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Schmetterlinge

Das ist so geil! Also mehr Retro geht überhaupt. Diese Parteien haben uns, ein ganzes Land soeben von Null auf Hundert und von hier und jetzt zurück katapultiert in die 1960er Jahre. In diese glorreichen Jahre, als der Kommunist an sich und im Rudel sowieso der Feind war, und unliebsamen Menschen ohne ein Schulterzucken ins Gesicht gesagt werden konnte: Dann geh‘ doch rüber! Und jetzt haben wir zwar kein „rüber“ mehr, aber genau so fühlt es sich jetzt wieder an.
Hurra, möchte man nur noch schreien, vor lauter Freude und Begeisterung, wenn da nicht diese Schmetterlinge im Bauch wären, als ob man verliebt wäre. Und ein bisschen ist man es ja auch. In AKK zum Beispiel – oder auch in Frau Linda Teuteberg von der FDP. Und alles nur, weil die Grünen in Bremen die Möglichkeiten eines Rot-Grün-Roten Bündnisses ausloten wollen.
Weshalb Frau Annegret Kramp-Karrenbauer Grünen-Wähler davor warnt, mit der Linkspartei aufzuwachen. Vermutlich, weil sie befürchtet, dass man sich bei der mit HIV infiziert. Oder schlimmer noch: mit marxistischem Gedankengut. Und Frau Teuteberg plagt die Sorge, dass es für Grünen-Wähler mit einem Linksbündnis im grünen Kleid enden könnte. Und was Mode betrifft, da ist man bei der FDP ganz weit vorne. Was aber alles in allem auf genau das selbe rauskäme, bzw. enden würde: Nämlich im Kommunismus. In der Zwangswirtschaft. Mit Stasi-Methoden. Wie in den 1960er Jahren.

Hoffnung

Ich gebe ja zu, dass ich manchmal durchaus etwas zur Verzweiflung neige. Ist ja auch nicht wirklich verwunderlich. Die Meeresspiegel steigen, die CDU hat schon wieder eine Parteivorsitzende, Trump lässt eine Chinesin verhaften. Weshalb die Märkte natürlich verhalten und der Dax mit leichtem Absturz reagieren. Es gibt so viel, weshalb man an der Menschheit verzweifeln könnte. Doch heute habe ich endlich wieder einmal Zuversicht geschöpft.

Wie jeder anständige Mensch, der weiß, dass das Weihnachtsgeschäft nicht nur für den Groß- und Einzelhandel, sondern für die ganze Gesellschaft von aller größter Bedeutung ist, war ich natürlich beim Shoppen. Und unter anderem in einem Supermarkt. Und als ich dort erleben respektive sehen durfte, dass es jetzt auch Adventskalender für Hunde gibt, da war ich mir ganz sicher, dass es gar nicht so schlimm steht mit der Menschheit.

Reichtum für alle

Wirtschaftskriege hin oder her. Es boomt. Nie gab es mehr Milliardäre als heute. Inzwischen dürften es über 2000 sein. Und jeder und die paar jede hat mehr als vier Milliarden Dollar. Zuwachs innerhalb eines Jahres: an die 20 Prozent. Und sogar in Deutschland gibt es jetzt schon mehr als 120 Milliardäre und Milliardärinnen. Und dass das noch besser wird, dafür will der Merz für einen deutschen Frühling sorgen.

Der potentielle und finanztechnisch potente Parteivorsitzende der CDU will Reichtum für alle und hat auch schon ein Konzept. Die Menschen sollen einfach mehr Risikobereitschaft zeigen. Und mehr Aktien kaufen. Das habe ich sofort einmal mit der Bedienung in meinem Stammcafé besprochen. Und sie hatte eine Spitzenidee. Sie wird in Zukunft das Trinkgeld nicht mehr für die Miete zum Fenster rausschmeißen. Sondern Aktien dafür kaufen.

Richtige Richtung

So schlimm war es schon lange nicht mehr. Alle, die heute vor ein Mikrophon traten, um gefragt oder ungefragt ein Statement abzugeben zur Entscheidung der Bundeskanzlerin, haben die Note 1 verdient. So perfekt haben sie in der Disziplin „viel reden, ohne etwas zu sagen“ heute agiert.

Es war ein wunderbarer Poetry-Slam, der genauso gut mit dem Vorlesen eines Telefonbuchs oder dem rezitieren von Kalendersprüchen aus den Monaten März und April hätte bestritten werden können. Und es hat gezeigt, dass es nicht darum geht, jetzt endlich nicht mehr um sich selbst zu kreisen oder die Hausaufgaben zu machen, auch ein Neuanfang ist nicht das Gebot der  Stunde.

Das Einzige, was helfen kann, das sind Menschen in der Politik, die erstens wissen, was sie wollen. Und die zweitens auch in der Lage sind, es direkt und offen und ohne Floskel-Wischi-Waschi-Gefasel auszusprechen. Auch wenn das für Politikerinnen und Politiker nun wirklich sehr viel verlangt ist. Wenn nicht sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn heute Angela Merkel schon mal einen winzigen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat.

Null Prozent

Die Wählerinnen und Wähler in diesem Land müssen endlich begreifen, dass die Vertreterinnen  und Vertreter dieser beiden Parteien erst dann nicht mehr glauben, einen Anspruch zu haben Regierungen zu bilden, wenn sie in der Wählergunst auf Null Prozent gefallen sind. Bis dahin wird man sich bei CDU, CSU und SPD in einer Regierungsverantwortung sehen, die schon seit geraumer Zeit mehr als verantwortungslos ist.

Demokratie

Manchmal ergibt sich das einfach so. Da sitzt man zusammen, spricht über das Wetter, vielleicht auch über die Familie, oder den nächsten Urlaub. Kann natürlich sein, dass man auch ein bisschen ins Politisieren kommt. Über die jüngsten Ereignisse plaudert. Über den Lachanfall bei der UNO. Als Trump seine Erfolgsstory erzählte. Dass jetzt in Österreich das Innenministerium Anweisung gab, bestimmte Medien nur noch sparsam mit Informationen zu versorgen. Weil die auch immer so negativ über die Polizei und überhaupt berichten. Also über diesen ganzen Wahnsinn, der momentan so die verschiedensten Länder durcheinander wirbelt. Bis dann jemand plötzlich sagt: Warum spielen wir heute nicht mal ein bisschen Demokratie.

Erst schauen alle ganz erstaunt, aber dann fangen einige an, mit dem Kopf zu nicken. Ja, klar doch. Warum nicht mal Demokratie. Und kurz darauf gehen sie los, um den Vorsitzenden ihrer Fraktion zu wählen. Und, ups, auf einmal ist der alte Vorsitzende, der langjährige Weggefährte der Kanzlerin, doch wirklich und entgegen allen Erwartungen abgewählt. Und der neue Fraktionsvorsitzende weiß gar nicht, wie ihm geschieht. Weshalb er auf Fragen, ob das jetzt eine Ohrfeige für die Kanzlerin sei, die sich vor der Wahl ja hinter den alten Fraktionsvorsitzenden gestellt hatte, sagt, dass das auf keinen Fall eine Ohrfeige für die Kanzlerin wäre. Sondern nur Demokratie. Und da musste ich an Spaziergänge denken, wenn riesige Köter mit Schaum vor dem Maul auf mich zurasten. Und die Besitzer geschrien haben: Der will nur spielen.

Gerichtsentscheidung

Ein Mann wird abgeschoben. Obwohl ein Gericht die Abschiebung untersagt hat. Das ist zwar unangenehm in einem Rechtsstaat, aber es kann eben mal passieren. Und wenn  die Politiker, die dafür gesorgt haben, dass der Beschluss des Gerichtes missachtet wurde, sich mit etwas Asche „mea culpa“ auf die Stirn schreiben, dann muss einem trotzdem nicht bange werden.

Wenn aber dann der Innenminister eines Bundeslandes, der Mitglied der CDU ist, sagt: „Die Unabhängigkeit von Gerichten ist ein hohes Gut. Aber Richter sollten immer auch im Blick haben, dass ihre Entscheidungen dem Rechtsempfinden der Bevölkerung entsprechen.“ Und hinzufügt: „Wenn die Bürger Gerichtsentscheidungen nicht mehr verstehen, ist das Wasser auf die Mühlen der Extremen.“

Dann macht das Angst. Denn es zeigt, dass dieser Innenminister noch nicht das Prinzip der Gewaltenteilung verstanden hat, die im Grundgesetz der BRD verankert ist. Er scheint die Justiz für ein Instrument der Politik zu halten. Weshalb er mit einem Nebensatz Recht hat. So eine Aussage ist Wasser auf die Mühlen der Extremen. Und zwar jener, die diesem CDU-Mann offensichtlich näher stehen, als einem lieb sein kann.