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Grillsaison

Mit dem heutigen Blog habe ich mir absichtlich etwas Zeit gelassen. Schließlich möchte man doch niemandem das sonntägliche Grillen vermiesen. Doch jetzt kann man es sich wohl langsam schon erlauben, mal über Separatorenfleisch zu sprechen. Es haben nämlich Redakteure eines Polit-Magazins für eine Geflügelwurst von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft einen silbernen DLG-Preis bekommen. Das ist dieses schöne Emblem, das dem Verbraucher signalisiert, dass in Deutschland eigentlich nichts reguliert werden muss, weil alle Hersteller sowieso nur das Beste für ihre Kunden wollen.

Was in diesem Fall neun Prozent Fleisch waren, 27 Prozent Wasser und 46 Prozent Separatorenfleisch sind. Und um auf 100 Prozent zu kommen, hatte man noch etwas Schlachtblutplasma beigemischt. Da merkt man nicht so schnell, dass so viel Wasser in der Wurst ist. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass Separatorenfleisch das ist, was man sonst nicht mehr verwerten kann. Weshalb es auch eher ein Brei ist, der auf Grund seiner Struktur anfällig für Bakterien ist. Außerdem besteht laut Medizinern das Risiko, dass Separatorenfleisch Krankheiten übertragen kann, mit besonderem Potential für Erkrankungen des Gehirns. Und jetzt die beste Nachricht: Separatorenfleisch ist so billig, dass man freitags, samstags und sonntags grillen kann.

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Der Tag danach

Bin aufgewacht. Und es war dasselbe Kopfkissen, wie vergangenes Jahr. Und was hatte ich nicht für Vorsätze, Erwartungen, Wünsche und Träume, als sich der Uhrzeiger gestern auf seinen letzten Zentimetern befand, also kurz bevor das Böllern und Krachen und die damit verbundenen Feuerwerke begannen. Aber jetzt muss ich feststellen, dass kein einziger der Politikerinnen und Politiker und Staatsführerinnen und Staatsführer, die auf meiner Liste standen, zurückgetreten ist oder sonst irgendwie aus dem Verkehr gezogen wurde. Nicht wenige von ihnen sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten.

Doch wer starb, das war ein noch relativ junger Mann in Brandenburg, der sich vermutlich selber einen Böller gebastelt hatte, der unvorhergesehen explodierte. Weshalb jetzt vermutlich von Herrn Lindner und Co. gefordert wird, das Alter von Männern feststellen zu lassen, die in der Lage sind, Böller zu bauen. Was natürlich nicht die Wahrscheinlichkeit verringert, dass jemand durch solch einen Böller zu Tode kommt. Aber zumindest weiß man im Vorhinein, welche Altersgruppe vermutlich in Frage kommt.

Und weil #metoo immer noch und insgeheim und insbesondere von Männer belächelt wird, weil es außerdem noch Strom von Kohlekraftwerken gibt und das Auto unser Götze geblieben ist; zwar alle wissen, dass Trump ein Trottel ist, weil er den Klimawandel leugnet, aber niemand was tut; weil Menschen immer noch glauben, die besseren Menschen zu sein; Natur dazu da wäre, Urlaub abwechslungsreicher zu gestalten, und dass vor allem Fleisch die Intelligenz fördert.

Weil so ein kleines Atombömbchen hingegen schon nicht so schlimm ist, auf jeden Fall nicht so schlimm wie der Islam; und außerdem die israelische Siedlungspolitik zur deutschen Leitkultur gehört, weil alles andere Antisemitismus ist; Konzerne und andere Abzocker hingegen nur da Steuern zahlen, wo sie eigentlich keine Steuern zahlen müssen; deshalb wird das neue Jahr wohl genauso beschissen sein wie das alte. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf.

Hundeleben

Wer hat nicht schon einmal in die traurigen Hundeaugen geblickt, wenn die Champagnerkorken knallen, Weinflaschen entkorkt werden, Menschen also fröhlich miteinander und zur Freude der Finanzämter, Ärzte und Krankenhäuser feiern. So ein Schlückchen in Ehren kann eben niemand verwehren, und irgendwo muss ja die ausgelassene Stimmung herkommen. Doch der zweitbeste Freund von Männern hat da immer das Nachsehen, blieb für den Hund bisher doch gerade mal eine Schüssel mit Wasser, um ebenfalls in Feierlaune zu kommen.

Doch dieses Elend hat ein Ende. Dank eines Metzgers aus der Pfalz. Er hat nämlich die Fleischportion als Drink to go erfunden. Also Fleisch, das flüssig daher kommt, in Flaschen abgefüllt und bis dato in drei Geschmacksrichtungen vorgesehen ist. Was von einer Hundebesitzerin dankbar aufgegriffen wurde. Ihre Hunde bekommen jetzt zu besonderen Anlässen flüssiges Fleisch. Oder, wie sie es einem Reporter gegenüber nannte: Hundechampagner. Und um die Gleichbehandlung von Mensch und Tier abzurunden, werden von ihr dem Zamperl auch mal Kugeln mit schwarzem Trüffel serviert. So ein Tier soll ja auch nicht leben wie ein Hund.

 

Logischer Zusammenhang

Man sollte sich einfach öfter mal ein bisschen Mühe machen und nicht so vorschnell urteilen. Natürlich kann man fragen, warum es den meisten Menschen ganz offensichtlich so gänzlich gleichgültig zu sein scheint, dass Millionen Tiere hierzulande unter eher erbarmungswürdigen Umständen dahinvegetieren. Wie immer wieder durch authentisches Filmmaterial und manchen Fleisch-Skandal bewiesen wird. Bevor sie dann geschlachtet werden, um auf unseren Tellern zu landen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Zum einen haben die erbarmungswürdigen Umstände ganz allein den Grund, dass Fleisch so billig wie möglich produziert werden muss. Schließlich könnte es sonst nicht so billig in den Supermarktketten verkauft werden. Und dass sich die meisten Menschen nur billiges Fleisch leisten, auch das hat einen simplen Grund. Und überhaupt nichts damit zu tun, dass diese Menschen vielleicht gefühllos wären. Sie sind ganz einfach auf billiges Fleisch angewiesen, weil sie sich sonst nicht ihre teuren SUVs und sonstigen PS-starken Autos leisten könnten.