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No Exit for Brexit

Sie können einem wirklich leidtun, diese Inselbewohner. Da hat sich eine knappe Mehrheit für einen Schritt entschieden, der jetzt wohl annähernd alle betroffen machen wird. Inklusive Fondmanager. Ein deutliches Signal, dass Volkes Wille nicht immer der sinnvollste ist. Aber nun ist es zu spät. Die Scheidung ist eingereicht. Da führt kein Weg zurück. Und es wird Leidtragende geben. Denn es wird auch für uns EU-Bürger nicht ohne Abstriche abgehen. Als erstes wird wohl Guinness-Bier teurer. Dann natürlich auch Plumpudding, Worcestersauce und Schottenröcke.

Auf der anderen Seite des Ärmelkanals sieht es allerdings noch drastischer aus. Denn irgendwie scheint man vergessen zu haben, dass England keine Kolonialmacht mehr ist. Nicht einmal das Commonwealth ist eine Alternative zur EU. Der Handel mit diesen Ländern, das sind aktuell eher Peanuts. Weil 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus Dienstleistungen herrühren. Es wird kaum produziert. Außerdem hat London auch als Finanzplatz einige Probleme am Hals.

Weshalb das Ganze irgendwie an Twitter-Donald erinnert. Mein Lieblingsbild der Woche: Er kippt Umweltstandards, damit die Kumpels wieder in den Berg einfahren können. Und die, die zur diesbezüglichen Daily Soap eingeladen waren, verziehen keine Miene. Was stark an Theresa May und England erinnerte. Sie ist voller Tatendrang und gut drauf. Doch im United Kingdom haben viele Menschen auf Halbmast geflaggt. Sogar der Absatz von Tassen mit dem Konterfei der Queen soll zurück gegangen sein. Das ist wirklich kein gutes Zeichen.

Weitsicht

In Frankfurt am Main gibt es nicht wenige Hochhäuser. Frankfurt am Main ist der Finanzplatz Nummer Eins in Deutschland. Und da möchte man doch auch gerne hoch hinaus. Im 49. Stock des Commerzbank Towers residiert der Vorstand. Für die Herren des Vorstands gibt es eine Toilette, die ihnen einen beeindruckenden Ausblick auf umliegende Gebäude und sogar das Umland von Frankfurt bis zum Horizont ermöglicht. Diesen Blick können die Herren dank verglaster Toilettenwände genießen, wenn sie urinieren.

Als das Gebäude geplant wurde, hatte man offensichtlich noch keine Befürchtungen, dass es eines Tages auch einmal Frauen in den Vorstand der Commerzbank schaffen. Und sich dann beschweren könnten, dass sie nicht auch einen so herrlichen Blick auf die Frankfurter Skyline haben, wenn sie ebenfalls besagter Tätigkeit nachgehen. Vielleicht hat man aber auch einfach nur angenommen, dass es für Frauen nicht so wichtig ist, beim Urinieren auf die Menschheit herunter schauen zu können.