Schlagwort-Archive: Atomvertrag

Reflexe

Also erst musste ich mal nachschauen, was eine „Äquidistanz“ ist. Und wenn ich richtig verstanden habe, was der Duden dazu sagt, dann wollte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sagen, dass es nicht hinzunehmen ist, in einem Atemzug Trump, Putin und Erdogan zu nennen, weil es ein gleich großer Abstand wäre.

Verständlich ist natürlich auch, dass sie „anti-amerikanische Reflexe“ beklagt, obwohl in Russland Journalisten „in Schauprozessen vor Gericht gestellt werden“, während Journalisten in den USA „ihre Arbeit unbeeinträchtigt machen können“. Also zumindest, wenn es nicht die Journalisten von CNN sind.

Weshalb ich also nur begrüßen kann, dass der US-Präsident immer mehr Kriegsschiffe Richtung Iran schickt, weil alles andere nur ein „anti-amerikanischer Reflex“ wäre. Außerdem gibt es ja dafür wie für die wirtschaftlichen Sanktionen oder die Aufkündigung des Atomvertrages mit dem Iran genug Gründe, wie es das Video, das US-Geheimdienste jetzt vorgelegt haben, zweifelsfrei beweist. Mit so einem Video würde man ja noch nicht einmal zögern, erneut in den Irak einzumarschieren. Was sicher auch zur Stabilisierung der Region beitragen würde.

Und dann gibt es ja auch noch die ökonomische Komponente, die ja auch eine gewisse Äquidistanz hat. Also die Rohölpreise sind ja schon gestiegen. Was mehr Geld in die Kassen der USA (mittlerweile Nr. 1 in der Ölförderung) spült. Und außerdem würde ein neuer handfester Krisenherd im arabischen Raum für neue Flüchtlingsströme nach Europa sorgen.

Was für die EU bedeuten würde, dass ihre Mitgliedsstaaten noch weiter auseinander driften – und natürlich die Wirtschaftskraft in der EU sinkt. Sodass es sich der US-Präsident sogar sparen könnte, Zollschranken zu erhöhen. Weshalb es auch keinen Grund mehr für „anti-amerikanischen Reflexe“ gäbe. Und so würde es der US-Präsident sicher erlauben, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Bundeskanzlerin wird. Halleluja!

Werbeanzeigen