Archiv der Kategorie: Aktuell

Arbeitslose Politiker

Leute, was muss es bei uns langweilig sein. Es gibt ganz offensichtlich absolut nichts zu tun bei uns. Zumindest für Politiker. Mal abgesehen von den ewigen Interviews und Talk-Runden. Zu denen  man allerdings nur kommt, wenn man hin und wieder eine Leuchtrakete zündet. Aber sonst ist wohl schon alles erledigt, um nicht zu sagen, dass es einfach ein bisschen langweilig ist.

Aber immerhin hat es ja bei dem Jens Spahn noch ein ganz klein wenig Sinn gemacht. Er musste irgendwie was zünden. Schließlich liegt er im Wettbewerb um den Parteivorsitz der CDU momentan auf dem dritten Platz. Wenn man es positiv ausdrücken will. Und deshalb hat er halt diese Nebelkerze mit seiner Kritik am „Migrationspakt“ der UN gezündet.

Aber das ist doch kein Grund, dass jetzt jeder, der sich auch langweilt, auf dieses Pferd aufspringt. Dessen Zügel übrigens von der AfD gehalten werden. Weshalb diese ganze Diskussion, die sich jetzt angestoßen hat, einem wie ein Ochse vorkommt. Der an einem Ring durch die Nase durch die Medienlandschaft geführt wird.

Ich hätte nur gerne für jeden, der jetzt plötzlich vor dem Migrationspakt warnt, aber nicht so genau weiß, was da eigentlich drin steht, und was es bedeutet, wenn ein Land ihm zustimmt, 100 Euro. Dann könnte ich mir nämlich einen Diesel kaufen mit Euro sechs. Und wahrscheinlich noch ein Haus in der Toskana. Oder wenigstens in Kroatien.

Advertisements

Aufopferungsvoll

Das ist doch wirklich eine Sensation. Es gab wohl wirklich niemand, der das auf seinem Zettel hatte. Selbst investigative Journalisten wie die der Bild-Zeitung, die ja sonst schon eine Grippe-Epidemie prognostizieren, bevor die Ersten überhaupt gehustet haben, sind nicht darauf gekommen. Aber jetzt ist die Katze aus dem Sack, auf den schon so lange geprügelt wurde. Also Bayerns amtierender Ministerpräsident Markus Söder, der, der mit den Katzen schmust, hat, nachdem er von Parteimitgliedern und vermutlich von Menschen aus der ganzen Welt bedrängt und genötigt wurde, sich bereit erklärt, für das Amt des Vorsitzenden der Migrations- und Diesel-Affären-Bewältigungspartei CSU zu kandidieren.

Vorbehaltlich, dass der bisherige Vorsitzende nicht vom Rücktritt zurücktritt, will er das Kreuz, das er hundertfach an die Wände öffentlicher Einrichtungen nageln ließ, auf sich nehmen und ist „nach reiflicher Überlegung und dem Wunsch vieler Mitglieder entsprechend“ bereit, sich „in den Dienst der Partei zu stellen“. Was zwar ein bisschen so klingt, als habe er vor, Messdiener in einer katholischen Kirche zu werden. Aber so schlimm wird es ja wohl nicht werden. Schließlich stehen seine Chancen nicht allzu schlecht. Wie auch in anderen demokratischen Diktaturen üblich, ist er bis dato der einzige Kandidat für dieses christliche soziale Amt. Und für Störfeuer von links-versifften Öko-Hipstern gibt es schließlich das bayerische Polizeiaufgabengesetz.

Fehleinschätzung

Natürlich kann es gut möglich sein, dass ich etwas zu Hysterie neige. Und alles ganz normal ist. Aber mir ist die Milch ausgegangen. Und ich musste etwas tun, was ich sonst nie tue. Ich bin also an einem Samstag zum Supermarkt gefahren. Um 11 Uhr 30. Und irgendwie kam es mir so vor, als hätte jemand den Ausnahmezustand verhängt.

Parkplätze waren nur nach Wartezeit zu ergattern. Im Supermarkt war die Hölle los. Manche Einkaufswagen ließen auf Hamsterkäufe schließen. Ich habe sogar im Internet nachgesehen, ob vielleicht US-Soldaten in Mexiko einmarschiert sind. Wegen der nationalen Sicherheit. Oder Erdogan Kurden bombardiert und aus Versehen hat US-Soldaten getroffen hat.

Aber nichts dergleichen, nur Wahlkampfspenden, Merz-Bilder und jede Menge Neu-Anfänge. Also keine Auffälligkeiten. Doch dann habe ich gesehen, was die meisten Menschen in den Einkaufswagen hatten. Und es fiel mir wie Lametta von den Augen. Erst gestern hatte mir jemand erzählt, dass manche Menschen völlig verzweifelt dem großen Fest entgegensehen, weil sie nicht rechtzeitig alles Notwendige eingekauft hatten. Und es dann nichts mehr gab.

Vergebliche Suche

Nein, dass ich gestern nichts geschrieben habe, das lag jetzt wirklich nicht daran, dass ich keine Lust hatte. Oder keine Idee. Ich wollte einfach wieder mal eine gute Nachricht bringen. Und ich gebe zu, ich hatte so sehr auf Horst Seehofer gehofft. War wohl keine gute Idee. Also habe ich mir dies und das angeschaut, mich durch hunderte Seiten gezappt. Verschiedenste Themen abgeklopft. Politik, Umwelt, Medizin, Sex im Alter. Kein Treffer. Bis ich heute zufällig in Indien gelandet bin. In Mumbai. Und bei Afroz Shah.

Der eigentlich Anwalt ist. Jetzt aber mit einem Heer von Helfern Strände vom Plastikmüll befreit. Während hierzulande Autofahrer noch nicht einmal in der Lage sind, ihre fetten Hintern vom Plastikbezug des Autositzes zu schälen, um vor den Konzernzentralen klar zu machen, dass sie gedenken etwas für die Umwelt ihrer Kinder zu tun. Nämlich keine neuen Dreckschleudern zu kaufen, sondern Alternativen zu verlangen, die nicht nach den Aktionären schielen. Und so gesehen ist das dann auch keine gute Nachricht.

Reichtum für alle

Wirtschaftskriege hin oder her. Es boomt. Nie gab es mehr Milliardäre als heute. Inzwischen dürften es über 2000 sein. Und jeder und die paar jede hat mehr als vier Milliarden Dollar. Zuwachs innerhalb eines Jahres: an die 20 Prozent. Und sogar in Deutschland gibt es jetzt schon mehr als 120 Milliardäre und Milliardärinnen. Und dass das noch besser wird, dafür will der Merz für einen deutschen Frühling sorgen.

Der potentielle und finanztechnisch potente Parteivorsitzende der CDU will Reichtum für alle und hat auch schon ein Konzept. Die Menschen sollen einfach mehr Risikobereitschaft zeigen. Und mehr Aktien kaufen. Das habe ich sofort einmal mit der Bedienung in meinem Stammcafé besprochen. Und sie hatte eine Spitzenidee. Sie wird in Zukunft das Trinkgeld nicht mehr für die Miete zum Fenster rausschmeißen. Sondern Aktien dafür kaufen.

Vorsorge

Es soll jetzt ja kälter werden. Schluss mit dem verlängerten Sommer. Und jetzt fangen sie an, die schlimmen Zeiten für all die Menschen, die weder ein Reihenhaus noch ein Ein-Zimmer-Appartement für schlappe 600 € haben. Weshalb manch einer von ihnen vielleicht auf die Idee kommt, was anzustellen. Weil nämlich im Knast wenigstens geheizt ist. Und was zum Essen gibt es auch.

Aber man sollte nicht auf die Idee kommen, dass es besonders sinnvoll wäre, mit Cum-Ex-Geschäften oder Cum-Cum-Geschäften den Staat um Millionen zu betrügen. Wenn alles wie gewohnt läuft, wird es da nämlich nichts mit einem warmen Plätzchen im Knast. Und selbst wenn ein Mann glaubt, dass es vielversprechender wäre, eine Frau zu vergewaltigen, könnte er bitter enttäuscht werden. Wie schon so viele andere Männer mit Freude festgestellt haben.

Aber es gibt eine Methode, die fast so etwas wie eine Erfolgsgarantie bietet. Man muss einfach nur containern. Also Lebensmittel, die jemand weggeschmissen hat, aus einem Müll-Container holen. Haben zwei Frauen gemacht. Die kommen jetzt vor Gericht. Wenn bei den Lebensmitteln Räucherlachs dabei war, dann ist ihnen wahrscheinlich eine geheizte Zelle sicher.

Neiddebatte

Das ist doch mal wieder typisch deutsch. Da bekommt jemand und ganz ohne Zutun einen warmen Regen ab, besser gesagt Geldregen, und schon fangen alle anderen an rumzumäkeln, sprechen von Betrug und dass es unrechtmäßig sei. Dabei hat es nur jemand gut gemeint mit der armen, immer gescholtenen AfD und ganz besonders mit der Vorsitzenden Alice Weidel. Die, wie eigentlich immer, von nichts eine Ahnung hatte. Weshalb ihr jetzt die Überraschung ins Gesicht geschrieben ist.

Während die anderen Parteien rumgeifern, von wegen Wahlkampfspenden aus dem Ausland, was ja eigentlich nur Schwachsinn sein kann, denn die Schweiz kann ja gar kein Ausland sein, weil doch da die AfD-Vorsitzende wohnt und außerdem im deutschen Bundestag sitzt, wenn sie nicht gerade auf den Boden stampft. Deshalb mein Appell an alle auf-rechten Bürger: Spendet für Alice Weidel, falls die AfD jetzt wirklich das dreifache der Spende als Strafe zahlen muss. Nur weil ein paar abgewrackte Volksparteien neidisch sind. Ihnen spendet man nämlich ja noch einmal mehr Aufmerksamkeit.