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Wenn die Welt aus den Fugen gerät

Die Welt steht Kopf. Also vielleicht nicht die ganze Welt, aber doch ein Teil von ihr. Zumindest jener Teil, der sich für den Nabel dieser Welt hält. Richtig geraten, ich spreche von Deutschland. Und was ist der Auslöser dafür? Das Wetter! Dass sich ganz offensichtlich weder an die Rechtslage noch an die Koalitionsvereinbarungen der GroKo hält. Sondern sich nur an der Jahreszeit orientiert oder am Wetterbericht. Es kann sich jedenfalls nur noch um Stunden handeln, bis der bayerische Ministerpräsident einen Brandbrief nach Berlin schickt und mit einer Verfassungsklage droht.

Und jetzt auch noch der Gipfel der Frechheit: Schnee!!!!! Schnee, der liegen geblieben ist! Und was droht, das ist nicht weniger als eine Lawine. Eine Lawine der Ausrufezeichen. Die wahrscheinlich sogar die Meldung von Zidanes geplatzter Hose unter sich begraben wird. Die so langsam die Frage aufwirft, ob denn nur Schwule in den Nachrichtenredaktionen sitzen, um die Meldungen auszusuchen, die sie für veröffentlichungswert halten. Das wäre zumindest eine vernünftige und akzeptable Erklärung dafür, dass wir aber auch wirklich jedes Mal darüber informiert werden, wenn irgendeinem Fußballtrainer zur Abwechslung einmal nicht der Kragen sondern die Hose platzt.

Meine These zu diesem Themenkreis: Könnte es vielleicht sein, dass Fußballtrainer Fußballtrainer geworden sind, weil sie das Fußballspiel mitunter erregt, bei ihnen zu Erektionen führt? Es würde zumindest im Einklang mit einer latenten Materialschwäche plausibel das Nachgeben des Stoffes respektive von Nähten erklären. Nicht aber, warum es wichtiger ist zu vermelden, dass eine Hose geplatzt ist, anstatt darüber zu berichten, dass die Zukunftsperspektive eines namentlich bekannten 15-jähriger Jungen in der Aussicht besteht, mit vielleicht 18 Jahren an einer Überdosis Heroin zu sterben. Ich vermute, das Wetter kann man nicht dafür verantwortlich machen. Was gleichzeitig der Grund dafür sein dürfte, warum darüber nicht berichtet wird. Sondern über 1,2 Zentimeter Schnee und eine geplatzte Hose.

Ganz Europa jubelt

Nein, hier ist nicht vom Fußball die Rede. Schließlich ist England nicht ganz Europa und deutsche Fußball-Fans sind geschlossen in Therapie nach den Ereignissen vom gestrigen Abend. Als, welche Ironie des Schicksals, ausgerechnet ein deutscher Trainer mit seiner Mannschaft die Mannschaft seines einstigen deutschen Vereins in tiefe Verzweiflung stürzte. Die wirklich gute Nachricht kommt überraschenderweise aus Straßbourg. Wo das EU-Parlament sich mit klarer Mehrheit für eine weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat entschied.

Zwar leider nur für sieben Jahre und nicht wie ursprünglich vorgesehen für 15 Jahre, aber immerhin. Und damit hat die Vernunft über den Willen einer Mehrheit der EU-Bürger gesiegt. Die einer aktuellen Umfrage zufolge höchst kurzsichtig gegen das Pflanzenschutzmittel ist, weil es angeblich und laut WHO und anderer Untersuchungen krebserregend sein könnte. Aber zum einen und wie es der Namen schon sagt, soll dieses Gift Pflanzen schützen und nicht den Menschen. Und zum anderen hat von dieser Mehrheit wohl keiner daran gedacht, was passiert, wenn von diesem Pestizid nicht mehr weltweit 825.000 Tonnen auf die Felder gesprüht werden.

Denn die Folgen wären höchst fatal und unkalkulierbar. Erst einmal für die gesamte europäische Landwirtschaft. Denn die ist laut der Umweltschutzexpertin und EU-Abgeordneten Susanne Melior (SPD) von Futtermittel-Importen aus den USA und Brasilien abhängig, die mit Glyphosat behandelt sind. Was sich negativ auf die Tiere auswirken würde. Und dann natürlich auch für die Menschen in ganz Europa. Denn es ist unbestritten, dass das Pflanzengift auch in den menschlichen Körper gelangt.

Und jetzt sollte man einmal jemanden fragen, der zum Beispiel heroinabhängig ist, wie sich das auf den Menschen, seinen Körper und seine Psyche auswirkt, wenn ihm plötzlich das Heroin nicht mehr zugeführt wird. Die Folgen sind verheerend. Und ähnlich dürfte das aussehen, wenn von heute auf morgen dem menschlichen Körper seine tägliche Ration Glyphosat verweigert wird. Keine Frage, dass die Gesundheitssysteme europaweit zusammenbrechen würden. Die Beschaffungs-Kriminalität würde unsere Polizei vor unlösbare Aufgaben stellen. Wir sind also haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.