Archiv der Kategorie: Kommentar

Tatort Mittelfranken

Das hat schon das Zeug zu einem Tatort-Krimi. Vielleicht für das Langzeit-Ermittler-Duo aus München, die Herren Batic und Leitmayr. So ein Fall, kurz vor der Rente, das gäbe noch mal Quote. Auch wenn jetzt ja noch keineswegs erwiesen ist, dass das Ehepaar aus dem mittelfränkischen Schnaittach von ihrem Sohn ermordet und in einem Nebengebäude eingemauert wurde. Wobei ihm die just erst Angetraute vielleicht die Mörtelkelle gereicht haben könnte.

Als verschwunden galt das Ehepaar also schon seit Dezember vergangenen Jahres, der verzweifelte Sohn hatte sogar über die sogenannten sozialen Medien nach ihnen gesucht und um Spenden gebeten, damit er die Suche finanzieren kann. Auf jeden Fall sind jetzt schon Nachbarn laut Radio-Interviews überzeugt, dass der Sohn der Mörder ist, und stellen geschockt die Frage, wie denn ein Sohn seine Eltern ermorden könne.

Ich habe ein bisschen recherchiert und herausbekommen, dass es da mannigfaltige Möglichkeiten gibt. Angefangen von Messern und Äxten bis hin zu Gift, Schlägen mit Gegenständen – bevorzugt gegen den Kopf – oder Erwürgen, es wird annähernd alles verwendet, womit man einen Menschen ins Jenseits befördern kann. Sehr selten respektive vermutlich noch gar nicht soll es hingegen vorgekommen sein, dass Eltern von ihrem Sohn mit ihrem eigenen Auto überfahren wurden. Was daran liegen könnte, dass insbesondere Väter sehr ungern ihr Auto verleihen.

 

 

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Lernfähigkeit

Ist das nicht eine Genugtuung, wenn die fortwährenden Bemühungen dann endlich zum Erfolg geführt haben. Und der Hund nicht mehr seine „Geschäfte“ im eigenen Garten verrichtet. Sondern lieber in Nachbars Garten. Oder der Nachwuchs endlich begriffen hat, dass es zum Wesen eines Herdes gehört, zu bestimmten Zeiten eine bestimmte Wärme zu entwickeln. Weshalb er nun wirklich nicht mehr auf die Kochfelder langt, wenn irgendwo am Herd ein Lichtlein brennt.

Und nicht zuletzt gehört es doch letztendlich zum Wesen von uns Menschen, ein Leben lang und immer noch dazu zu lernen. Mal abgesehen von dem einen oder anderen Präsidenten oder einem Dschungelcamper respektive seinem weiblichen Pendant. Umso schwerer fällt es deshalb mitunter, etwas zu kritisieren, wenn ein Mensch umsetzt, was er durch entsprechende Aufmerksamkeit und das Beispiel anderer geflissentlich gelernt hat.

Nehmen wir zum Beispiel das Völkerrecht. Das ja nun wirklich eine der ganz großen Errungenschaften menschlicher Zivilisationen ist. Weil es nicht nur Orientierungshilfe sondern ein fester Rahmen ist, der das Zusammenleben von Völkern regelt. Und wenn man mitunter den Eindruck hatte, dass es vielleicht von dem einen oder anderen Staat der westlichen Welt nicht eingehalten wurde, so wurde dieser Eindruck von den offiziellen Stellen gerne mit dem Hinweis revidiert, dass es hier schließlich um die Umsetzung hehrer Werte des Westens ginge.

Nun scheint es seit geraumer Zeit so, als habe nun auch der Osten daraus gelernt. Weshalb sich Länder insbesondere im arabischen Raum über das Völkerrecht hinwegsetzen. Allerdings wegen der hehren Werte des Ostens. Und munter in andere Länder einmarschieren, diese bombardieren, ohne Rücksicht auf Verluste und Bevölkerung. Wie gerade mal wieder. Und wie es ihnen über Jahrzehnte vorgemacht wurde. Es könnte also jetzt ein heftiger Streit entbrennen, von wem sie das gelernt haben. Dass deswegen die USA in einem ganz bestimmten Land im Nahen Osten einmarschieren, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Es ist vollbracht

Heureka! Könnte man sagen, wenn man des Alt-Griechischen mächtig wäre. Jedenfalls ist nicht nur der Groschen sondern auch eine Entscheidung gefallen. Vor wenigen Minuten hat der SPD-Vorstand das Ergebnis verkündet, und es bedeutet ein „Ja“ zu Koalitionsverhandlungen. Was auch bedeutet – natürlich auch Alexander Dobrindt sei Dank –, dass der Zwergenaufstand niedergeschlagen wurde. Und selbst wenn man nicht unbedingt ein Verfechter von weiteren vier Jahren behäbigen Regierens ist, weitere Monate ohne eine Regierung wären jetzt auch nicht so prickelnd gewesen.

Was mich ganz persönlich am meisten an einer Groko stört, das ist der Verdacht, dass es zu einem Wiedersehen kommen könnte mit manchem Gesicht, das schon in der vergangenen Legislaturperiode latente Brechreize ausgelöst hat. Der sich nicht unbedingt und einzig auf ein Pflanzengift oder Auto-Schadstoffe zurückführen lässt, aber doch zumindest in einem engen Zusammenhang mit diesen steht.

Ich wünsche mir eine Chance für neue Gesichter, wohl wissend, dass auch hinter diesen nicht immer und zu allen Gelegenheiten ein kluger Kopf stecken wird. Ganz ohne Nostalgie wird es sowieso nicht abgehen. Schließlich bleibt uns Frau Merkel erhalten. Die Aufgabe könnte also lauten: Bewahren und trotzdem in die Zukunft schauen. Das könnte sich auszahlen. Auch ohne Steuersenkung für Vielverdiener.

Im Dschungel der Gefühle

Bei der ersten Prüfung kam ich mit Müh und Not gerade mal auf zwei Punkte. Von den zwölf Stars im aktuellen Dschungelcamp waren mir nämlich nur zwei Namen nach akribischem Grübeln bekannt vorgekommen. Der eine, weil ich vermutete, dass eine Verwandtschaft mit einem Schauspieler bestehen könnte, der 1985 an der Seite von Heiner Lauterbach dafür gesorgt hatte, dass Deutschland im Kino mal wieder lachen konnte.

Und der andere Name, weil er in einem Betrugsprozess mit Todesfolge im Mittelpunkt stand. Die Dame kann darüber hinaus immerhin eine Karriere vom Escort-Girl zur zeitweiligen Begleiterin eines Rennen fahrenden Adligen aus dem Hause Hohenzollern vorweisen, mit Zwischenstopps bei Erotik-Messe und RTL-Doku-Soaps. Weshalb man ja vielleicht auch nicht unbedingt zu der Annahme gelangen kann, dass es sich bei ihr um einen Star handeln könnte.

Für alle anderen Kandidaten gilt jedenfalls bei mir: Nie gehört! Und so muss ich jetzt wie diese Stars im Dschungelcamp die nächsten 14 Tage etwas Ekliges machen. Weil ich das Namen-Raten vor dem 58-Zoll-Flatscreen haushoch verloren habe, darf ich jetzt so lange den Abfall runter bringen. Und die Flaschen zum Recycle-Hof. Und das macht wohl den Unterschied aus. Denn ich bekomme keinen Cent dafür.

Während die Stars im Dschungelcamp angeblich und zumindest im vergangenen Jahr zwischen 50.000 und 180.000 Euro bekommen haben sollen. Je nachdem, wie nackt sie sich schon einmal für bestimmte Magazine, von Männern bevorzugt gelesen, haben ablichten lassen. Weshalb ich jetzt und nachdem ich mir die Lebensläufe dieser Stars angesehen habe, die Sendung mit ganz anderen Augen sehe. Diese Sendung ist wirklich gut. Sie verhindert letztendlich, dass solche Stars demnächst Hartz IV beantragen müssten, und somit dem Staat zur Last fallen würden. Danke RTL.

Sinnloses Glück

Damit hier auch einmal etwas Intelligentes steht, also ein Gedanke beispielsweise, der nicht nur Hand und Fuß hat, sondern auch noch zum Denken anregt, habe ich mich entschlossen, heute einmal jemand anderes zu Wort kommen zu lassen. Nämlich die Zeit-Redakteurin Iris Radisch. Die im Falle eines Falles von einem Gefühl von Sinnlosigkeit Albert Camus liest. Was ich nachvollziehen kann, mir hilft das auch. Doch was sie Kluges in diesem Zusammenhang schrieb, das wäre mir nie im Leben eingefallen.

Hier ihre Begründung für den Griff zum Buch: „Denn das ganze Glücks- und Lebenssinngequatsche geht mir im Grunde ziemlich auf die Nerven. Ständig soll man glücklich sein. Als wenn es nicht reichen würde, dass man lebendig ist. Solange man lebt, also richtig lebt, spielt die Sinnlosigkeit keine Rolle.“ Es ist sinnlos, darüber nachzugrübeln, warum mir das nicht eingefallen ist. Obwohl ich es doch ganz genauso sehe.     

Friederike und andere Katastrophen

Habe heute Mittag gelesen, dass es nie mehr Katastrophen gegeben hat, als im vergangenen Jahr. Der Schaden belief sich auf 330 Milliarden Euro, es sind 10.000 Menschen gestorben. Von den 710 Überschwemmungen, Stürmen, Dürrekatastrophen und Erdbeben, die in diesem Zusammenhang erfasst wurden, richteten Stürme und Überschwemmungen das größte Unheil, und in Asien kamen die meisten Menschen ums Leben, während es in Nordamerika zu den größten materiellen Schäden kam. Und es gab mehr als doppelt so viele Katastrophen im vergangenen Jahr als 1980.

Das alles hat mich so erschüttert, dass ich mich spontan in meinen SUV gesetzt habe und zum Discounter gefahren bin, um mir ein paar richtig große Steaks zu holen. Essen hilft mir, wenn ich erschüttert bin. Und was mir auch hilft, das ist reisen. Und so habe ich am Nachmittag gleich noch New York für ein Wochenende gebucht, natürlich zum Schnäppchen-Preis. Und dann ging es mir wieder ein bisschen besser. Jetzt quält mich nur noch die Frage, warum denn niemand etwas tut gegen diese Katastrophen.     

Meinungsmacher

Es ist schon eine großartige Sache, dieses Internet. Noch nie konnten sich Menschen in dieser Hemisphäre so ausführlich und umfassend informieren wie heute. Dem Internet sei Dank. Man muss nicht mehr zum Zeitungsstand laufen, um kurz mal zu erfahren, was in der Welt geschieht. Sondern klappt morgens und gerne auch noch in Nachthemd oder Pyjama den Laptop auf, und schon hat man alle Informationen, um sich eine Meinung zu bilden. Oder eine Meinung bestätigt zu sehen. Weshalb viele Menschen sich gerne bei den sogenannten sozialen Medien auf den neuesten Stand bringen. Denn nirgends sonst gibt es auf einer Plattform so viele unterschiedliche Menschen, die sich zu einer Sache äußern, als hier. Und da fällt einem nur ein Wort ein: Meinungsvielfalt.

Außer vielleicht in Österreich. Dort haben Internet-Freaks mal den Kaffee to go zur Seite gestellt und sich die Mühe gemacht nachzuforschen, wer denn eigentlich in den Meinungsforen so alles seine Meinung sagt. Und bei dieser Gelegenheit bei Millionen Posts auch gleich mal nachgesehen, wer das denn im Einzelnen ist, der da beispielsweise zum politischen Geschehen seine Meinung sagt. Und dabei die überraschende Erkenntnis gewonnen, dass etwa 8.000 User für etwa die Hälfte aller Posts sorgen. In manchen Fällen hatte ein User sogar mehrere Kommentare gleichzeitig geschrieben. Was vermuten lässt, dass mit einer hilfreichen Software gearbeitet wurde. Vielleicht ist ja Meinungsvielfalt nur eine Frage der Technik, respektive von Software.