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Schlüsselposition

 

Das trifft sich doch. Heute ist der Internationale Tag der Feuerwehr. Und mir brennt es auf den Nägeln. Mir kommt diese Zeit wie ein Brennglas vor. Unter dem ich Realitäten in einer geradezu unverschämt aufdringlichen Klarheit sehe. Ohne dass ich darum gebeten hätte. Und immer die Augen verschließen kann ich auch nicht. Ist wenig ratsam, wenn man am oberen Ende einer Treppe steht. Denn es geht abwärts. Ein Geländer kann ich weit und breit nicht entdecken.

 

Vielmehr sehe ich unter anderem einen Kontinent, den Kolonialmächte ausgebeutet haben, um ihn dann väterlich wieder unter die Fittiche zu nehmen. Zumindest um die jeweils genehmen Politiker und Gesellschaftsschichten mit Geld zu mästen. Das Entwicklungshilfe genannt wurde. Und damit dieser Kontinent lernt, mit Geld umzugehen, wurden Kredite gewährt. Die es natürlich nicht ganz umsonst gab. Nein, wie es Väter gerne machen, wurde die Bedingung daran geknüpft, dass es Geld nur gibt, wenn gespart wird.

 

Und die cleveren Söhne sparten natürlich da, wo es am einfachsten ist. Nämlich bei der breiten Masse. Bei den Einrichtungen für sie. Wie zum Beispiel Krankenhäusern. Schließlich gibt es für Notfälle Privatkliniken in Europa. Und jetzt versorgt in einem dieser Länder ein Arzt 70.000 Menschen. Und mit den freigiebigen Vätern sieht es auch nicht mehr so gut aus. Denn die brauchen ihr Geld jetzt selber. Um unter anderem eine Fluggesellschaft mit 700 Millionen australischen Dollar zu unterstützen. Die daraufhin 20.000 Mitarbeiter entlässt.

 

In solchen Zeiten ist eben jeder sich selbst der nächste. Hauptsache, man hat genug Intensivbetten. Und am besten noch gleich ein Patent auf die Herstellung von Beatmungsgeräten. Denn auch wenn man nicht mehr so genau weiß, ob die jetzt wirklich so lebenserhaltend sind, die Herstellung stärkt Wirtschaftsstandorte. Weshalb Hedgefond-Manager gebannt auf Live-Ticker starren. Wer im Rennen um den Impfstoff gewinnt, der diktiert die Preise. Denn eine Pandemie, die muss man sich leisten können. Alle anderen haben zehn bis 15 Jahre zu warten, bis es bezahlbare Generika geben darf.

 

Die Anthropologin Shalini Randeria, Leiterin des Wiener Instituts für die Wissenschaft vom Menschen, hat die absurde Idee, dass ein Impfstoff als Gemeingut gesehen werden sollte. Und dass große Unternehmen „nur unter drei Bedingungen staatlich gestützt werden sollten: dass sie ökologische Standards einhalten, dass sie an ihrem Standort Steuern entrichten und dass sie ihren Arbeitern faire Löhne und Arbeitsbedingungen garantieren“. Und da sehe ich die Väter nur müde lächeln. Sie werden das machen, was sie am besten können.

Geistesnahrung

Das ist mein neues Lieblingswort: systemrelevant! Auch wenn ich mich frage, welches System damit gemeint sein kann. Das kommunistische System ist ja nicht mehr so angesagt. Fakt ist zweifelsohne, dass Toilettenpapier oder Nudeln systemrelevant sind. Die ja mit Kommunismus nichts zu tun haben. Aber immerhin dürfen Geschäfte, die diese Artikel verkaufen, ja wenigstens noch öffnen. Und Zigaretten sind offensichtlich auch systemrelevant. Die dürfen ja auch noch verkauft werden.

Sinn würde das eher machen, wenn nur Materialien, die man in Krankenhäusern braucht, in Pflegeheimen, Arztpraxen, für Sanitäter und Notärzte, systemrelevant wären. Schließlich haben wir immerhin ein Gesundheitssystem. Auch wenn sich dieses gerade selber als etwas absurd outet. Ist doch selbst für so einfache Gemüter wie dem meinen offensichtlich, dass ein gewinnorientiertes Gesundheitssystem seine Schwächen hat. Zum Beispiel, wenn es um die Gesundheit von Menschen geht.
Aber ich schweife ab. Denn was mich ganz besonders umtreibt in diesen Tagen, das ist die Frage, warum eigentlich Buchhandlungen schließen mussten. Ich finde, Bücher sind mindestens so systemrelevant wie Klopapier, Nudeln oder Zigaretten. Sie sind wichtig für die geistige Hygiene, eine durch nichts zu ersetzende Nahrung für Gehirnzellen und mindestens ebenso ein Genussmittel wie Zigaretten. Buchhandlungen sollten also sofort wieder geöffnet werden können. Aber vielleicht ist das ja doch ein ganz anderes System gemeint.

Vatertag

Endlich mal wieder die Seele baumeln lassen, die Arme oder sonst irgendeinen Körperteil. Oder vielleicht was für die Gesundheit tun. Raus aus dem Gemäuer und ab in die Natur mit ausreichend Bier und kleinem Grill für große Stücke Fleisch. Und wenn dann noch die Internet-Verbindungen gut sind, sich dieses Video reinziehen. Dann wird dieser Tag so richtig gut, ob mit oder ohne „Bruzzler“:

Jahresende

Manchmal frage ich mich, was wir hier eigentlich machen. Denn wenn man sich die Sache einmal aufmerksam anschaut, dann ist der Großteil der Bevölkerung gar nicht so blöd. Setzen wir mal voraus, dass Menschen bei Umfragen hin und wieder wirklich sagen, was sie denken. Jedenfalls hat diese überwiegende Mehrheit hierzulande nicht die schlechtesten Ideen.

Die erstaunlicherweise oft wenig kongruent sind mit denen der Politikerinnen und Politiker. Glyphosat zum Beispiel. Weg damit, sagt die Mehrheit. Massentierhaltung. Muss nicht sein. Dieselskandal. Warum zahlen nicht die Hersteller? Pflegepersonal. Gebt ihnen doch das, was sie verdienen. Nämlich mehr. Und erstaunlicherweise gäbe es sogar eine Mehrheit für gesetzliche Maßnahmen gegen das anfixen von Kindern und Erwachsenen mit Zucker. Obwohl die Grünen nun wirklich noch keine Volkspartei sind.

Trotzdem sprachen sich Anfang des Jahres sogar mehr als 50 Prozent für eine Festlegung von Höchstmengen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln aus. Und fast 70 Prozent dafür, dass Werbung nicht mehr auf Kinder ausgerichtet ist. Und was ist passiert? Nichts! Alle beteiligten Hersteller machen immer noch, was sie wollen. Auch auf Kosten unserer aller Gesundheit. Weil eben Politikerinnen und Politiker auch nichts machen.

Müssen sie andererseits ja auch nicht. Weil wir, das Volk, auch nichts machen. Außer uns über zu viel Zucker, zu viel Feinstaub, zu viel Scheiße auf den Feldern oder über beschissene Verhältnisse in der Pflege und auf dem kranken Gesundheitssektor aufzuregen. Fazit: Wahrscheinlich will diese Mehrheit gar nicht, dass sich etwas ändert. Weil sie sich dann ja nicht mehr aufregen könnte.

Alte Bekannte

Das kommt ja immer wieder mal vor. Dass man sich aus den Augen verliert, sich das Terrain verlagert, die Rahmenbedingungen ändern. Doch eines Tages läuft man sich wieder über den Weg, findet sich die Zeit für einen kleinen Plausch. Und vor allem, um die oder den lange nicht mehr Gesehene/n ausführlich zu begutachten. Was besonders interessant ist, wenn man meiner Altersgruppe angehört, schließlich kulminieren mit fortgeschrittener Lebenszeit oft die größeren oder kleineren Veränderungen. Die nicht immer zum Besten sind.

Weshalb solche Begegnungen zuerst einmal ausgesprochen aufbauend sind, zumal, wenn sie auch noch genutzt werden, um Krankheitsbilder und –verläufe auszutauschen, der Zahn der Zeit am Gegenüber seine Arbeit geleistet hat. Bündeln sich doch all diese Erkenntnis in dem abschließenden und erleichterten geheimen Seufzer, dass man selber sich doch noch wirklich gut gehalten habe. Eigentlich noch richtig gut in Schuss wäre im direkten Vergleich. Diese beglückende Wirkung hält zumeist allerdings nur bis zu einem Blick in einen Spiegel an oder bis zur nächsten Treppe.    

Demokratie der Angst

Demokratie, so lehren Wikipedia und einschlägige Lexika, bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen. Weshalb einem oft das Wort und insbesondere im Hinblick darauf, wer sich alles damit schmückt, und was alles unter diesem Begriff dahinsegelt, nur sehr ungern von der Zunge gehen will. Impliziert doch der Begriff Volk, dass alle beteiligt und gleichermaßen beteiligt wären.

Wirklich demokratisch erscheint mir deshalb nur die Angst. Angst haben schließlich alle. Reiche. Arme. Gesunde. Kranke. Junge. Alte. Dass sie zum Beispiel wieder arm werden könnten. Oder noch ärmer. Krank werden. An einer Krankheit sterben werden. Man kann Angst vor der Zukunft haben. Und dass das Leben bald Vergangenheit sein wird. Angst ist durch und durch demokratisch. Weil sich niemand aussuchen kann, ob sie oder er von ihr befallen wird oder nicht.

 

Gesundes Gemüse

Für manche Menschen ist es vielleicht nur ein Werbeprospekt. Anhand dessen sie schon einmal die Einkaufsliste schreiben können. Für den nächsten Besuch bei ihrem Discounter. Für mich ist es eher schon ein Seismograph, ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Denn nicht nur dass diese Supermarktkette eine der größten, wenn nicht sogar die größte ist. Sie ist auch besonders innovativ, was das Erfassen von aktuellen Trends betrifft.

Und geradezu vorbildlich, wenn es darum geht, selbst neue Trends zu lancieren. Weshalb man dort aktuell eben auch nicht nur eine Hähnchen-Ofenschale Hot Chilli, die wohl besonders scharf ist, was wahrscheinlich durch das zweite „l“ in Chili ausgedrückt werden soll, oder Wärmesohlen aus Lammwolle oder Alu kaufen kann. Es gibt natürlich auch Lesehilfen mit LED-Licht und E-Books.

Was mich aber wirklich in Erstaunen versetzte, das war ein Angebot in der Abteilung „Gesundheit“. Hier gibt es neben „Laktase Tabletten“ zur Verbesserung der Verdauung von Milchzucker bei Laktoseintoleranz oder Nasenduschen seit neuestem auch „Vegetarier & Veganer Vitamine“. Einem „Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen“, das „die vegetarische und vegane Ernährung“ ergänzt.

Was eigentlich nichts anderes bedeuten kann, als dass Gemüse und andere, spezielle Nahrungsmittel für Veganer für eine gesunde Ernährung zu wenig Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Was ja Fleischesser schon immer behauptet haben. Worauf man bei dieser Supermarktkette jedenfalls sofort reagiert hat. Und das kann man nur als vorbildlich und verantwortungsvoll loben. Und entkräftet jeden Vorwurf, dass solche Supermarktketten nur an den Profit denken würden.

Zurück zu Kohl

Die Überschrift lässt es vielleicht vermuten, dass hier ein Nostalgiker schreibt, erzkonservativ, CDU-nah, rückwärtsgewandt. Und wenn das auch alles zutreffen mag, das Thema ist nicht die Politik, keine Anspielung auf anstehende Wahlen in unserer Republik. Mir hat lediglich der Arzt empfohlen, Avocados zu essen. Wäre sehr, sehr gut für den Cholesterinspiegel. Und wenn heutzutage das Wort Cholesterin von berufenem Mund auch nur geflüstert wird, dann läuten doch schon alle Alarmglocken. Jedenfalls wurde das Zeug kiloweise nach Hause geschleppt. Bis zu dem Tag, an dem ich versuchte rauszubekommen, was Avocados noch alles für meine Gesundheit und ein langes Leben tun können.

Ich bin auf einen Artikel gestoßen, der sich mit dem Anbau von Avocados beschäftigt. Durch den ich erfuhr, dass es inzwischen Plantagen gibt, die so groß sind wie ganz Hamburg. Ich nehme mal an mit Hafen. Und dass diese Avocados in klimatisierten Lastwagen und Schiffen transportiert werden müssen. Außerdem müssen sie mit irgendeinem Gas behandelt werden, damit sie mit der richtigen Reife in den Supermärkten ankommen. Und dass man für die Aufzucht von einem Kilo Avocados 1000 Liter Wasser brauchen würde.  Was sechs Mal mehr wäre, als man für ein Kilo Tomaten bräuchte.

Einmal abgesehen davon, dass dieser Artikel wohl von der Tomatenlobby gesponsert wurde, er bestätigt, was ich schon seit längerem insgeheim befürchtete. Dass nämlich der Genuss von all diesen Früchten und Gemüsesorten, die tonnenweise aus fernen Ländern zu uns gekarrt werden, vielleicht Cholesterin senkt. Aber dafür einige andere Gefahren bergen könnte. Die Alternative wäre also, wieder zu Kohl und Äpfel und Birnen zurück zu kehren. Ich bin jetzt jedenfalls auf der Suche nach einer heimischen Frucht, die ebenfalls den Cholesterinspiegel senkt. So könnte ich meine CO²-Bilanz verbessern. Und nächstes Jahr mit gutem Gewissen auf Safari gehen.

Lachen ist gesund

Eigentlich wollte ich ja über Alter und Krankheit schreiben. Darüber, dass man weder an das Eine noch an das Andere denkt, wenn man jung ist. Es sei denn, es gibt einen konkreten Anlass. Ansonsten wird in jungen Jahren mit dem Aspekt Gesundheit durchaus schon einmal ein Schnupfen in Verbindung gebracht oder eine Grippe. Alles andere scheint so weit entfernt, dass man keinen Gedanken daran verschwendet. Und wahrscheinlich ist das auch gut so. Denn spätestens wenn den Menschen die ersten altersbedingten Wehwehchen ereilen oder gar Schlimmeres, wird nicht nur damit begonnen, an ein mögliches Ende zu denken, Krankheit wird dann oft auch ein Teil des Lebens. Ist nicht neu, damit hatten schon die alten Griechen und Römer zu kämpfen, wahrscheinlich auch Kelten oder noch ältere Neandertaler.

Was sich verändert hat im Laufe der Jahrtausende und Jahrhunderte, das wird offensichtlich, wenn man sich heutzutage mit dem Thema Krankheit und Alter beschäftigt. Der erste Eindruck, der sich einstellt, ist nämlich, dass Krankheit im Alter nicht sein muss. Und wenn es jemand unbedingt nicht lassen kann, dann ist das ein Warmduscher und Loser, der es nicht anders verdient. Denn eigentlich muss man nur die richtigen Medikamente nehmen, die richtigen Fitness-Programme absolvieren, einen adäquaten Eingriff vornehmen lassen, und schon kann einem kein Rückgrat, kein Meniskus oder Hüftknochen etwas anhaben. Geschweige denn irgendwelches banales Gedärm, das Herz oder die Psyche. Das sagen uns die Medizin, viel einschlägige Literatur und die Pharmakonzerne.

Und just an diesem Punkt sind mir die Banken dazwischen gekommen. Hat man doch wieder einmal und ganz überrascht festgestellt, dass die Millionen, wenn nicht Milliarden am deutschen Fiskus vorbeigelenkt haben. Indem sie nämlich ausländische Unternehmen dabei beraten haben, wie man Gewinne maximiert indem man sie ins Ausland verschiebt. Ich formuliere es mal so vorsichtig, denn Banken haben das Geld für richtig gute Anwälte. Und ich muss gestehen, dass auch ich überrascht bin. Denn von dieser Masche und dass sie sehr gerne und für alle Beteiligten zum Vorteil praktiziert wird, wusste ich schon seit längerem. Ich bin aber kein Insider. Ich kann nur lesen und Fernsehen schauen.

Weshalb ich messerscharfe schließe, dass jetzt genau das Gleiche passieren wird als damals, als man übrigens auch schon ziemlich überrascht war. Nämlich nichts. Und ich deshalb mit Genugtuung feststelle, dass das doch auf jeden Fall die bessere Nachricht ist. Denn sie besagt, dass die Öffentlichkeit doch immerhin für so wichtig gehalten wird, dass man sich zumindest die Mühe macht, ihr etwas vorzugaukeln. Während sich die Aufsichtsräte der Banken in ihren Konferenzsälen am Boden kugeln vor Lachen. Womit sich der Kreis schließen würde, und ich getrost zur Krankheit im Alter zurückkehren kann, denn auch die bereits erwähnten Autoren, Mediziner und Aufsichtsräte von  Pharmakonzernen kugeln sich vor Lachen am Boden. Das einzige Problem scheint zu sein, dass es dem berühmten Mann von der Straße und seiner Frau so schwer fällt mit zu lachen.

 

Gesundheit wird jetzt bunt

Zugegeben, ich war etwas verwirrt. Behauptete doch die Stimme im Radio-Spot, dass es jetzt endlich eine bunte Gesundheit gäbe, mit der man zum Beispiel auch Rückenleiden in den Griff bekäme. Dabei hatte ich noch nicht einmal gewusst, dass es auch Gesundheit in Schwarz/Weiß gibt. Doch einmal mehr hat mich dann das Internet aufgeklärt: Es handelt sich um den Ableger der Illustrierten „Bunte“, der sich mit Gesundheit beschäftigt. Man kann es eben nicht hören, ob ein Buchstabe groß oder klein geschrieben ist.

Doch was viel entscheidender ist, „Bunte Gesundheit“ könnte wirklich mein Leben, respektive meine Gesundheit revolutionieren. Erfuhr ich doch in der Online-Ausgabe als erstes, dass Models Taschentücher essen, um schlank zu bleiben. Und nachdem die guten, alten Stoff-Taschentücher gänzlich aus der Mode gekommen sind, nehme ich mal an, dass es sich hierbei um Papiertaschentücher handelt. Leider fehlte ein Hinweis, ob es sinnvoll ist, solche mit Balsam zu verwenden, um die Magenwände zu schonen.

Doch dieser weiße Fleck wurde recht schnell von einem weiteren Hinweis überdeckt, um nicht zu sagen, farblich gestaltet. Hinter der viel versprechenden Headline „Die Heilkraft der Alpen“ verbarg sich nämlich die revolutionäre Erkenntnis, dass eine Wanderung mit Gesang in den Bergen Wunder wirken könne. Vorausgesetzt es handelt sich um die österreichischen Alpen, wie im Text betont wurde. Und wenn man sich dann noch wie Renee Zellweger von Kohlsuppe ernährt, muss man sich auch nicht mehr wegen seines Übergewichts genieren, wenn man anschließend in einem Spa die Heilkraft der Alpen wirken lässt.

Ein kräftiger Farbtupfer für die Gesundheit könnte allerdings auch die Erkenntnis sein, dass „Selberkochen“ rank und schlank macht. Nachdem das bei Kelly Osbourne so funktioniert haben soll, liegt wohl die Vermutung nahe, dass die Tochter von Alt-Rocker Ozzy Osbourne abgenommen hat, weil das Essen so miserabel schmeckte. Weshalb mein bunter Gesundheitsplan jetzt wie folgt aussieht: Ich koche mir die Kohlsuppe selber, fahre anschließend in die österreichischen Alpen zum Wandern mit Gesang und esse auf der Heimfahrt eine Packung Papiertaschentücher. Und den Gang zum Arzt wegen meines Rückenleidens spare ich mir. Dafür abonniere ich mir „Bunte Gesundheit“. Ich nehme mal an, dass die nächste Ausgabe mit meinen Schmerzen Schluss macht.