Archiv für den Monat März 2019

Greta

Die Einen nennen es vielleicht Faulheit. Ich sage, man sollte mal das Englischwörterbuch rausholen und sich anhören, was dieses Mädchen zu sagen hat. Die ich lieber eine junge kluge Frau nenne. Hat man sich angehört, was sie zu sagen hat, weiß man warum

https://daserste.ndr.de/annewill/videos/Interview-mit-Greta-Thunberg-Ich-bin-Realistin-Ich-sehe-Fakten,interviewthunberg100.html

 

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Lustig

In den letzten Jahren sah es ja eher so als, als hätte man als Rassist, notorischer Lügner oder gerne auch Sexist die besten Chancen Präsident oder Regierungschef eines Landes zu werden. Es könnte sein, dass das wohl demnächst revidiert werden muss. Weil nämlich Beppe Grillo mit der MoVimento 5 Stelle offensichtlich nicht nur ein leicht durchgeknallter Pausenclown war, sondern auch ein Trendsetter.

Denn jetzt sind ja in der Ukraine Wahlen. Und wer hat die besten Prognosen? Richtig, ein Entertainer. Ein Comedian. Kabarettist. Dessen Wahlkampf vor allem darin besteht, dass er weiterhin Folgen für die ukrainische Fernsehserie „Diener des Volkes“ dreht. In der er einen Präsidenten mimt, der eigentlich ein Geschichtslehrer ist. Ich versuche mir gerade Mario Barth als Bundeskanzler vorzustellen.

 

Zeitmaschine

Mich hat das sofort in längst vergangene Tage zurück katapultiert. Damals, als man gefühlte Stunden auf winzigen Stühlen saß und mit großer Begeisterung zusah, wie sich der begabte Nachwuchs im Kreise drehte wie  eine besoffene Tanne. Weil er eine Windmühle in diesem kleinen shakespear’schen Lustspiel mimte, das von den wackeren Kindergärtnerinnen einstudiert worden war.

Wurde aber auch an diese herrlich stillen Stunden erinnert, die ich im Schatten einer Ulme sitzend damit verbrachte, dem lustigen Treiben der lieben Kleinen auf dem Pausenhof der Grundschule zuzusehen. Wenn ich auf meinen Sproß wartete, der wieder mal Nasenbluten hatte. Und dachte natürlich an die herrlichen Aussprüche, die da zu hören waren.

Die sich durchaus auch so hätten anhören können: „Ich bin klüger als sie, ich besuchte bessere Schulen, ich habe ein viel schöneres Haus, ich habe eine viel schönere Wohnung, alles, was ich habe, ist viel schöner.“ Was nicht mehr so ganz wie damals war, das war der Zusatz: „Und ich bin Präsident, und sie nicht!“ Ist übrigens das Einzige, was stimmt, dieser Zusatz.

Alles geregelt

Jetzt ist es wohl so weit. Jetzt bin ich wohl mittendrin statt nur dabei. Und ein Versicherer hat das natürlich erkannt. Kam doch ein Brief heute, und schon auf dem Umschlag behauptete ein fröhlich grauhaariges Paar, dass es auch finanziell alles geregelt habe. Und selbstverständlich habe ich den Brief  aufgemacht. Und war durchaus begeistert. Schließlich wollte die Versicherung mir 5.000 oder sogar 7.000 € zu einer Beerdigung zuschießen. Doch Sie hatten nicht nur vergessen zu erwähnen, was ich ihnen dafür – vermutlich jeden Monat – geben muss.

Vollends verwirrt war ich aber, als ich das Anschreiben gelesen habe. Die wollten das schöne Geld nämlich nicht mir zahlen. Sondern meinen Angehörigen. Denen es angeblich im Falle meines Todes schwer fallen würde, sich um „die Formalitäten einer Beerdigung und deren Finanzierung zu kümmern“. Also kommt das für mich nicht in Frage. Selbst wenn meine Angehörigen deswegen in der Lage wären, sich vielleicht um einen Steinmetz oder eine Trauerfeier zu kümmern. Nach allem was ich vom Sterben gehört habe, hätte ich ja sowieso nichts davon.

Snowfarming

Wieder was gelernt. Zuerst habe ich ja geglaubt, dass da Bayer neues Saatgut auf den Markt gebracht hat. Nach dem Motto: Lasst Schnee wachsen! Wenn die Winter immer wärmer werden. Um irgendwie die Verluste durch Glyphosat zu kompensieren. Vermutlich. War aber ein Irrtum. Snowfarming hat zwar wirklich mit den wärmeren und kürzeren Wintern zu tun. Aber in erster Linie geht es um Touristen. Die gerne Ski fahren oder Snowboarden. Um den Wintersport. Der Touristen anlockt.

Der Dreh dabei: Wenn die Ski-Saison zu Ende geht, wird aller Schnee zusammengekratzt. Der richtige ebenso wie der Kunstschnee aus den Schneekanonen. Und dann wird der Schnee schön abgedeckt, damit er im Sommer nicht schmilzt. Und dann im nächsten Winter wieder auf die Piste gebracht. Hört sich genial an. Und riesige Areale, Wiesen, haben auch wieder eine Zukunft. Als Snowfarm.

Und ich habe da auch schon  eine glänzende Idee. Warum eigentlich nicht auch den Schnee von den Gipfeln holen. Mit Hubschraubern. Oder aus anderen Ländern importieren. Die ihn nicht brauchen. Snowfarming,  das ist die Zukunft. Da können Arbeitsplätze entstehen. Start-ups. Und für die Kühe, die keine Wiese mehr haben, findet sich sicher irgendein Stadtparkt. Oder Patenschaften von Reihenhausbesitzern.

Banalitäten aus dem Machtzentrum

Was haben wir gebangt und gehofft. War es nicht ein bisschen wie Weihnachten? Da hat man doch auch immer das Gefühl, dass die Zeit viel zu langsam vergeht. Bis man es endlich hinter sich hat. Aber jetzt haben wir es geschafft. Sonderermittler Mueller hat seinen Bericht vorgelegt. Und wenigstens dieses eine Mal passiert genau das, was zu erwarten war. Nämlich nichts. Denn dass sich jetzt der US-Präsident auf die Brust schlägt und dabei aussieht wie ein gut geföhnter Primat, das ist ja kein Ereignis. Es ist gewöhnlichster Alltag.

Das Einzige, was diese Totgeburt – damit ist selbstverständlich der Abschlussbericht gemeint – noch zu ein bisschen Leben erwecken könnte, das wäre ein sympathischer kleiner Whistleblower. Also wenn man erfahren würde, was wirklich drin steht. Man also mehr weiß, als das, was ein Politiker, der sicher an seinem gut dotierten Posten hängt, preisgibt. Schließlich sollte kein Hund die Hand beißen, die ihn füttert. Weshalb mir auffällt, das für meine Verhältnisse auffallend viele Tiere in diesem Beitrag vorkommen. Wird wohl Zeit, dass wieder die Bienen zu Wort kommen. Deren Fortbestand ist schließlich etwas wirklich Wichtiges.

Zuversicht

Zehntausende waren heute auf der Straße. Und nein, es waren keine Schüler, die sich im Wochentag geirrt haben. Es waren Internet-User wie du und Sie. Und ihre Sorge ist berechtigt. Denn wie dämlich Algorithmen sein können und sehr oft sind, das hat man jetzt aus traurigem Anlass wieder mal gesehen. Als der Attentäter von Christchurch das Morden live ins jetzt hochlud. Wo das Video millionenfach weiter verbreitet wurde. Obwohl Algorithmen permanent nach dem Film suchten, um ihn zu löschen. Um ihn jedes Mal erst einmal erneut nicht zu erkennen, wenn ihn jemand leicht bearbeitet hatte, also zum Beispiel nur die Geschwindigkeit verändert hatte.

Das heißt, es ist mehr als wahrscheinlich und zu befürchten, dass Uploadfilter, wie sie von den Plattformen sicher eingeführt werden, um die Vorgaben der EU hinsichtlich Urheberrecht zu erfüllen, ohne deswegen das Personal aufzustocken und so die die Dividende zu gefährden, zu dämlich sein werden, um zum Beispiel Kunst oder Satire zu erkennen. Trotzdem bin ich dafür, auch wenn es niemanden interessiert, dass die Urheberrechtsreform der EU wie geplant in Kraft tritt. Und nicht nach der oder dem Wähler*in geschielt wird.

Denn hat schon einmal jemand daran gedacht, dass die Plattformen da in einer richtigen Zwickmühle sind. Arbeiten sie nämlich nur mit diesen dumpfen Grobianen von Uploadfiltern, bleiben ihnen die User weg. Wenn aber die User wegbleiben, dann bleiben auch die Werbekunden weg. Stichwort: Dividende! Sie werden sich also etwas einfallen lassen müssen. Wäre dann ja vielleicht das erste Mal, dass der Markt wirklich etwas richtet. Ich stelle schon mal den Prosecco kalt.