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Vorbild

Wie Schuppen ist es mir von den Augen gefallen. Und eigentlich hätte ich ja schon früher darauf kommen können. Aber immerhin, jetzt habe ich keinen Zweifel mehr. Zum Glück setzt der Präsident der USA hin und wieder ja einen Tweet ab. Und einer brachte mich auf die Spur:

@ilduce2016: “It is better to live one day as a lion than 100 years as a sheep.” – @realDonaldTrump #MakeAmericaGreatAgain

In einem Interview, das NBC mit dem Präsidenten führte, hat er dann gesagt, dass er nicht gewusst habe, dass es ein Zitat von Mussolini sei. Und er hätte auch kein Problem damit, dass es von dem italienischen Faschist sei. Er fände es einfach gut.

Und dann habe ich mir einen Film mit Reden von Mussolini angesehen. Und es wurde zu einem „déjà vu“. Der Blick, wie er manchmal den Kopf hält, als ob er und Donald Trump verwandt wären. Was natürlich unwahrscheinlich ist. Weshalb es wahrscheinlicher ist, dass Trump geflunkert hat. Er hat sich stundenlang Filme mit Mussolini angeschaut. Und jetzt kopiert er ihn. Und gar nicht mal schlecht.

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Verspätung

Das komplette Kommunikationssystem an Bord der A340 der Luftwaffe, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Buenos Aires zum G20-Gipfel fliegen wollte, fiel aus, weshalb der Pilot eine Stunde nach dem Start in Berlin es vorzog, erst einmal in Köln zu landen. Was nur möglich war, weil er ein Handy dabei hatte. Und nachdem da die Maschine noch zu viel Kerosin an Bord hatte, erhitzten sich die Bremsen, und die Kanzlerin und ihr Gefolge mussten erst einmal warten, bis die Feuerwehr alles unter Kontrolle hatte.

Und weil es kein Ersatzflugzeug in Köln gab, sondern nur in Berlin, haben die Passagiere in Bonn übernachtet, um am Freitagmorgen nach Madrid zu fliegen und von dort mit einem Linienflug nach Buenos Aires weiterzureisen. Bis zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie es zu dieser Fülle an Pannen kommen konnte. Der Kommentar eines Insiders: „Was tut man nicht alles, um ein Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump zu vermeiden.“

Das Bild

Mich hat es angerührt. Da sitzt dieser wütende alte Mann und Twitter-König wieder einmal auf einem Stuhl und weiß nicht, was er machen soll. Und man sieht es ihm an, wie sehr ihn diese Situation quält. Ich weiß noch nicht einmal, ob es diese Fotografie schon in die sogenannten sozialen Medien geschafft hat, wahrscheinlich genügt es nicht deren Anforderungen, dazu ist es vermutlich zu subtil. Ihm fehlt vordergründig jegliche Dramatik.

Jedenfalls sitzt auf dem Stuhl daneben dieser vergleichsweise junge, gebildete und souveräne Mann und schaut mit einem Lächeln dem anderen, der geradeaus starrt, ins Gesicht, die Hand hat er wie zur Beruhigung auf das Knie des anderen Mannes gelegt.  Und je länger man sich dieses Lächeln anschaut, desto sicherer ist man, wenn man einen Sinn für die feinen Unterschiede hat, dass der wütende alte Mann gerade eine herbe Niederlage erlebt. Er durch das Lächeln und die vertrauliche Geste des anderen gerade geradezu gedemütigt wird. Ohne dass man ihm das jemals wird beweisen können. Großartig.

Feierabend

Momentan beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Thema Nationalsozialismus, also mit Konzentrationslagern, der NSDAP, dem Holocaust, mit Hitler, Goebbels. Deshalb versuche ich, wenigstens am Abend etwas Abstand zu gewinnen, auf andere Gedanken zu kommen. Weshalb ich mich mit anderen Dingen beschäftige.

Ich lese einen Roman, eine Zeitung, sehe mir Dokus im Fernsehen an. Weshalb das heute Abend schief ging. Denn es war eine Dokumentation über die aktuelle Berichterstattung der New York Times. Da wurde unter anderem der Ausschnitt eines der Auftritte von Donald Trump gezeigt, in dem er bestimmte Medien als „Volksfeinde“ bezeichnete.

Großartig

„Unter dem Strich müssen die Amerikaner sich einigen, wir müssen der Welt zeigen, dass wir geeint sind in Frieden, Liebe und Harmonie, als amerikanische Bürger. Es gibt kein Land wie unseres, und jeden Tag zeigen wir der Welt, wie wahrhaftig großartig wir sind!“

Donald Trump, US-Präsident, 26.10.2018

„Und es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem prozentual so viele Menschen in Gefängnissen eingesperrt sind!“

Pet, Blogger, 26.10.2018

Effizienz

Also eines kann man diesem Mann nicht absprechen, effizient arbeitet er. Nehmen wir doch nur mal seine Aktionen und Restriktionen gegen den Iran. Das ist doch bestens angekommen. Zumindest an unseren Zapfsäulen. Und wenn das so weiter geht, dann werden wir uns bald nicht mehr den vorweihnachtlichen Einkaufs-Trip nach New York leisten können. Weil der Sprit so teuer ist.

Aber viel beeindruckender sind seine Erfolge im Kampf gegen Kritik an seiner Person. Einhergehend mit den Bestrebungen, eine neue Kultur des Dialogs in bester Tradition des einstigen Wilden Westens zu etablieren. Indem die rauchenden Colts durch nicht weniger verletzende Wortwahl ersetzt werden.

Weshalb jetzt endlich auch Bombenbauer ihr Können in den Dienst der guten Sache stellen. Sie setzen mit ihren vorweihnachtlichen kleinen Geschenken für „Feinde des Volkes“ um, was ihnen die verbalen Attacken des sogenannten Präsidenten vermittelt haben. Dass nämlich eigentlich jedes Mittel recht ist, um einen Gegner zu eliminieren. Also Bingo! Schon wieder ein Treffer!

Einladungen

Mir hat man beigebracht, dass man unter Umständen ein kleines Gastgeschenk mitbringt, wenn man bei jemandem eingeladen ist. Nach Möglichkeit auch gute Laune mitbringt und ebenso gute Manieren. Weil man nämlich durchaus davon ausgehen kann, dass die oder der Besuchte oder auch mehrere davon einen freundlich empfangen und ihre Aufgaben als Gastgeber gebührend ernst nehmen werden.

Und erstaunlicherweise hat sich diese Einschätzung in all den Jahren als richtig erwiesen. Und das Leben ausgesprochen angenehm und auch interessant gemacht. Habe ich doch so viele verschiedene Menschen kennengelernt, aus anderen Berufen und sozialen Schichten, aus anderen Regionen und Ländern oder sogar von anderen Kontinenten. Sich zu besuchen heißt schließlich im wahrsten Sinne des Wortes, aufeinander zuzugehen.

Bis heute ist mir deshalb nicht in den Sinn gekommen, jemanden zu besuchen, um ihn zu beschimpfen, zu maßregeln, bloß zu stellen, zu brüskieren oder zu beleidigen. Noch nicht einmal mit der Maßgabe, kurz darauf und noch während des Besuchs so zu tun, als wäre das alles nicht gesagt worden. Zumindest so lange, bis man die Haustür hinter sich zugemacht hat. Dieser Trend ist neu. Und ich habe seinen Sinn noch nicht so ganz begriffen. Als einziger Grund fällt mir ein, dass solche Besucher wohl sehr ungehobelt und flegelhaft sein müssen und auf keinen Fall irgendeine Erziehung genossen haben dürften.