Schlagwort-Archive: Ärzte

Feinstaub

Ein Riesenthema. Ganze Innenstädte werden abgesperrt. Hunderttausende Arbeitsplätze sind gefährdet. Ein ganzer Industriezweig droht zu implodieren. Wegen Feinstaub. Und jetzt auch noch Silvester. Das wird dem Diesel und den Innenstädten den Rest geben. Ganz zu schweigen von den Autokonzernen. 4.500 Tonnen hat uns Silvester 2017 beschert. Zwar entspricht das gerade mal 2,25 Prozent aller Feinstaub-Emissionen PM10 und 15,5 Prozent der Feinstaubmenge, die der Straßenverkehr verursacht. Aber jetzt will die Umwelt-Guerilla uns Männern auch noch dieses Vergnügen madig machen.

Dabei wäre es so einfach, die Gesundheitsgefährdung zu minimieren. Schließlich bekommt man am wenigsten Feinstaub ab, wenn man in einem Auto sitzt. Dafür sorgen die Filter in der Klimaanlage. Braucht man also nur das Feuerwerk vom Auto aus zünden und anschauen. Wenn man dabei den Motor ausmacht, wird vielleicht sogar der Gesamtausstoß an Feinstaub reduziert. Und wir Männer, die seit Jahrzehnten nicht mehr in den Krieg ziehen durften, können trotzdem noch ein bisschen Spaß haben und ein paar Leute abschießen. Die Klinikärzte werden es uns danken.

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Hotspot

Es ist ein Skandal, und ich habe keine Ahnung, warum das nicht schon jemand publik gemacht, die Öffentlichkeit und die Politik aufgerüttelt hat. Dass ich darauf gestoßen bin, das war eher unfreiwillig und mit der Grund, warum dieses Blog mitunter etwas verwaist erschien in jüngster Zeit. Doch zur Sache und die auf einen kurzen Nenner gebracht: Die Versorgung mit einem einigermaßen akzeptablen Internet-Zugang ist bei Ärzten noch schlechter als die Besoldung der Menschen, die in der Pflege arbeiten.

Bei den Summen, die die Krankenkassen den Ärzten alleine schon für überflüssige Beratungen oder auch noch überflüssigere Operationen – insbesondere im Teilbereich Gelenke – zahlen, müsste es doch möglich sein, in den Wartezimmern für Internet zu sorgen. Doch die Lage ist katastrophal, wie ich jetzt hautnah feststellen musste. Zum Einen, weil bei den derzeit üblichen Wartezeiten es durchaus schon einmal vorkommen kann, dass Kinder in der Zwischenzeit das Abitur machen oder selber welche kriegen. Dann möchte man doch wenigstens auf WhatsApp ein Video von diesem Ereignis sehen.

Und dann ist da noch ein weitaus wichtigerer Grund. Denn wie lässt sich die Zeit im Wartezimmer eines Arztes denn besser nutzen als mit Recherchen im Internet hinsichtlich der Beschwerden, die man hat. Schließlich sind doch die Zeiten endgültig vorbei, dass man sich wie ein Lamm vom Mediziner zur Schlachtbank respektive auf den OP-Tisch führen lässt. Und welcher Arzt wäre nicht enttäuscht, wenn er nicht mit dem Patienten die Diagnose gründlich ausdiskutieren könnte. Und wenn es den Ärzten zu teuer ist, dann sollen sie sich die Einrichtung von kostenlosen Hotspots doch von den Kassen bezahlen lassen. Als Beratungskosten.  

Lachen ist gesund

Eigentlich wollte ich ja über Alter und Krankheit schreiben. Darüber, dass man weder an das Eine noch an das Andere denkt, wenn man jung ist. Es sei denn, es gibt einen konkreten Anlass. Ansonsten wird in jungen Jahren mit dem Aspekt Gesundheit durchaus schon einmal ein Schnupfen in Verbindung gebracht oder eine Grippe. Alles andere scheint so weit entfernt, dass man keinen Gedanken daran verschwendet. Und wahrscheinlich ist das auch gut so. Denn spätestens wenn den Menschen die ersten altersbedingten Wehwehchen ereilen oder gar Schlimmeres, wird nicht nur damit begonnen, an ein mögliches Ende zu denken, Krankheit wird dann oft auch ein Teil des Lebens. Ist nicht neu, damit hatten schon die alten Griechen und Römer zu kämpfen, wahrscheinlich auch Kelten oder noch ältere Neandertaler.

Was sich verändert hat im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, das wird offensichtlich, wenn man sich heutzutage mit dem Thema Krankheit und Alter beschäftigt. Der erste Eindruck, der sich einstellt, ist nämlich, dass Krankheit im Alter nicht sein muss. Und wenn es jemand unbedingt nicht lassen kann, dann ist das ein Warmduscher und Loser, der es nicht anders verdient. Denn eigentlich muss man nur die richtigen Medikamente nehmen, die richtigen Fitness-Programme absolvieren, einen adäquaten Eingriff vornehmen lassen, und schon kann einem kein Rückgrat, kein Meniskus oder Hüftknochen etwas anhaben. Geschweige denn irgendwelches banales Gedärm, das Herz oder die Psyche. Das sagen uns die Medizin, viel einschlägige Literatur und die Pharmakonzerne.

Und just an diesem Punkt sind mir die Banken dazwischen gekommen. Hat man doch wieder einmal und ganz überrascht festgestellt, dass die Millionen, wenn nicht Milliarden am deutschen Fiskus vorbeigelenkt haben. Indem sie nämlich ausländische Unternehmen dabei beraten haben, wie man Gewinne maximiert indem man sie ins Ausland verschiebt. Ich formuliere es mal so vorsichtig, denn Banken haben das Geld für richtig gute Anwälte. Und ich muss gestehen, dass auch ich überrascht bin. Denn von dieser Masche und dass sie sehr gerne und für alle Beteiligten zum Vorteil praktiziert wird, wusste ich schon seit längerem. Ich bin aber kein Insider. Ich kann nur lesen und Fernsehen schauen.

Weshalb ich messerscharfe schließe, dass jetzt genau das Gleiche passieren wird als damals, als man übrigens auch schon ziemlich überrascht war. Nämlich nichts. Und ich deshalb mit Genugtuung feststelle, dass das doch auf jeden Fall die bessere Nachricht ist. Denn sie besagt, dass die Öffentlichkeit doch immerhin für so wichtig gehalten wird, dass man sich zumindest die Mühe macht, ihr etwas vorzugaukeln. Während sich die Aufsichtsräte der Banken in ihren Konferenzsälen am Boden kugeln vor Lachen. Womit sich der Kreis schließen würde, und ich getrost zur Krankheit im Alter zurückkehren kann, denn auch die bereits erwähnten Autoren, Mediziner und Aufsichtsräte von  Pharmakonzernen kugeln sich vor Lachen am Boden. Das einzige Problem scheint zu sein, dass es dem berühmten Mann von der Straße und seiner Frau so schwer fällt mit zu lachen.