Schlagwort-Archive: Geschäfte

Danke

Also ein bisschen mehr Anstand dürfte schon sein. Da hat sich der mächtigste Mann der Welt mächtig ins Zeug gelegt, nicht Zeit noch Mühe gescheut, um mit einem Federstrich den Atomvertrag mit dem Iran zur Makulatur zu machen. Und damit es auch richtig weh tut, hat er auch noch die Sanktionen gegen den Iran verschärft und jedem Staat auf der Welt, der Geschäfte mit dem Iran macht, auch gleich noch mit Sanktionen gedroht.

Und jetzt hat das endlich Wirkung gezeigt, und der Iran hat zu aller Überraschung angefangen, sich nicht mehr an diesen, von den USA aufgekündigten Vertrag zu halten. Und was passiert? Nichts! Außer, dass jetzt Besorgnis geäußert wird, weil der böse Iran Uran anreichert. Anstatt sich einmal richtig und wie es sich gehört, bei dem Mann zu bedanken, dem das zu verdanken ist.

Weihnachtseinkäufe

Manchmal frage ich mich, ob manche Politiker vom sogenannten Islamischen Staat bezahlt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste man sich fragen, wie es mit ihrem Geisteszustand bestellt ist. Was jetzt der eine oder andere Politiker in die Mikrofone spricht, ist in meinen Augen aktive Unterstützung der Terrororganisation. Die doch mit ihren Anschlägen nicht nur Angst und Schrecken verbreiten will sondern auch eifrig bemüht ist, bereits vorhandene Ausländerfeindlichkeit weiter zu schüren. Und selbst dort offen an den Tag treten zu lassen, wo sie sich bisher noch nicht gezeigt hatte.

Und da möchten auch viele Medien nicht zurückstehen. Auch sie machen sich zu Helfershelfern. Wer sich bisher vielleicht noch nicht vom Terror den Alltag dirigieren lassen wollte, der wird nun intensiv bearbeitet. Ihm wird in Dauerschleife erzählt, dass nichts mehr ist, wie es war. Dass sich das Leben in Deutschland verändert habe durch den Terror. Dass die Menschen Angst hätten wie noch nie. Dass unsere Freiheit wegen des Terrors bereits eingeschränkt ist, und es noch schlimmer kommen wird. Damit auch das letzte Großmütterchen beschließt, nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Und viele andere die Konsequenzen ziehen. Auch an der Wahlurne im nächsten Jahr.

Dies soll kein Appell sein, die Augen zu verschließen. Aber sachliche Berichterstattung und Diskussion sehen in meinen Augen anders aus. Was ich jetzt aber sehe, das ist die Instrumentalisierung der Toten und Verletzten von Berlin. Die natürlich betrauert werden. Viele Menschen nehmen Anteil. Und das ist auch gut so. Aber es ist nicht das passiert, was eigentlich hätte passieren müssen. Anstatt dass sich die Menschen an den Kassen der Supermärkte und Einkaufszentren drängen, nicht zu vergessen jene des Einzelhandels, hätte ich mir eigentlich erhofft, sie jetzt zu Millionen auf der Straße zu finden. Und zwar nicht nur auf dem Weg zum nächsten Geschäft oder um einen Weihnachtsbaum zu kaufen.

Sondern um zu demonstrieren, dass sie sich von all jenen, die aufgrund einer kruden und kranken Sicht auf die Welt Menschen ermorden und verstümmeln, nicht auseinander dividieren lassen. Dass sie zusammen Front machen gegen all jene, die versuchen mit Terror Angst und Hass zu verbreiten, die Lebensweise und das Lebensgefühl der Menschen zu beeinflussen. Dass sie bereit sind, zu agieren. Stattdessen sieht es eher danach aus, dass die Rückkehr zum Alltag schon wieder gelungen ist. Einkaufen geht schon wieder. Die bittere Bilanz des Terrors aber wird von Politikern und Medien ausgeschlachtet. Auch dagegen kann man auf die Straße gehen. Auch wenn es kurz vor Weihnachten und winterlich kalt ist.

Gruselige Köpfe

Die Aufregung ist vielleicht doch nicht so ganz verständlich. Wird aber fast täglich ausgiebig gepflegt. Ob nun gerade der türkische Präsident Erdogan beabsichtigt, die Todesstrafe einzuführen oder wieder mal die Redakteure einer unliebsamen Zeitung ins Gefängnis werfen lässt. Der philippinische Präsident Duterte Staatsoberhäupter, einen Papst oder auch das EU-Parlament übel beschimpft und zum Mord anstiftet. Ein US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat verbal unter die Röcke von Frauen greift und Ethnien diskriminiert. Ungarns Nationalist Orban Flüchtlinge und Muslime diffamiert und Volksentscheide ebenso wenig akzeptiert wie Vereinbarungen auf EU-Ebene. Oder ein russischer, ranghoher Politiker, der hier namentlich nicht genannt werden soll, Kinder und anderen Zivilisten bombardieren lässt.

Ihnen allen ist doch gemeinsam, dass sich die Welt. oder zumindest große Teile davon, angewidert zeigt von ihnen und ihren Worten und Taten. Was aber ganz offensichtlich nur eine reine Äußerlichkeit ist. Weil dies nämlich keine allzu weitreichenden Konsequenzen hat. So wie einst auch bei einem Gaddafi oder Berlusconi zum Beispiel, die man sich ja auch nicht gerade als Schwiegersöhne gewünscht hätte. Es werden weiter gute Geschäfte gemacht mit ihnen. Niemand kommt auf die Idee, diese Staatsoberhäupter deutlich wissen zu lassen, dass man mit ihnen nichts zu tun haben will. Solange sie sich so aufführen, wie sie sich aufführen.

Aber da ist ja noch der Dialog. Man muss mit den Bösewichten doch reden. Das ist die einzige Möglichkeit, sie doch noch von ihrem Tun abzubringen. Wird zumindest behauptet. Was dann auch immer wieder zu großer Fröhlichkeit bei den betreffenden Staatsmännern führt. Um es im Jugend-Jargon zu sagen: Die schmeißen sich weg vor Lachen. Weil das so ähnlich ist, als würde man einem halloween-mäßig hergerichteten Kürbis gut zureden, dass er nur ja nicht kleine Kinder erschrecken soll.

Ist es nicht eher so, dass es für die entrüsteten Menschen einfach zum guten Ton gehört, sich zu entrüsten? Aber überhaupt kein Handlungsbedarf besteht? Was den Urheber dieser Zeilen natürlich mit einschließt. Sieht es nicht eher so aus, dass man das zwar alles ganz schlimm findet. Es aber viel schlimmer wäre, wenn man den Urlaub streichen müsste? Oder das Gehalt gekürzt werden würde? Ich für meinen Teil habe beschlossen, die Entrüstung runter zu fahren. Die freie Zeit verwende ich jetzt, um mich über die Nachbarn zu ärgern.