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Auch Frohsinn hat ein Ende

Jetzt ist es wieder so weit. Frohsinn und Heiterkeit streben unaufhaltsam auf immer wieder neue Höhepunkte zu. Um dann ab Aschermittwoch von innerer Einkehr und mönchischer Demut abgelöst zu werden. Und in manchen Fällen auch von dem guten Gefühl, endlich wieder gefahrlos Putzmittel einkaufen zu können. Dies nämlich zum Beispiel bei Männern mit äußeren Merkmalen, die auf eine arabische Herkunft schließen lassen könnten. Wie bei jenem Mann, der vor einigen Tagen in einem Kölner Baumarkt Chemikalien gekauft hatte, die „üblicherweise für Reinigungsmaßnahmen“ bestimmt sind. Weshalb die von einem Baumarkt-Angestellten informierte Polizei eine Fahndung, basierend auf einem zugebenermaßen sehr pixeligen Foto aus der Video-Überwachung, auslöste und verschiedene Medien sich sofort verpflichtet fühlten, die Öffentlichkeit über die Terrorgefahr zu informieren.

Natürlich hat man in Köln auch gleich angestrengt über eine Absage des Rosenmontagsumzuges und des Karnevals überhaupt wegen Terrorgefahr nachgedacht. Doch noch bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, stellte sich der arabisch aussehende Mann selber der Polizei und gestand, dass er vorgehabt habe, mit den Chemikalien Betäubungsmittel herzustellen. Was eigentlich zur endgültigen Absage des Kölner Karnevals hätte führen müssen. Denn wenn sich Menschen schon betäuben müssen, um den Karneval überhaupt ertragen zu können, dann dürfte es schließlich allerhöchste Zeit sein, Konsequenzen zu ziehen. Hier sind Gesundheit und Leben von Bürgern gefährdet.

Dass man bei Polizei und der Stadt nun doch darauf verzichtet hat, den Karneval abzusagen, beruht wahrscheinlich auf der nachvollziehbaren Überlegung, dass dies die Botschaft beeinträchtigen könnte, die von diesem Fahndungserfolg ausgeht. Schließlich hat er gezeigt, dass der Terror mit einer umfassenden Video-Überwachung und der ebenso umfassenden Information der Bevölkerung selbst dann erfolgreich bekämpft werden kann, wenn es sich nicht um einen Terroristen handelt.

Man orientiert sich dabei am Beispiel der US-amerikanischen Behörden, die einen mutmaßlichen Terroranschlag durch die Verhaftung eines arabisch aussehenden Schülers verhinderten. Auslöser für die Verhaftung war eine selber gebastelte Digitaluhr gewesen. Was es gleichzeitig auch plausibel macht, warum die Terroristen von Paris nicht schon im Vorfeld entdeckt wurden. Sie hatten weder Putzmittel gekauft noch Digitaluhren selber gebastelt. Deutschen Männern ist jedenfalls und vor allem in der noch verbleibenden Karnevalszeit zu empfehlen, sich zu rasieren, bevor sie Putzmittel in einem Baumarkt kaufen.

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