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Neiddebatte

Das ist doch mal wieder typisch deutsch. Da bekommt jemand und ganz ohne Zutun einen warmen Regen ab, besser gesagt Geldregen, und schon fangen alle anderen an rumzumäkeln, sprechen von Betrug und dass es unrechtmäßig sei. Dabei hat es nur jemand gut gemeint mit der armen, immer gescholtenen AfD und ganz besonders mit der Vorsitzenden Alice Weidel. Die, wie eigentlich immer, von nichts eine Ahnung hatte. Weshalb ihr jetzt die Überraschung ins Gesicht geschrieben ist.

Während die anderen Parteien rumgeifern, von wegen Wahlkampfspenden aus dem Ausland, was ja eigentlich nur Schwachsinn sein kann, denn die Schweiz kann ja gar kein Ausland sein, weil doch da die AfD-Vorsitzende wohnt und außerdem im deutschen Bundestag sitzt, wenn sie nicht gerade auf den Boden stampft. Deshalb mein Appell an alle auf-rechten Bürger: Spendet für Alice Weidel, falls die AfD jetzt wirklich das dreifache der Spende als Strafe zahlen muss. Nur weil ein paar abgewrackte Volksparteien neidisch sind. Ihnen spendet man nämlich ja noch einmal mehr Aufmerksamkeit.

Türkische Woche

Während bei dem Discounter Lidl eine französische Woche avisiert ist, sorgte jetzt schon die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel für ein mediales Schnäppchen mit der Türkei als Schwerpunkt. Anlass ist die Entlassung des deutschen Welt-Korrespondenten Deniz Yücel aus türkischer Haft. Weidel, die zwar wie der Journalist mit türkischen Wurzeln die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt aber in der Schweiz wohnt, schrieb auf Facebook, Yücel als „deutschen Journalisten“ zu bezeichnen, seien „zwei Fakenews in einem Satz“. Einmal davon abgesehen, dass Yücel sicher weiß, wie man Fake News richtig schreibt, ist er laut Weidel ein „antideutscher Hassprediger“, der eigentlich nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen dürfe.

Zeitnah wurde der deutsche Bundestagsabgeordnete und vormalige Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, von türkischen Teilnehmern der Sicherheitskonferenz in München in einem Hotel als Terrorist bezeichnet und entsprechend bei der deutschen Polizei interveniert. Woraufhin Özdemir, der ebenfalls türkische Wurzeln hat, unter Polizeischutz gestellt wurde und auf das Frühstück im Hotel auf Bitte der Polizei verzichtete. Gemeinsamer Nenner scheint also zu sein, dass konzertiert und mit Hilfe der rechten AfD Stimmung gemacht werden soll gegen Deutsche mit türkischen Wurzeln, die Erdogan kritisieren. Wohl mit dem Ziel, die Gesellschaft hierzulande noch mehr zu spalten. Höchste Zeit, dass der BND untersucht, ob es Kontakte gab oder noch gibt zwischen der AfD und türkischen Regierungskreisen.

Führungs-Duo

Sie werfen sich gegenseitig vor, sich zu wenig kompromissbereit zu zeigen, die Sondierungsgespräche geradezu zu torpedieren. In Berlin sind die launigen Bemerkungen über Jamaika und die Entfernung bis dorthin und irgendwelche Flüsse längst Schnee von gestern. Was jetzt natürlich kein Wortspiel sein soll  hinsichtlich des Gebrauchs von Rauschmitteln auf der Karibik-Insel. Obwohl natürlich ein paar – natürlich legal in der Apotheke bezogene – Joints vielleicht durchaus dafür sorgen könnten, dass sich die Damen und Herren der vier Parteien etwas entspannter Themen wie Migration oder Umwelt nähern.

Oder CDU/CSU nehmen sich gleich ein Beispiel an unserem österreichischen Nachbarn. Wo der Wahlsieger Sebastian Kurz, kürzlich und natürlich völlig inakzeptabel vom Satire-Magazin „Titanic“ als „Baby-Hitler“ bezeichnet und ebenfalls auf einen Koalitionspartner angewiesen, jetzt kurzerhand und kurzentschlossen die rechtsnationale FPÖ ins Regierungs-Boot holen will. Sozusagen kurze Wege geht. Und somit gar nicht erst an ein Jamaika geschweige denn an den Einsatz von Joints denken muss.

Mit diesem Koalitionspartner schließt Kurz vielmehr endlich die Ostflanke der EU – und damit Lücken auf der rechten Seite. Außerdem wäre es doch hierzulande ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung, wenn es nicht nur einen weiblichen Kanzler sondern auch einen ebenso weiblichen Vize-Kanzler und Außenminister gäbe. Angela Merkel und Alice Weidel als Führungsspitze und Ausgleich für die miserable Frauenquote im 19. Deutschen Bundestag, wäre das nicht ein wichtiger Schritt auf dem langen Marsch der Frauen in Führungspositionen?

 

Wahl-O-Mat

Es ist offensichtlich Endspurt. Man kann kaum noch aus dem Haus gehen, denn irgendwo lauert schon jemand mit einem Flyer und will im günstigsten Fall wissen, warum man denn nun seine Partei so gar nicht mag. Schlimmer noch sind jene, die glauben, man könnte sich für ihre Partei interessieren. Was sie nämlich dazu nötigt, alles runter zu leiern, was man sowieso schon auswendig kennt. Immerhin habe ich ausreichend Kugelschreiber für die nächsten vier Jahre. Und natürlich habe ich schon den Wahl-O-Mat mit meiner Wunschliste gefüttert, doch auch da war das Ergebnis eher niederschmetternd.

Deshalb ist meine Lieblingskonstellation, dass so ziemlich alle CDU/CSU-Sympathisanten und –Parteimitglieder am nächsten Sonntag siegesssicher zu Hause bleiben, was es der AfD ermöglicht, die bei 19 Prozent dümpelnde SPD und Lindners F.D.P. rechts zu überholen und als zweitstärkste Kraft in den Bundestag einzuziehen. Ohne die keine Regierung gebildet werden kann.

Was für Frau Merkel, die jetzt sagt, dass es mit der AfD keine Koalition geben wird, kein unlösbares Problem darstellen würde. Schließlich hat sie ja auch gesagt, dass es mir ihr keine Pkw-Maut gibt. Vielleicht fangen dann jedenfalls ja wieder mehr Menschen hierzulande an, sich für Politik zu interessieren, wenn erst einmal Herr Gauland Innenminister und Frau Weidel Außenministerin ist. Dobrindt kann ruhig Verkehrsminister bleiben.

Wahl der Waffen

Merkel-Gegner greifen zu Tomaten, um ihr Missfallen auszudrücken. Alice aus dem AfD-Wunderland inszeniert einen telegenen Abgang, um den politischen Gegner ins rechte Licht zu rücken. Und US-Donald macht das, was er am besten kann. Er versucht aus seinen politischen Niederlagen Kapital zu schlagen und will deshalb Süd-Korea möglichst viele Waffen verkaufen. So hat jeder seine Art und Weise, um für das zu kämpfen, was ihm lieb und wert ist.

Sollte es sich bei den Tomaten um ein Produkt aus Holland gehandelt haben, wäre dies eine Waffe, wie ich sie noch am ehesten akzeptieren könnte. Aus ökologischer Sicht. Und als Liebhaber einer guten Küchen. Womit ich mich aber nicht auf die Seite der Merkel-Gegner stellen möchte, geschweige denn für den Einsatz von Tomaten in der politischen Auseinandersetzung plädieren will. Für mich kommt als Waffe nur das Wort in Frage. Gut abgewogen und ausgereift. In kleinen Portionen. Weshalb hier schon Schluss ist für heute. Zeit fürs Mittagessen.

Nazi-Schlampe

Die Afd-Vorsitzende Alice Weidel hat Abitur, Volks- und Betriebswirtschaftslehre studiert und promoviert. Was sie offensichtlich nicht hat, das ist ein gängiges Lexikon. Denn dann wüsste sie, dass Satire „eine Literaturgattung [ist], die durch Spott, Ironie, Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder verächtlich machen will“. Und wenn sie dann auch noch zufällig schon einmal von einem Herrn Tucholsky gehört hätte, dann hätte sie sich den Gang vor Gericht gespart. Und nicht den NDR wegen eines Beitrages in der Satiresendung „extra3“ verklagt.

Dort hatte der Moderator im Zusammenhang mit Weidels Forderung, wonach „die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehört“, die AfD-Vorsitzende als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet. Das Gericht folgte nun der Auffassung, dass mit dieser satirischen Überspitzung die Konsequenz dieser Forderung demonstriert worden wäre. Dass nämlich „ohne politische Korrektheit die Beschimpfung von Menschen wieder salonfähig werden könnte“. Anstatt sich ein Lexikon zu kaufen, hat die Kampf-Lesbe (Achtung: Satire!!!!) von ihrem Anwalt sofort Beschwerde gegen das Urteil einlegen lassen.

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Dieser Weg

Dieser Weg, hat Xavier Naidoo vor Jahren gesungen, wird kein leichter sein. Doch während viele Menschen noch heute glauben, damit wäre der Weg der deutschen Fußballnationalmannschaft in das erhoffte Endspiel gemeint, stellt sich nun heraus, dass es in Wirklichkeit um den Weg des Sängers Xavier Naidoo und seiner Söhne Mannheims geht. Nämlich dem von der Aufforderung, nicht aufzuhören zu träumen, zu dem aktuellen Song „Marionetten“. Denen der Sohn Mannheims und Liederschreiber am liebsten mit der Mistgabel an den Kragen gehen würde, um diese Volksverräter zu zerfetzen.

Weshalb man an manchen Stellen des aktuellen Songs der Söhne Mannheims sich nicht ganz sicher ist, ob es sich hier nicht vielleicht um eine Auftragsarbeit der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel handelt. Die ja am liebsten jegliche Political Correctness auf den Scherbenhaufen der Geschichte schmeißen würde. Eine andere Vermutung wäre, dass Xavier Naidoo unbedingt mal wieder bei den Reichsbürgern aufzutreten will. Mir persönlich erscheint nur eins plausibel: „Marionetten“ ist ein Anti-Drogen-Lied. Mit diesem Text will Xavier Naidoo drastisch demonstrieren, was Drogen mit einem Menschen machen. Ich tippe mal auf Crystal Meth.

Bürgerkrieg in Köln

Und jetzt das Wort zum Sonntag, heute aus der Schublade eines abgehängten deutschen Wutbürgers und nicht redigiert: „Doofland steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Linke gegen Rechte, Türken gegen Deutsche, Ossis gegen Wessis ,jeder gegen jeden ,Es wird Zeit dass dieser Staat endlich von der Bildfläche verschwindet .Ich schäme mich deutscher zu sein…“

Der Mann, der so einen Beitrag im Internet über den AfD-Parteitag in Köln kommentierte, hatte wohl eine stark alkoholgetränkte Nacht hinter sich, als er das geschrieben hat. Zumindest wäre es ihm zu wünschen. Denn wenn dies seinem naturgegebenen Geisteszustand entsprechen würde, müsste man ernsthaft über therapeutische Maßnahmen nachdenken. Zu seiner Entlastung sei außerdem gesagt, dass er diese Zeilen schrieb, bevor die große Party der AfD-Gegner zu Ende war.

Die Zahlen schwanken. 50.000 sollen es gewesen sein, die in Köln protestierten. Gesichert ist eine Zahl: In diesem Bürgerkrieg gab es zwei leicht verletzte Polizisten. Ansonsten viele Reden und, wie bereits angedeutet, Party-Feeling. Und bei Anhängern der AfD viel Enttäuschung. Man vermisste es, dass der Mob nicht die Gewalt gelieferte, die die korrekt gekleideten AfD-Delegierten zu Märtyrern und Opfer gemacht hätte.

Und das, obwohl die AfD-Württemberg einen Aufruf gestartet hatte: „Linke Gewalt – Parteitag Köln
Wir veröffentlichen Eure Aufnahmen. Ob Videos oder Bilder : Wir geben dem Terror ein Gesicht!
Kontaktiert uns über den Nachrichtbutton. Wir veröffentlichen die Aufnahmen das ganze Wochenende.“ Akribische Recherche zeigte allerdings, dass offensichtlich kein Beitrag über den Terror aufzutreiben war.

So blieb nur die Erkenntnis, dass der Protest gegen die Völkischen von der AfD in Köln mehr Volk auf die Straßen brachte als jemals die AfD-Newcomerin Alice Weidel bei ihren Auftritten Zuhörer hatte. Und dass, obwohl sie in Diktion und Gestik und mit ihrem BDM-Flair das Zeug hätte, nach dem fortwährenden Verblassen der Noch-Vorsitzenden Frauke Petry die deutsche Marine Le Pen werden. Doch zumindest hat die AfD von Donald Trump gelernt. Nach ihrer Zählung waren gerade mal 6.500 Demonstranten in Köln.

Die neue Links-Partei

Was ich vermisse, das ist das Lob von AfD-Vertretern. Dass Herr Seehofer begeistert sein würde von den Beschlüssen, die auf dem CDU-Bundesparteitag gefasst wurden, ist ja selbstverständlich. Regelrecht verstörend ist es aber, dass sich gerade mal die AfD-Vorsitzende Frauke Petry dazu herablässt, die Kanzlerin zu kritisieren, weil sie das Wort „deutsches Volk“ nicht mehr in den Mund nähme, und die CDU insgesamt „links“ verortet. Weshalb man natürlich im Gegenzug monieren könnte, dass „deutsches Volk“ zwei Wörter wären, und die AfD wohl als verfassungsfeindlich und rechtsextrem eingestuft werden müsste, wenn schon eine CDU als „links“ angesehen wird.

Hätte man nicht mit Fug und Recht öffentlichen Jubel bei der AfD erwarten können über die CDU-Beschlüsse bezüglich Burka-Verbot, Verschärfung der Abschiebe-Praxis, Überwachung und Reglementierung von Imamen, Leistungskürzung und Ausweisung für Integrations-Verweigerer, Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern in Transitländer und der Ablehnung der doppelten Staatsbürgerschaft. Ganz zu schweigen davon, dass es jetzt auch wieder eine Leitkultur bei der CDU geben darf.

Aber kein Wort dazu, kein Freudenschrei von Frau von Storch, dass nach diesem Parteitag eine Koalition mit der CDU in greifbare Nähe gerückt sei. Denn eigentlich hätte jetzt ja nur noch gefehlt, dass man sich auf dem CDU-Parteitag auch kritisch gegenüber der EU positionierte. Aber vielleicht rekrutiert sich diese Zurückhaltung aus der Reaktion der designierten Kanzler-Kandidatin für die anstehende Wahl. Die von Menschen spricht, anstatt vom deutschen Volk. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend. Schließlich ist ja Seehofers Forderung bezüglich Flüchtlings-Obergrenze noch nicht vom Tisch. Vielleicht wartet man bei der AfD noch ab, ob es nicht doch noch einen Kanzlerkandidaten Seehofer gibt.

Wenn man allerdings den Auftritt von AfD-Frontfrau Alice Weidel bei dem TV-Talk mit Sandra Maischberger am gestrigen Abend miterlebt hat, die unter anderem sagte, dass Kanzlerin Merkel mitschuldig sei an dem Mord an einer jungen Frau in Freiburg, neigt man vielleicht eher zu der Vermutung, dass die AfD lieber auf die Wirkung von Tatverdächtigen aus den Flüchtlingslagern auf das „deutsche Volk“ setzt. Vielleicht sieht sie hier das Potential, um bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr zum potentiellen Partner für eine GroKo der anderen Art zu werden. Angst frisst schließlich nicht nur die Seelen auf, wie von Rainer Werner Fassbinder behauptet. Sie kann auch die zitternde Hand beim Ausfüllen eines Wahlzettels führen.