Schlagwort-Archive: Hose

Überfluss

Besonders deutlich geworden ist das zum Beispiel durch die sogenannte Flüchtlingskrise. Kofferraumweise haben die Menschen ihre Kleidersäcke und –kartons zu den Unterkünften und eingerichteten Sammelplätzen gefahren. Eine wunderbare Sache, diese Hilfsbereitschaft. Und nie wurde eindrucksvoller demonstriert, was das Wort Überfluss bedeutet. Zumindest in unserer Hemisphäre. Unbeschadet der Möglichkeit, dass ich der oder dem einen oder anderen Kleiderspender bitter Unrecht tue, gehe ich davon aus, dass sich niemand wegen der gespendeten Kleidung anschließend nur noch zu Hause aufhalten konnte. Weil er oder sie nichts mehr anzuziehen hatte.

Blendet man einmal die sicher zugrunde liegende Hilfsbereitschaft für einen kurzen Moment aus, so bleibt ein gigantisches Ramadama, wie Menschen im südlichsten Bundesland sagen. Eine Aufräumaktion von beeindruckenden Ausmaßen. Eigentlich kommt es einem dann vor, als hätte eine ganze Nation endlich einmal die Schränke ausgeräumt, um Platz für Neues zu machen. Weshalb sich mir schlichtem Gemüt die Frage stellt, was Menschen eigentlich mit acht Paar Hosen machen. Oder mehr. Ich habe nur einmal jemanden gesehen, der zwei Hosen übereinander trug. Und der tat gut daran, denn es war Winter, und er musste unter einer Brücke hausen.

Aber alle anderen. Wozu braucht ein Mensch 27 T-Shirts? Was keine beliebige Zahl ist. Ich habe sie in einem Beutel gefunden. Alle in derselben Größe. Und in drei Grundfarben. Und selbst wenn Zwillinge die Spender waren, ändert sich die Fragestellung nur unerheblich. Und das Resultat bleibt das Gleiche. Wir haben von vielem einfach mehr als wir brauchen. Die meisten Menschen haben von allem zu viel. Und das betrifft nicht nur die Kleidung. Hunderttausende von Schränken und Kilometer von Regalen sind gefüllt mit Gegenständen, die keinen Sinn und Zweck mehr haben. Wohingegen manch anderes zur Mangelware geworden ist. Seltsamerweise sind das die Dinge, die man sich nicht wirklich kaufen kann.

Wenn die Welt aus den Fugen gerät

Die Welt steht Kopf. Also vielleicht nicht die ganze Welt, aber doch ein Teil von ihr. Zumindest jener Teil, der sich für den Nabel dieser Welt hält. Richtig geraten, ich spreche von Deutschland. Und was ist der Auslöser dafür? Das Wetter! Dass sich ganz offensichtlich weder an die Rechtslage noch an die Koalitionsvereinbarungen der GroKo hält. Sondern sich nur an der Jahreszeit orientiert oder am Wetterbericht. Es kann sich jedenfalls nur noch um Stunden handeln, bis der bayerische Ministerpräsident einen Brandbrief nach Berlin schickt und mit einer Verfassungsklage droht.

Und jetzt auch noch der Gipfel der Frechheit: Schnee!!!!! Schnee, der liegen geblieben ist! Und was droht, das ist nicht weniger als eine Lawine. Eine Lawine der Ausrufezeichen. Die wahrscheinlich sogar die Meldung von Zidanes geplatzter Hose unter sich begraben wird. Die so langsam die Frage aufwirft, ob denn nur Schwule in den Nachrichtenredaktionen sitzen, um die Meldungen auszusuchen, die sie für veröffentlichungswert halten. Das wäre zumindest eine vernünftige und akzeptable Erklärung dafür, dass wir aber auch wirklich jedes Mal darüber informiert werden, wenn irgendeinem Fußballtrainer zur Abwechslung einmal nicht der Kragen sondern die Hose platzt.

Meine These zu diesem Themenkreis: Könnte es vielleicht sein, dass Fußballtrainer Fußballtrainer geworden sind, weil sie das Fußballspiel mitunter erregt, bei ihnen zu Erektionen führt? Es würde zumindest im Einklang mit einer latenten Materialschwäche plausibel das Nachgeben des Stoffes respektive von Nähten erklären. Nicht aber, warum es wichtiger ist zu vermelden, dass eine Hose geplatzt ist, anstatt darüber zu berichten, dass die Zukunftsperspektive eines namentlich bekannten 15-jähriger Jungen in der Aussicht besteht, mit vielleicht 18 Jahren an einer Überdosis Heroin zu sterben. Ich vermute, das Wetter kann man nicht dafür verantwortlich machen. Was gleichzeitig der Grund dafür sein dürfte, warum darüber nicht berichtet wird. Sondern über 1,2 Zentimeter Schnee und eine geplatzte Hose.