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Blaue Bänder

Wahrscheinlich ist es der Frühling. Kann ja nicht mehr so lange dauern. Jedenfalls scheinen die Testosteron-Werte schon mal so langsam anzusteigen. Ungarns Orban träumt von einer Schlacht. In Russland, dem Land, in dem Präsidenten auf Tigern reiten, überlegt man sich Vergeltungsmaßnahmen. Weil nämlich ein US-Präsident endlich die Eier hatte, Sanktionen auszusprechen, wie es der Kongress schon vor einiger Zeit angeordnet hat. Könnte sein, dass der Schwiegersohn bis jetzt dagegen war.

Doch während der Frühling seine Boten und diversen Bänder schon mal durch die Land flattern lässt, gibt es durchaus auch Meldungen, die winzig kleine Hoffnungen sprießen lassen. Wie zum Beispiel jene bezüglich der Tatsache, dass es in Jerusalem ein Kinderkrankenhaus gibt, in dem israelische und palästinensische Kinder von palästinensischen und israelischen Ärzten behandelt werden. Finanziell unterstützt von einer französischen Ärztin, die rein zufällig Jüdin ist. Was mich dann glauben lässt, dass wir vielleicht einfach nur mehr Ärzte wie diese bräuchten.

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Hope Hicks ohne Hoffnung

Nachdem ich diese Meldung gelesen hatte, habe ich erst einmal auf den Kalender geschaut. Hätte ja sein können, dass ich den ganzen März verschlafen habe. Doch es war noch nicht der 1. April. Außerdem waren die Quellen einigermaßen sicher, schließlich sind weder die „Chicago Tribune“ noch „Focus online“ oder der Spiegel dafür bekannt, dass sie von Bots oder von russischen Hackern infiltriert wären. Also zum Inhalt dieser Meldung, die mir wohl noch einige schlaflose Nächte verschaffen wird:

Vierzehn Tage nachdem ein Amokläufer in Florida mit dem Schnellfeuergewehr AR-15 in einem College 17 Menschen ermordete, wurden die Anhänger der Glaubensgemeinschaft „World Peace and Unification Sanctuary“ in Newfoundland im US-Bundesstaat Pennsylvania zu einem Gottesdienst gerufen. Um diese Waffe, also das AR-15 Schnellfeuergewehr, als eine Gabe Gottes zu preisen. Es wurden die Gläubigen auch darum gebeten, ihre Waffen und, falls vorhanden, ein AR-15 Gewehr mitzubringen. Manche besonders kreative Gotteskinder trugen dann auch beim Besuch des Gottesdienstes sogar Kronen aus Patronen auf dem Kopf.

Prediger Hyung Jin Moon, dessen Vater, Reverend Sun Myung Moon, Jesus mit 15 Jahren begegnet ist, betonte bei dieser Gelegenheit, dass das Recht auf Waffen von Gott gegeben sei. Womit er sich ja durchaus für den gerade vakanten Posten eines Pressesprechers bei Donald Trump empfohlen hat. Nachdem Hope Hicks wohl vor kurzem die Hoffnung aufgegeben hat, ihre Model-Karriere endgültig gegen den Erfolg in der Politik eintauschen zu können. Auf jeden Fall aber ist alle meine Hoffnung geschwunden, dass sich ein menschliches Gehirn ausdenken könnte, was andere menschliche Gehirne alles in die Realität umsetzen.

Verlagerung der Lösung

Bleiben wir doch mal beim Thema (sh. Blog von gestern). Wenn auch einen anderen Aspekt betreffend. Aktuelles Beispiel: Die Brennerautobahn. Hat ja jetzt einen Gipfel gegeben. Und das Ergebnis ist genau das: der Gipfel. Denn es wird genau das passieren, was gefühlt immer öfter passiert, wenn ein Problem gelöst werden muss. Nämlich nicht allzu viel. Denn es sind sich zwar alle einig, dass es nicht so optimal ist, wenn täglich 38.630,14 Lkw über den Brenner brettern. Macht nämlich 14,1 Millionen pro Jahr. Und jede Menge Abgase und Lärm.

Weshalb man jetzt mal wieder die grandiose Idee hegt, Lkw  auf die Schiene zu verlagern. Sie also mit dem Zug über den Brenner zu fahren. Hat aber auch gleich Unmut hervorgerufen, bei besorgten Bürgern. Züge würden nämlich auch Lärm machen. Und damit das gleiche Level wie die Bürgerinitiativen gegen Stromtrassen oder Windräder erreicht. Initiiert von Menschen, die viel für die Umwelt tun. So lange es nicht in der Nähe der Haustür stattfindet, was getan werden müsste.

Weshalb ich da einen Vorschlag machen möchte: Warum verlagert man denn nicht alles, was so stört, in die Luft? Vielleicht in 5.000 Meter Höhe. Also die Autobahnen, den Schienenverkehr, die Stromtrassen und Windräder. Das wäre doch mal eine Innovation. Und eine technische Herausforderung. Ganz in der Tradition des bisherigen Verlaufs der Evolution der Menschheit. Natürlich auch und wie vieles anderes mit einem kleinen Risiko behaftet.

Denn das würde selbstverständlich auch eines dieser Großprojekte werden, die erfahrungsgemäß zwar nur das Doppelte vom veranschlagten Betrag kosten, aber dafür bis zur Fertigstellung die vierfache Zeit beanspruchen. Was unter Berücksichtigung des aktuellen Tempos, mit dem die Umwelt gerettet wird, bedeuten könnte, dass es zu spät ist. Bis dahin unser schöner blauer Planet sowieso mehrheitlich unbewohnbar geworden ist. Zumindest für uns Menschen. Was ja wiederum ein Hoffnungsschimmer für die anderen Spezies und Pflanzen wäre.

Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

Neue Erkenntnisse

Vielleicht darf man es sogar als kleine Sensation bezeichnen. Mir fiel es jedenfalls wie Schuppen von den Augen. Und eigentlich verwundert es mich, dass noch niemand schon eher darauf gekommen ist. Denn schließlich ist es doch kein Geheimnis mehr, dass in nicht wenigen Beziehungen eine Art von Automatismus herrscht. Und leider fast ausschließlich in einer Konstellation. Da ist dann ein Mann, der seine Frau, sei sie mit ihm verheiratet oder auch nur zusammen lebend, mehr oder minder als sein Eigentum betrachtet. Insofern jedenfalls, als er ihr an den Kopf werfen kann, was er will. Glaubt, mehr oder minder mit ihr machen zu können, was ihm gerade in den Sinn kommt. Gewalt nicht ganz ausgeschlossen.

Es ist leider eine Spirale, die sich bis hin zur Eskalation dreht und zumeist nur von der Frau unterbrochen werden kann. Sich diese aber bis dahin an die Hoffnung klammert, dass er sich schon noch ändern wird. Sicher wieder der nette, zuvorkommende Mann werden wird, der sie mit seinem zugewandten Wesen, seinen Versprechungen und durchaus auch mit seiner Männlichkeit dereinst beeindruckte. Eine Hoffnung, die allerdings mehr als trügt. Und zieht man das alles in Betracht und vergleicht es mit den Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland, so muss man zwangsläufig zu der doch überraschenden Erkenntnis kommen, dass der deutsche Michel eigentlich eine Frau ist. Was mit Sicherheit die Gender-Diskussion weiter anfachen wird.

Der siebte Tag

Und Gott sprach – mehr oder minder sinngemäß: Am siebten Tag sollst du ruhen. Da wusste er allerdings noch nicht, dass es einmal eine 38-Stunden-Woche und Erlebnisbäder geben wird, Städtereisen oder Wochenendflüge in so ziemlich alle Metropolen der Erde. Heute lautet die Parole daher wohl eher: Sei vorsichtig bei der Wahl der Fluggesellschaft. Damit du auch und vielleicht nicht völlig erschöpft am Montag wieder an deinem Arbeitsplatz bist. Zwei Stunden und bei leicht tropischen Temperaturen am Flughafen zu warten, kann etwas anstrengend sein. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Auch wenn ich momentan überhaupt keine Ahnung habe, wer das gesagt haben könnte. Vielleicht mache ich das nächste Mal Urlaub in Bayern.

Prinzip Hoffnung

Das Prinzip scheint ein sehr ähnliches zu sein. Damals wurde einer ganzen Nation erzählt, dass man nur genug Vorräte im Haus haben müsse, vielleicht auch noch einen kleinen Bunker mit Filter in der Luftzufuhr. Und schon war das alles nicht so schlimm mit der Atombombe. Und weil ja eventuell auch eine gezündet werden könnte, wenn jemand gerade nicht zu Hause war, sondern und insbesondere als Kind beispielsweise in einer Schule, so wurden auch gleich noch Übungen in selbiger abgehalten, wie man sich am schnellsten unter einem Pult oder Tisch zusammenkauert und für alle Fälle auch noch den Schulranzen oder die Aktentasche über dem Kopf hält.

Es war der Kalte Krieg, der wieder mal gerade eine heiße Phase hatte, und eine Nation war allem Anschein nach durchaus überzeugt, dass man so gewappnet einem Atomkrieg schon gleich viel gelassener entgegensehen konnte. Die Bilder aus Hiroshima oder Nagasaki hatten mit uns ja nichts zu tun. Jedenfalls gingen alle schon brav zur Arbeit oder in die Schule, zählten abends zu Hause ihre Vorräte durch und verströmten ansonsten Zuversicht.

Wenn man die Vorräte weglässt und die Schulranzen oder Aktentaschen über dem Kopf, ist es also fast so wie heute. Außerdem brauchen wir ja keine Vorräte mehr, weil Amazon Essen ins Haus liefert. Und irgendein ein Eastpack, wie er heutzutage gebräuchlich ist, hat bestimmt den gleichen Effekt wie damals eine Aktentasche. Nämlich keinen. Und ansonsten gehen wir alle schön brav zur Arbeit oder in die Schule und verströmen Zuversicht. Irgendjemand oder irgendwas wird sie schließlich doch schon aufhalten, all die Säbelrassler, Kriegstreiber, Profitgeier und sonstigen Wahnsinnigen, die sich für Staatsoberhäupter und Menschen mit Entscheidungshoheit halten.