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Höflichkeit

Wenn zu mir ein auf Krawall gebürsteter Kerl sagen würde, dass ich „böse, sehr böse“ sei, dann würde ich dem Bub über den Kopf streichen und sagen: „Ist ja schon gut, mein Kleiner. Und jetzt geh‘ raus spielen!“ Zugegeben, bei manchen Frisuren fällt es schwer, darüber zu streichen. Aber man ist ja kein Unmensch. Die viel größere Herausforderung scheint es mir aber trotzdem zu sein, diesen zwar lautstarken aber ansonsten allem Anschein nach nur gerade mal durchschnittlich begabten und wenig gebildeten Jungen zumindest nach außen für voll zu nehmen. Was ja auch ein wichtiger Ansatz in der Pädagogik ist. Zumal, wenn schon ganz unübersehbar Minderwertigkeitskomplexe kompensiert werden. Das Ich also unbedingt gestärkt werden sollte, um Schlimmeres zu verhüten.

Solche Typen begegnen einem im täglichen Leben auf Schritt und Tritt. Also im Straßenverkehr, beim Metzger, im Büro. Und wenn es ganz schlecht läuft, sogar in der Familie. Und da lässt sich das ja noch einigermaßen handhaben. Was aber, wenn sich so jemand auf der politischen Bühne rumtreibt? Und dann auch noch glaubt, dass er alle Macht der Welt hätte. Ich habe deshalb aller größten Respekt vor Menschen, die der Konfrontation nicht aus dem Wege gehen können. Und das in erster Linie, weil sie Haltung bewahren. Sich nicht selber wie Halbstarke aufführen, sondern mit einer bewundernswerten Höflichkeit so tun, als hätten sie einen ernst zu nehmenden Gesprächspartner vor sich. Trotzdem bin ich gespannt, ob er nicht doch demnächst von jemand zum Spielen mit den Russen raus geschickt wird.

 

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Gut essen und trinken

Schicksalstage für die Menschheit? Wird zwischen dem 30. November und dem 11. Dezember in Paris beim Weltklimagipfel über unsere Zukunft entschieden? Aber nicht doch. Warum schon wieder diese Hysterie? Auch wenn sich manche Medien schon überschlagen, Demonstranten die Plakate schwingen. Vor allem werden die Delegierten aus vermutlich mehr als 176 Ländern in diesen 12 Tagen gut essen. Und wahrscheinlich auch die eine oder andere Flasche Wein leeren. So viel Zutrauen darf man schließlich in die Politik haben. Die haben sich schon was gedacht, als sie sich gerade für Paris als Tagungsort entschieden haben.

Und das ist wichtig. Schließlich ist eine Entscheidung in solch elementaren Dingen doch auch im besonderen Maße von der Befindlichkeit eines Menschen abhängig. Da sind nicht blinder Aktionismus gefragt sondern wohl ausbalancierte Überlegungen. Und eine gute Portion Gelassenheit. Die sich ja zumeist nach einem guten Essen einstellt. Auf jeden Fall wird man nach diesem Weltwirtschaftsgipfel in der Hauptstadt der Gourmets nicht behaupten können, dass er umsonst war. Für die Delegierten wird das auf jeden Fall eine positive Erfahrung sein.

 

Das ist der Gipfel

Das ist der Gipfel

Ich weiß, dass das vielleicht ein bisschen anbiedernd klingt. Aber erstens bin ich auf jede Rentenerhöhung angewiesen, und sei sie auch noch so klein, und zweitens muss man manchmal einfach das große Ganze sehen. Weshalb ich jetzt wirklich nicht dieses Getue wegen dieses G7-Gipfels verstehe. Also wann um alles in der Welt sind die mächtigsten Frauen und Männer jemals in der Menschheitsgeschichte in einem Dorfgasthof abgestiegen, wenn es darum ging, die Geschicke auf dieser Erde in neue, natürlich richtige Bahnen zu lenken. Das letzte Mal, dürfte das in der Steinzeit der Fall gewesen, und da gab es noch nicht einmal Dorfgasthöfe.

Also gönnt ihnen doch die Ruhe und das bisschen Luxus in einem behaglich eingerichteten Hotel mit einem kleinen Helikopter-Landeplatz in unberührtem Naturschutzgebiet. Schließlich hätten sie ja auch eine Düsen-Jet-taugliche, drei Kilometer lange Landebahn in die Landschaft setzen können, damit die Damen und Herren nicht auch noch alle umsteigen müssen. Sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten.

Und wenn ich das Gejammere höre, von wegen, was das alles kostet. Welcher Einfaltspinsel glaubt denn immer noch, dass sich diese Welt mit ein paar netten Worten retten lässt. Nein, da müssen Entscheidungen getroffen werden, die Billionen in Bewegung setzen. Was sind da also läppische 300 Millionen Euro für ein Treffen unter Freunden, wenn hinterher nicht nur die Zukunft für weite Teile der Weltbevölkerung gesichert ist, also mindestens 10 Prozent. Sondern höchstwahrscheinlich auch gleich noch der Planet gerettet wird. Wenigstens für die nächsten zwei, drei Jahre.

Frau Merkel ist jedenfalls sehr zuversichtlich, dass bei diesem Gipfel auf Schloss Elmau endgültig die Weichen gestellt werden für etwa ein halbes Dutzend Freihandelsabkommen. Die ein ungeahntes Wachstum versprechen. Und was kann die Zukunft sichern und die Welt retten, wenn nicht Wachstum. Allerdings habe ich noch nicht so ganz verstanden, ob sich dieses versprochene Wachstum eigentlich auch auf Pflanzen bezieht.