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Montagsgedanken

Falls es noch irgendjemand geben sollte, der das noch etwas anders sieht, hier mein offizielles Statement: Der Satz, der für diesen respektive dieses Blog als Namen, Kennzeichen oder auch Überschrift fungiert, entbehrt natürlich jeglichen Anspruches auf Wahrheitsgehalt. „PET erklärt die Welt“ ist nichts als eine ironische Überspitzung, das Synonym für die Tatsache, dass sich diese Welt nicht erklären lässt. Das leitet sich bereits aus dem Wort „PET“ ab, das, man möge es mir verzeihen, zum einen auf den englischen Begriff für „Haustier“ oder „gehätscheltes Tier“ Bezug nimmt. Dass es auch für „Petting“, „fummeln“ oder „knutschen“ steht, ist für diesen Zusammenhang ebenso wenig relevant wie seine Bedeutung für „schlechte Laune haben“.

Die Schreibweise in Großbuchstaben soll im Übrigen Hinweis sein auf die Tatsache, dass dieser respektive dieses Blog ebenso recycelbar ist wie PET-Flaschen, auch wenn im vorliegenden Falle aus verständlichen Gründen kein Pfand dafür ausgezahlt wird. Kurzum, da sich weder Haustier noch Kunststoffflaschen sonderlich dazu eignen, die Welt zu erklären, ist wohl alles darüber gesagt, wie ernst dieser Satz zu nehmen ist. Wohingegen es bitterer Ernst ist, dass dieser respektive dieses Blog versucht, ausgewogen und möglichst neutral auf manches hinzuweisen, was in dieser Welt der einen oder anderen Überlegung wert ist, vielleicht gedanklich etwas seziert oder neu respektive anders gedacht werden sollte.

Und was ich an Gedanken diesbezüglich niederschreibe, das basiert in erster Linie auf dem Wissen, dass sich der erklärte Erklärungsnotstand aus der menschlichen Psyche herleitet. Dass all das, was nicht oder nur sehr schwer oder kaum zu verstehen ist, menschlichen Verhaltensweisen anzulasten ist. Von denen man natürlich und auf Grund von jahrtausendjährigen Erfahrungen weiß, dass sie nicht oder nur sehr schwer oder kaum zu ändern sind. Doch weil ich darüber nicht in Verzweiflung versinken möchte, schreibe ich diesen respektive dieses Blog. Mit jedem Wort möchte ich der Hoffnung Ausdruck geben, dass es vielleicht doch möglich sein könnte, dass sich vielleicht doch etwas ändern könnte. Man muss nicht daran glauben, um diese Hoffnung zu haben. Aber man muss die Hoffnung haben, um ein Leben erträglich zu gestalten. Wahrscheinlich hat PET doch ein bisschen mit „Petting“ zu tun.

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Frohe Botschaft zum Jahresende

Nachdem ich jetzt in einer 24-Stunden-Aktion die Blogeinträge und somit die Ereignisse des gerade vergehenden Jahres einmal habe Revue passieren lassen, bin ich zu einem Entschluss gekommen. Basierend auf der unleugbaren Tatsache, dass es fast ausschließlich Themen waren, die nicht gerade zur Erbauung geschweige denn zu Frohsinn und allzu viel Heiterkeit Anlass gaben. Ganz im Gegenteil. Was auch erklären würde, warum die weltweite Verbreitung nicht in dem angestrebten Ausmaß stattgefunden hat.

Und ich habe volles Verständnis dafür, dass die Menschen da draußen lieber nach den angenehmen Seiten ihres Lebens suchen. Haben sie doch einfach alle schon genug Elend vor der Haustür respektive auf dem Bildschirm ihres LED-Smart-TV mit 50-Zoll-Diagonale. Weshalb ich mir fest vorgenommen habe, im kommenden Jahr nur über die positiven Seiten des Lebens zu bloggen. Über Ereignisse, die das Herz aufgehen lassen, fröhlich stimmen; die aufzeigen, dass es nicht nur Lug und Betrug, Leid und Not, Angst und Schrecken, Tod und Krankheit gibt.

Was natürlich bedeuten kann, dass ich kaum noch über Ereignisse schreiben kann, an denen Menschen beteiligt sind. Aber es gibt ja noch die Natur, die Tiere und Pflanzen. Zudem ist es ja oft auch nur eine Frage der Perspektive, der Sichtweise, der Einstellung. Die sich in dem geläufigen Beispiel wiederfinden, dass der eine Mensch von einem halbleeren Glas spricht. Und der andere eben von einem halbvollen. Man kann darüber sprechen, dass aktuell 23.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Oder darauf hinweisen, dass es wieder mehr Pandabären gibt.

Oder ist es nicht schön, dass es Menschen gibt, die eine ganze Nacht in der Kälte ausharren? Obwohl sie ein Zuhause haben. Und man annehmen darf, dass sie einfach einmal wissen wollten, wie es jetzt wohl Migranten ergeht, auf dem Weg ins gelobte Land. Dass sie nur darauf gewartet hätten aufgerufen zu werden, damit sie in einem Geschäft ein Paar Turnschuhe für 200 Euro kaufen dürfen, die ein Rapper designt haben soll, das ist nur wieder so eine Meldung der Lügenpresse.

Ein Meteorit wird kommen

Es gibt schon Menschen, die behaupten, ich wäre vielleicht ein bisschen morbide. Auch wenn ich das nicht so ganz nachvollziehen kann. Warum soll ich mir nicht einmal überlegen, wie das wohl wäre, wenn ein Meteorit, sagen wir mal von der Größe unseres Mondes, auf die Erde zurasen würde. Er muss schon so groß sein. Damit auch sicher ist, dass dann Schluss mit der Erde ist. Und nicht vielleicht nur wieder so eine Eiszeit für ein paar hunderttausend Jahre verhindert, dass die Menschen die Erde dann doch endgültig unbewohnbar machen.

Also nehmen wir mal an, dass sie mit einem ihrer gewaltigen Teleskope diesen Meteoriten entdeckt haben. Der auf die Erde zurast. Und keinerlei Anstalten macht, auch nur einen Millimeter von seinem Kurs abzuweichen. Also Aus, Ende, Exitus. Für die gesamte Menschheit. Weshalb ich mir also die Frage stellte, was ich in so einem Fall tun würde. Und ich habe die Antwort gefunden. Nämlich nichts. Nichts, was ich sonst nicht auch tun würde.

Denn wenn ich das Gefühl hätte, dass ich etwas versäumt habe, es deshalb noch unbedingt erledigen, noch tun müsste, bevor der Einschlag kommt, dann kann das nur bedeuten, dass ich es bisher versäumt habe. Ich würde nicht einmal meinen Liebsten sagen, dass ich sie liebe. Denn wenn ich es bisher nicht getan habe, dann wäre es jetzt auch zu spät dafür.

Nein, ich würde frühstücken, meinen Blog schreiben. Vielleicht einkaufen gehen, wenn was für das Essen fehlt. Mich an meine Arbeit setzen. Den Hasen füttern. Und wenn es einigermaßen sicher wäre, dass es jetzt so weit ist, dann würde ich mir das Spektakel einfach mal anschauen. Das möchte ich wirklich nicht versäumen.

Das Internet bereichert…über Ernährungsratgeber und Netzfundstücke

Habe gerade nach akribischer Recherche feststellen müssen, dass Tipps für alle Lebenslagen der absolute Renner bei den Blogs zu sein scheinen. „Urgeschmack“ zum Beispiel. Ist quasi von Null auf 74.000 „Flies“ gespurtet, nämlich im ersten Monat. Und was erfährt man hier? Wie man „natürlich essen – gesund leben“ kann. Highlight des Februar: „Warum Wassertrinken wichtig ist.“ Vielleicht, weil man sonst verdurstet? Mein Leben geradezu revolutioniert hat jedoch der Post vom 1. Februar. Mit der Überschrift: „Blumenkohl ist nicht vegan.“

Und wer das verstehen will, muss einfach nur weiterlesen. Da heißt es dann nämlich: „Geröstetes Gemüse: Köstlich, schnell und einfach. Und vegan. Jedoch nicht, wenn man hinterher feststellt, dass im Blumenkohl eine winzige Schnecke saß, die mitgeröstet wurde. Eine Erkenntnis manifestiert sich: Blumenkohl ist nicht vegan.“ Hat also auch noch Humor, der Mensch. Und eben so viele Follower, wie ich noch nicht einmal Haare am ganzen Körper habe, geschweige denn auf dem Kopf.

Aber man kann offensichtlich auch mit Tiefgang Menschen interessieren. Wenn man jedenfalls mal von einem sehr seichten Gewässer ausgeht. Der Blog „Schlecky Silberstein“ zum Beispiel hat satte 183.148 „Flies“ und macht nichts anderes als „Netzfundstücke“, die offensichtlich auch noch zum größten Teil von Followern geliefert werden, verbal ein bisschen aufzupeppen. Was jedenfalls ausreichend zu sein scheint, denn „Schlecky“ darf sogar Kaffeemaschinen auf seiner Blog-Seite verkaufen.

Ein absoluter Leckerbissen aus dem reichhaltigen Angebot, wie sonst gerne auch von einem Video ergänzt, falls jemand nicht lesen will oder kann, ist der Post „Verkackt“. Unter der Überschrift „Ein Vater am Limit – Wickeln ist nichts für Weicheier“ wird hier auf höchst humorvolle Weise ein Geheimnis gelüftet. Dass nämlich Frauen anders sind. Zitat: „Frauen gelten nicht umsonst als härteste Menschen des Planeten. Sie können Nudeln mit der bloßen Hand aus kochendem Wasser holen, andere Menschen aus sich rausdrücken und 50 Shades of Grey zu Ende lesen.“ Zitat Ende.

Das scheint es also zu sein, was die Menschen bewegt. Erkenntnisse, die die Welt verändern, Fragen beantworten, die zu stellen, man nicht gewagt hätte. Weil man vielleicht Angst vor der Antwort hatte? Auf jeden Fall bin ich sehr verunsichert, ob meine Art und Weise, die Welt zu erklären, die richtige ist. Und ich befürchte, dass sich an diesem Zustand nur etwas ändern wird, wenn ich es einfach einmal anders probiere. Am besten vielleicht mit einem Mix aus Ernährungsratgeber und „verkackten“ Netzfundstücken. Die „Flies“ werden mir ja zeigen, ob das funktioniert. Doch heute will ich noch einmal in gewohnter Weise verfahren. Deshalb hier kommentarlos die Auflösung: „Flies“, das sind die Anzahl der Likes, Shares, Kommentare und Klicks für einen Blog und Kriterium für das Ranking. Weiß ich auch erst seit einer viertel Stunde.