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Vatertag

Endlich mal wieder die Seele baumeln lassen, die Arme oder sonst irgendeinen Körperteil. Oder vielleicht was für die Gesundheit tun. Raus aus dem Gemäuer und ab in die Natur mit ausreichend Bier und kleinem Grill für große Stücke Fleisch. Und wenn dann noch die Internet-Verbindungen gut sind, sich dieses Video reinziehen. Dann wird dieser Tag so richtig gut, ob mit oder ohne „Bruzzler“:

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Jahresende

Manchmal frage ich mich, was wir hier eigentlich machen. Denn wenn man sich die Sache einmal aufmerksam anschaut, dann ist der Großteil der Bevölkerung gar nicht so blöd. Setzen wir mal voraus, dass Menschen bei Umfragen hin und wieder wirklich sagen, was sie denken. Jedenfalls hat diese überwiegende Mehrheit hierzulande nicht die schlechtesten Ideen.

Die erstaunlicherweise oft wenig kongruent sind mit denen der Politikerinnen und Politiker. Glyphosat zum Beispiel. Weg damit, sagt die Mehrheit. Massentierhaltung. Muss nicht sein. Dieselskandal. Warum zahlen nicht die Hersteller? Pflegepersonal. Gebt ihnen doch das, was sie verdienen. Nämlich mehr. Und erstaunlicherweise gäbe es sogar eine Mehrheit für gesetzliche Maßnahmen gegen das anfixen von Kindern und Erwachsenen mit Zucker. Obwohl die Grünen nun wirklich noch keine Volkspartei sind.

Trotzdem sprachen sich Anfang des Jahres sogar mehr als 50 Prozent für eine Festlegung von Höchstmengen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln aus. Und fast 70 Prozent dafür, dass Werbung nicht mehr auf Kinder ausgerichtet ist. Und was ist passiert? Nichts! Alle beteiligten Hersteller machen immer noch, was sie wollen. Auch auf Kosten unserer aller Gesundheit. Weil eben Politikerinnen und Politiker auch nichts machen.

Müssen sie andererseits ja auch nicht. Weil wir, das Volk, auch nichts machen. Außer uns über zu viel Zucker, zu viel Feinstaub, zu viel Scheiße auf den Feldern oder über beschissene Verhältnisse in der Pflege und auf dem kranken Gesundheitssektor aufzuregen. Fazit: Wahrscheinlich will diese Mehrheit gar nicht, dass sich etwas ändert. Weil sie sich dann ja nicht mehr aufregen könnte.

Alte Bekannte

Das kommt ja immer wieder mal vor. Dass man sich aus den Augen verliert, sich das Terrain verlagert, die Rahmenbedingungen ändern. Doch eines Tages läuft man sich wieder über den Weg, findet sich die Zeit für einen kleinen Plausch. Und vor allem, um die oder den lange nicht mehr Gesehene/n ausführlich zu begutachten. Was besonders interessant ist, wenn man meiner Altersgruppe angehört, schließlich kulminieren mit fortgeschrittener Lebenszeit oft die größeren oder kleineren Veränderungen. Die nicht immer zum Besten sind.

Weshalb solche Begegnungen zuerst einmal ausgesprochen aufbauend sind, zumal, wenn sie auch noch genutzt werden, um Krankheitsbilder und –verläufe auszutauschen, der Zahn der Zeit am Gegenüber seine Arbeit geleistet hat. Bündeln sich doch all diese Erkenntnis in dem abschließenden und erleichterten geheimen Seufzer, dass man selber sich doch noch wirklich gut gehalten habe. Eigentlich noch richtig gut in Schuss wäre im direkten Vergleich. Diese beglückende Wirkung hält zumeist allerdings nur bis zu einem Blick in einen Spiegel an oder bis zur nächsten Treppe.    

Demokratie der Angst

Demokratie, so lehren Wikipedia und einschlägige Lexika, bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Weshalb einem oft das Wort und insbesondere im Hinblick darauf, wer sich alles damit schmückt, und was alles unter diesem Begriff dahinsegelt, nur sehr ungern von der Zunge gehen will. Impliziert doch der Begriff Volk, dass alle beteiligt und gleichermaßen beteiligt wären.

Wirklich demokratisch erscheint mir deshalb nur die Angst. Angst haben schließlich alle. Reiche. Arme. Gesunde. Kranke. Junge. Alte. Dass sie zum Beispiel wieder arm werden könnten. Oder noch ärmer. Krank werden. An einer Krankheit sterben werden. Man kann Angst vor der Zukunft haben. Und dass das Leben bald Vergangenheit sein wird. Angst ist durch und durch demokratisch. Weil sich niemand aussuchen kann, ob sie oder er von ihr befallen wird oder nicht.

 

Gesundes Gemüse

Für manche Menschen ist es vielleicht nur ein Werbeprospekt. Anhand dessen sie schon einmal die Einkaufsliste schreiben können. Für den nächsten Besuch bei ihrem Discounter. Für mich ist es eher schon ein Seismograph, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Denn nicht nur dass diese Supermarktkette eine der größten, wenn nicht sogar die größte ist. Sie ist auch besonders innovativ, was das Erfassen von aktuellen Trends betrifft.

Und geradezu vorbildlich, wenn es darum geht, selbst neue Trends zu lancieren. Weshalb man dort aktuell eben auch nicht nur eine Hähnchen-Ofenschale Hot Chilli, die wohl besonders scharf ist, was wahrscheinlich durch das zweite „l“ in Chili ausgedrückt werden soll, oder Wärmesohlen aus Lammwolle oder Alu kaufen kann. Es gibt natürlich auch Lesehilfen mit LED-Licht und E-Books.

Was mich aber wirklich in Erstaunen versetzte, das war ein Angebot in der Abteilung „Gesundheit“. Hier gibt es neben „Laktase Tabletten“ zur Verbesserung der Verdauung von Milchzucker bei Laktoseintoleranz oder Nasenduschen seit neuestem auch „Vegetarier & Veganer Vitamine“. Einem „Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen“, das „die vegetarische und vegane Ernährung“ ergänzt.

Was eigentlich nichts anderes bedeuten kann, als dass Gemüse und andere, spezielle Nahrungsmittel für Veganer für eine gesunde Ernährung zu wenig Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Was ja Fleischesser schon immer behauptet haben. Worauf man bei dieser Supermarktkette jedenfalls sofort reagiert hat. Und das kann man nur als vorbildlich und verantwortungsvoll loben. Und entkräftet jeden Vorwurf, dass solche Supermarktketten nur an den Profit denken würden.

Zurück zu Kohl

Die Überschrift lässt es vielleicht vermuten, dass hier ein Nostalgiker schreibt, erzkonservativ, CDU-nah, rückwärtsgewandt. Und wenn das auch alles zutreffen mag, das Thema ist nicht die Politik, keine Anspielung auf anstehende Wahlen in unserer Republik. Mir hat lediglich der Arzt empfohlen, Avocados zu essen. Wäre sehr, sehr gut für den Cholesterinspiegel. Und wenn heutzutage das Wort Cholesterin von berufenem Mund auch nur geflüstert wird, dann läuten doch schon alle Alarmglocken. Jedenfalls wurde das Zeug kiloweise nach Hause geschleppt. Bis zu dem Tag, an dem ich versuchte rauszubekommen, was Avocados noch alles für meine Gesundheit und ein langes Leben tun können.

Ich bin auf einen Artikel gestoßen, der sich mit dem Anbau von Avocados beschäftigt. Durch den ich erfuhr, dass es inzwischen Plantagen gibt, die so groß sind wie ganz Hamburg. Ich nehme mal an mit Hafen. Und dass diese Avocados in klimatisierten Lastwagen und Schiffen transportiert werden müssen. Außerdem müssen sie mit irgendeinem Gas behandelt werden, damit sie mit der richtigen Reife in den Supermärkten ankommen. Und dass man für die Aufzucht von einem Kilo Avocados 1000 Liter Wasser brauchen würde.  Was sechs Mal mehr wäre, als man für ein Kilo Tomaten bräuchte.

Einmal abgesehen davon, dass dieser Artikel wohl von der Tomatenlobby gesponsert wurde, er bestätigt, was ich schon seit längerem insgeheim befürchtete. Dass nämlich der Genuss von all diesen Früchten und Gemüsesorten, die tonnenweise aus fernen Ländern zu uns gekarrt werden, vielleicht Cholesterin senkt. Aber dafür einige andere Gefahren bergen könnte. Die Alternative wäre also, wieder zu Kohl und Äpfel und Birnen zurück zu kehren. Ich bin jetzt jedenfalls auf der Suche nach einer heimischen Frucht, die ebenfalls den Cholesterinspiegel senkt. So könnte ich meine CO²-Bilanz verbessern. Und nächstes Jahr mit gutem Gewissen auf Safari gehen.

Lachen ist gesund

Eigentlich wollte ich ja über Alter und Krankheit schreiben. Darüber, dass man weder an das Eine noch an das Andere denkt, wenn man jung ist. Es sei denn, es gibt einen konkreten Anlass. Ansonsten wird in jungen Jahren mit dem Aspekt Gesundheit durchaus schon einmal ein Schnupfen in Verbindung gebracht oder eine Grippe. Alles andere scheint so weit entfernt, dass man keinen Gedanken daran verschwendet. Und wahrscheinlich ist das auch gut so. Denn spätestens wenn den Menschen die ersten altersbedingten Wehwehchen ereilen oder gar Schlimmeres, wird nicht nur damit begonnen, an ein mögliches Ende zu denken, Krankheit wird dann oft auch ein Teil des Lebens. Ist nicht neu, damit hatten schon die alten Griechen und Römer zu kämpfen, wahrscheinlich auch Kelten oder noch ältere Neandertaler.

Was sich verändert hat im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, das wird offensichtlich, wenn man sich heutzutage mit dem Thema Krankheit und Alter beschäftigt. Der erste Eindruck, der sich einstellt, ist nämlich, dass Krankheit im Alter nicht sein muss. Und wenn es jemand unbedingt nicht lassen kann, dann ist das ein Warmduscher und Loser, der es nicht anders verdient. Denn eigentlich muss man nur die richtigen Medikamente nehmen, die richtigen Fitness-Programme absolvieren, einen adäquaten Eingriff vornehmen lassen, und schon kann einem kein Rückgrat, kein Meniskus oder Hüftknochen etwas anhaben. Geschweige denn irgendwelches banales Gedärm, das Herz oder die Psyche. Das sagen uns die Medizin, viel einschlägige Literatur und die Pharmakonzerne.

Und just an diesem Punkt sind mir die Banken dazwischen gekommen. Hat man doch wieder einmal und ganz überrascht festgestellt, dass die Millionen, wenn nicht Milliarden am deutschen Fiskus vorbeigelenkt haben. Indem sie nämlich ausländische Unternehmen dabei beraten haben, wie man Gewinne maximiert indem man sie ins Ausland verschiebt. Ich formuliere es mal so vorsichtig, denn Banken haben das Geld für richtig gute Anwälte. Und ich muss gestehen, dass auch ich überrascht bin. Denn von dieser Masche und dass sie sehr gerne und für alle Beteiligten zum Vorteil praktiziert wird, wusste ich schon seit längerem. Ich bin aber kein Insider. Ich kann nur lesen und Fernsehen schauen.

Weshalb ich messerscharfe schließe, dass jetzt genau das Gleiche passieren wird als damals, als man übrigens auch schon ziemlich überrascht war. Nämlich nichts. Und ich deshalb mit Genugtuung feststelle, dass das doch auf jeden Fall die bessere Nachricht ist. Denn sie besagt, dass die Öffentlichkeit doch immerhin für so wichtig gehalten wird, dass man sich zumindest die Mühe macht, ihr etwas vorzugaukeln. Während sich die Aufsichtsräte der Banken in ihren Konferenzsälen am Boden kugeln vor Lachen. Womit sich der Kreis schließen würde, und ich getrost zur Krankheit im Alter zurückkehren kann, denn auch die bereits erwähnten Autoren, Mediziner und Aufsichtsräte von  Pharmakonzernen kugeln sich vor Lachen am Boden. Das einzige Problem scheint zu sein, dass es dem berühmten Mann von der Straße und seiner Frau so schwer fällt mit zu lachen.