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Wohl bekomm’s

Gerade in unruhigen Zeiten ist es einfach etwas wunderbares, wenn man hin und wieder etwas Ruhe ins Leben bringen kann. Und wenn es nur für einen Moment ist. Einfach ein bisschen entspannen. Mit einem einem Gläschen Wein, einem Bierchen. Geht natürlich auch mit einem Cocktail oder einem kleinen Whiskey. Ist auf jeden Fall besser, als irgendwelche Drogen zu nehmen.

Das denkt sich vor allem auch der Staat – und erklärt Alkohol haushaltstechnisch zum Lebensmittel. In dieser Sparte ist Alkohol nämlich EU-Export-Schlager Nummer 1. Überhaupt sind Wein, Bier und ihre Freunde keine schlechte Einnahmequelle. Den Schaden, den Alkohol nämlich anrichtet, den bezahlen vor allem andere.

Für Neurologen, diesen alten Spaßbremsen, ist Alkohol nur eine Droge wie alle anderen. Der die Gesellschaften allerdings mehr kostet als jede andere Droge. Hat zumindest eine Untersuchung in mehreren europäischen Städten ergeben. Und woanders dürfte das nicht sehr viel anders sein. Afrika beispielsweise hat kräftig aufgeholt und europäischen Standard erreicht.

Um das zu schaffen hat eine europäische Brauerei Prostituierte engagiert, um eine bestimmte Biersorte anzupreisen. Weil es angeblich potent macht. Was ihre Kunden dann auch gleich mit ihnen ausprobieren konnten. Was man sich hierzulande sparen kann. Hier trinken jede Bürgerin und jeder Bürger freiwillig und statistisch gesehen 10 Liter reinen Alkohol im Jahr.

Also Säuglinge, Kinder und alte und sehr alte Menschen auch. Weshalb also mancher wohl 20 Liter und vielleicht sogar mehr trinken muss, wenn er Kinder liebt. Fakt ist: Zu viel Alkohol bekommt vielen Menschen schlecht. Genau gesagt: Weltweit sterben Jahr für Jahr drei Millionen Menschen daran. Da muss sich manches Virus gewaltig anstrengen, um da mitzuhalten.

Entwarnung

Also alles zurück auf Null. Kein Bruch in der Geschichte, Nichts ist anders. Es ist alles in Ordnung. Hatte ich vor kurzem noch geargwöhnt, dass ein Ruck durch das Land gehen könnte, wegen der aktuellen Ereignisse, kann ich jetzt voller Freude mitteilen, dass in unserem Lande alles beim Alten bleibt. Und der untrügliche Beweis dafür, das ist eine Meldung vom Tage. Dass sich nämlich große Teile der Bevölkerung große Sorgen machen um die Versorgung.

Denn es wurden leere Regale in Supermärkten gesichtet. Und nun fragen sich viele besorgte Bürger, wann wir bei Wasser und Brot sitzen werden. Oder schlimmer noch, ob wir bald auch ohne Internet, Fernsehen und Bier unsere Tage fristen werden. Was nichts anderes heißt, als dass sich viele Bürger Gott sei Dank um die wirklich wichtigen Dinge kümmern. Weil man sich entscheiden muss. Und leere Regale in Supermärkten sind nun wirklich existenzbedrohender als Temperaturen um Null in einem Zelt in Syrien oder an der griechischen Grenze. Oder ein Raketenangriff. Auf ein Krankenhaus.

Gemeinsamkeit

Man muss gute Nerven haben an einem Freitag Nachmittag. Die Staus aussitzen, ohne den Vordermann anzubrüllen oder sogar strafwürdige Handbewegungen zu machen. Und nicht sehr viel leichter ist der Gang in den Supermarkt, weil doch noch irgendetwas fehlt, zum Beispiel eine Tüte Chips.

Genau wie bei all den anderen Menschen, mit denen man dann gefühlt stundenlang in der Schlange vor der Kasse steht. Doch irgendwann ist Mann dann doch zu Hause, hat sein erstes Wochenend-Bier aufgemacht, die Beine ausgestreckt, und schaut verträumt der Ehefrau beim Staubsaugen zu, weil sie morgen lieber zum Einkaufen geht, als noch die Putztücher zu schwingen.

Und spätestens da ist der ganze Druck schon ein bisschen kleiner geworden, die Stimmung schon richtig entspannt. Aber dann ist es auch schon 8 Uhr, und wie jeden Abend nimmt die Hand die Fernbedienung, um das TV-Gerät anzumachen: Tagesschau. Und trotz des zweiten Biers ist in minutenschnelle die ganze gute Stimmung beim Teufel, und man könnte nur noch kotzen. Weil sie trotz aller Phrasen und Versprechungen alle dahocken wie die Kaninchen vor der Schlange. Die Politiker und die Menschen vor den TV-Geräten.

Schwarmbildung

Hatte heute das große Vergnügen, einige Zeit auf einem jener Großflughäfen zu verbringen, die gerne als Drehkreuz bezeichnet werden. So konnte ich Stunden dem melodischen Zirpen tausender Kofferrollen lauschen. Dem Geschrei und Gezeter mancher aufgebrachten Vielflieger. Einem menschlichen Schwarm zusehen, der wie Bienen oder Wespen zwar auch auf permanenter Nahrungssuche zu sein schien, aber dabei jegliche Ordnung und geplantes Vorgehen vermissen ließ.

Dabei konnte ich nicht nur die Beobachtung machen, dass nicht wenige Menschen länger auf ihr Gepäck warten mussten, als sie für das Zurücklegen nicht unerheblicher Flugdistanzen benötigten. Ich kam auch zu der Erkenntnis, dass mein mangelhaftes Fernweh in erster Linie auf meiner Abneigung beruht, die ich gegen diese Arten von Schwärmen habe. Werden sie von Bienen oder Wespen gebildet, habe ich kein Problem damit. Sind es hingegen Menschenschwärme, so verzichte ich sogar auf den Anblick von Alhambra und Freiheitsstatue. Und daran ändert sich auch nichts, wenn sie Bier aus Krügen trinken. Und dazu tausende von Kilometern in Flugzeugen zurücklegen.

Sorgen verschütten

Nach eher vorsichtigen Schätzungen sind 2,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland alkoholkrank. An die zehn Millionen konsumieren alkoholische Getränke in einer Menge, dass sie gute Chancen haben, bald zu den alkoholkranken Menschen zu gehören. Und gefühlt 1,5 Millionen von denen arbeiten für das Fernsehen oder den Film.

Was da an alkoholischen Getränken gekippt oder durchaus auch mal mit geschlossenen Augen zu sich genommen wird, wie da zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ein Fläschchen gekorkt oder Gläser gefüllt werden, das ist beeindruckend. Geradezu zelebriert wird das Ende der Arbeit stets mit einem Gläschen Wein, einem Bierchen, in gehobenen Kreisen gerne auch mal mit einem „Drink“.

Man stelle sich einmal vor, es würde in gleicher Menge und Häufigkeit in Filmen Kokain geschnupft oder Heroin injiziert werden. Oder nehmen wir nur einmal die leichtere, mitunter sogar helfende und trotzdem immer noch verteufelte Variante Cannabis inhaliert wie Alkohol die Kehlen hinunter gegossen wird.

Was wäre das für ein Aufschrei von all diesen Saubermännern und Sauberfrauen, die sich jeden Abend erst einmal ein Gläschen einschenken, bevor sie auch nur einen Gedanken an ein Nahrungsmittel verschenken. Ganz zu schweigen, dass es zu oft nicht bei diesem einen bleibt. Aber dass das allem Anschein nach kaum jemand stört, vielleicht liegt das einfach daran, dass mit Alkohol einfach mehr verdient wird. Von Herstellern und Staat.

Kapitalanlage

Für diesen Beitrag habe ich erst einmal ein Bierchen aufgemacht. Denn ich wollte mir einmal in aller Ruhe anschauen, was man denn am besten mit dem Geld macht, von dem nicht weiß, was man damit anfangen soll. Und natürlich vermeiden will, dass es sich mit irgendeiner platzenden Blase in Luft auflöst. Die Automobilbranche ist mir beispielsweise momentan zu unsicher. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Politik Autohersteller in die Pflicht nimmt. Aber andererseits haben wir ja auch längere Zeit geglaubt, dass es keinen Atomausstieg geben wird.

Immobilien boomen zwar zurzeit, sind aber blasengefährdet. Und wohin das führen kann, haben wir ja in den USA gesehen. Am Ende kriegen wir auch so einen Donald mit einem großen Knopf. Weshalb ja Rüstung nicht schlecht wäre. Waffen werden schließlich immer gebraucht. Ist aber insofern etwas unsicher, weil man momentan keiner so genau vorhersagen kann, ob weiterhin in Staaten wie Saudi Arabien oder die Türkei geliefert wird. Weil für die Verteidigung kaufen die jetzt ja ihre Waffen ganz offensichtlich nicht gerade. Doch dann habe ich versehentlich das Bierglas umgestoßen. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Ich investiere in Firmen, die alkoholische Getränke herstellen. Die haben kein Feinstaub-Problem. Die Umsätze schwanken seit Jahrzehnten nur in einem sehr kleinen und überschaubaren Rahmen. Und das stichhaltigste Argument: Alkohol ist nun wirklich nichts, was die Gesellschaft spaltet. Getrunken wird bei den Obdachlosen wie in den Chefetagen. Bei den Linken wie bei den Rechten. Weswegen mehr als eine halbe Million Deutsche jedes Jahr ins Krankenhaus müssen. Vielleicht sollte ich also streuen. Und in Krankenhäuser und Brauereien investieren.

Abendgedanke

Lange Zeit habe ich gedacht, dass es ziemlich schwierig sein dürfte für einen Schleswig-Holsteiner, zum Beispiel in Niederbayern zu leben. Inzwischen vertrete ich die Auffassung, dass es für einen Kurden ziemlich egal ist, wohin er geht. Ich möchte nicht mit ihm tauschen. Ich hätte auch nicht vor 95 Jahren mit ihm tauschen wollen. Und schon gar nicht vor 88 Jahren. Und auch nicht in den Jahrzehnten danach – oder im neuen Jahrtausend.