Archiv der Kategorie: Tagesgeschehen

Armutsland Deutschland

Es ist wahr, wir haben noch nicht über Geld gesprochen. Darüber, was uns diese Flüchtlinge kosten und noch kosten werden. Und ob das Deutschland überhaupt schultern kann. Doch zum Glück hat Bayern einen Finanz- und Heimatminister, der seine Aufgabe noch ernst nimmt. Und der hat in einem Interview explizit gesagt, dass wir bald finanziell überfordert sein werden. „Glaubt wirklich jemand, dass weitere Millionen schulterbar wären“, sagte Markus Söder, „ohne dass dies Auswirkungen auf unser Land hätte?“ Und nannte auch gleich noch Zahlen. Vier Milliarden würden uns die Flüchtlinge dieses und nächstes Jahr kosten.

Und da kann man schon erschrecken. Denn das ist fast so viel, wie der zukünftige Berliner Flughafen mehr kosten wird, als ursprünglich veranschlagt. Weshalb sich sehr schnell ein Szenario vor dem geistigen Auge auftut, das mehr als bedrohlich ist. Denn irgendwo muss das Geld ja herkommen, man kann ja wegen der Flüchtlinge nicht den Berliner Flughafen als Bauruine verkommen lassen oder im Extremfall vielleicht sogar die Bezüge von Politikern und Bundestagsabgeordneten kürzen. Also wird wieder einmal der deutsche Steuerzahler gerade stehen müssen.

Man kann es sich unschwer ausmalen, sieht schon die verheulten Kindergesichter, weil das aktuelle iPhone im nächsten Jahr nicht mehr zur Debatte steht, das ein Jahr alte iPhone 6s noch ein weiteres Jahr hergenommen werden muss. Und wie viele Beziehungen werden dann auf dem Prüfstand stehen, wenn das Budget statt Urlaub auf Barbados nur noch Antalya erlaubt? Sich die Gattin nur noch drei paar neue Schuhe im Monat leisten kann? Der Gatte darüber nachdenken muss, ob überhaupt noch eine Sonderausstattung für den SUV drin ist? Was auch bei Paaren, die ohne Trauschein zusammen leben, nicht anders aussehen wird.

Und so kann man auch den Ärger des Bundesinnenministers verstehen. „Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren“, sagte Thomas de Maizière dieser Tage, und trauerte den Zeiten nach, als die Flüchtlinge noch „dankbar“ waren. Denn schließlich gibt es gleichzeitig hunderttausende deutscher Steuerzahler, die nicht mit dem Taxi hunderte von Kilometern durch Deutschland fahren können, und wie will man diesen vermitteln, dass sie wegen der Flüchtlinge wohl bald auch noch auf ihr wohl verdientes Gläschen Bier am Abend verzichten sollen.

Die Lösung kann da nur Kostenbeteiligung sein. Wenn Flüchtlinge mit dem Bus vom Bahnhof oder der Grenze zum Auffanglager gefahren werden, müssen sie sich eben wie alle anderen Menschen hierzulande auch eine Fahrkarte kaufen. Und wer sich ein Taxi leisten kann, der hat auch das Geld, um den Apfel zu bezahlen, den er bei seiner Ankunft bekommen hat, oder das Duschgel. Und wenn sich das rumgesprochen hat, wird es sich der eine oder andere Syrer vielleicht zwei Mal überlegen, ob er nicht lieber sein Geld für ein Taxi von Damaskus nach Beirut ausgibt. Und vielleicht kann dann ja doch noch eines Tages der Berliner Flughafen eröffnet werden. Oder die Elbphilharmonie.

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Freie Wahl der Waffen

Es ist wie im Supermarkt. Es gibt eine Riesenauswahl, Sonderangebote, Spitzenmodelle, Bewährtes und Neues. Und man kann in einem US-amerikanischen Waffengeschäft gerne auch zwei oder drei von einer Sorte mitnehmen. Denn schon zu Zeiten des Wilden Westens hatte man lieber zu viel als zu wenig davon. Die gute Nachricht: Wenigstens in diesem Bereich hat die Emanzipation der Frauen in den USA große Fortschritte gemacht, auch viele Frauen sind hier inzwischen bewaffnet. Wo sie allerdings immer noch gänzlich unterrepräsentiert sind, respektive bis dato überhaupt noch nicht in Erscheinung getreten sind, das ist bei Amokläufen.

Auch jetzt in dem idyllischen, kleinen Städtchen Roseburg im US-Staat Oregon war es wieder ein junger Mann, der in einem College laut Polizeiangaben neun Menschen erschoss und wahrscheinlich zwanzig weitere verletzte. Man muss es also neidlos anerkennen. Wenn es um Gewalt geht, sind Männer ganz weit vorne und Frauen im Hintertreffen, und wahrscheinlich könnte noch nicht einmal eine Quote etwas daran ändern. Dabei gäbe es statistisch gesehen ausreichend Gelegenheit. Denn schließlich werden jedes Jahr in den USA mehr als 30.000 Menschen durch eine Schusswaffe getötet, 100.000 erleiden Schussverletzungen.

Doch die NRA, die National Rifle Association als Sprachrohr aller Waffenfreunde, weiß, wie sich diese Zahlen reduzieren ließen: Es müssten einfach noch mehr Amerikaner Waffen tragen. Weshalb jetzt US-Präsident Barack Obama für seinen Vorschlag, die Amokläufe nicht mehr routinemäßig abzuhaken sondern die Waffengesetze endlich zu ändern, nicht sehr viel Unterstützung erfahren wird. Denn dafür bedarf es einer Verfassungsänderung, die nur mit der Zustimmung des Kongress möglich ist, in dem die Republikaner die Mehrheit haben, die bei den Kongresswahlen 2014 von der NRA mehr als eine halbe Million US-Dollar an Wahlkampfspenden erhielten.

Weshalb Barack Obama vielleicht besser der Argumentation des US-Korrespondenten der deutschen Zeitung Die Welt folgen sollte. Er schrieb in einem Artikel vom 30. Juni 2015, dass statistisch gesehen solche Amokläufe ja kaum ins Gewicht fallen würden. So habe es 2012 bei Amokläufen nur 72 Tote gegeben, im Folgejahr wäre es sogar nur noch die Hälfte gewesen. Wie viel die NRA für diesen Artikel bezahlt hat, konnte allerdings nicht mehr rekonstruiert werden. Auch nicht, ob die Zahlung in US-Dollar oder in Euro erfolgte.

Geld allein macht nicht glücklich

Der Flüchtlings-Gipfel in Berlin war ausgesprochen erfolgreich, noch nicht einmal Herr Seehofer hatte mehr auszusetzen als üblich. Alles deutet darauf hin, dass wieder einmal eine Krise gemeistert wurde. Und vielleicht auch deshalb versickert der Flüchtlingsstrom auch schon so langsam in den Nachrichten. VW sei an dieser Stelle trotzdem gedankt. Muss man sich also nur noch der Frage stellen, ob des damit getan ist, dass Milliarden locker gemacht wurden. Was jetzt auch nicht besonders aufregend ist, denn die Antwort ist sehr schnell gefunden. Und sie lautet: Nein! 

Natürlich benötigt man Geld, um die Migranten zu verköstigen, um sie mit dem Notwendigsten auszustatten, um ihnen ein Dach über dem Kopf zu besorgen. Aber wenn auch gerne mit dem Begriff „Flüchtlingsstrom“ eine anonyme Masse daraus gemacht wird, der außerdem schon einmal das Unberechenbare andeutet, weshalb ich mich wundere, dass noch niemand vom „Flüchtlings-Tsunami“ gesprochen hat, es sind Menschen, die zu uns kommen.  

Jeder mit einer anderen Geschichte, mit unterschiedlichem Charakter und Temperament. Und, man höre und staune, aus einem etwas anderen Kultur-Kreis. Und zumeist mit einer etwas anderen Religion. Was natürlich immer noch kein Grund ist, in Panik auszubrechen. Aber ein guter Grund, vielleicht einmal daran zu denken. Und vor allem daran zu denken, dass diese Wunschvorstellung, wie sie jetzt auch Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Rede vor dem Bundestag wieder einmal geäußert hat, diese Menschen könnten und müssten sich einfach nur „integrieren“, was gleichbedeutend mit „unterordnen“ zu sein scheint, und anständig Deutsch lernen, und dann wäre alles gut – man verzeihe mir diese Entgleisung -, kompletter Schwachsinn ist.

Denn Menschen können nicht ihre Kultur, ihr Wesen, ihre Tradition, ihren Charakter an der Garderobe oder am Eingang des Auffanglagers abgeben. Auch nicht, wenn sie, wie ebenfalls gefordert, fließend und absolut korrekt Deutsch sprechen. Was sie dann nicht wenigen Deutschen voraus hätten. Warum ist in diesem Land und von diesen Politikerinnen und Politikern keiner in der Lage, schlicht zu sagen, dass diese Menschen dieses Land verändern werden, alleine durch das, was sie in ihren Köpfen mitgebracht haben. Weil es sich nicht wie bei einem Computer löschen lässt. Und vor allem, dass deswegen die Welt nicht untergehen wird. Sie wird nur ein bisschen oder vielleicht sogar um einiges anders werden. Man könnte es auch etwas salopp ausdrücken: Endlich kommt mal wieder Leben in die Bude.

Die Menschheit ist gerettet

Eigentlich hätte man die Champagner-Korken bis nach Europa hören müssen. Es war schließlich epochal, ein Jahrhundertereignis, was sich da in New York gerade abgespielt hat. Nicht mehr und nicht weniger ist passiert, als dass seit langem mal wieder so etwas wie Zuversicht angebracht ist, die Menschen auf diesem Planet die mehr als berechtigte Hoffnung haben, ohne Angst in die Zukunft schauen zu können. Doch was ist passiert? Schließlich war dies nicht die erste UNO-Vollversammlung, die sich mit den großen Problemen der Menschheit beschäftigt hat.

Doch während sich in der Vergangenheit die Politiker eher etwas zögerlich zeigten und wenig einig, war dieses Mal alles ganz anders. Die UNO-Vollversammlung hat einstimmig eine Vereinbarung verabschiedet, die diese Erde verändern wird, wie keine andere zuvor. In einem Satz gesagt: Es wird alles gut! Denn es wurde eine Agenda mit 17 Kernzielen und 169 Unterzielen verabschiedet, die bis 2030 erreicht werden sollen. Und in ihrem Kern nichts anderes besagen, als dass bis 2030 niemand mehr auf Erden hungern wird, weil auch niemand mehr extrem arm sein wird.

Die Kindersterblichkeit soll drastisch gesenkt, Krankheiten global bekämpft werden. Für alle Kinder soll der Besuch der Grundschule und einer weiterführenden Schule möglich sein, Diskriminierung von und Gewalt gegen Frauen und Mädchen soll es nicht mehr geben. Natürlich soll 2030 jeder Mensch Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und bezahlbarer und nachhaltiger Energie haben. Und es gibt Wirtschaftswachstum für alle, die Natur und insbesondere die Meere werden besser geschützt, es soll Frieden und Gerechtigkeit für so ziemlich alle Menschen geben.

Weshalb sich jeder auch nur annähernd ein bisschen sozial eingestellte Mensch nur noch fragen kann: Herz, was begehrst du mehr? Und sich sicher auch nicht von der Tatsache beunruhigen lassen muss, dass der Großteil dieser Ziele identisch ist mit den Milleniums-Entwicklungszielen, die von der Staatengemeinschaft im Jahr 2000 vereinbart wurden. Die sollten übrigens bis 2015 umgesetzt werden.

Lolita-Syndrom im Auffanglager

Zugegeben, in den besten Jahren bin ich nun wirklich nicht mehr. Übergewicht, leichte Rückenprobleme, ja, auch etwas kurzatmig. Aber doch noch so gut in Schuss, dass ich jetzt nicht nur noch im Bett oder vor dem Fernseher liegen könnte. Also habe ich mir gedacht, dass es gerade in Zeiten wie diesen doch ausgesprochen sinnvoll sein könnte, mich vielleicht etwas zu engagieren. Mich einzureihen in das Heer der freiwilligen Helfer zum Beispiel, die sich jetzt um Flüchtlinge kümmern. Notwendiges organisieren, Kleider und Essen verteilen. Das müsste ich auf jeden Fall noch schaffen.

Also habe ich mir einmal angesehen, wie ich mich da einbringen könnte. Und bin recht bald auf ein nicht zu unterschätzendes Hindernis gestoßen. Denn in fast allen Helfergruppen unserer kleinen Stadt sind es vorwiegend junge Mädchen und Frauen, die sich engagieren. Ganz selten, dass auch einmal ein Mann in den Listen auftaucht, in die man sich eintragen kann, wenn man mithelfen will.

Was mich zum einen zu der Frage veranlasste, ob Männer vielleicht grundsätzlich weniger hilfsbereit sind. Denn schließlich befinden wir uns nicht mehr im 19. Jahrhundert, und junge Frauen stehen nicht mehr gelangweilt am Herd sondern sind genauso in Arbeit und Brot wie junge Männer. Also eine Frage der Zeit kann es wohl nicht sein. Auch wenn man natürlich berücksichtigen muss, dass Bundesliga und Autopflege ganz schön zeitaufwändig sein können.

Was mich ab letztendlich wirklich von meinem Vorhaben abgebracht hat, das war die Überlegung, dass mein Einsatz als Helfer falsch verstanden werden könnte. Werde ich doch schon schief angesehen, wenn ich vor einer Schule stehe, weil ich mich mit einem Lehrkörper treffen muss. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob mein Engagement für Flüchtlinge nicht vielleicht als Vorwand verstanden wird, mich mit lüsternen Blicken den freiwilligen jungen Helferinnen zu nähern. Und diesem Vorwurf will ich mich auf keinen Fall aussetzen. Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich Vorlesenachmittage in einem Seniorenheim organisiere.

Die lustige Trauerweide

Es gibt einen nahen Verwandten, der mehr oder minder glücklicher Besitzer eines kleinen Gartens ist. Nichts großes, einfach so ein Reihenhaus-Garten, für den man sich noch nicht einmal einen Aufsitz-Rasenmäher anschaffen kann, weil man mit dem Ding nicht um die Kurve käme. Was natürlich höchst bedauerlich ist, denn für echte Kerle ist es höchst demütigend, mit einem Elektro-Mäher das Gras auf die richtige Länge stutzen zu müssen. Das „minder“ ergibt sich allerdings auch aus der Tatsache, dass sich mitunter die Natur sehr dreist den Absichten des Menschen widersetzt.

Im konkreten Fall geht es nicht nur um das übliche Desaster mit verlausten Rosen, spärlich wachsenden Hecken oder nicht sprießenden Blumenzwiebeln. Mein naher Verwandter hat auch einen Baum gepflanzt. Laut Gärtnerei und wie auch basierend auf Kindheitserinnerungen gewünscht und lange mit der Gattin besprochen eine Trauerweide. Und am Anfang sah das auch richtig nach Trauerweide aus. Alles hing schön brav nach unten. Und erst als die kleinen Blättchen auch noch anfingen braun zu werden, dämmerte es dem zukünftigen Waldbesitzer, dass etwas nicht so ganz in Ordnung war.

Auch wenn ich es nie vermutet hätte, es gibt offensichtlich auch in Reihenhaus-Siedlungen Wühlmäuse. Weshalb mein naher Verwandter wutentbrannt alle Äste kappte und auf ein kleines Wunder wartete. Das auch prompt eintrat. Nach einiger Zeit begann das Bäumchen wieder zu sprießen, wuchs und gedieh sogar in einem Maße, dass einem bang werden konnte. Jetzt trauerten die Äste aber nicht mehr namensgerecht, sie wuchsen in den Himmel, kerzengerade und in atemberaubender Geschwindigkeit.

So kam mein naher Verwandter wenigstens in den Genuss, sich eine Heckenschere für richtige Kerle kaufen zu müssen, mit der er nun spätestens alle drei Wochen die Punk-Frisur der lustigen Trauerweide auf eine für eine Reihenhaus-Siedlung akzeptable Höhe stutzt. Den Gedanken, es vielleicht noch einmal mit einer anderen Trauerweide zu versuchen, hat er übrigens fallen lassen.

Schließlich hat er das erste, von David Bowie produzierte Album von Iggy Pop im Regal, und sich in seiner Jugend sogar ernsthaft mit dem Gedanken befasst, sich eine Sicherheitsnadel durchs Ohr zu stechen. Er hat sich mit der eigensinnigen Natur des Baumes arrangiert. Er sagt, das habe etwas beruhigendes für ihn, dass dieser Baum nicht nach der Pfeife der Menschen tanzt.

Puh der Bär und die Flüchtlingskrise

Von Puh dem Bär wird behauptet, dass er ein Bär von eher geringem Verstand sei. Ich fühle mich sehr seelenverwandt. So verstehe ich überhaupt nicht, warum zum Beispiel bei den Staumeldungen immer dazu gesagt werden muss, dass der Stau wegen der Grenzkontrollen sei. Einmal davon abgesehen, dass das so nicht stimmt. Ich habe es selber getestet. Ich habe fünf Mal und zu unterschiedlichen Tageszeiten die Grenze zwischen Österreich und Deutschland passiert – und es wurde kein einziges Mal kontrolliert. Weit und breit keiner, der auch nur mal ins Auto geguckt hätte.

Der Stau entstand nicht wegen irgendwelcher Grenzkontrollen sondern nur, weil die Fahrbahnen auf eine einzige verengt wurden. Weshalb man den Verdacht haben könnte, dass es vor allem darum geht, Autofahrern deutlich zu machen, dass die „Flüchtlingskrise“ auch ihn in seiner Freiheit einschränkt. Womit ich schon beim nächsten Punkt wäre, immer im Bewusstsein, dass mein Name auch Puh der Bär sein könnte. Ich kann dieses Wort „Flüchtlingskrise“ nicht mehr hören. Verbindet sich damit doch nur der Versuch, Ursache und Wirkung zu vertauschen.

Mit diesem Wort wird vertuscht, dass nicht die Flüchtlinge Auslöser für die derzeitigen Probleme sind sondern eine im wahrsten Sinne des Wortes verheerende Politik über Jahrzehnte im Namen von Demokratisierung und Menschenrechten. Dass es nicht überzogen ist zu sagen, dass die Situation in den arabischen Ländern ebenso wie in vielen afrikanischen Ländern zu großen Teilen das Resultat westlicher Bemühungen ist, wirtschaftliche und machtpolitische Interessen durchzusetzen.

Und weil es gerade so schön ist, und ich so wenig Verstand habe, frage ich mich auch noch, warum diese BRD nicht in der Lage ist, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu organisieren. Noch 1985 diente fast eine halbe Million Soldaten ihrem Vaterland. Heute sind es gerade mal 178.595. Stand 04.09.2015. Und nachdem die damals ja auch nicht alle im Freien campiert haben, könnte theoretisch doch die eine oder andere Kaserne leer stehen. Wo man Migranten unterbringen könnte, die jetzt in Zelten hausen oder in bestehenden Unterkünften „verdichtet“ werden. Was nichts anderes heißt, als dass jetzt zum Beispiel sechs Menschen in einem Raum sind, den vorher zwei Menschen bewohnten.

Die Deutschen kaufen weniger, weil sie jetzt wegen der Flüchtlinge um ihre Jobs fürchten, lautete eine Meldung. Ein Metzger hat nach monatelanger Suche endlich eine Kraft gefunden, die mehr als acht Stunden am Tag für ihn Zwiebeln schneidet und sauber macht. Es ist ein Flüchtling. Wem der wohl den Job weggenommen hat? Es wird fabuliert, dass Deutschland an seine Grenzen käme, Europa die Grenzen sichern müsse. Und trotz alledem ist die Hilfsbereitschaft grenzenlos.

Also was nun? Was ich sehe, das ist, dass sich die Politik in diesem Lande immer weiter von einem großen Teil der Bevölkerung entfernt, weil sie wie das Kaninchen auf einen kleinen Teil der Bevölkerung starrt. Weshalb sich sicher nicht Puh der Bär aber vielleicht Titan Olli Kahn mehr Eier wünschen würde. Und von mir aus können es auch Bio-Eier sein. Aber es wäre auf jeden Fall und vielleicht dieses einzige Mal an der Zeit, klipp und klar zu sagen, was zu tun ist. Welche Konsequenzen es haben kann.

Dieses Mal geht es nämlich nicht um Geld. Es geht um Menschen. Und wenn das alle begriffen haben, was nicht so schwer sein kann, hat es doch auch Puh der Bär kapiert, dann kommt vielleicht der Papst auch mal zu uns in seinem Fiat 500L und sagt: „Als Sohn einer Einwandererfamilie freut es mich, Gast zu sein in diesem Land.“ Auch wenn er da vielleicht ein klein bisschen geschwindelt hat, aus Höflichkeit wahrscheinlich.