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Beruhigende Nachricht

Eine wunderbare Neuigkeit. Fast ein bisschen wie Weihnachten. Endlich hat sich das Kabinett dazu entschließen können, die Erhöhung des Wohngelds zu beschließen. Will sagen, ab 2020 bekommt zum Beispiel ein Zwei-Personen-Haushalt statt 145 € satte 190 €. Reicht dann zwar in einer der größeren Städte des Landes auch nicht unbedingt für eine Drei-Zimmer-Wohnung.

Aber zumindest die Aktionäre der großen Immobilien-Firmen in deutschen Landen können aufatmen. Denn so ist dieser ganze Enteignungs- und jeder-soll-nur-die-Wohnung-besitzen-die-er-bewohnt-Quatsch erst einmal vom Tisch. Und Deutsche Wohnen oder Deutsche Annington mit insgesamt 270 000 Wohnungen können in aller Ruhe wieder einmal die Mieten anheben.

Wo doch die Menschen in der sozialen Hängematte jetzt so viel mehr Geld kriegen. Während mancherorts die Mieten nur um 80 Prozent steigen durften. Kurzum, die Erhöhung des Wohngeldes sorgt für mehr soziale Gerechtigkeit, in dem sie die den armen Aktionären etwas mehr Planungsmöglichkeit bei ihren Geldanlagen erlaubt.

Denkverbot

Was hat er eigentlich gesagt? Dass einmal die Woche Kinder geschlachtet und aufgegessen werden sollen? Nein, Juso-Chef Kevin Kühnert hat etwas viel Schlimmeres getan. Er hat etwas durchaus Vernünftiges angedacht. Dass es nämlich durchaus sinnvoll sein könnte, die zu Eigentümern eines Konzerns wie BMW zu machen, die seinen Wert erarbeitet haben: die Arbeiter. Oder nicht selbst genutzten Wohnraum Wohnungssuchenden zur Verfügung zu stellen. Weshalb Andreas Scheuer, der zu allem was sagt, sofort von einem „rückwärtsgewandten und verschrobenen Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten“ sprach.

Was insofern nicht verwundert, weil Herr Scheuer ja auch findet, dass die Autokonzerne von ganz alleine dafür sorgen werden, dass die Luft wieder rein wird in den Städten. In diesem unserem Lande darf man eine Politikerin mit Migrationshintergrund Hure, Schlampe und Fotze titulieren, ihr eine Vergewaltigung androhen. Was aber gar nicht geht, das ist, auf irgendeine Art und Weise unseren Turbo-Kapitalismus in Frage zu stellen. Das geht überhaupt nicht. Das kommt noch vor Gotteslästerung.

Schreckgespenst

Erinnert fast ein bisschen an die Zeit, als es die DDR noch gab. Und die Sowjetunion. Und den Kommunismus. Nur dass es damals, wenn man das Falsche gesagt hatte, hieß: Dann geh‘ doch rüber! Geht jetzt leider nicht mehr. Was jetzt bestimmt einige Kollegen von Grünen-Vorsitzenden Habeck und vor allem die von CDU und FDP bedauern. Abgesehen von dem üblichen Blödsinn-Gefasel der CSU-Granden hat sich vor allem FDP-Chef Lindner ins restaurative Zeug gelegt.

„Gegen steigende Mieten“, hat er gesagt, „helfen nur mehr Wohnungen und nicht DDR-Ideen“. Weil Habeck laut darüber nachgedacht hatte, dass man, wenn gar nichts anderes mehr helfe, vielleicht diverse Wohnungskonzerne enteignen müsse. Womit die Grünen laut Herrn Lindner „ihre bürgerliche Maske“ fallen gelassen haben. Seine größte Angst ist allerdings, dass das private Investoren verschrecken könnte. Da möchte man dem Herrn Lindner nur noch zurufen: Dann mach doch rüber! In die USA!