Schlagwort-Archive: Donald Trump

Manieren

Hat man dem denn keine Manieren beigebracht?! Hat meine Mutter heute gesagt. Als sie die neueste Story von ihrem Lieblings-Donald gehört hat. Der noch mal schnell einen Tweet vom Stapel ließ, bevor er sich auf den Weg gemacht hat, um England einen Besuch abzustatten. Es war ein sehr erfolgreicher Tweet. Denn er war noch nicht einmal richtig in der Luft, da hatte er die britische Insel – also zumindest im übertragenen Sinne – schon fast dem Erdboden gleich gemacht. In dem er die Brexit-Hardliner gelobt und einen seiner Kritiker beleidigt hatte.

Und da kann man nur den Hut ziehen. Vor der Queen, vor einem Bürgermeister. Also meine Mutter hätte das jedenfalls nicht so ruhig hingenommen. Meine Mutter ist zwar ein sehr friedfertiger Mensch. Aber dem Kerl hätte sie erst einmal eine gescheuert. Sagt sie. Und dann hätte sie ihn rausgeschmissen. Oder umgekehrt. Ist eben keine Engländerin. Möglicherweise hat sie eher italienische Vorfahren. Oder andere.

Was alles nicht hindert nach ihrer Meinung, dass diesem Rüpel endlich mal jemand die Grenzen aufzeigen sollte. Er versteht nämlich offensichtlich nur seine eigene Sprache. Meine Mutter glaubt, da muss jetzt mal der Österreicher ran. Also der Arnold-Terminator und natürlich nicht irgendein Heinz-Christian. Auch wenn der natürlich dem Donald ähnlicher ist als die meisten anderen. Aber bevor der jetzt auch noch die Weltwirtschaft komplett runter wirtschaftet, sagt meine Mutter, wäre das ein sinnvollerer Weg. Sie, die noch nicht einmal einer Fliege was zuleide tut.

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Zeitmaschine

Mich hat das sofort in längst vergangene Tage zurück katapultiert. Damals, als man gefühlte Stunden auf winzigen Stühlen saß und mit großer Begeisterung zusah, wie sich der begabte Nachwuchs im Kreise drehte wie  eine besoffene Tanne. Weil er eine Windmühle in diesem kleinen shakespear’schen Lustspiel mimte, das von den wackeren Kindergärtnerinnen einstudiert worden war.

Wurde aber auch an diese herrlich stillen Stunden erinnert, die ich im Schatten einer Ulme sitzend damit verbrachte, dem lustigen Treiben der lieben Kleinen auf dem Pausenhof der Grundschule zuzusehen. Wenn ich auf meinen Sproß wartete, der wieder mal Nasenbluten hatte. Und dachte natürlich an die herrlichen Aussprüche, die da zu hören waren.

Die sich durchaus auch so hätten anhören können: „Ich bin klüger als sie, ich besuchte bessere Schulen, ich habe ein viel schöneres Haus, ich habe eine viel schönere Wohnung, alles, was ich habe, ist viel schöner.“ Was nicht mehr so ganz wie damals war, das war der Zusatz: „Und ich bin Präsident, und sie nicht!“ Ist übrigens das Einzige, was stimmt, dieser Zusatz.

Vorbild

Wie Schuppen ist es mir von den Augen gefallen. Und eigentlich hätte ich ja schon früher darauf kommen können. Aber immerhin, jetzt habe ich keinen Zweifel mehr. Zum Glück setzt der Präsident der USA hin und wieder ja einen Tweet ab. Und einer brachte mich auf die Spur:

@ilduce2016: “It is better to live one day as a lion than 100 years as a sheep.” – @realDonaldTrump #MakeAmericaGreatAgain

In einem Interview, das NBC mit dem Präsidenten führte, hat er dann gesagt, dass er nicht gewusst habe, dass es ein Zitat von Mussolini sei. Und er hätte auch kein Problem damit, dass es von dem italienischen Faschist sei. Er fände es einfach gut.

Und dann habe ich mir einen Film mit Reden von Mussolini angesehen. Und es wurde zu einem „déjà vu“. Der Blick, wie er manchmal den Kopf hält, als ob er und Donald Trump verwandt wären. Was natürlich unwahrscheinlich ist. Weshalb es wahrscheinlicher ist, dass Trump geflunkert hat. Er hat sich stundenlang Filme mit Mussolini angeschaut. Und jetzt kopiert er ihn. Und gar nicht mal schlecht.

Verspätung

Das komplette Kommunikationssystem an Bord der A340 der Luftwaffe, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Buenos Aires zum G20-Gipfel fliegen wollte, fiel aus, weshalb der Pilot eine Stunde nach dem Start in Berlin es vorzog, erst einmal in Köln zu landen. Was nur möglich war, weil er ein Handy dabei hatte. Und nachdem da die Maschine noch zu viel Kerosin an Bord hatte, erhitzten sich die Bremsen, und die Kanzlerin und ihr Gefolge mussten erst einmal warten, bis die Feuerwehr alles unter Kontrolle hatte.

Und weil es kein Ersatzflugzeug in Köln gab, sondern nur in Berlin, haben die Passagiere in Bonn übernachtet, um am Freitagmorgen nach Madrid zu fliegen und von dort mit einem Linienflug nach Buenos Aires weiterzureisen. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie es zu dieser Fülle an Pannen kommen konnte. Der Kommentar eines Insiders: „Was tut man nicht alles, um ein Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden.“

Das Bild

Mich hat es angerührt. Da sitzt dieser wütende alte Mann und Twitter-König wieder einmal auf einem Stuhl und weiß nicht, was er machen soll. Und man sieht es ihm an, wie sehr ihn diese Situation quält. Ich weiß noch nicht einmal, ob es diese Fotografie schon in die sogenannten sozialen Medien geschafft hat, wahrscheinlich genügt es nicht deren Anforderungen, dazu ist es vermutlich zu subtil. Ihm fehlt vordergründig jegliche Dramatik.

Jedenfalls sitzt auf dem Stuhl daneben dieser vergleichsweise junge, gebildete und souveräne Mann und schaut mit einem Lächeln dem anderen, der geradeaus starrt, ins Gesicht, die Hand hat er wie zur Beruhigung auf das Knie des anderen Mannes gelegt.  Und je länger man sich dieses Lächeln anschaut, desto sicherer ist man, wenn man einen Sinn für die feinen Unterschiede hat, dass der wütende alte Mann gerade eine herbe Niederlage erlebt. Er durch das Lächeln und die vertrauliche Geste des anderen gerade geradezu gedemütigt wird. Ohne dass man ihm das jemals wird beweisen können. Großartig.

Feierabend

Momentan beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Thema Nationalsozialismus, also mit Konzentrationslagern, der NSDAP, dem Holocaust, mit Hitler, Goebbels. Deshalb versuche ich, wenigstens am Abend etwas Abstand zu gewinnen, auf andere Gedanken zu kommen. Weshalb ich mich mit anderen Dingen beschäftige.

Ich lese einen Roman, eine Zeitung, sehe mir Dokus im Fernsehen an. Weshalb das heute Abend schief ging. Denn es war eine Dokumentation über die aktuelle Berichterstattung der New York Times. Da wurde unter anderem der Ausschnitt eines der Auftritte von Donald Trump gezeigt, in dem er bestimmte Medien als „Volksfeinde“ bezeichnete.

Großartig

„Unter dem Strich müssen die Amerikaner sich einigen, wir müssen der Welt zeigen, dass wir geeint sind in Frieden, Liebe und Harmonie, als amerikanische Bürger. Es gibt kein Land wie unseres, und jeden Tag zeigen wir der Welt, wie wahrhaftig großartig wir sind!“

Donald Trump, US-Präsident, 26.10.2018

„Und es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem prozentual so viele Menschen in Gefängnissen eingesperrt sind!“

Pet, Blogger, 26.10.2018