Schlagwort-Archive: Diskriminierung

Ungleichbehandlung

Wahrscheinlich hat es ja schon die eine oder der andere mitbekommen und ist ähnlich wütend wie ich. Derzeit bietet nämlich ein sehr bekanntes schwedisches Möbelhaus in einem Katalog ein Kinderbett an. Zu einem akzeptablen Preis, der sich allerdings in einem ganz bestimmten Fall noch mal durchaus drastisch reduziert. Davon einmal abgesehen, dass das preisreduzierte Angebot erst einmal nur für Schweden gilt, kommt es allerdings nur zum Tragen, wenn eine gravierende Voraussetzung erfüllt ist. Oder wie es laut Presseberichten in einem Werbespot auf Twitter sehr einfühlsam formuliert wird: „Auf diese Werbung zu pinkeln könnte dein Leben ändern“. Was durchaus wörtlich zu nehmen ist, denn auf der Katalogseite ist ein Schwangerschaftstest integriert. Und ist der dann positiv, dann wird sich natürlich – wie alle Eltern wissen – das Leben der Betroffenen auf jeden Fall ändern.

Was nicht vom Ergebnis des Tests berührt wird, das ist die Diskriminierung, die darin steckt. Nämlich die aller Männer, die ja zumeist doch irgendwie in irgendeiner Form an der Grundlage für solch eine Situation beteiligt sind. Weshalb sich die Frage stellt, warum auf dieser Katalogseite aus Gründen der Gleichbehandlung nicht auch noch ein weiterer Test angeboten wird. Damit könnte jedenfalls vermieden werden, dass der Eindruck entsteht, nur Frauen hätten das Recht auf ein verbilligtes Kinderbett. Für Männer wäre das Hinterlassen eines entsprechenden Beweises auch gänzlich unproblematisch, es wäre höchstwahrscheinlich für sie und im Gegensatz zu Frauen wohl nicht das erste Mal, dass auf sie auf einer Heftseite etwas hinterlassen.

 

Advertisements

Politische Korrektheit

Mannheim hat nicht nur Söhne sondern auch McDonalds. Sie wissen schon, diese lauschigen Großraum-Imbissbuden, wo es leckere Salate und Hackfleisch auf Brötchen gibt, gerne auch für zu Hause. Und da muss jetzt einer umziehen. Und damit die Menschen nicht während des Umzugs verhungern, war der Filial-Leiter so nett und hat mit Schildern auf zwei andere McDonalds-Filialen in der Nähe verwiesen. Eines auf Deutsch. Eines auf Türkisch. Als besonderen Service für unsere türkisch-stämmigen Mitbürger.

Doch dann ist einem dieser Mitbürger aufgefallen, dass das Viertel, auf das das türkisch-sprachige Schild verweist, nicht so schöne Häuser und nette Geschäfte hat, wie das Viertel, auf das das deutsch-sprachige Schild verwies. Und während man früher Natron genommen hat, wenn einem etwas aufstieß, beschwert man sich heutzutage natürlich in den angeblich sozialen Netzen. Was der türkisch-stämmige Mitbürger tat und von der Netzgemeinde dankbar aufgegriffen wurde.

Das Resultat: Ein Aufschrei unserer Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund. Rassismus-Vorwürfe. Und natürlich sind sie mehr als berechtigt. Denn politische Korrektheit darf in Deutschland nicht auf bestimmte Bevölkerungsgruppen oder den Müllhaufen der Geschichte beschränkt sein. Gegen Diskriminierung muss auf allen Ebenen vorgegangen werden. Und schließlich sind ja gerade unsere Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund besonders sensibel, wenn es um Diskriminierung geht.

Oder waren nicht Hunderttausende von ihnen auf die Straßen gegangen, um gegen die unerträglichen und diskriminierenden Nazi-Vergleiche von Erdogan zu protestieren? Dass übrigens der McDonalds-Filialleiter behauptet, es wäre reiner Zufall gewesen, dass das türkisch-sprachige Schild auf die schlechtere Wohngegend verwies, hat einen Sprecher der türkischen Gemeinde in Mannheim natürlich auch nicht daran gehindert, Gesprächsbedarf zu sehen.

not amused

Wie aus dem näheren Umfeld der britischen Premierministerin zu erfahren war, ist Theresa May mehr als verärgert über das Ergebnis ihres Besuches bei US-Präsident Donald Trump. Zwar sehe sie es immerhin als Erfolg an, dass Donald Trump vor laufenden Kameras nicht ihrer Darstellung widersprach, dass die USA an den gemeinsamen Zielen der Nato festhalten.

Was dann aber hinter den Säulen des White House passierte, soll sie und insbesondere als Frau als zutiefst diskriminierend empfunden haben. Wie sogar mit einer Kamera festgehalten, hat Donald Trump dort nur nach ihrer Hand gegrabscht. Laut Insiderberichten soll Theresa May nun nach alternativen Fakten suchen, die sie der Weltöffentlichkeit präsentieren kann, um ihren Imageschaden so gering wie möglich zu halten.

Die Menschheit ist gerettet

Eigentlich hätte man die Champagner-Korken bis nach Europa hören müssen. Es war schließlich epochal, ein Jahrhundertereignis, was sich da in New York gerade abgespielt hat. Nicht mehr und nicht weniger ist passiert, als dass seit langem mal wieder so etwas wie Zuversicht angebracht ist, die Menschen auf diesem Planet die mehr als berechtigte Hoffnung haben, ohne Angst in die Zukunft schauen zu können. Doch was ist passiert? Schließlich war dies nicht die erste UNO-Vollversammlung, die sich mit den großen Problemen der Menschheit beschäftigt hat.

Doch während sich in der Vergangenheit die Politiker eher etwas zögerlich zeigten und wenig einig, war dieses Mal alles ganz anders. Die UNO-Vollversammlung hat einstimmig eine Vereinbarung verabschiedet, die diese Erde verändern wird, wie keine andere zuvor. In einem Satz gesagt: Es wird alles gut! Denn es wurde eine Agenda mit 17 Kernzielen und 169 Unterzielen verabschiedet, die bis 2030 erreicht werden sollen. Und in ihrem Kern nichts anderes besagen, als dass bis 2030 niemand mehr auf Erden hungern wird, weil auch niemand mehr extrem arm sein wird.

Die Kindersterblichkeit soll drastisch gesenkt, Krankheiten global bekämpft werden. Für alle Kinder soll der Besuch der Grundschule und einer weiterführenden Schule möglich sein, Diskriminierung von und Gewalt gegen Frauen und Mädchen soll es nicht mehr geben. Natürlich soll 2030 jeder Mensch Zugang zu Trinkwasser, sanitären Anlagen und bezahlbarer und nachhaltiger Energie haben. Und es gibt Wirtschaftswachstum für alle, die Natur und insbesondere die Meere werden besser geschützt, es soll Frieden und Gerechtigkeit für so ziemlich alle Menschen geben.

Weshalb sich jeder auch nur annähernd ein bisschen sozial eingestellte Mensch nur noch fragen kann: Herz, was begehrst du mehr? Und sich sicher auch nicht von der Tatsache beunruhigen lassen muss, dass der Großteil dieser Ziele identisch ist mit den Milleniums-Entwicklungszielen, die von der Staatengemeinschaft im Jahr 2000 vereinbart wurden. Die sollten übrigens bis 2015 umgesetzt werden.