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Unrecht

Was wünschen wir uns am meisten? Dass wir geliebt werden? Genug Geld haben? Vielleicht in anderer Reihenfolge. Aber auf jeden Fall steht auch ganz weit oben auf der Wunschliste, dass wir gerecht behandelt werden. Am besten nicht weniger sondern vielleicht eher etwas mehr geachtet werden als andere. Nicht benachteiligt werden. Was menschlich ist.

Aber leider zumeist der subjektiven Betrachtungsweise unterliegt. Weshalb es vor allem in diesem Punkt weniger darauf ankommt, wie geachtet oder benachteiligt jemand wirklich ist. Sondern vor allem darauf, wie sich die oder der Betreffende selber sieht. Wer also gerne dazu neigt, die Schuld für eventuelle Schicksalsschläge bei anderen zu suchen, der ist auch schnell davon überzeugt, dass ihm Unrecht geschieht.

Was dann die denkbar optimale Konstellation ist, um selber Unrecht zu tun. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Klingt vielleicht etwas kompliziert, wird aber derzeit vielfach auf den Straßen einer deutschen Stadt praktiziert. Gerne auch von Parteien ausgenützt. Und ist ein in Partnerschaften durchaus nicht unübliches Verhalten. Dass es keine hundertprozentige Gerechtigkeit gibt, ist dabei nur ein schwacher Trost. Aber zumindest realistisch.

Vogelgezwitscher

Man könnte sich als Blogger eigentlich schön entspannt zurücklehnen. Zumindest aktuell müssen nicht mehr Einreiseverbote von bestimmten Politikern thematisiert werden. Endlich kann man also wieder guten Gewissens Döner essen. Und vielleicht haben sich die Medien ja entschlossen, nicht mehr über jede Blähung zu berichten. Jedenfalls hat auch die Schlagzahl der Tweets von jenseits des großen Teiches sehr stark nachgelassen. Fast könnte man den Eindruck haben, dass da jemand angefangen hat, nachzudenken statt zu tweeten.

Und hat sich mal jemand die Mühe gemacht nachzurechnen, wann zum letzten Mal das Wort „Obergrenze“ zu lesen oder zu hören war? Gefühlt sind das Wochen. Fast scheint es, als wäre der Frühling mit seinem fröhlichen Vogelgezwitscher, den freundlichen Farben und dem blauen Band auch bei den Nachrichten eingezogen. Wenn da nicht wieder einmal eine junge Frau gesucht werden würde. Dass sie sich nur verlaufen hat, das wäre zu schön, um wahr zu sein.