Archiv für den Monat November 2018

Verspätung

Das komplette Kommunikationssystem an Bord der A340 der Luftwaffe, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Buenos Aires zum G20-Gipfel fliegen wollte, fiel aus, weshalb der Pilot eine Stunde nach dem Start in Berlin es vorzog, erst einmal in Köln zu landen. Was nur möglich war, weil er ein Handy dabei hatte. Und nachdem da die Maschine noch zu viel Kerosin an Bord hatte, erhitzten sich die Bremsen, und die Kanzlerin und ihr Gefolge mussten erst einmal warten, bis die Feuerwehr alles unter Kontrolle hatte.

Und weil es kein Ersatzflugzeug in Köln gab, sondern nur in Berlin, haben die Passagiere in Bonn übernachtet, um am Freitagmorgen nach Madrid zu fliegen und von dort mit einem Linienflug nach Buenos Aires weiterzureisen. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie es zu dieser Fülle an Pannen kommen konnte. Der Kommentar eines Insiders: „Was tut man nicht alles, um ein Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden.“

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Ruhig schlafen

Eine kleine Gutenachtgeschichte, damit man besser einschlafen kann …

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-co-ausstoss-vereinte-nationen-1.4228711

… und morgen früh beruhigt den Tag beginnt. Um ihn dann ganz relaxed zu verbringen.

O Tannenbaum

Jetzt hat es ihn also auch erwischt. Bisher wurde ja vor allem und besonders gerne der menschliche Körper optimiert. Bei Männern Sixpacks draufgepackt, bei Frauen Fett auf der anderen Seite abgesaugt. Oder umgekehrt. Jetzt hat dieser Trend auch den Tannenbaum erreicht. Respektive eine ganz spezielle Spezies davon, den Weihnachtsbaum. Man hat ihn jetzt lieber schlank. Weshalb die Zweige allzu ausladender Zeitgenossen gestutzt werden. Was man sich ja durchaus für manche Politiker wünschen würde.

Und weil es wohl noch keinen Markt für abgeschnittene Tannenzweige gibt, zu kurz, um Adventskränze daraus zu machen, wird wohl der nächste Schritt sein, dass durch genetische Manipulation in Zukunft Tannenbäume gleich so, dass sie nicht mehr allzu sehr auftragen in unseren weihnachtlichen Stuben. Ob jetzt die Nordmann-Tanne auf die Liste der aussterbenden Arten kommt?

Vorweihnacht

Man muss keine Supermärkte mit ihren Regalen voller Lebkuchen und Stollen aufsuchen, auch nicht durch die vorweihnachtlich geschmückten Straßen laufen. Man kann sogar getrost das Radiogerät und den Fernseher aus lassen, muss noch nicht einmal auf den Screen des Smartphones starren. Es genügt voll und ganz, nur zum Briefkasten zu gehen und die Post zu holen. So weiß jedermann und jede Frau, was für eine Zeit wir haben. Denn es stapeln sich regelrecht die Briefe von karitativen Einrichtungen, die daran erinnern, dass immer und irgendwo auf dieser Welt Menschen gibt, denen es bei weitem nicht so gut geht wie uns.

Also ist Weihnachtszeit. Und ich habe mich gefragt, warum wir Bürger helfen müssen. Und warum das die Staaten nicht stemmen können. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass das so ist, weil sonst der Staat kein Geld mehr hätte für all die Ausgaben, die notwendig sind, um genug Elend auf der Welt zu produzieren, damit wir zur Weihnachtszeit für karitative, nicht staatliche Einrichtungen zu spenden. Und uns so wenigstens zur Vorweihnachtszeit wir richtig gute und empathische Menschen fühlen können. Würden alle Staaten hingegen aufhören, Elend zu produzieren, dann wäre sicher genug Geld da, um dafür zu sorgen, dass kein Mensch mehr Not leiden müsste. Also nicht alle Menschen. Denn wir würden Not leiden, weil wir in der Vorweihnachtszeit nichts Gutes tun und spenden könnten.

Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt!

Seit neuestem hat man den Industriellen Herrn von Finck im Visier, um nicht zu sagen im Verdacht, dass er vielleicht seine Schatulle für die AfD geöffnet haben könnte. Weil das Geld ja aus der Schweiz kam. Wo Herr von Finck in bescheidenen Verhältnissen und einem Schloss wohnt. Und nachdem er respektive der Finck-Konzern die Namensrechte für die „Degussa“ erworben hatte, seit einiger Zeit auch den Handel mit Gold betreibt. Weshalb man wohl auch mit Wohlwollen sah, dass es ein AfD-Politiker war, der die Goldreserven der Bundesbank wieder heim ins Reich respektive auf deutschen Boden holen wollte. Außerdem gab es die „Degussa“ ja schon einmal im Dritten Reich, hat damals auch schon mit Gold Geld verdient. Nämlich mit dem Zahngold ermordeter KZ-Häftlinge. Und naheliegender Weise sich auch gleich noch als Zulieferer für das Gas Zyklon B betätigt.

Weshalb sich er und der Innen- und Heimatminister vielleicht einmal zusammensetzen sollten. Dessen Ministerium hat jetzt nämlich gerade eine wenig erfolgversprechende Plakat-Aktion gestartet, mit der mit dem schönen Slogan „Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt!“ dafür geworben werden soll, dass Asylbewerber wieder in ihre Heimat zurückkehren. Also nach Syrien, in den Kongo oder vielleicht auch in die Türkei. Und vermutlich, damit auch den AfD-Wählern signalisiert werden soll: Wir tun etwas gegen die Fremdenflut. Aber vielleicht sollte der Innen- und Heimatminister eher über ein Joint-Venture mit Herrn von Finck und seiner Degussa nachdenken, als Black Fridays für freiwillige Rückkehrer zu veranstalten. Industrielle haben doch schon immer gut mit der Politik zusammengearbeitet.

Wohlstandsillusion

Jetzt hat er mich überzeugt. Der Mann weiß nicht nur, was er tut. Er tut auch das Richtige. Als er vor mehr als einem Jahrzehnt, als er noch stellvertretender  Bundestagsfraktionsvorsitzender der CDU war, den Laptop, den er verloren hatte, wieder zurück erhielt, weil ihn ein ehrlicher Obdachloser, der festgestellt hatte, dass sensible Daten wie Angela Merkles Handynummer auf dem Laptop waren, diesen dem Bundesgrenzschutz übergeben hatte, da hat der heutige Kandidat für den Parteivorsitz der CDU dem ehrlichen Finder, von dem er wusste, dass es ein Obdachloser war, aus Dankbarkeit sein Buch „Nur wer sich ändert, wird bestehen: Vom Ende der Wohlstandsillusion – Kursbestimmung für unsere Zukunft“ geschenkt. Dass dieser das Buch, wie er gegenüber der taz sagt, aus Enttäuschung in die Spree geschmissen hat, ist wohl ausschlaggebend dafür, dass der Obdachlose inzwischen zwar nicht mehr obdachlos ist, es aber nur zum Steinsetzer gebracht hat. Weshalb es mehr als unverständlich ist, dass er jetzt nicht nur der taz von dem Vorfall erzählt hat, sondern sich auch noch darüber beschwert, dass ihm der damalige stellvertretende CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzende nicht wenigstens persönlich gedankt hat. Er hätte halt einfach das Buch lesen sollen, da wäre er jetzt auch Mittelstands-Millionär.

Schwarze Tage

Der letzte wirklich schwarze Freitag, der in Deutschland damals auch noch so hieß, liegt ja immerhin und wem auch immer sei Dank schon annähernd ein Jahrhundert zurück. Und stürzte ganze Kontinente in schwere wirtschaftliche Turbulenzen. Ließ in der Folge Millionen Menschen verarmen. Was jetzt schon seit Tagen und natürlich auf Englisch allüberall angekündigt wird, ist allerdings bei etwas genauerem Hinsehen auch nicht ganz ohne.

Denn erstens kommt dieser aktuelle „Black Friday“ schon seit einiger Zeit und alle Jahre wieder. Und so wie es auch mit vielen anderen mehr oder weniger guten Gepflogenheiten war, die über den Atlantik zu uns kamen, es wird jedes Jahr mehr. Während noch vor ein paar Jahren vor allem Insider wussten, dass an diesem Tag Waren- und Online-Versandhäuser zumindest behaupten, alles für die Hälfte herzuschenken, so ist Black Friday inzwischen schon so geläufig wie Weihnachten.

Und genau wie für Weihnachten wird auch am Black Friday hemmungslos konsumiert. Und das vor allem von Menschen, die sowieso schon mehr haben, als sie brauchen. Weshalb man jetzt in Frankreich den Green Friday ins Leben gerufen hat. Als Gegenbewegung. An  dem teilnehmende Unternehmen nicht nur keine „Schnäppchen“ verkaufen, sondern mitunter welche den Laden gleich ganz zumachen.

Also hat es sich wenigstens in Teilen schon rumgesprochen, dass es letztendlich der unendliche Konsum ist, der diesen Planeten ruiniert. Dem Rest sei vielleicht noch das Ergebnis einer Untersuchung mit auf den Weg zur Kasse gegeben: Bei TV-Geräten, Smartphones und sonstiger Elektronik lagen die realen Preisnachlässe bei gigantischen 0,8 bis maximal 2 Prozent. Alles andere sind Restposten, die an einem normalen Tag niemand wirklich haben will. Kurzum, der Black Friday ist einfach ein Grund mehr für die Zukunft schwarz zu sehen.