedacht. Und am aller wenigsten für die Eltern. Worauf hin der Vater das Tagebuch bei nächster Gelegenheit im Zimmer seiner Tochter sucht und es liest, als er es gefunden hat.
Und nachdem er keine Veranlassung sieht, sein Verhalten zu verheimlichen, lässt er es einfach auf dem Tisch liegen. Weshalb die Tochter entrüstet und wütend ist, als ihr Vater dann auch noch ohne Umschweife zugibt, dass er ihr Tagebuch gelesen hat. Doch ihr Vater würde einen guten Diplomaten abgegeben.

Denn großzügig erklärt er nun seiner Tochter, dass er, wenn sie unbedingt will, gerne mit ihr darüber reden wird, warum es für ihn ganz in Ordnung ist, dass es ihn nicht die Bohne interessiert, was sie möchte. Dass es einfach notwendig gewesen ist, sich über ihre Wünsche hinweg zu setzen, quasi das Beste für sie ist. Hätte man so einen Mann nicht auch gerne als Landesvater?

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