Was dann?

Eine junge Frau sitzt auf den Stufen, die zum Eingang eines Museums hinauf führen, in der Frühlingssonne. Das Museum ist geschlossen. Die junge Frau ist alleine. Bis sich Polizeibeamte nähern. Sie wird aufgefordert, den Ort zu verlassen, am besten nach Hause zu gehen. Es könnte sonst eine Geldstrafe drohen. Die junge Frau folgt der Aufforderung, die Polizeibeamten setzen ihren Weg fort.

Die Schengen-Verträge, das Grundgesetz, das sind Begriffe geworden. Ihre Bedeutung ist weitgehend aufgehoben. Grenzen werden nach Belieben geschlossen, ohne Absprachen. Menschen werden gehindert, ihrer Arbeit nachzugehen, auch wenn diese „systemrelevant“ ist. So wie jetzt im Saarland, an der Grenze zu Frankreich. Auf der anderen Seite ist jetzt ein Hochrisikogebiet.

Hauptsache das Geld kommt weiter aus Brüssel, denkt man sich auch an den Grenzen von Polen oder Ungarn. Solidarität, das ist was für Träumer. Also alles zu seiner Zeit. Auch die Grundrechte. In diesen Zeiten hat man nicht die Zeit für so ein langes Wort wie „Verhältnismäßigkeit“. Bis das einmal gesagt wurde, haben sich schon wieder zwei Menschen infiziert.

Lieber macht man jetzt Putzfrauen zu Helden. Da braucht man sie nicht besser zu bezahlen, wenn man sie nur noch als Putzfrauen braucht. Gilt übrigens auch für andere prekäre Berufe. Wer jetzt auf keinen Cent verzichten kann, das sind die Vorstände, die um Arbeitsplätze kämpfen. Schließlich wurden Daimler, Aldi Nord und Süd oder Bayer nur geschaffen, um Menschen Brot und Arbeit zu geben..

Was wird man wohl machen, wenn das Virus nicht mehr mitspielt? Wenn es nicht mehr herhalten will für Verordnungen, die gültiges Recht aufs Abstellgleis schieben. Wer wird sich noch erinnern, was früher war. Wer hat dann noch ein Interesse, die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Vielleicht hatte die junge Frau auf den Stufen des Museums ja einen Migrationshintergrund. Oder Mund und Nase mit einem Palästinensertuch geschützt.

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