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Winter-Diät

Was wird nicht immer gemeckert über den derzeitigen Zustand unserer Republik. Da sei der totale Stillstand, heißt es, und das bei all den anstehenden Problemen. Doch gerade diese Meckerer sollten einfach etwas genauer hinsehen. Denn obwohl wir immer noch keine neue Regierung haben, wir haben ein Parlament, das jetzt wirklich nicht Däumchen dreht. Wie zum Beispiel am 13. Dezember des gerade vergangenen Jahres.

Da hat nämlich der Bundestag – fast gänzlich unbemerkt von der Öffentlichkeit – beschlossen, dass das bisherige Anpassungsverfahren für die Abgeordnetenentschädigungen auch in der neuen Wahlperiode wirksam bleibt. Klingt ein bisschen sperrig, ist aber ganz einfach. Denn es bedeutet lediglich, dass die Abgeordnetendiäten, derzeit etwa 9.500 Euro zuzüglich monatlichem Personalbudget von etwas mehr als 20.000 Euro, Bahncard erster Klasse und Fahrbereitschaft, zum 1. Juli automatisch angehoben werden. Gemäß Nominallohnindex. Also gemäß der allgemeinen Lohnentwicklung.

Weshalb Abgeordnete, einmal abgesehen davon, dass sie sowieso nicht die Zeit dazu hätten, nicht streiken müssen, um mehr Geld zu bekommen. Dass es mehr wird, dafür sorgen Arbeiter und Angestellte und die Gewerkschaften. Und so ist es ja wohl nur gut, richtig und wichtig, dass die IG Metall jetzt 6 Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert und mit ihren Mitgliedern auf die Straße geht. Die moralische Unterstützung der Bundestagsabgeordneten ist ihnen wohl sicher.

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In drei Schritten zum Adonis

Eigentlich ist das ja ein Thema für den Januar. Wenn die Festtags-Kilos nicht mehr übersehen werden können, und der Sylvester-Gute-Vorsätze-Zwang zu Aussagen animiert hat, die man in nüchternem Zustand nie gemacht hätte. Aber ich habe jetzt einmal alle Bücher, Zeitschriften und Magazine aussortiert, die sich in der einen oder anderen Form mit der Thematik „Gewichtsabnahme“ beschäftigen und die Regale blockierten. Und natürlich kann man das nicht machen, ohne einen Blick hinein zu werfen, ohne manches noch einmal kurz zu überfliegen. Schließlich könnte man ja irgendeine bahnbrechende Erkenntnis beim ersten Lesen übersehen haben, die einen in zwei Tagen zum Adonis macht.

Verblüfft hat in diesem Zusammenhang vor allem die Vielfalt. Einmal soll man nur Kohlenhydrate zu sich nehmen, um abzunehmen. Dann muss man alle Kohlenhydrate vermeiden, um ein paar Gramm abzunehmen. Man soll Sauerkraut essen, darf nur Wasser trinken, soll jeden Bissen gefühlte 733 Mal kauen. Das eine Buch behauptet, dass es mindestens sieben Mahlzeiten am Tag sein sollen. In einem Ernährungsratgeber heißt es wiederum, dass drei Mahlzeiten genau richtig wären, Hauptsache man kaut nur auf Mohrrüben rum.

Und dann natürlich nicht zu vergessen all die Versprechen, wenn man dies oder jenes einnimmt, dass man dann die Pfunde nur so purzeln sehen könnte. Was in Wirklichkeit dann aber meistens nur bedeutet, dass dann auch noch die Soll-Beträge auf dem Konto zunehmen. Im Übrigen war dies auch der Anlass für das Aussortieren der Bücher und Zeitschriften. Damit ich nicht auf ein ähnliches finanzielles Desaster zusteuere wie VW, habe ich nämlich beschlossen, kein Geld mehr dafür auszugeben, dass ich im Endeffekt dann doch wieder zunehme. Weil es ja noch diesen „Jojo-Effekte“ gibt.

Außerdem habe ich vor kurzem von meiner Metzgereifachverkäuferin einen Tipp bekommen, der mich restlos überzeugt hat. Sie hat die Vermutung geäußert, dass eine Gewichtszunahme auch mit der Menge zu tun haben könnte, die wir zu uns nehmen. Weil sie nämlich gelesen hätte, dass der Mensch nur eine bestimmte Anzahl an Kalorien bräuchte pro Tag. Und alles was darüber wäre, das würde sich in den Schwimmreifen um die Hüfte ansammeln. Sie würde es jetzt so machen, dass sie einfach mehr Kalorien verbrauchen würde, wenn sie Lust hätte, mehr zu essen. Ich überlege jetzt, ob ich nicht doch wieder das E-Bike abschaffe.