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Friederike und andere Katastrophen

Habe heute Mittag gelesen, dass es nie mehr Katastrophen gegeben hat, als im vergangenen Jahr. Der Schaden belief sich auf 330 Milliarden Euro, es sind 10.000 Menschen gestorben. Von den 710 Überschwemmungen, Stürmen, Dürrekatastrophen und Erdbeben, die in diesem Zusammenhang erfasst wurden, richteten Stürme und Überschwemmungen das größte Unheil, und in Asien kamen die meisten Menschen ums Leben, während es in Nordamerika zu den größten materiellen Schäden kam. Und es gab mehr als doppelt so viele Katastrophen im vergangenen Jahr als 1980.

Das alles hat mich so erschüttert, dass ich mich spontan in meinen SUV gesetzt habe und zum Discounter gefahren bin, um mir ein paar richtig große Steaks zu holen. Essen hilft mir, wenn ich erschüttert bin. Und was mir auch hilft, das ist reisen. Und so habe ich am Nachmittag gleich noch New York für ein Wochenende gebucht, natürlich zum Schnäppchen-Preis. Und dann ging es mir wieder ein bisschen besser. Jetzt quält mich nur noch die Frage, warum denn niemand etwas tut gegen diese Katastrophen.     

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Wochen-Sieger

Man möge es mir verzeihen, dass ich es ein wenig drastisch formuliere und es eigentlich ein alter Hut ist. Aber der Voll-Horst der Woche, für den ich mich natürlich gleich bei allen Horsts entschuldige, ausgenommen bei Seehofer, der muss einfach wieder einmal an den aktuellen US-amerikanischen Präsidenten gehen. Er ist klarer Sieger, dank zweier Äußerungen. Da sind einmal die F-52-Bomber, die laut ihm an Norwegen ausgeliefert werden. Nur leider nicht in der Realität existieren, sondern nur in einem Computerspiel.

Weshalb sich jetzt fast die ganze Welt fragen sollte, ob das nicht wieder ein genialer Schachzug des bekennenden TV-Stars war. Es würde nämlich nicht wundern, wenn der Präsident oder wenigstens seine Tochter Aktien der Firma hätte, die das betreffende Computerspiel Call of Duty verkauft. Die hat jedenfalls gerade angezogen und verzeichnet mit einer Zuwachsrate 56,6 Prozent ein neues Jahreshoch. Die restliche Welt ist übrigens überzeugt davon, dass dieser Lapsus ausschließlich krankheitsbedingt ist.

Zweiter Punkt, der den US-Präsidenten zum Wochensieger macht, ist natürlich die Bemerkung über „shithole countries“, aus Gründen des Anstands von deutschen Medien ausschließlich mit „Drecksloch-Länder“ übersetzt. Womit ignoriert wird, dass selbst renommierte Wörterbücher die Bedeutung des englischen Wortes „shit“ mit „Scheiße“ angeben.

Ob nun Dreck oder Scheiße, gemeint waren damit jedenfalls Haiti und Länder Afrikas. Und auch hier kann ich nur der allgemeinen Ansicht widersprechen, es handle sich lediglich wieder einmal um eine rassistische Aussage des US-Präsidenten. Ich bin allerdings noch nicht dahinter gekommen, welche Aktien steigen, wenn ein US-amerikanischer Präsident afrikanische Länder oder Haiti als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet.

Fury auf Twitter

Weil es einfach zu schön ist, um wahr zu sein, heute gleich noch einmal eine Meldung aus Donalds Welt. Auslöser ist ebenfalls das gerade veröffentlichte Buch „Fire And Fury“ von Michael Wolff. In dem ja unter anderem behauptet werden soll, dass Donald Trump als US-Präsident völlig überfordert und außerdem nicht wirklich absichtlich zu diesem Amt gekommen. Vielmehr sei es ihm nur darum gegangen, durch den Wahlkampf noch prominenter zu werden.

Eine von Trumps Reaktionen auf das Buch auf Twitter verdient es in Stein gemeißelt und damit für künftige Generationen erhalten zu werden. Vielleicht am Mount Rushmore über den Häuptern der vier großen US-Präsidenten als Leuchtschrift. Trump schrieb, dass er vom erfolgreichen Geschäftsmann erst zu einem Top-TV-Star und dann beim ersten Versuch zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geworden sei.

Davon abgesehen, dass er es schon einmal, nämlich 2000 versucht hat, sollte unbedingt noch erwähnt werden, dass er in diesem Tweet außerdem schrieb, dass er glaube, dies zeichne ihn nicht nur als schlau, sondern als Genie aus, „als sehr stabiles Genie dazu“. Vielleicht hat sich Trump noch nicht die Mühe gemacht, sich ausführlich mit den früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu beschäftigen.

 

Rosenkrieg

Also richtig verheiratet waren sie ja nie. Es war ja eher so eine Zweck-Ehe. Eine Interessengemeinschaft. Hindert aber nicht, dass es jetzt zum Rosenkrieg gekommen ist. Den vielleicht die Eine oder der Andere schon sehr viel früher erwartet hätte. Nachdem die Trennung schon ein gutes halbes Jahr zurück liegt. Aber es ist wie in vielen anderen Beziehungen eben auch: Der Schmerz über die Trennung staut sich auf. Und dann bedarf es nur noch einer erneuten Kränkung – und schon fliegen die Fetzen. Und das natürlich ganz besonders, wenn diese Kränkung dann auch noch coram publico erfolgt. Es mehr oder minder jeder mitbekommt.

Doch eigentlich war das ja abzusehen. Denn auch wenn solche Zerrüttung natürlich auch in anderen Beziehungen vorkommt, wenn dies in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit zwei Alpha-Männchen der Fall ist, dann ist der große Schlagabtausch programmiert. Von einstweiligen Verfügungen ist die Rede, von Anzeigen wegen Verleumdung. Wie der Rosenkrieg ausgehen wird, das lässt sich allerdings erst sagen, wenn das Buch herausgekommen ist, in dem sich Steve Bannon, der Ex-Berater von Donald Trump, über den US-Präsidenten auslässt.   

 

Jerusalem

Also dass ich das noch erleben durfte. Ich gebe es zu, ich hatte schon einen richtigen Tunnelblick. Fast könnte man sagen, dass ich ein bisschen voreingenommen war. Irgendeine Meldung aus türkischen Regierungskreisen: Schon sträubten sich mir die Haare. Wird schon irgendetwas Abwegiges, Unverschämtes, Diskriminierendes, Populistisches, Anti-Deutsches sein. Doch jetzt klang das ausgesprochen vernünftig, klarsichtig und angebracht, was vom türkische Ministerpräsidenten Binali Yildirim zu hören war. Und wem habe ich das zu verdanken?

Natürlich dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump und seiner wohl überdachten Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Nur in einem Punkt bin ich nicht ganz auf der Linie von Yildirim. Er sagte nämlich nicht nur, dass mit dieser Entscheidung die Büchse der Pandora geöffnet worden sei, sondern auch, dass die damit verbundenen Schritte für die Türkei null und nichtig wären. Ich befürchte eher, dass die Schritte, die sich aus dieser Entscheidung gegen UN-Resolutionen und für einen neuen Krisenherd in Nahost ergeben werden, auch in der Türkei nicht  einfach verhallen werden.  

Sehr kranke Personen

Einem unbescholtenen Touristen, der in Houston, aus Europa kommend, lediglich in ein anderes Flugzeug nach Mexiko umsteigen will, wird das Visum verweigert. Ein Grund wird nicht angegeben. Die Reise, die er nicht antreten kann, hat er umsonst bezahlt. Ein älteres Ehepaar bekommt kein Visum für die USA, weil der Mann vor Jahrzehnten einmal geschäftlich im Irak war. Einem deutschen Diplomaten werden Fingerabdrücke abgenommen, weil er im Rahmen seiner Aufgaben in einer US-amerikanischen Einrichtung im Ausland zu tun hat. Der Attentäter von New York hat mit einer Greencard in den USA gelebt.

Nach dem Anschlag am gestrigen Tag „von einer sehr kranken und geistesgestörten Person“ hat US-Präsident Donald Trump folgerichtig angekündigt, die ohnehin schon rigiden Sicherheitsprüfungen verschärfen zu wollen. Auf Twitter schrieb er außerdem, dass man es ISIS nicht erlauben dürfe, in die USA zurückzukehren oder sie zu betreten, „nachdem wir sie im Nahen Osten und anderswo besiegt haben“. Ob vielleicht mal jemand von den kurdischen Peschmerga Donald Trump erklärt, was ein Pyrrhus-Sieg ist?

Noch einmal verliebt

Was ist das für ein Urlaub? Am Strand sitzen und auf das Meer hinaus starren. Die Toten von Barcelona und Cambrils im Kopf. Und all die Trumps, Kim Jong-uns und Erdogans dieser Welt. Du entkommst den Bildern nicht. Nicht dem, was die Irren dieser Welt in hohen Ämtern von sich geben. In jedem Strandcafé grinsen sie dich von der Wand an. An jedem Zeitungsstand. Und dann gibt es ja auch noch das Internet. Wo dir der ganze Wahnsinn dieser Welt entgegen geschleudert wird, wenn du nur mal die Emails checkst. Weil du wissen willst, ob die Lieben daheim wohl auf sind.

Ob das allerdings in Alaska oder auf Borneo anders wäre, wage ich mittlerweile zu bezweifeln. Natürlich gibt es in Alaska keine Strandcafés. Aber Flatscreens an den Wänden in den Kneipen gibt es wahrscheinlich trotzdem. Und es würde mich schon schwer wundern, wenn nicht auch über Borneo ein Satellit dafür sorgt, dass die Nachrichten taufrisch aufs Smartphone gelangen. Man kann einfach nicht mehr den Kopf in den Sangria-Eimer stecken. Oder in den Sand, wie man früher sagte. Was fehlt, ist bis dato eine App, mit der man den Kopf ausschalten kann.

Alkohol wirkt jedenfalls nicht nachhaltig genug. Nicht 24 Stunden am Tag. So viel weiß ich schon. Psychopharmaka sind insofern nicht so empfehlenswert, weil es ab einem gewissen Punkt sehr schwer wird, wieder in den Normalmodus zu kommen. Das Einzige, was mir spontan einfällt, das wäre die Liebe. Verliebt zu sein, mit all seinen Schmetterlingen im Bauch und den ganztägigen rosaroten Brillen. Da wäre sicher alles ausgefiltert, was jetzt so auf die Stimmung drückt. Und wie das Leben leider schon gelehrt hat, ist nicht zu befürchten, dass der Zustand chronisch wird.