Archiv für den Monat Dezember 2018

Wunschlos glücklich

Natürlich kann man sich etwas fürs neue Jahr wünschen. Hat aber schon an  Weihnachten nicht geklappt. Noch schlechter sieht das aus, wenn man jemand anderem etwas wünscht. Das interessiert ja nun wirklich keine Sau. Warum also das Ganze? Nur um nett zu sein? Vielleicht sollte ich mal wieder daran erinnern, dass „nett“ die kleine Schwester von Scheiße ist. Jedenfalls ist diese ganze Wünscherei für den A****.

Was hingegen wirklich helfen könnte, das wäre zu handeln. Also nicht sagen: ich wünsche mir saubere Luft. Sondern einfach nächstes Jahr diese Dreckschleuder von Auto so oft wie möglich sanft vor sich hin rosten lassen, also stehen lassen. Vielleicht auch nicht mehr Frieden wünschen. Sondern einfach aufhören mit dem Krieg vor der eigenen Haustür. Vor der man ja bekanntermaßen zuerst kehren soll. Also ist mein Wunsch für das Neue Jahr: Nicht wünschen, sondern handeln. Und das wünsche ich allen.

Beste Aussichten

Jetzt wird die CSU auch noch die bessere SPD. Nachdem sie sich unter dem Zepter von Markus Söder und einem Seehofer als Heimatminister lange Zeit als die bessere AfD gezeigt hat. Jedenfalls zeigen die Christlich-Sozialen jetzt, wie sozial sie sind. Sie wollen nämlich den Staat zwingen, jedes Jahr zu prüfen, ob nicht Steuererleichterungen für den geknechteten Bürger möglich sind.

Was wirklich revolutionär ist, denn bisher haben sich die Parteien ja zumeist darauf beschränkt, sich die Wählergunst mit Versprechungen zu erkaufen. Auch wenn diese Forderung leicht masochistische Züge hat. Denn schließlich vertritt die CSU ja diesen Staat, da sie derzeit in der Regierung ist. Aber wer einen Seehofer und einen Söder hat, der kennt sich ja mit Masochismus aus.

Und außerdem muss man sich jetzt sowieso noch keine Sorgen machen, dass die CSU damit einen Kursschwenk einleiten könnte. Eher einen Schulterschluss mit der FDP und dem Mittelständler Friedrich Merz anbieten. Denn die Christsozialen wollen laut ihrem Papier für das Drei-Königs-Treffen die Mitte der Gesellschaft entlasten, weshalb wir jetzt endlich wissen, wo die Mitte der Gesellschaft ist.

Nämlich dort, wo alle „früh aufstehen, hart arbeiten, Steuern zahlen, sich um ihre Familien kümmern, sich ehrenamtlich engagieren und den sozialen Zusammenhalt stärken“. Und da habe ich die Befürchtung, dass das nur eine sehr kleine Mitte ist. Ich persönlich kenne jedenfalls niemanden, bei dem alle Kriterien zutreffen.

 

Jahresende

Manchmal frage ich mich, was wir hier eigentlich machen. Denn wenn man sich die Sache einmal aufmerksam anschaut, dann ist der Großteil der Bevölkerung gar nicht so blöd. Setzen wir mal voraus, dass Menschen bei Umfragen hin und wieder wirklich sagen, was sie denken. Jedenfalls hat diese überwiegende Mehrheit hierzulande nicht die schlechtesten Ideen.

Die erstaunlicherweise oft wenig kongruent sind mit denen der Politikerinnen und Politiker. Glyphosat zum Beispiel. Weg damit, sagt die Mehrheit. Massentierhaltung. Muss nicht sein. Dieselskandal. Warum zahlen nicht die Hersteller? Pflegepersonal. Gebt ihnen doch das, was sie verdienen. Nämlich mehr. Und erstaunlicherweise gäbe es sogar eine Mehrheit für gesetzliche Maßnahmen gegen das anfixen von Kindern und Erwachsenen mit Zucker. Obwohl die Grünen nun wirklich noch keine Volkspartei sind.

Trotzdem sprachen sich Anfang des Jahres sogar mehr als 50 Prozent für eine Festlegung von Höchstmengen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln aus. Und fast 70 Prozent dafür, dass Werbung nicht mehr auf Kinder ausgerichtet ist. Und was ist passiert? Nichts! Alle beteiligten Hersteller machen immer noch, was sie wollen. Auch auf Kosten unserer aller Gesundheit. Weil eben Politikerinnen und Politiker auch nichts machen.

Müssen sie andererseits ja auch nicht. Weil wir, das Volk, auch nichts machen. Außer uns über zu viel Zucker, zu viel Feinstaub, zu viel Scheiße auf den Feldern oder über beschissene Verhältnisse in der Pflege und auf dem kranken Gesundheitssektor aufzuregen. Fazit: Wahrscheinlich will diese Mehrheit gar nicht, dass sich etwas ändert. Weil sie sich dann ja nicht mehr aufregen könnte.

Feinstaub

Ein Riesenthema. Ganze Innenstädte werden abgesperrt. Hunderttausende Arbeitsplätze sind gefährdet. Ein ganzer Industriezweig droht zu implodieren. Wegen Feinstaub. Und jetzt auch noch Silvester. Das wird dem Diesel und den Innenstädten den Rest geben. Ganz zu schweigen von den Autokonzernen. 4.500 Tonnen hat uns Silvester 2017 beschert. Zwar entspricht das gerade mal 2,25 Prozent aller Feinstaub-Emissionen PM10 und 15,5 Prozent der Feinstaubmenge, die der Straßenverkehr verursacht. Aber jetzt will die Umwelt-Guerilla uns Männern auch noch dieses Vergnügen madig machen.

Dabei wäre es so einfach, die Gesundheitsgefährdung zu minimieren. Schließlich bekommt man am wenigsten Feinstaub ab, wenn man in einem Auto sitzt. Dafür sorgen die Filter in der Klimaanlage. Braucht man also nur das Feuerwerk vom Auto aus zünden und anschauen. Wenn man dabei den Motor ausmacht, wird vielleicht sogar der Gesamtausstoß an Feinstaub reduziert. Und wir Männer, die seit Jahrzehnten nicht mehr in den Krieg ziehen durften, können trotzdem noch ein bisschen Spaß haben und ein paar Leute abschießen. Die Klinikärzte werden es uns danken.

Wenn Buben spielen

Fast sieht es so aus, als hätten sie lediglich Spielzeug zu Weihnachten geschenkt bekommen. Und jetzt spielen sie natürlich damit rum. Der Eine stellt zum Beispiel seine Zinnsoldaten in Positur, schließlich hat ein anderer versprochen, Platz zu machen. Voller Begeisterung wird auch dem Flug von Geschossen nachgeschaut, auch wenn sie beim Nachbarn landen.

Nur einer der Buben hat nicht bekommen, was er wollte, weshalb er trotzig in der Ecke steht. Könnte man also sagen, nicht der Rede wert, ist doch schon immer so an Weihnachten gewesen. Wenn diese Kindsköpfe nicht schon ziemlich alt wären. Und die Präsidenten von Israel, der Türkei, Russlands oder der USA. Weshalb die Spiele nicht lustig sind.

Kartoffelsalat

Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat, dazu ein Bier, alkoholfrei. Und um 11 Uhr waren wir in der Christmette. Wir machen das einfach nicht mit, diesen Konsumrausch an Weihnachten. Was ja nicht hindern muss, dass man sich ein paar Kleinigkeiten schenkt, die Freude machen. Taschentücher mit Monogramm, ein schöner Schal, eine kleine exotische Dose.

Es war ein schöner Abend. So im Kreise der Lieben. Und auch den heutigen Tag haben wir natürlich mit der Familie verbracht, die Schwiegermutter hat uns, wie jedes Jahr, eingeladen. Wir haben viel von früher erzählt. Und den morgigen Tag haben wir dann ganz für uns. Können in aller Ruhe abends die Koffer packen. Unser Flug nach Dubai geht um 8 Uhr 45. Im Burj Al Arab kann man einfach am besten Silvester feiern.  

Besinnliche Tage

Bei manchen Menschen kann man es sich kaum vorstellen, dass sie noch rechtzeitig am Abend so sehr entschleunigt haben, um dann völlig relaxed und gechillt unter der Nordmann-Tanne sitzen und das besondere Flair des Weihnachtsfestes in vollen Zügen genießen zu können. Eher noch, dass sie zu voll sind, um überhaupt noch genießen zu können. Und dabei denke ich nicht nur an die Flaschen-Bataillone, die heute morgen noch aus den Supermärkten herausgeschleppt wurden. Ein bisschen was zum essen lag ja auch noch in den Einkaufswägen. Aber wer möchte sie tadeln. Einmal im Jahr kann man sich ja schließlich was gönnen.

Und außerdem hat man ja mindestens für den Jemen, wenn nicht sogar noch für Afrika gespendet. Und es gibt nicht wenige Menschen, die dafür sorgen, dass andere Menschen, die trotz Fest der Liebe und des Geburtstages irgendeines Migrantenkindes arbeiten müssen. Denn insbesondere jene, die an den Notfall-Telefonen der psychiatrischen Dienste sitzen, werden auch in diesem Jahr nicht über Vereinsamung klagen müssen. Nie sind sie so gefragt wie in diesen Stunden und Tagen der Besinnlichkeit und des himmlischen Friedens. Wofür ich allerdings auch Verständnis habe. Nichts ist verstörender, als wenn sich der Mensch auf sich besinnt.