Archiv für den Monat Oktober 2018

Neue Ideen

So ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ist erstens schon verdammt lang her. Und außerdem hatten wir an der Berufsschule damals nur ganz kurz Geschichte. Zehn Minuten Römisches Reich. Drei Minuten Drittes Reich. Die Autobahnen. Aber ich glaube, dass er Brutus hieß. Wie sie eben so geheißen, die Römer damals.

Und der hat dann quasi die Drecksarbeit gemacht. Damit dieser Cäsar endlich mal von der Bildfläche verschwindet. Ja, und jetzt heißt er Friedrich. Klingt zwar ganz anders. Aber er immerhin heißt er März. Und hieß das nicht damals auch bei den Römern, dass es die Ideen des März gewesen wären?   

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Alte Menschen

Warum habe ich schon wieder das Gefühl, dass schon wieder nichts passiert. Jetzt, wo doch eine berechtigte Chance wäre, mal etwas anderes zu machen, als die vergangenen 12 Monate. In denen nämlich gefühlt so gut wie nichts passierte. Die Reaktion darauf: Herr März will Frau Merkel beerben.

 Was natürlich andere auch wollen. Aber sie sagen es nur noch nicht. Sie sagen nur, dass man jetzt endlich anfangen müsse zu regieren, dass man nicht mehr um sich selbst kreisen dürfe, dass man wüsste, dass der Wähler das nicht mehr wolle. Als ob sie es nicht schon die ganze Zeit gewusst hätten.

Also was um alles in der Welt muss noch passieren, damit Menschen, die keine Lust haben, nur  wieder irgendwo Geld zu verdienen, damit die Miete bezahlt werden kann. Wo es doch so geil ist, an den Schaltknöpfen der Macht zu drehen. Dass man sogar das Rentnerdasein lieber in einen Plenarsaal verlegt, als zu Hause Bonsai zu züchten. Der Starrsinn alter Menschen scheint mir eines der größten Probleme in diesem Land zu sein. Und ich weiß, wovon ich spreche.

Richtige Richtung

So schlimm war es schon lange nicht mehr. Alle, die heute vor ein Mikrophon traten, um gefragt oder ungefragt ein Statement abzugeben zur Entscheidung der Bundeskanzlerin, haben die Note 1 verdient. So perfekt haben sie in der Disziplin „viel reden, ohne etwas zu sagen“ heute agiert.

Es war ein wunderbarer Poetry-Slam, der genauso gut mit dem Vorlesen eines Telefonbuchs oder dem rezitieren von Kalendersprüchen aus den Monaten März und April hätte bestritten werden können. Und es hat gezeigt, dass es nicht darum geht, jetzt endlich nicht mehr um sich selbst zu kreisen oder die Hausaufgaben zu machen, auch ein Neuanfang ist nicht das Gebot der  Stunde.

Das Einzige, was helfen kann, das sind Menschen in der Politik, die erstens wissen, was sie wollen. Und die zweitens auch in der Lage sind, es direkt und offen und ohne Floskel-Wischi-Waschi-Gefasel auszusprechen. Auch wenn das für Politikerinnen und Politiker nun wirklich sehr viel verlangt ist. Wenn nicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn heute Angela Merkel schon mal einen winzigen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.

Null Prozent

Die Wählerinnen und Wähler in diesem Land müssen endlich begreifen, dass die Vertreterinnen  und Vertreter dieser beiden Parteien erst dann nicht mehr glauben, einen Anspruch zu haben Regierungen zu bilden, wenn sie in der Wählergunst auf Null Prozent gefallen sind. Bis dahin wird man sich bei CDU, CSU und SPD in einer Regierungsverantwortung sehen, die schon seit geraumer Zeit mehr als verantwortungslos ist.

Happiness

Ich habe heute ein Magazin entdeckt. Das nicht nur verspricht, einen glücklicheren Menschen aus mir zu machen. Ich werde ganz bestimmt ein anderer Mensch sein, wenn ich jede Ausgabe dieses Magazins kaufe, das Happiness zwar nicht neu definiert, aber zumindest anders schreibt. Für nicht ganz sechs Euro kann ich jedenfalls meine Innerlichkeit entdecken.

Was für mich persönlich nicht so ganz einfach sein wird, denn ich weiß noch nicht einmal, wer meine Innerlichkeit ist. Aber ich bin trotzdem zuversichtlich. Denn was dieses Magazin verspricht, das war schon in tausenden Kalendersprüchen enthalten. Und die können ja nicht irren. Alleine schon, weil so ja alles, was man oft genug behauptet, irgendwann für viele Menschen zur Wahrheit wird.

Nach diesem Prinzip werden nicht nur „Mindstyle“-Magazine gekauft, sondern auch Präsidenten gewählt. Wie jetzt wieder in Brasilien. Was Umfragen berechenbarer machen kann. Vielleicht nicht nach der Partei fragen, die jemand zu wählen gedenkt. Sondern einfach fragen, welches Magazin jemand kauft.

Großartig

„Unter dem Strich müssen die Amerikaner sich einigen, wir müssen der Welt zeigen, dass wir geeint sind in Frieden, Liebe und Harmonie, als amerikanische Bürger. Es gibt kein Land wie unseres, und jeden Tag zeigen wir der Welt, wie wahrhaftig großartig wir sind!“

Donald Trump, US-Präsident, 26.10.2018

„Und es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem prozentual so viele Menschen in Gefängnissen eingesperrt sind!“

Pet, Blogger, 26.10.2018

Effizienz

Also eines kann man diesem Mann nicht absprechen, effizient arbeitet er. Nehmen wir doch nur mal seine Aktionen und Restriktionen gegen den Iran. Das ist doch bestens angekommen. Zumindest an unseren Zapfsäulen. Und wenn das so weiter geht, dann werden wir uns bald nicht mehr den vorweihnachtlichen Einkaufs-Trip nach New York leisten können. Weil der Sprit so teuer ist.

Aber viel beeindruckender sind seine Erfolge im Kampf gegen Kritik an seiner Person. Einhergehend mit den Bestrebungen, eine neue Kultur des Dialogs in bester Tradition des einstigen Wilden Westens zu etablieren. Indem die rauchenden Colts durch nicht weniger verletzende Wortwahl ersetzt werden.

Weshalb jetzt endlich auch Bombenbauer ihr Können in den Dienst der guten Sache stellen. Sie setzen mit ihren vorweihnachtlichen kleinen Geschenken für „Feinde des Volkes“ um, was ihnen die verbalen Attacken des sogenannten Präsidenten vermittelt haben. Dass nämlich eigentlich jedes Mittel recht ist, um einen Gegner zu eliminieren. Also Bingo! Schon wieder ein Treffer!