Schlagwort-Archive: Innenminister

Geniale Lösung

Also, wenn das mal keine Überraschung ist. Ich dachte ja eigentlich, dass sie sich in Berlin sagen, „wir machen durch bis morgen Früh und singen bums fallera“, und erst am unsinnigen Donnerstag mit ihrem Koalitionspapier herausrücken. Weil da wahrscheinlich eh‘ kaum jemand in der Lage wäre, es zu lesen. Geschweige denn, es zu verstehen. Aber nein. Kommen sie jetzt doch noch heute, quasi in allerletzter Sekunde und mit einem Geniestreich um die Ecke, um nicht zu sagen, aus ihrer Reha-Klinik. Dort dauert die Behandlung ja auch oft länger, als zuerst einmal angenommen.

Man hat es zwar noch nicht Schwarz auf Weiß gelesen, geschweige denn in den angeblich sozialen Medien bestätigt bekommen. Aber es ist zumindest schon was durchgesickert. Dass nämlich Martin Schulz Außenminister wird. Und Horst Seehofer Innenminister. Was im Klartext bedeuten würde, dass der SPD-Vorsitzende nicht mehr SPD-Vorsitzender wäre. Was ihm die Basis danken wird. Und dass Horst Seehofer seinen Lebenstraum verwirklichen und die einströmenden Flüchtlinge einzeln zählen könnte. Da wäre die Obergrenze also auch sicher. Und der Söder glücklich. Einfach genial.  

Advertisements

Außendämmung

Der Staat fördert die Außendämmung von Häusern. Ist gut für das Klima, sagt er, es wird so weniger Energie verbraucht. Doch dann steht in London ein Hochhaus in Flammen. Eine Tragödie. Und obwohl bis dato noch nicht klar ist, dass die Außendämmung dieses Gebäudes daran schuld war, ist ein Innenminister aus dem Süden Deutschlands sofort vor die Mikrofone von Reportern geeilt. Um nämlich den Menschen im Lande mitzuteilen, dass jetzt, nachdem hunderttausende von Häusern an den Außenwänden gedämmt wurden, eigentlich und unbedingt untersucht werden müsste, ob das eine Brandgefahr darstellt. Er wolle, sagt er, die energetische Gebäudesanierung auf den Prüfstand stellen. Ob für einen eventuellen Rückbau der gedämmten Häuser wieder Förderungsprogramme des Staates aufgelegt werden, sagte er noch nicht.  

Unklar ist auch noch, ob er gedenkt, untersuchen zu lassen, welche Gefahren von einem Sack Reis ausgehen. Da soll nämlich dieser Tage einer in China umgefallen sein. Gesichert ist lediglich die Erkenntnis, dass manche Politiker jede Gelegenheit wahrnehmen, um vor den Kameras zu erscheinen. Weshalb die Vermutung nahe liegt, dass sie das für ihr Ego brauchen. Aber vielleicht ist ihnen ja auch nur langweilig. Wird also Zeit, dass dieser Innenminister aus dem Süden der Republik einen Posten in Berlin bekommt. Vorgeschlagen wurde er ja schon von seinem Chef. Was außerdem bei manchen zu Überlegungen führen könnte, ob eine Kanzlerin Merkel wirklich die einzige Lösung im September ist.

Brief an einen Siebzehnjährigen

Mein lieber Junge, ich weiß nicht, was dich dazu bewogen hat, Menschen, die du nicht einmal gekannt hast, von denen du nichts wusstest, anzugreifen und zum Teil lebensgefährlich zu verletzen. Ich weiß nicht, ob es vielleicht die Bilder waren, die du aus deiner Heimat und von deiner Flucht mitgebracht hast. Was ich aber ziemlich deutlich vor Augen habe, das sind die Reaktionen, die jetzt folgen werden.

Du sollst natürlich „Allahu Akbar“ gerufen haben. Und man hat laut einem Innenminister eine handgemalte IS-Fahne in deinem Zimmer gefunden. Womit schon einmal eines der wichtigsten Klischees erfüllt wird. Und jetzt alle, die es schon immer gewusst haben, sich jetzt bestätigt sehen können. Unter ihnen ein leibhaftiger Ministerpräsident.

Nicht sehr glücklich deshalb auch der Ort deines Verbrechens. In diesem Bundesland ist man besonders sensibel, was solche Ereignisse betrifft. Und man hat viele gute Ideen, wie man den Bürgern Sicherheit verkaufen kann. Auch wenn man weiß, dass das natürlich eine Mogelpackung ist. Und dann werden sich natürlich alle vergnügt die Hände reiben, die die Alternative für Deutschland in der Rückkehr zu den Werten einstiger tausendjähriger Reiche suchen.

Um es kurz zu machen, du hast deinen Landsleuten und Schicksalsgefährten wirklich keinen guten Dienst erwiesen. Vor allem auch jenen nicht, die noch von einem Leben ohne Bomben in Deutschland träumen. Ich nehme mal an, dass du das alles nicht bedacht hast. Und vor allem auch nicht, dass deutsche Polizisten nicht die besten Schützen sind. Weshalb es gut möglich ist, dass du mit niemandem darüber reden konntest, was in deinem Kopf vorging. Aber vielleicht gibt es ja jetzt Menschen, die daraus etwas lernen.

Aufarbeitung

Daran besteht kein Zweifel, was in Brüssel geschehen ist, das verlangt danach, dass darüber gesprochen wird. Auch wenn es zumeist nicht gelingt, in Worten auszudrücken, was solche Ereignisse in einem Menschen auslösen, es gehört zu dem Versuch, das Grauen zu verarbeiten, die ausgelöste Angst einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und das betrifft natürlich nicht nur die Menschen, die den Terroranschlag selbst oder aus nächster Nähe erlebt haben. Angst ist ein Stoff, der sich über weite Entfernungen ausbreitet und, wie man es wieder erlebt hat, auch in Menschen eindringt, die glaubten, sich mit einem Verbrechen einen Platz in einem Paradies sichern zu können.

Wie auch schon beim Terroranschlag vom 13. November 2015 in Paris, hat auch in Brüssel einen der Attentäter anscheinend die Zuversicht verlassen, dass er wirklich als Märtyrer belohnt werden wird, wenn er sich und andere Menschen tötet. Auch wenn die Möglichkeit nicht auszuschließen ist, dass auch technisches Versagen vorliegen könnte, würde ich mir trotzdem wünschen, dass auch den einen oder anderen Politiker mitunter die Zuversicht verlassen möge, dass er in der Lage sein könnte, irgendetwas hilfreiches nach solchen Gräueln sagen zu können.

Ich möchte niemandem das Recht absprechen, seine Trauer oder auch seine Wut und Fassungslosigkeit auszudrücken. Worauf ich aber sehr gerne verzichten kann, das sind zum Beispiel Versuche, auf schmalem Grat balancierend gleichzeitig zu beschwichtigen und zu warnen. Zu behaupten, dass man bestens vorbereitet sei und infolgedessen ein Terroranschlag hierzulande auch höchst unwahrscheinlich ist. Auch wenn man davon ausgehe, dass er nicht zu verhindern sei.

Denn ebenso wenig  wie ich von einem Sportminister verlange, dass er Sport betreibt, verlange und erwarte ich von einem Innen- oder sonstigen Minister, dass er weiß, was in der Zukunft geschieht. Weshalb ich denke, dass auch die Medien aufhören sollten, nach einem Terroranschlag Politiker zu befragen. Was sie zumeist von sich geben, das ist Kalkül und nichts, was erhellend oder hilfreich sein könnte. Ich würde mir wünschen, dass eine Politikerin oder ein Politiker einmal den Mut fände, schlicht zu sagen: „Ich weiß, dass es immer wieder geschehen kann. Ich bin genauso hilflos, wie alle anderen.“ Das würde mir Mut machen.

Bildung und Forschung in Wildbad Kreuth

Es war unumgänglich. Das kriegt man nur in diesem Supermarkt. Und der ist nun einmal in einem dieser sogenannten Industriegebiete. Was nichts anderes bedeutet, als dass es dort eine Einkaufsindustrie gibt. Die natürlich davon lebt, dass Menschen etwas kaufen. Einen Parkplatz zu finden war jedenfalls etwas nervig, aber eine epochale Erkenntnis aus dieser Exkursion konnte das leicht wieder aufwiegen: Nach dem Fest ist vor dem Fest!

Gemessen am Andrang hätte es nämlich genauso gut der 23. oder 24. Dezember sein können. Der einzige Unterschied: Inzwischen ist es etwas kälter geworden. Und ich kann Zahlen nennen, was uns dieses kleine Vergnügen eigentlich kostet. Bei den Weihnachtsbäumen bin ich zuerst fündig geworden. 500 Millionen Euro wurden in der BRD wieder für Weihnachtsbäume ausgegeben.

Wobei es allerdings nach meiner Einschätzung noch eine Dunkelziffer gibt. Wenn es nämlich stimmt, dass hierzulande in 23 Millionen Haushalten ein Weihnachtsbaum jetzt langsam anfängt, vor sich hin zu nadeln. Was bedeuten würde, dass pro Baum nur ca. 21 Euro ausgegeben wurden. Und mir das nun wirklich etwas zu wenig erscheint. Nachdem auch bei Baumärkten die Bäume zumeist deutlich mehr kosteten.
Aber man muss man ja nicht jeden Euro aufrechnen. Schließlich bleiben ja noch die Geschenke und was sonst noch so für das Fest der Liebe eingekauft wird. Und da rechnet der Einzelhandel für dieses Jahr mit 85,5 Milliarden Euro. In Ziffern: 85 500 000 000 Euro. Und zum Vergleich: In Bildung und Forschung wurden vom Staat 2015 immerhin 15,3 Milliarden Euro „investiert“.

Was Bundesbildungsministerin Johanna Wanka offensichtlich in einen ähnlichen Zustand von Euphorie versetzte wie der Klimagipfel in Paris. Sie sagte bei der Haushaltsdebatte damals: „Dieser Haushalt ist Ausdruck einer modernen, ganzheitlichen Innovationspolitik und damit haben wir die Chance, die Zukunft zu gewinnen.“

Bleibt jetzt nur noch zu klären, ob die von der CSU und insbesondere Innenminister Herrmann aktuell vehement geforderten Schulungsmaßnahmen für Flüchtlinge, also Deutsch zu lernen und Kurse über unsere Grundwerte zu besuchen, auch aus dem Haushalt für Bildung und Forschung bezahlt werden können. Unbekannt ist allerdings auch noch, ob die CSU bei ihrer Klausurtagung in Wildbad Kreuth auch für Pegida- und AfD-Anhänger oder das eine oder andere CSU-Mitglied Deutschkurse und den Besuch von Kursen über unsere Grundwerte fordert.

Wiederholt sich Geschichte? Die Samstags-Satire

Ludwig XIV. gilt als klassischer Vertreter des höfischen Absolutismus. Der Leitsatz des Absolutismus, L’État, c’est moi! (Der Staat bin ich!) wird ihm jedoch fälschlicherweise zugeschrieben. Er festigte die Macht der Krone durch den Ausbau der Verwaltung, die Bekämpfung der Opposition in Kreisen des Adels sowie durch die Förderung der französischen Wirtschaft. Die Hofkultur wurde ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten. Zum Symbol für dessen herausragende Stellung wurde sein prunkvolles Auftreten.

Am 17. Dezember brannte der Winterpalast in St. Petersburg durch ein 30stündiges Feuer völlig aus. Kaiser Nikolaus I. ordnete eine Wiederherstellung der Residenz nach früherem Zustand an. Zu Ostern 1839 waren die Erneuerungsarbeiten am und im Winterpalast abgeschlossen… Der Palast gilt als eines der Prunkstücke des russischen Barock… Einen tragischen Eintrag in die Geschichtsbücher bekam der Winterpalast am 9. Januar, dem Petersburger Blutsonntag, als bei einem Marsch demonstrierender Arbeiter russische Soldaten vor dem Winterpalast auf die Demonstranten schossen, wobei es Hunderte von Toten gab.

Schloss Elmau ist ein unter Denkmalschutz stehendes 5-Sterne-Hotel aus dem Jahr 1914/16. Es liegt im südwestlichen Bereich der Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf 1008 Meter Höhe am Fuß des Wettersteinkamms. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Schloss Elmau 1941 als Fronterholungsheim an die Wehrmacht verpachtet. Ab 1997 wurde Schloss Elmau von Dietmar Müller-Elmau renoviert und als Spa neu eröffnet. Im August 2005 zerstörte ein Großbrand zwei Flügel und zwei Drittel aller Zimmer des Schlosses. Der Wiederaufbau des Schlosses sowie des Badehauses erfolgte von April 2006 bis Juni 2007. Am 7. Juni 2015 empfängt dort die demokratisch gewählte Bundeskanzlerin Angela Merkel für zwei Tage die Teilnehmer eines G7-Gipfels. Es sind 22.300 Polizisten zu ihrem Schutz abgestellt.

(Quelle: Wikipedia, welt.de, Kürzungen und Ergänzungen: pet)