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Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

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Neue Erkenntnisse

Vielleicht darf man es sogar als kleine Sensation bezeichnen. Mir fiel es jedenfalls wie Schuppen von den Augen. Und eigentlich verwundert es mich, dass noch niemand schon eher darauf gekommen ist. Denn schließlich ist es doch kein Geheimnis mehr, dass in nicht wenigen Beziehungen eine Art von Automatismus herrscht. Und leider fast ausschließlich in einer Konstellation. Da ist dann ein Mann, der seine Frau, sei sie mit ihm verheiratet oder auch nur zusammen lebend, mehr oder minder als sein Eigentum betrachtet. Insofern jedenfalls, als er ihr an den Kopf werfen kann, was er will. Glaubt, mehr oder minder mit ihr machen zu können, was ihm gerade in den Sinn kommt. Gewalt nicht ganz ausgeschlossen.

Es ist leider eine Spirale, die sich bis hin zur Eskalation dreht und zumeist nur von der Frau unterbrochen werden kann. Sich diese aber bis dahin an die Hoffnung klammert, dass er sich schon noch ändern wird. Sicher wieder der nette, zuvorkommende Mann werden wird, der sie mit seinem zugewandten Wesen, seinen Versprechungen und durchaus auch mit seiner Männlichkeit dereinst beeindruckte. Eine Hoffnung, die allerdings mehr als trügt. Und zieht man das alles in Betracht und vergleicht es mit den Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland, so muss man zwangsläufig zu der doch überraschenden Erkenntnis kommen, dass der deutsche Michel eigentlich eine Frau ist. Was mit Sicherheit die Gender-Diskussion weiter anfachen wird.

Der siebte Tag

Und Gott sprach – mehr oder minder sinngemäß: Am siebten Tag sollst du ruhen. Da wusste er allerdings noch nicht, dass es einmal eine 38-Stunden-Woche und Erlebnisbäder geben wird, Städtereisen oder Wochenendflüge in so ziemlich alle Metropolen der Erde. Heute lautet die Parole daher wohl eher: Sei vorsichtig bei der Wahl der Fluggesellschaft. Damit du auch und vielleicht nicht völlig erschöpft am Montag wieder an deinem Arbeitsplatz bist. Zwei Stunden und bei leicht tropischen Temperaturen am Flughafen zu warten, kann etwas anstrengend sein. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Auch wenn ich momentan überhaupt keine Ahnung habe, wer das gesagt haben könnte. Vielleicht mache ich das nächste Mal Urlaub in Bayern.

Prinzip Hoffnung

Das Prinzip scheint ein sehr ähnliches zu sein. Damals wurde einer ganzen Nation erzählt, dass man nur genug Vorräte im Haus haben müsse, vielleicht auch noch einen kleinen Bunker mit Filter in der Luftzufuhr. Und schon war das alles nicht so schlimm mit der Atombombe. Und weil ja eventuell auch eine gezündet werden könnte, wenn jemand gerade nicht zu Hause war, sondern und insbesondere als Kind beispielsweise in einer Schule, so wurden auch gleich noch Übungen in selbiger abgehalten, wie man sich am schnellsten unter einem Pult oder Tisch zusammenkauert und für alle Fälle auch noch den Schulranzen oder die Aktentasche über dem Kopf hält.

Es war der Kalte Krieg, der wieder mal gerade eine heiße Phase hatte, und eine Nation war allem Anschein nach durchaus überzeugt, dass man so gewappnet einem Atomkrieg schon gleich viel gelassener entgegensehen konnte. Die Bilder aus Hiroshima oder Nagasaki hatten mit uns ja nichts zu tun. Jedenfalls gingen alle schon brav zur Arbeit oder in die Schule, zählten abends zu Hause ihre Vorräte durch und verströmten ansonsten Zuversicht.

Wenn man die Vorräte weglässt und die Schulranzen oder Aktentaschen über dem Kopf, ist es also fast so wie heute. Außerdem brauchen wir ja keine Vorräte mehr, weil Amazon Essen ins Haus liefert. Und irgendein ein Eastpack, wie er heutzutage gebräuchlich ist, hat bestimmt den gleichen Effekt wie damals eine Aktentasche. Nämlich keinen. Und ansonsten gehen wir alle schön brav zur Arbeit oder in die Schule und verströmen Zuversicht. Irgendjemand oder irgendwas wird sie schließlich doch schon aufhalten, all die Säbelrassler, Kriegstreiber, Profitgeier und sonstigen Wahnsinnigen, die sich für Staatsoberhäupter und Menschen mit Entscheidungshoheit halten.

Lernfähig

Mehr als ein Jahrzehnt hat die regierende CSU in Bayern gebraucht, um zu dem Schluss zu kommen, dass das einst mit einem Schnellschuss und gegen den Widerstand von Lehrern und Eltern eingeführte G8 wieder abgeschafft werden sollte. Zwar hatte die Praxis sehr schnell gezeigt, dass Schüler und Lehrer mit einem Abitur nach zwölf Schuljahren großenteils überfordert sind, aber schließlich wollte die Entscheidung gut überlegt sein.

Das Timing hat sicher keine große Rolle gespielt. Dass man jetzt im Wahljahr die Rückkehr zum G9, in vielen Bundesländern schon seit längerem ohne großes Getöse vonstattengegangen, als „Generationen-Entscheidung“ verkauft und von einer „Signalwirkung für ganz Deutschland“ spricht, steht damit ebenso wenig in Zusammenhang wie die Aussage des bayerischen Ministerpräsidenten, die Rückkehr zum G9 sei eine „historische Entscheidung“.

Vor allem aber macht diese historische Entscheidung sehr viel Hoffnung. Zeigt sie doch höchst eindrucksvoll, dass sogar Politiker lernfähig sein können. Zwar waren für diesen Prozess neun Jahre, wie zum Beispiel für ein Abitur, offensichtlich nicht ausreichend. Aber auch dafür gibt es laut Horst Seehofer einen Grund. Die CSU habe einfach einen so langen Diskussionsprozess gebraucht, um zu den „richtigen Entscheidungen“ zu kommen. Also es ist alles nur eine Frage der Zeit. Man muss sich nur gedulden.

Verzweiflung

Jetzt hat der Mann noch nicht einmal ein Programm vorgelegt. Auch keine wirklich zündenden Ideen verkündet, wie er Terroristen draußen und die Erdogans und Trumps dieser Welt in Schach halten will. Er hat nichts Elementares zur Genderfrage geäußert und  noch nicht einmal einen Plan skizziert, wie er von amerikanischen IT-Multis Steuern eintreiben und an die Kinder im Land verteilen will, die unter der Armutsgrenze leben. Wie verzweifelt müssen also Menschen sein, dass ihnen allein schon ein Name so viel Hoffnung macht.

Seit Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD ist, gehen die Umfragewerte für ihn und seine Partei durch die Decke. Laut dem ARD-Deutschlandtrend würden sich aktuell 50 Prozent der Deutschen bei einer Direktwahl für den SPD-Mann entscheiden. Merkel käme gerade einmal auf 34 Prozent. Und auch bei den Parteien hat es Verschiebungen gegeben. Auf ebenfalls nur 34 Prozent kämen CDU/CSU. Während die SPD 28 Prozent der Stimmen erhalten würde, wenn jetzt Wahlen wären. Was ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat bedeutet.

Und zu allem Unglück für die CDU/CSU irrt nun auch noch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner gewaltig.  Während sie dem wie Phoenix aus der Asche aufsteigenden SPD-Kanzlerkandidaten vorwirft, wie die AfD zu reden und sie stark zu machen, sinken die Umfragewerte für die Islam- und EU-feindliche Partei mit Hang zum skurril Nationalistischen auf 12 Prozent. Zurzeit hat man also den Eindruck, dass der Hoffnungsträger der Deutschen, vielleicht noch ausgestattet mit einem blondierten Toupet, nicht mehr zu stoppen ist. Es sei denn, die Verzweiflung der Menschen nimmt ab. Vielleicht gewinnt Deutschland ja in Kürze den Eurovision Song Contest.

Intelligente Deckel

Verbraucherschutzminister Christian Schmidt, CSU, auch für Milch-Kühe bundesweit zuständig, beschäftigt sich nun auch noch mit Joghurt. Er möchte, dass Lebensmittel und damit natürlich auch Joghurt nicht mehr gleich weggeworfen werden, nur weil das sogenannte Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Was im Prinzip eine sehr, sehr gute Idee ist. Dafür will er 10 Millionen Euro locker machen. Unter anderem für die Entwicklung eines Deckels für Joghurt-Becher, der von ganz alleine merkt, ab wann der Inhalt für Menschen nicht mehr gefahrlos genossen werden kann, und das dann auch anzeigt.

Mein Vorschlag wäre hingegen, die 10 Millionen Euro für Bildung auszugeben. Auch wenn ich weiß, dass dies nur der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein ist, dass dies nur ein Anfang sein könnte. Aber ich habe die Hoffnung, dass Menschen mit einer adäquaten Bildung in der Lage sein könnten, selber festzustellen, ob Joghurt schimmelt oder nicht. Also in die Lage kämen, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen. Und dass jemand, der dazu in der Lage ist, vielleicht auch für andere Lebensbereiche das bessere Rüstzeug hat.

Weshalb er dann vielleicht etwas weniger Angst vor dem Islam hat. Nicht gleich erschrickt, wenn er eine fremde Sprache hört. Die Worte von Populisten aber auch von Politikern aller Couleur eher hinterfragt als sie nur nachzuplappern. Durchschaut, wann nur Panik verbreitet wird. Ich habe die Hoffnung, dass Menschen, denen man nicht auch noch die Verantwortung für Joghurt nimmt, eher die Verantwortung für sich selber und vieles mehr übernehmen. Für alle, die sich noch unsicher sind, hier ein Tipp: einfach vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums aufessen.