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Verpasste Chance

Endlich hatte ich wieder einmal das Gefühl, dass ich für die Zukunft planen kann. Habe mir als erstes zum Schnäppchen-Preis einen 56-Zoll Fernseher geholt. Schließlich haben die Augen in letzter Zeit doch etwas nachgelassen. Und dann habe ich auch noch gleich was für die Umwelt getan. Nämlich eine Seereise gebucht. Denn Fliegen ist ja so schädlich fürs Klima. Und außerdem den alten Diesel gegen ein neues Auto eingetauscht. Also fast. Jedenfalls habe ich eine Umtauschprämie bekommen und habe jetzt auch Sitzheizung in dem SUV.

Und jetzt haben sie die Annegret Kramp-Karrenbauer zur Vorsitzenden der CDU gewählt. Und ich weiß absolut nicht, wie ich das jetzt alles bezahlen soll. Ich hatte doch so auf Friedrich Merz gebaut. Der hat doch versprochen, dass wir alle mit Aktien reich werden, wenn er Vorsitzender ist. Dass selbst wir Alten so noch der Altersarmut entkommen und den Lebensabend retten können. Und jetzt haben das 517 Delegierte auf dem CDU-Parteitag versaut. Wenigstens habe ich eine Reiserücktritts-Versicherung. Und Schuld ist wahrscheinlich diese #metoo-Debatte. 

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Verspätung

Das komplette Kommunikationssystem an Bord der A340 der Luftwaffe, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Buenos Aires zum G20-Gipfel fliegen wollte, fiel aus, weshalb der Pilot eine Stunde nach dem Start in Berlin es vorzog, erst einmal in Köln zu landen. Was nur möglich war, weil er ein Handy dabei hatte. Und nachdem da die Maschine noch zu viel Kerosin an Bord hatte, erhitzten sich die Bremsen, und die Kanzlerin und ihr Gefolge mussten erst einmal warten, bis die Feuerwehr alles unter Kontrolle hatte.

Und weil es kein Ersatzflugzeug in Köln gab, sondern nur in Berlin, haben die Passagiere in Bonn übernachtet, um am Freitagmorgen nach Madrid zu fliegen und von dort mit einem Linienflug nach Buenos Aires weiterzureisen. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie es zu dieser Fülle an Pannen kommen konnte. Der Kommentar eines Insiders: „Was tut man nicht alles, um ein Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden.“

Alte Menschen

Warum habe ich schon wieder das Gefühl, dass schon wieder nichts passiert. Jetzt, wo doch eine berechtigte Chance wäre, mal etwas anderes zu machen, als die vergangenen 12 Monate. In denen nämlich gefühlt so gut wie nichts passierte. Die Reaktion darauf: Herr März will Frau Merkel beerben.

 Was natürlich andere auch wollen. Aber sie sagen es nur noch nicht. Sie sagen nur, dass man jetzt endlich anfangen müsse zu regieren, dass man nicht mehr um sich selbst kreisen dürfe, dass man wüsste, dass der Wähler das nicht mehr wolle. Als ob sie es nicht schon die ganze Zeit gewusst hätten.

Also was um alles in der Welt muss noch passieren, damit Menschen, die keine Lust haben, nur  wieder irgendwo Geld zu verdienen, damit die Miete bezahlt werden kann. Wo es doch so geil ist, an den Schaltknöpfen der Macht zu drehen. Dass man sogar das Rentnerdasein lieber in einen Plenarsaal verlegt, als zu Hause Bonsai zu züchten. Der Starrsinn alter Menschen scheint mir eines der größten Probleme in diesem Land zu sein. Und ich weiß, wovon ich spreche.

Richtige Richtung

So schlimm war es schon lange nicht mehr. Alle, die heute vor ein Mikrophon traten, um gefragt oder ungefragt ein Statement abzugeben zur Entscheidung der Bundeskanzlerin, haben die Note 1 verdient. So perfekt haben sie in der Disziplin „viel reden, ohne etwas zu sagen“ heute agiert.

Es war ein wunderbarer Poetry-Slam, der genauso gut mit dem Vorlesen eines Telefonbuchs oder dem rezitieren von Kalendersprüchen aus den Monaten März und April hätte bestritten werden können. Und es hat gezeigt, dass es nicht darum geht, jetzt endlich nicht mehr um sich selbst zu kreisen oder die Hausaufgaben zu machen, auch ein Neuanfang ist nicht das Gebot der  Stunde.

Das Einzige, was helfen kann, das sind Menschen in der Politik, die erstens wissen, was sie wollen. Und die zweitens auch in der Lage sind, es direkt und offen und ohne Floskel-Wischi-Waschi-Gefasel auszusprechen. Auch wenn das für Politikerinnen und Politiker nun wirklich sehr viel verlangt ist. Wenn nicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn heute Angela Merkel schon mal einen winzigen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.

#gesichtzeigen

Was der guten Sarah Wagenknecht links ist, das kann mir doch eigentlich nur recht sein. Wobei „Aufstehen“ schon ein sehr hoher Anspruch ist. Da ist Bewegung gefordert, körperlicher Einsatz. Das klingt ja fast schon nach Revolution. Jedenfalls habe ich mich ja im letzten Blog zu dem erneuten Gezerre in der GroKo auch über die lässige Apathie eines Großteils der Bevölkerung ausgelassen. Moniert, dass doch letztendlich der überwiegende Teil gemütlich zu Hause sitzt und sich in der warmen Stube bestenfalls über pöbelnde Rassisten aufregt.

Und wenn man einmal davon absieht, dass ich zumindest täglich einmal zum Einkaufen fahre, um mich im Supermarkt über die Preise und die lange Schlange an der Kasse aufzuregen, vielleicht sollte ich mich doch etwas mehr an Frau Merkel orientieren. Also mich weniger mit der Funktionalität und den Abläufen beschäftigen. Und mehr mit dem, was mich wirklich beschäftigt. Sogar noch einen Schritt weiter gehen und vielleicht sogar das, was mich und den Rest der eher schweigenden Mehrheit in Deutschland wirklich betrifft, nach außen tragen.

Auch wenn es natürlich begrüßenswert ist, wenn ein Mensch nicht spricht, weil er gerade den Mund voll hat. Und viele Menschen, wenn man das Straßenbild berücksichtigt, sehr oft den Mund voll haben: Es ist höchste Zeit, dass ihn mehr Menschen endlich einmal aufmachen. Und zwar dort, wo sie gehört und gesehen werden.

Also nicht im heimischen Umfeld, wo von den Lieben sowieso kaum jemand zuhört, weil gerade wieder ein Chat auf dem Smartphone am Laufen ist. Ich denke auch nicht an Internet-Foren oder ähnliches, wo unter dem Deckmäntelchen der Anonymität Sprechblasen ohne Gefahr wie CO² abgesondert werden. Und noch weniger denke ich an Stammtische, über denen ja gar keine Rauchschwaden mehr wabern.

Mir schwebt eher eine Bewegung vor, die raus geht auf die Straße. Dorthin, wo man die größte Aufmerksamkeit erhält. Wo nämlich der Autoverkehr behindert wird. Und das Kind hat auch schon einen Namen: #gesichtzeigen! Bin jetzt mal auf erste Reaktionen gespannt. Wenn sich das Ganze wie bei Sarah Wagenknecht entwickelt, werde ich richtig durchstarten. Dann gibt es für mich kein Halten mehr. Dann wird nicht nur zum Einkaufen das Haus verlassen.   

Donald wird’s richten

Gestern noch musste man das Schlimmste befürchten, heute schon kann man wieder berechtigte Hoffnung schöpfen. Deutschland muss nicht weiter bangen, ob jetzt die Regierung am Schwester-Zwist scheitert, denn es hat sich US-Präsident Donald Trump eingeschaltet. Natürlich per Twitter. Und wie immer hat er die richtigen Worte gefunden. Adressiert waren sie an Frau Merkel, und ohne Übertreibung kann man diesen Tweet als Lehrstunde par excellence bezeichnen.

Trump befindet nämlich, dass das deutsche Volk dabei sei, sich gegen seine Regierenden zu wenden. Und die ungebremste Einwanderung die bereits fragile Koalition in Berlin erschüttert. Außerdem steige die Kriminalität eklatant an, weil man in  Europa den großen Fehler mache, Millionen Menschen ins Land zu lassen, die mit Gewalt die Kultur Europas verändern wollten.

Ob und wie er beabsichtigt, das deutsche Volk bei seinem Aufstand gegen die Regierenden zu unterstützen, sagte Trump zwar nicht. Aber wie man ihn kennt, wird es nicht lange dauern, und außerdem wird er wohl mit Strafzöllen auf Automobile Merkel  endgültig vom Thron stürzen.

Als Kanzlerin, die nicht nur Abermillionen Flüchtlinge ins Land holte, sondern auch noch die Automobilindustrie ruinierte und hunderttausende Arbeitsplätze vernichtete. Bleibt also nur noch die Frage, ob er vielleicht Horst Seehofer als neuen Bundeskanzler auserkoren hat. Neuwahlen wird es jedenfalls nicht geben. Ich gehe davon aus, dass Trump per Twitter mitteilen wird, wer der neue Bundeskanzler ist.  

Götterdämmerung

Angefangen hat es ja schon vor geraumer Zeit. Als nämlich das einstige Gütesiegel „Made in Germany“ auf einmal auch für Betrügereien stand. Müßig zu erwähnen, wovon ich spreche. Auf jeden Fall war alles, worauf dieser beispiellose wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg basierte, auf einmal von einer tiefdunklen Wolke überschattet. Doch das war erst der Anfang.

Denn es ging weiter mit einem ebenso beispiellosen Familienstreit, nämlich zwischen den beiden Schwesterparteien CDU und CSU. Einmal mehr zeigte es sich, dass Blut doch nicht dicker ist als Wasser. Wenn nämlich die Ausländerfluten über ein Land hereinbrechen. Stammt übrigens nicht von mir, diese drastische Formulierung, sondern von CSU-Politikern. Und die Tatsache, dass es momentan durchaus so aussieht, als könnte es sogar zum Schwestermord kommen, zeigt, dass der Bruch scheinbar noch nicht einmal von dem bei Politikern ja fast genetisch bedingten Streben nach Machterhalt gekittet werden kann.

Doch dass Deutschland wirklich und wahrhaftig auf den Abgrund zuschleudert, das hat definitiv erst der gestrige Tag gezeigt, vielmehr der Nachmittag. Als nämlich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Erstrundenspiel der Fußball-WM in Russland eine 0:1 Niederlage hinnehmen musste, die mehr als verdient war. Weshalb man mit Fug und Recht sagen kann, dass wir vorgestern noch am Abgrund standen – aber nach dem gestrigen Tag auf jeden Fall schon einen Schritt weiter sind.  

 

 

Erste die Vorzeige-Autofirmen, dann die Regierung am Abgrund. Und jetzt auch noch die Fußball-Nationalmannschaft. Gestern standen wir noch am Abgrund – heute sind wir einen Schritt weiter.