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#gesichtzeigen

Was der guten Sarah Wagenknecht links ist, das kann mir doch eigentlich nur recht sein. Wobei „Aufstehen“ schon ein sehr hoher Anspruch ist. Da ist Bewegung gefordert, körperlicher Einsatz. Das klingt ja fast schon nach Revolution. Jedenfalls habe ich mich ja im letzten Blog zu dem erneuten Gezerre in der GroKo auch über die lässige Apathie eines Großteils der Bevölkerung ausgelassen. Moniert, dass doch letztendlich der überwiegende Teil gemütlich zu Hause sitzt und sich in der warmen Stube bestenfalls über pöbelnde Rassisten aufregt.

Und wenn man einmal davon absieht, dass ich zumindest täglich einmal zum Einkaufen fahre, um mich im Supermarkt über die Preise und die lange Schlange an der Kasse aufzuregen, vielleicht sollte ich mich doch etwas mehr an Frau Merkel orientieren. Also mich weniger mit der Funktionalität und den Abläufen beschäftigen. Und mehr mit dem, was mich wirklich beschäftigt. Sogar noch einen Schritt weiter gehen und vielleicht sogar das, was mich und den Rest der eher schweigenden Mehrheit in Deutschland wirklich betrifft, nach außen tragen.

Auch wenn es natürlich begrüßenswert ist, wenn ein Mensch nicht spricht, weil er gerade den Mund voll hat. Und viele Menschen, wenn man das Straßenbild berücksichtigt, sehr oft den Mund voll haben: Es ist höchste Zeit, dass ihn mehr Menschen endlich einmal aufmachen. Und zwar dort, wo sie gehört und gesehen werden.

Also nicht im heimischen Umfeld, wo von den Lieben sowieso kaum jemand zuhört, weil gerade wieder ein Chat auf dem Smartphone am Laufen ist. Ich denke auch nicht an Internet-Foren oder ähnliches, wo unter dem Deckmäntelchen der Anonymität Sprechblasen ohne Gefahr wie CO² abgesondert werden. Und noch weniger denke ich an Stammtische, über denen ja gar keine Rauchschwaden mehr wabern.

Mir schwebt eher eine Bewegung vor, die raus geht auf die Straße. Dorthin, wo man die größte Aufmerksamkeit erhält. Wo nämlich der Autoverkehr behindert wird. Und das Kind hat auch schon einen Namen: #gesichtzeigen! Bin jetzt mal auf erste Reaktionen gespannt. Wenn sich das Ganze wie bei Sarah Wagenknecht entwickelt, werde ich richtig durchstarten. Dann gibt es für mich kein Halten mehr. Dann wird nicht nur zum Einkaufen das Haus verlassen.   

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Segen der Luftfahrt

Im vergangenen Jahr waren 10.958.904 Menschen mit dem Flugzeug unterwegs. Pro Tag. Was ja auch kein Wunder ist, ein Flug von Frankfurt nach Rom ist mitunter billiger als die Tageskarte für die S-Bahn einer deutschen Metropole. In diesem Zusammenhang sei nebenbei erwähnt, dass man pro Flugreisendem und Flugkilometer getrost 230 Gramm CO² rechnen darf, die in die Atmosphäre geblasen werden.  Weshalb man also wenigstens auf Flugreisen und mit dem CO²-Ausstoß des Transportmittels Flugzeug den Fahrer eines Porsche Panamera übertrumpfen kann.

Aber das Flugzeug als Massentransportmittel hat auch eine ausgesprochen positive Seite. Dank der mehr oder minder zu jeder Tages- und Nachtzeit bevölkerten Flughäfen haben dort auch nicht wenige der immer mehr werdenden Obdachlosen ein neues Zuhause gefunden. Die verschiedenen und teils unterirdischen Ebenen mit Luft- und Lichtschächten bieten gute Möglichkeiten, ein trockenes Plätzchen zu finden. In der Masse der Menschen ist es nicht so schwer, nicht allzu sehr aufzufallen.

In einem konkreten Fall hat sich zum Beispiel ein Obdachloser mit den äußerlichen Insignien eines Geschäftsmannes ausgestattet, also Anzug und Aktentasche. Und nachdem es ja auch blitzsaubere Toiletten und sogar Dusch-Möglichkeiten gibt, ist er zumeist gänzlich unbehelligt in den weitläufigen Gängen und vielen Terminals seines Flughafens eine unauffällige Erscheinung. Die noch nicht einmal Probleme bekommt, wenn er es sich mal auf Sitzen im Abflugbereich für ein kleines Schläfchen gemütlich macht.

Verlagerung der Lösung

Bleiben wir doch mal beim Thema (sh. Blog von gestern). Wenn auch einen anderen Aspekt betreffend. Aktuelles Beispiel: Die Brennerautobahn. Hat ja jetzt einen Gipfel gegeben. Und das Ergebnis ist genau das: der Gipfel. Denn es wird genau das passieren, was gefühlt immer öfter passiert, wenn ein Problem gelöst werden muss. Nämlich nicht allzu viel. Denn es sind sich zwar alle einig, dass es nicht so optimal ist, wenn täglich 38.630,14 Lkw über den Brenner brettern. Macht nämlich 14,1 Millionen pro Jahr. Und jede Menge Abgase und Lärm.

Weshalb man jetzt mal wieder die grandiose Idee hegt, Lkw  auf die Schiene zu verlagern. Sie also mit dem Zug über den Brenner zu fahren. Hat aber auch gleich Unmut hervorgerufen, bei besorgten Bürgern. Züge würden nämlich auch Lärm machen. Und damit das gleiche Level wie die Bürgerinitiativen gegen Stromtrassen oder Windräder erreicht. Initiiert von Menschen, die viel für die Umwelt tun. So lange es nicht in der Nähe der Haustür stattfindet, was getan werden müsste.

Weshalb ich da einen Vorschlag machen möchte: Warum verlagert man denn nicht alles, was so stört, in die Luft? Vielleicht in 5.000 Meter Höhe. Also die Autobahnen, den Schienenverkehr, die Stromtrassen und Windräder. Das wäre doch mal eine Innovation. Und eine technische Herausforderung. Ganz in der Tradition des bisherigen Verlaufs der Evolution der Menschheit. Natürlich auch und wie vieles anderes mit einem kleinen Risiko behaftet.

Denn das würde selbstverständlich auch eines dieser Großprojekte werden, die erfahrungsgemäß zwar nur das Doppelte vom veranschlagten Betrag kosten, aber dafür bis zur Fertigstellung die vierfache Zeit beanspruchen. Was unter Berücksichtigung des aktuellen Tempos, mit dem die Umwelt gerettet wird, bedeuten könnte, dass es zu spät ist. Bis dahin unser schöner blauer Planet sowieso mehrheitlich unbewohnbar geworden ist. Zumindest für uns Menschen. Was ja wiederum ein Hoffnungsschimmer für die anderen Spezies und Pflanzen wäre.

Weihnachtliches Ratespiel

Wir haben beschlossen, dieses Jahr einmal an die Umwelt zu denken. Also nicht mehr selber durch die Gegend zu fahren, um Geschenke einzukaufen. Von wegen CO² und so. Nein, wir bestellen dieses Jahr alle Weihnachtsgeschenke im Internet. Und wenn’s nicht passt, kann man es ja sowieso kostenlos wieder zurück schicken. So lange, bis es passt. Und das ist nicht nur gut für den Klimawandel, auf diese Art und Weise haben wir auch ein Spiel entwickelt, an dem die ganze Familie ihre Freude hat.

Haben wir uns in früheren Jahren in der sogenannten staaden Zeit mit Stadt, Land, Fluss die Zeit vertrieben, so machen wir jetzt lustiges Nationalitäten Raten. Denn jedes Mal, wenn wieder ein Paketbote dreimal klingelt, stürzt die komplette Familie an die Tür. Um ganz aufmerksam zuzuhören, wenn der Paketbote fragt, ob er an der richtigen Adresse ist, ob der Name stimmt. Das machen sie jetzt nämlich immer.

Und dann macht jeder schnell sein Kreuz auf der Liste mit den Ländernamen, die wir neben die Eingangstür gepinnt haben und fragen noch ganz schnell, wo er denn herkommt. Die armen Burschen haben es jetzt in der staaden Vorweihnachtszeit ja wirklich immer extrem eilig. Auf jeden Fall bekommt derjenige, der richtig geraten hat, einen Punkt.

Bis jetzt haben wir schon zwölf verschiedene Nationalitäten. Aus Deutschland war nur ein Paketbote. Weshalb ich manchmal denke, was das doch für ein trauriges Weihnachten wäre, ein Weihnachten ohne Geschenke, mit herzzerreißend schluchzenden Kindern, wenn es nicht die Ausländer geben würde, die jetzt in der Weihnachtszeit Pakete und Päckchen ausfahren.

Wie Kohle Kohle macht

Macht einer ein Geschäft, so erzielt er damit unter Umständen ein mehr oder minder großes Vermögen. Der Volksmund spricht dann gerne davon, dass er Kohle gemacht hat. Also gut verdient hat. Etwas anders ist das, wenn jemand Holz macht. Das verspricht nämlich eher viel Schweiß und Mühe, die Möglichkeit, sich zu verletzen oder mindestens einen Muskelkater. Aber immerhin auch ein warmes Zimmer oder einen romantischen Abend vor dem Kamin.

Wenn aber einer mit Kohle Kohle macht, dann muss das offensichtlich weder nach Schweiß riechen noch wirklich verdient sein. Zumindest nicht, wenn man ein Kohlekraftwerk sein eigen nennt, mit dem Strom produziert wird. Was ja durchaus mal passieren kann. Da kann man jedenfalls in den Besitz von Millionenbeträgen im dreistelligen Bereich kommen, wenn man nichts macht.

Aber wir wollen korrekt bleiben. Ein bisschen was muss man doch tun. Nämlich mehrmals mit einem oder mehreren Regierungsvertretern zum Essen gehen oder vielleicht auch in ein Wellness-Bad oder in den Zoo. Wie man jetzt sieht, kann das eine wertvolle Investition in die Zukunft sein. Und dazu führen, dass man als Besitzer eines Kohlekraftwerks keine Strafabgabe zahlen muss, wie eigentlich vorgesehen, sondern Fördergelder in Millionenhöhe bekommt. Dafür, dass man die Arbeit einstellt.

Wird sich jetzt natürlicher mancher grämen, dass er lieber bei einer Supermarktkette Regale eingeräumt hat anstatt sich rechtzeitig ein Kohlekraftwerk anzuschaffen. Aber selbst so ein Fall ist nicht ganz hoffnungslos. Schließlich kann man auch ohne Kohle Kohle machen. Zum Beispiel mit Ackerland. Besitzt man zum Beispiel im EU-Raum 45 000 Hektar, so kommen aus Brüssel Jahr für Jahr zehn Millionen Euro. Und man muss noch nicht einmal mit jemandem zum Essen gehen.

Erderwärmung ist Schnee von gestern

Auch der dritte Tag des Weltklimagipfels in Paris hat wieder eine Sensation gebracht. Auch wenn es noch nicht an die Nachrichtenagenturen weitergegeben wurde, es besteht kein Zweifel, dass es einen Durchbruch bei den Verhandlungen bezüglich des CO²-Ausstoßes gegeben hat. Zwar konnten in der Kürze der Zeit noch keine Details festgelegt werden, aber man hat sich auf jeden Fall schon einmal darauf geeinigt, dass der weltweite CO²-Ausstoß bis zum Jahr 50 halbiert werden soll, um die Erderwärmung endgültig und nachhaltig zu stoppen, somit die drohende Apokalypse zu vermeiden.

Zur großen Überraschung der Beobachter vor Ort haben sich alle beteiligten Staaten sogar darauf geeinigt, in einem verbindlichen und mit hohen Konventionalstrafen bei Nichteinhaltung belegtem Vertrag festzulegen, dass bezogen auf den Stand von 2015 der CO²-Ausstoß also um die Hälfte reduziert wird. Jetzt muss nur noch verhandelt werden, ob man das Jahr 2050 oder das Jahr 3050 vertraglich vereinbart.