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Kontakt

Davon ist momentan sehr häufig die Rede. Verbunden zumeist mit der Frage, ob er denn stattgefunden habe, dieser Kontakt, und wenn ja, welche Konsequenzen er haben müsste oder hat. Um dann häufig stundenlang zu diskutieren, ob denn zum Beispiel das Ganze wirklich einen Strafstoß oder gar einen Elfmeter wert war.

Aber natürlich gibt es auch noch andere Bereiche des Lebens, in denen der Kontakt geradezu gesucht wird, respektive als zwingend notwendig angesehen wird. Würde doch sonst die Menschheit langsam aber sich aussterben. Was für den Planeten an sich natürlich eher wünschenswert wäre, die Spezies Mensch aber wohl eher als bedauerlich empfinden würde.

Und dann gibt es noch Konstellationen, in denen es als nicht dienlich erachtet wird, dass jeglicher Kontakt stattfindet. Distanz also nicht nur das Gebot der Stunde ist, sondern auch in speziellen Fällen sogar ein Kontaktverbot von der Exekutive ausgesprochen wird. Doch da ist es dann nicht selten wie auf dem grünen Rasen. Und es werden zum Beispiel drei tote Kinder und eine tote Frau gefunden. Für eine Strafe, wie auch immer sie geartet sein mag, ist es dann allerdings zu spät.

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Freundschaft

Wenn Freundschaft bei genauerer Betrachtung eigentlich wie Liebe ohne Sex ist, würde das allerdings ein gewisses Dilemma mit sich bringen. Denn längerfristig gesehen, kommt eine Liebesbeziehung ohne Freundschaft nicht aus. Es wäre folglich und höchstwahrscheinlich ein Balance-Akt. Der wohl nur funktioniert, wenn alles seine Zeit und zu seiner Zeit seine Daseinsberechtigung hat.

Obsolete Beziehung

Lange war es mir ein Rätsel, was US-Präsident Trump damals im Wahlkampf meinte, als er die Nato als obsolet bezeichnete. Fremdwörter sind nicht so mein Ding. Doch dank des türkischen Präsidenten Erdogan habe ich jetzt eine dumpfe Ahnung bekommen, was damit gemeint sein könnte. Er hat nämlichen den US-Soldaten, sollten diese dem türkischen Heer bei Angriffen gegen die kurdischen Mitglieder der YPG im syrischen Manbidsch irgendwie im Wege stehen, angedroht, ihnen eine „osmanische Ohrfeige“ zu verpassen.

Nachdem nun aber die USA und die Türkei Nato-Partner sind, heißt obsolet wohl nichts anderes, als dass es in einer Beziehung so schlecht steht, dass es bei einer Auseinandersetzung auch schon mal zu einer Ohrfeige kommen kann. Und das wiederum kenne ich von unseren Nachbarn, die rechts von uns wohnen. Deren Beziehung scheint insbesondere am Wochenende sehr obsolet zu sein. Allerdings gibt es wohl auf keine Frage eine Antwort, ohne dass sich nicht eine neue Frage stellt. Zum Beispiel, was denn eine „osmanische Ohrfeige“ ist.

Neuanfang

Man kann sich das ja in etwa so vorstellen: Da ist eine Beziehung in die Brüche gegangen. Man hat sich eine Auszeit gegönnt. Ist dann, zumindest auf einer Seite, auch mal auf Partnersuche gegangen zwischendurch. Hat aber auch nicht geklappt. Aber weil man an die armen Kinderlein denkt, möchte man trotz alledem einen Neu-Anfang probieren.

Man setzt sich also zusammen, alle Kränkungen und unterschiedlichen Standpunkte im Gepäck, die letztendlich mit zur Trennung geführt haben. Und als dann jemand nachfragt, wie denn das Gespräch verlaufen sei, vor allem, weil ja vorher noch vor Freunden schwer gestänkert worden war, da lautet die Antwort: Das Gespräch sei „ernsthaft, konstruktiv und offen“ gewesen.

Aber möglicherweise ist das der Unterschied. Während in einer realen Beziehung das Gespräch wohl mit Tränen, erneuten gegenseitigen Anschuldigungen und einem mitternächtlichen Drama geendet hätte, gehört es einfach zum Handwerk von Politikern, jemand freundlich anzulächeln, der noch kurz zuvor ziemlich Unflätiges vom Stapel gelassen hat. Vielleicht sollte man in Beziehungen öfter mal so tun, als wäre man in der Politik.

Rosenkrieg

Also richtig verheiratet waren sie ja nie. Es war ja eher so eine Zweck-Ehe. Eine Interessengemeinschaft. Hindert aber nicht, dass es jetzt zum Rosenkrieg gekommen ist. Den vielleicht die Eine oder der Andere schon sehr viel früher erwartet hätte. Nachdem die Trennung schon ein gutes halbes Jahr zurück liegt. Aber es ist wie in vielen anderen Beziehungen eben auch: Der Schmerz über die Trennung staut sich auf. Und dann bedarf es nur noch einer erneuten Kränkung – und schon fliegen die Fetzen. Und das natürlich ganz besonders, wenn diese Kränkung dann auch noch coram publico erfolgt. Es mehr oder minder jeder mitbekommt.

Doch eigentlich war das ja abzusehen. Denn auch wenn solche Zerrüttung natürlich auch in anderen Beziehungen vorkommt, wenn dies in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit zwei Alpha-Männchen der Fall ist, dann ist der große Schlagabtausch programmiert. Von einstweiligen Verfügungen ist die Rede, von Anzeigen wegen Verleumdung. Wie der Rosenkrieg ausgehen wird, das lässt sich allerdings erst sagen, wenn das Buch herausgekommen ist, in dem sich Steve Bannon, der Ex-Berater von Donald Trump, über den US-Präsidenten auslässt.   

 

Neue Erkenntnisse

Vielleicht darf man es sogar als kleine Sensation bezeichnen. Mir fiel es jedenfalls wie Schuppen von den Augen. Und eigentlich verwundert es mich, dass noch niemand schon eher darauf gekommen ist. Denn schließlich ist es doch kein Geheimnis mehr, dass in nicht wenigen Beziehungen eine Art von Automatismus herrscht. Und leider fast ausschließlich in einer Konstellation. Da ist dann ein Mann, der seine Frau, sei sie mit ihm verheiratet oder auch nur zusammen lebend, mehr oder minder als sein Eigentum betrachtet. Insofern jedenfalls, als er ihr an den Kopf werfen kann, was er will. Glaubt, mehr oder minder mit ihr machen zu können, was ihm gerade in den Sinn kommt. Gewalt nicht ganz ausgeschlossen.

Es ist leider eine Spirale, die sich bis hin zur Eskalation dreht und zumeist nur von der Frau unterbrochen werden kann. Sich diese aber bis dahin an die Hoffnung klammert, dass er sich schon noch ändern wird. Sicher wieder der nette, zuvorkommende Mann werden wird, der sie mit seinem zugewandten Wesen, seinen Versprechungen und durchaus auch mit seiner Männlichkeit dereinst beeindruckte. Eine Hoffnung, die allerdings mehr als trügt. Und zieht man das alles in Betracht und vergleicht es mit den Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland, so muss man zwangsläufig zu der doch überraschenden Erkenntnis kommen, dass der deutsche Michel eigentlich eine Frau ist. Was mit Sicherheit die Gender-Diskussion weiter anfachen wird.

Chance

Irgendwas muss erst einmal gewaltig aus dem Ruder laufen, bevor sich Erkenntnisse einstellen, die einem vielleicht gedanklich gar nicht einmal so abwegig vorkamen. Nur, vom rationalen Erfassen bis zur Umsetzung ist oft ein langer Weg. Der nicht selten ein Leben lang nicht zum Ziel führt. Aber zu einem gewaltigen Schritt nach vorne führen kann, wenn es plötzlich zu einem Schicksalsschlag kommt. Einer Krankheit zum Beispiel. Zu einem Ereignis, das den Menschen aus der gewohnten Bahn wirft. Kaum noch einen Stein auf dem anderen lässt. Im übertragenen Sinne.

Aber just das ist es dann, was Menschen nachhaltig verändern kann. Was Menschen in einer verkrusteten Beziehung auf einmal wieder näher bringt. Sie vielleicht sogar ganz neue Wege finden lässt, miteinander umzugehen. Was für den Einen bedeuten kann, dass er auf einmal eine Nähe zulässt, die er sein ganzes Leben lang für zu gefährlich hielt, um sie sich zu erlauben. Doch jetzt, mit der schweren Krankheit, vielleicht sogar mit seinem Tod vor Augen, mit diesem ganzen Desaster, ist die Angst, sich verletzlich zu machen, auf einmal erträglich. Wird sie aufgewogen durch das Gefühl, das die Nähe jetzt auslöst.

Das eher traurige Fazit, gleichzeitig auch ein Mantra: Selbst wenn der Mensch rational durchaus etwas erfassen kann, muss das noch lange nicht bedeuten, dass er es auch leben kann. Aus zumindest mir schlichtem Gemüt nicht erfindlichen Gründen bedarf es zumeist erst einer extremen Situation, um auf die Idee zu kommen, aus Gedanken auch Verhalten zu machen. Schicksalsschläge können da eine große Chance sein. Die große Chance, in seinem Leben etwas besser zu machen. Das Leben besser zu machen. Trotz des tragischen Ereignisses, das erst dazu geführt hat.