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Einladungen

Mir hat man beigebracht, dass man unter Umständen ein kleines Gastgeschenk mitbringt, wenn man bei jemandem eingeladen ist. Nach Möglichkeit auch gute Laune mitbringt und ebenso gute Manieren. Weil man nämlich durchaus davon ausgehen kann, dass die oder der Besuchte oder auch mehrere davon einen freundlich empfangen und ihre Aufgaben als Gastgeber gebührend ernst nehmen werden.

Und erstaunlicherweise hat sich diese Einschätzung in all den Jahren als richtig erwiesen. Und das Leben ausgesprochen angenehm und auch interessant gemacht. Habe ich doch so viele verschiedene Menschen kennengelernt, aus anderen Berufen und sozialen Schichten, aus anderen Regionen und Ländern oder sogar von anderen Kontinenten. Sich zu besuchen heißt schließlich im wahrsten Sinne des Wortes, aufeinander zuzugehen.

Bis heute ist mir deshalb nicht in den Sinn gekommen, jemanden zu besuchen, um ihn zu beschimpfen, zu maßregeln, bloß zu stellen, zu brüskieren oder zu beleidigen. Noch nicht einmal mit der Maßgabe, kurz darauf und noch während des Besuchs so zu tun, als wäre das alles nicht gesagt worden. Zumindest so lange, bis man die Haustür hinter sich zugemacht hat. Dieser Trend ist neu. Und ich habe seinen Sinn noch nicht so ganz begriffen. Als einziger Grund fällt mir ein, dass solche Besucher wohl sehr ungehobelt und flegelhaft sein müssen und auf keinen Fall irgendeine Erziehung genossen haben dürften.  

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Donald wird’s richten

Gestern noch musste man das Schlimmste befürchten, heute schon kann man wieder berechtigte Hoffnung schöpfen. Deutschland muss nicht weiter bangen, ob jetzt die Regierung am Schwester-Zwist scheitert, denn es hat sich US-Präsident Donald Trump eingeschaltet. Natürlich per Twitter. Und wie immer hat er die richtigen Worte gefunden. Adressiert waren sie an Frau Merkel, und ohne Übertreibung kann man diesen Tweet als Lehrstunde par excellence bezeichnen.

Trump befindet nämlich, dass das deutsche Volk dabei sei, sich gegen seine Regierenden zu wenden. Und die ungebremste Einwanderung die bereits fragile Koalition in Berlin erschüttert. Außerdem steige die Kriminalität eklatant an, weil man in  Europa den großen Fehler mache, Millionen Menschen ins Land zu lassen, die mit Gewalt die Kultur Europas verändern wollten.

Ob und wie er beabsichtigt, das deutsche Volk bei seinem Aufstand gegen die Regierenden zu unterstützen, sagte Trump zwar nicht. Aber wie man ihn kennt, wird es nicht lange dauern, und außerdem wird er wohl mit Strafzöllen auf Automobile Merkel  endgültig vom Thron stürzen.

Als Kanzlerin, die nicht nur Abermillionen Flüchtlinge ins Land holte, sondern auch noch die Automobilindustrie ruinierte und hunderttausende Arbeitsplätze vernichtete. Bleibt also nur noch die Frage, ob er vielleicht Horst Seehofer als neuen Bundeskanzler auserkoren hat. Neuwahlen wird es jedenfalls nicht geben. Ich gehe davon aus, dass Trump per Twitter mitteilen wird, wer der neue Bundeskanzler ist.  

Schulhof-Spiele

Geradezu hysterisch wird das Wort „historisch“ abgenutzt. Von einem Moment ist die Sprache, der in die Geschichte eingehen wird. Wirft man aber einen Blick zurück, so fühlt man sich an die Schulzeit erinnert. Vor Monaten haben sie sich gegenseitig beschimpft. Der Eine hat behauptet, dass er den größeren Knopf hat. Der andere, dass er die Sandburg des Knopfinhabers platt machen könnte, wenn er wollte. Und jetzt haben sie sich halt vertragen, weil sie sonst kein Eis zum Nachtisch bekommen hätten. Doch nachdem es sich nicht um Schuljungen handelt, sondern um Staatsmänner, gibt es wahrscheinlich einen anderen Grund dafür, dass sie jetzt für ein paar Stunden miteinander gespielt haben, ohne sich an den Haaren zu ziehen.

Für die eine Seite ist man zu der Vermutung geneigt, dass es unter Umständen vielleicht etwas damit zu tun hat, dass der Mann zur Abwechslung in der Außenpolitik mal etwas anderes vorweisen will als einen Scherbenhaufen. Stichwort: midterm elections. Und die andere Seite ist höchstwahrscheinlich vor allem daran interessiert, innenpolitisch  mit diesem Auftritt zu punkten. Mit einem leibhaftigen US-Präsident, der für den Rest der Welt meistens nur einen Tweet übrig hat, stundenlang plaudern und gemeinsam essen zu dürfen. Von dem Papier, das die beiden unterzeichnet haben, lässt sich jedenfalls annehmen, dass nichts Schlimmes drin steht. Wahrscheinlich nur, dass sich beide verpflichten, dem jeweils anderem nicht mehr die Murmeln wegzunehmen. Aber immerhin das Hotel war Spitze.

Boomende Börse

Mal sollte zwischendurch und insbesondere an einem Freitag den 13. einfach mal positiv denken. Nehmen wir also einmal an, dass der Typ, der gerne damit den Tag beginnt, mit seinen Tweets die Welt ein Stückchen näher an den Abgrund zu schubsen, dass also der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika weiß, was er tut. Und da bleibt eigentlich nur eine Erklärung für seinen jüngsten Vorstoß in Sachen Syrien und Giftgas. Immer noch positiv denkend und insofern davon ausgehend, dass er nicht idiotisch genug sein dürfte, wirklich eine atomare Auseinandersetzung mit Russland zu riskieren.

Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung steigender Ölpreise und boomender Börsen als Folge der angedrohten Raketenangriffe auf syrische Militärbasen, bleibt eigentlich nur die Annahme, dass es ihm einzig um die Belebung der Finanzmärkte ging. Denn die haben sehr positiv, also ausgesprochen „bullisch“ auf die mögliche Eskalation reagiert. Hoffentlich bringt das diesen Präsidenten trotzdem nicht auf die Idee, dass so ein kleiner Atomkrieg für seine Geschäfte und die Staatsfinanzen einen richtigen Schub mit sich bringen könnte.

Hope Hicks ohne Hoffnung

Nachdem ich diese Meldung gelesen hatte, habe ich erst einmal auf den Kalender geschaut. Hätte ja sein können, dass ich den ganzen März verschlafen habe. Doch es war noch nicht der 1. April. Außerdem waren die Quellen einigermaßen sicher, schließlich sind weder die „Chicago Tribune“ noch „Focus online“ oder der Spiegel dafür bekannt, dass sie von Bots oder von russischen Hackern infiltriert wären. Also zum Inhalt dieser Meldung, die mir wohl noch einige schlaflose Nächte verschaffen wird:

Vierzehn Tage nachdem ein Amokläufer in Florida mit dem Schnellfeuergewehr AR-15 in einem College 17 Menschen ermordete, wurden die Anhänger der Glaubensgemeinschaft „World Peace and Unification Sanctuary“ in Newfoundland im US-Bundesstaat Pennsylvania zu einem Gottesdienst gerufen. Um diese Waffe, also das AR-15 Schnellfeuergewehr, als eine Gabe Gottes zu preisen. Es wurden die Gläubigen auch darum gebeten, ihre Waffen und, falls vorhanden, ein AR-15 Gewehr mitzubringen. Manche besonders kreative Gotteskinder trugen dann auch beim Besuch des Gottesdienstes sogar Kronen aus Patronen auf dem Kopf.

Prediger Hyung Jin Moon, dessen Vater, Reverend Sun Myung Moon, Jesus mit 15 Jahren begegnet ist, betonte bei dieser Gelegenheit, dass das Recht auf Waffen von Gott gegeben sei. Womit er sich ja durchaus für den gerade vakanten Posten eines Pressesprechers bei Donald Trump empfohlen hat. Nachdem Hope Hicks wohl vor kurzem die Hoffnung aufgegeben hat, ihre Model-Karriere endgültig gegen den Erfolg in der Politik eintauschen zu können. Auf jeden Fall aber ist alle meine Hoffnung geschwunden, dass sich ein menschliches Gehirn ausdenken könnte, was andere menschliche Gehirne alles in die Realität umsetzen.

Lernen fürs Leben

Das ist nun also wirklich ganz nah an Genialität. Und eines großen Staatsmannes mehr als würdig. Nicht nur, dass US-Präsident Donald Trump sich mit Überlebenden des Schul-Massakers in Parkland, Florida, im Weißen Haus getroffen hat und sich in einer „Listening Session“ die mehr als tragischen und schmerzvollen Geschichten von Angehörigen der Opfer „mit versteinertem Gesicht, die Arme eng vor der Brust verschlungen“, wie die WirtschaftsWoche online schreibt, angehört hat.

Ihm ist es auch gelungen, mit einem dezidierten Vorschlag den von diesem und anderen Massakern Betroffenen und allen Eltern von schulpflichtigen Kindern die Angst vor erneuten Amokläufen an Schulen zu nehmen. Der US-Präsident will nämlich darüber nachdenken, vermutlich beim Golf, ob bewaffnete Lehrer nicht die Lösung des Problems wären. Als Abschreckung für potentielle Amokläufer. Und Eingreiftruppe im Fall des Falles. Vielleicht sollte man an dieser Stelle vielleicht erwähnen, dass Psychologen behaupten, Genie und Wahnsinn würden oft eng beieinander liegen.