Archiv für den Monat Juni 2019

Arbeitsplätze

„Wie die Grünen die Macht erobern“, so titelte heute eine Online-Plattform, und das klingt so, als wollten sie die Demokratie ignorieren, also nicht durch Wahlen an die Regierung kommen. Und als ich dann gelesen habe, dass jüngst für über eine Milliarde Kriegswaffen verkauft worden sind, da war mein erster Gedanke: Die haben die Grünen gekauft. Die wollen jetzt mit aller Macht an die Macht.

Und war dann geradezu erleichtert, als ich bei der weiteren Lektüre erfuhr, dass es sich hierbei um Waffenlieferungen an die Allianz jener Staaten handelt, die im Jemen gegen die Vorherrschaft des Iran kämpfen. Und vor allem gegen die Bevölkerung. Denn die stirbt und leidet am meisten. Aber der Jemen ist weit und die Arbeitsplätze, die bei den Rüstungskonzernen auf dem Spiel stehen könnten, sind ganz nah. Und hinter den Arbeitsplätzen verbergen sich ja schließlich auch Wählerinnen und Wähler.

So ist es natürlich nur verständlich, dass sich die Waffenexporteure über die Beschlüsse der Regierung hinweggesetzt haben. Die nämlich eigentlich beschlossen hatte, keine Kriegswaffen an Staaten zu liefern, die im Jemen-Krieg involviert sind. Also kann man nur von Glück reden, dass die Grünen noch nicht an der Macht sind. Die würden sogar Wahlen aufs Spiel setzen, um irgendwo auf der Welt Frauen und Kinder zu retten. Behaupten wahrscheinlich vor allem Vertreter der Regierungsparteien.

Freitagabend

Traute Runde. Ein Freitagabend. Man kann der Woche Last hinter sich lassen. Auch wenn niemand mehr von ihnen einer Arbeit nachgeht. Aber alt sein ist auch nicht gerade einfach. Sie haben viele Reisen unternommen. Wenn es die Arthrose zulässt, reisen sie noch immer. Weil doch das Fliegen auch für Rentner erschwinglich ist. Und sie finden es toll, dass Schüler auf die Straße gehen. Den Klimawandel muss man schließlich ernst nehmen. Auch wenn die Biotonne eklig stinkt. Es muss etwas getan werden.


Kurzfristig einigt man sich darauf, noch eine Flasche Wein aufzumachen. Und dann erzählt jemand von Irland, und dass das Frühjahr die beste Zeit für einen Besuch ist, weil alles in Blüte steht. Flüge gibt es ja schon unter 100 € bei Billig-Anbietern. Also da muss man unbedingt noch mal hin. Oder doch lieber nach Venedig fliegen, um den runden Geburtstag zu feiern? Vielleicht ja nicht gerade an einem Freitag, wenn die Schüler auf der Straße sind. Nicht, dass man noch den Flug verpasst.

Reflexe

Also erst musste ich mal nachschauen, was eine „Äquidistanz“ ist. Und wenn ich richtig verstanden habe, was der Duden dazu sagt, dann wollte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagen, dass es nicht hinzunehmen ist, in einem Atemzug Trump, Putin und Erdogan zu nennen, weil es ein gleich großer Abstand wäre.

Verständlich ist natürlich auch, dass sie „anti-amerikanische Reflexe“ beklagt, obwohl in Russland Journalisten „in Schauprozessen vor Gericht gestellt werden“, während Journalisten in den USA „ihre Arbeit unbeeinträchtigt machen können“. Also zumindest, wenn es nicht die Journalisten von CNN sind.

Weshalb ich also nur begrüßen kann, dass der US-Präsident immer mehr Kriegsschiffe Richtung Iran schickt, weil alles andere nur ein „anti-amerikanischer Reflex“ wäre. Außerdem gibt es ja dafür wie für die wirtschaftlichen Sanktionen oder die Aufkündigung des Atomvertrages mit dem Iran genug Gründe, wie es das Video, das US-Geheimdienste jetzt vorgelegt haben, zweifelsfrei beweist. Mit so einem Video würde man ja noch nicht einmal zögern, erneut in den Irak einzumarschieren. Was sicher auch zur Stabilisierung der Region beitragen würde.

Und dann gibt es ja auch noch die ökonomische Komponente, die ja auch eine gewisse Äquidistanz hat. Also die Rohölpreise sind ja schon gestiegen. Was mehr Geld in die Kassen der USA (mittlerweile Nr. 1 in der Ölförderung) spült. Und außerdem würde ein neuer handfester Krisenherd im arabischen Raum für neue Flüchtlingsströme nach Europa sorgen.

Was für die EU bedeuten würde, dass ihre Mitgliedsstaaten noch weiter auseinander driften – und natürlich die Wirtschaftskraft in der EU sinkt. Sodass es sich der US-Präsident sogar sparen könnte, Zollschranken zu erhöhen. Weshalb es auch keinen Grund mehr für „anti-amerikanischen Reflexe“ gäbe. Und so würde es der US-Präsident sicher erlauben, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Bundeskanzlerin wird. Halleluja!

Schmetterlinge

Das ist so geil! Also mehr Retro geht überhaupt. Diese Parteien haben uns, ein ganzes Land soeben von Null auf Hundert und von hier und jetzt zurück katapultiert in die 1960er Jahre. In diese glorreichen Jahre, als der Kommunist an sich und im Rudel sowieso der Feind war, und unliebsamen Menschen ohne ein Schulterzucken ins Gesicht gesagt werden konnte: Dann geh‘ doch rüber! Und jetzt haben wir zwar kein „rüber“ mehr, aber genau so fühlt es sich jetzt wieder an.
Hurra, möchte man nur noch schreien, vor lauter Freude und Begeisterung, wenn da nicht diese Schmetterlinge im Bauch wären, als ob man verliebt wäre. Und ein bisschen ist man es ja auch. In AKK zum Beispiel – oder auch in Frau Linda Teuteberg von der FDP. Und alles nur, weil die Grünen in Bremen die Möglichkeiten eines Rot-Grün-Roten Bündnisses ausloten wollen.
Weshalb Frau Annegret Kramp-Karrenbauer Grünen-Wähler davor warnt, mit der Linkspartei aufzuwachen. Vermutlich, weil sie befürchtet, dass man sich bei der mit HIV infiziert. Oder schlimmer noch: mit marxistischem Gedankengut. Und Frau Teuteberg plagt die Sorge, dass es für Grünen-Wähler mit einem Linksbündnis im grünen Kleid enden könnte. Und was Mode betrifft, da ist man bei der FDP ganz weit vorne. Was aber alles in allem auf genau das selbe rauskäme, bzw. enden würde: Nämlich im Kommunismus. In der Zwangswirtschaft. Mit Stasi-Methoden. Wie in den 1960er Jahren.

Spielfiguren

Vielleicht ist das ja die Rettung. Wissenschaftler haben jetzt behauptet, dass in vielen Fischen inzwischen so viel Mikro-Plastik ist, dass kein Zweifel mehr daran bestünde, dass auch Menschen, die viel Fisch essen, immer mehr Mikro-Plastik im Körper haben. Und nachdem ja auch bereits in Kosmetika, Zahnpasta, Honig, Mineralwasser oder Bier Mikro-Plastik zu finden ist, verwundert es in keiner Weise, dass auch im menschlichen Kot Mikro-Plastik gefunden wird.

Was ein Hinweis auf eine eventuelle Lösung sein könnte. Denn Mikro-Plastik wird ja nicht nur ausgeschieden. Es bleibt selbstverständlich auch im Körper. Wenn also die Zufuhr nicht abreißt, wird der Anteil an Mikro-Plastik im Körper immer größer.

Und wenn im selben Maß die organischen Anteile weniger werden, dann könnte es ja sein, dass wir Menschen irgendwann einfach nur noch aus Plastik bestehen. Und Plastik hat ja eine sehr lange Lebensdauer. Das heißt, der Mensch käme diesem Lebenstraum vom ewigen Leben ein sehr großes Stück näher. Und Liebeskummer gäbe es wahrscheinlich auch nicht mehr. Oder hat schon irgend jemand eine Duplo-Figur weinen sehen.

Zuckerl

 

Es ist höchste Zeit, über die Gehälter von Bundesministern zu reden. Und ganz besonders über jene von Bundesernährungsministerinnen. Sie reichen ganz offensichtlich hinten und vorne nicht. Und schon gar nicht, wenn man eine Frisur wie Frau Klöckner hat. Mit der muss man mindestens drei Mal die Woche zum Friseur.

Jedenfalls ist es eine Schande, wenn eine Frau wie sie, die die Fackel der Freiheit vor sich her trägt wie ein Rapper seine Klunker, sich bei einem Lebensmittelhersteller verdingen muss, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Sie, die wie keine andere für eine gesunde Ernährung kämpft, in dem sie die Agrar- und Lebensmittelindustrie zu freiwilligen Selbstbeschränkungen zwingt, musste sich jetzt sogar in einem Video prostituieren,.

Wie schwer es ihr gefallen ist, das zeigt ihr gequältes Gesicht, wenn sie an der Seite eines Repräsentanten eines bekannten Lebensmittelkonzerns frech in die Kamera lügt, dass dieser Konzern richtig etwas gegen Zucker-Abus unternehme. Das treibt einem die Tränen ins Gesicht. Da ist nur noch Mitleid gefragt.