Archiv der Kategorie: Kommentar

Binsenweisheit

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Diese Binsenweisheit hat sich sicher schon rumgesprochen. Will nämlich sagen, dass das Leben weitergeht. Aber mit Sicherheit neue Herausforderungen warten. Weil eben nie derselbe Fluss an einem vorbeifließt. Oder so ähnlich. Und dabei ist es ganz egal, ob man in Paris ist, in Berlin oder in München. Natürlich auch in Castrop-Rauxel, Oberammergau oder Chemnitz.

Also im Gegensatz zu unserem Bundestrainer Joachim Löw hat das allerdings noch nicht jeder Markus Theodor Thomas begriffen. Und so bleiben wir, wie wir sind. Erfolgreich, glücklich und zufrieden im schönsten Land auf Erden. Vielleicht einmal abgesehen von Mecklenburg-Vorpommern. Aber irgendwie ist das ja auch menschlich. Wer gesteht sich schon ein, dass er selber daran schuld ist, verlassen worden zu sein. Das ist auch nach einer ermüdend langjährigen Beziehungen nicht anders.

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Menschen in Straßen

Als Reaktion auf die bahnbrechenden Beschlüsse der Umweltministerinnen und männlichen Pendants sind am Samstag in Frankreich von Paris bis Marseille Menschen auf die Straße gegangen, um auf den Klimawandel und die notwendigen Maßnahmen aufmerksam zu machen und gegen die Untätigkeit der Politik zu demonstrieren. Motto: „Es ist nicht zu spät“ und „Mehr als ein Marsch für das Klima“.

Parallel dazu fanden in annähernd 80 weiteren Städten wie Bordeaux, Lille oder Straßburg Demonstrationen statt, außerhalb Frankreichs in Genf, Luxemburg, Montreal und Montevideo, in Guadeloupe, auf Martinique, La Réunion oder Tahiti.

In Deutschland hatten die Menschen leider nicht die Zeit, um gegen eine Industrie-hörige Politik und für Maßnahmen gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Sie diskutierten eher die sich anbahnende politische Katastrophe in Bayern und seit heute das katastrophale Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Oder sie waren bei den sommerlichen Temperaturen mitten im Oktober beim Shoppen. Die Demonstration gegen spalterische und fremdenfeindliche Hetze, an der mit „#unteilbar“ eine Viertelmillion Menschen teilnahm, wird leider nicht dafür sorgen, dass die Lebensgrundlage von Millionen Menschen erhalten bleibt, weil das Klimaziel von 1,5 Grad erreicht wurde.

Herber Rückschlag

Saß gerade ein bisschen auf dem Balkon und genoss die Vorboten der Klimakatastrophe. Noch steht uns ja das Wasser nicht bis zum Hals. Sind hier ja nicht auf einer Pazifik-Insel. Leider habe ich einen Fehler gemacht. Der den Genuss sehr beeinträchtigt hat. Ich habe Zeitung gelesen. Und bis zu diesem Moment war ja nicht nur ich, sondern auch ein Großteil all der Menschen, die sich entweder Mutter oder Vater nennen können, einigermaßen zufrieden. Hatte uns doch die Verhaltenspsychologie respektive –forschung bestätigt, dass alles im Lot ist.

Weil nämlich nur Drittel unsere Schuld ist. Ein Drittel dem Umfeld und das letzte Drittel den Genen anzulasten ist. Wenn also zum Beispiel eines unserer geliebten Kinder ein absoluter Stinkstiefel ist. Doch jetzt kommen die Verhaltensgenetiker daher und behaupten, dass die wichtigsten Verhaltensmerkmale von Geburt an festgelegt sind. Durch die vertrackten Gene.

Zum Glück heißt es ja rein rechnerisch, halbes Leid usw., lässt sich aber im Einzelnen und spontan nicht nachweisen, wie viele Gene so ein kleiner Wonneproppen von wem hat. Bliebe also in entsprechenden Diskussionen, wenn also beispielsweise der Spross von der Polizei, unseren Freunden und Helfern, nach Hause gebracht wird, nur noch das Argument, dass er, der Spross, gar nicht vom eigenen Fleisch geschweige denn Blut sei. Würde aber diese Diskussion mit Sicherheit auch nicht einfacher gestalten.

Jubel

Das könnte ein richtig großer Wurf der GroKo werden, was die Bundesregierung da heute auf den Weg gebracht hat. Richtig Geld wollen sie in die Hand nehmen, um Familien in Zukunft zu entlasten. Gut, wer alleinerziehend ist, wird wohl nichts oder kaum etwas davon haben, aber schließlich ist das ja auch keine richtige Familie. Ganz besonders nicht, wenn ein Papa fehlt. Wird schon seinen Grund haben, dass der sich aus dem Staub gemacht hat.

Ja, und dass Hartz-VI-Empfänger natürlich den Zugewinn mit ihren Bezügen verrechnen müssen, dafür kann die GroKo ja wirklich nichts, das ist schließlich Gesetz. Erfreuen wir uns doch vielmehr am Jubel der Besserverdiener, die haben jetzt beste Aussichten, dass sie sich dank des Familienprogramms dieser Regierung in Zukunft auch eine ganz normale Familie beispielsweise einen Kühlschrank leisten können, der meldet, wenn die Milch aus ist. Oder einen Pilates-Kurs für den Hund.

Brief an Papst Franziskus

Sehr geehrter Herr Franziskus,

heute haben Sie vor vielen Menschen in Rom gesagt, dass eine Abtreibung wäre, als würde man jemand damit beauftragen, einen Menschen zu ermorden. Dass Sie mit den Auftraggebern die Frauen meinen, die abtreiben lassen, das habe ich verstanden. Was ich nun aber gerne noch von Ihnen wissen würde, das wäre, wer Priester damit beauftragt hat, Kinder, Jugendliche, Frauen und auch Männer zu vergewaltigen. Ich bedanke mich schon jetzt für eine baldige Antwort und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Peter (Petrus) B. Heim

Basar

Ich muss noch einmal darauf zurückkommen. Ist nämlich gerade einmal einen Tag her, dass wir neues, höchstwahrscheinlich belastbares Material vorgelegt bekommen haben, wonach es nicht besonders erheiternd ist, was auf uns zukommt, wenn wir jetzt nicht mal was tun. Und heute sitzen oder stehen unsere Umweltminister*innen, sozusagen die Führungseliten der EU-Klimaziele, in Luxemburg zusammen und schachern wie auf einem Basar. Was allerdings nicht ganz korrekt ist, denn am meisten schachert eine Frau im Auftrag einer Frau, was auf einem Basar ja mehr als unüblich ist.

Sie möchte auf Geheiß der Kanzlerin lieber eine CO²-Reduzierung light, also lieber nur 30 Prozent, weil sonst die Gewinnspannen der deutschen Autokonzerne geschmälert werden könnten. Was einen erschreckenden Fall von Amnesie ans Licht befördert, denn offensichtlich erinnert sich die Dame nicht, was sie alles nach dem Jubel-Klima-Abkommen in Paris gesagt hat.

Und da lobe ich mir doch einen US-amerikanischen Präsidenten. Der genau weiß, dass er lügt, wenn er sagt, dass Klimawandel kein Thema wäre. Weil ihn nur interessiert, dass die Wirtschaft der USA das Geld verdienen kann, was er seinen Anhängern versprochen hat. Die deutsche Kanzlerin hingegen macht sich noch nicht einmal die Mühe zu lügen. Also da weiß man nun wirklich nicht, was man noch glauben soll.

Herdplatte

Menschen glauben einem Rassisten, der abfällig über Frauen spricht. Sie hängen an den Lippen eines Egomanen, der die Rückkehr großer Zeiten verspricht, während das Land dem Ruin entgegen geht. Frauen glauben Männern Liebesschwüre, wenn die mit ihnen nur ins Bett wollen. Oder zur Not auch auf den Rücksitz eines SUVs. Und bei dieser Aufzählung, die sich noch seitenweise fortsetzen ließ, dürfen natürlich nicht alle Verschwörungstheoretiker fehlen, die sich für alles begeistern können, was ausreichend absurd und unwahrscheinlich ist. Doch gänzlich fehlt den Menschen jeglicher Glaube, wenn  man ihnen sagt, dass man sich an einer heißen Herdplatte die Finger verbrennt. Das glauben sie erst, wenn sie die Hand darauf gelegt haben. Sie haben wieder einmal ein Papier zum Klimawandel veröffentlicht.