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Fußballfieber

Die Krähe, die gerne auch einmal mit dem Raben verwechselt wird, ist wie dieser ein bemerkenswertes Tier. Die Wissenschaft geht davon aus, dass sie unter den Vögeln der intelligenteste ist. Und dass dieser Vogel ausgesprochen lernfähig ist, dafür gibt es unzählige Beispiele und Untersuchungen. Wer öfter mal an einer Ampel steht, kann das möglicherweise bestätigen. Lassen sich Krähen doch gerne Nüsse von Autos knacken. Was an Ampeln Sinn macht. Bei großer Geschwindigkeit würde der Inhalt einer Nuss in alle Richtungen verstreut werden.

Dass es auch sehr soziale Tiere sein können, habe ich mit eigenen Augen erlebt. Ein Habicht hatte sich eine junge Krähe gekrallt. Aber offensichtlich nicht mit den anderen Krähen gerechnet. Die haben ihn nämlich so lange und im Sturzflug in einer durchaus stringenten Aktion angegriffen, bis der Habicht seine Beute fallen lassen musste, um sich in Sicherheit zu bringen. Auch dann noch kümmerten sich seine Artgenossen um die Nachwuchs-Krähe, blieben so lange in seiner Nähe, bis sie sich erholt hatte und mit den anderen Krähen wegfliegen konnte.

In einer kleinen Stadt in Deutschland, deren Namen ich freundlicherweise verschweigen möchte, gibt es einen kleinen Park, in dem nicht wenige Krähen nisten, es also momentan viel Nachwuchs gibt. Und wo es schon mal passieren kann, dass eine allzu vorwitzige Krähe aus dem Nest fällt, sich vielleicht sogar verletzt. Wie es dieser Tage passierte, und was von zwei Männern bemerkt wurde. Die die Gelegenheit dazu benutzten, mit dem auf dem Boden humpelnden Tier Fußball zu spielen, es sich gegenseitig zuzuschießen. Als sie wegen einer Passantin von dem Vogel endlich abließen und wegliefen, war die Krähe bereits tot.

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Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

Der Dschungel ruft

Beatrix von Storch, Stellvertretende Bundessprecherin der AfD und MdEP, sagte gestern Abend in der Talk-Show „Anne Will“ über Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Das Gerücht war, dass sie nach Chile oder Südamerika geht. Ich glaube nicht, dass sie noch lange Kanzlerin ist.“ Und über Migranten, die über österreichische Grenzübergänge einreisen: „Die Menschen sind in Österreich in Sicherheit. Sie sind dann keine Flüchtlinge mehr.“ Beatrix von Storch veröffentlicht unter anderem auch auf dem Internet-Portal „Die Freie Welt“, der „Internet- & Blogzeitung für die Zivilgesellschaft“. Wo unter ihren Beiträgen zum Thema Flüchtlinge Kommentare zu finden sind wie: „Geradezu widerlich mutet es einen da manchmal an wie die Burschen vor Geilheit triefend einem hinterher laufen und obwohl man die Sprache nicht versteht, merkt daß sie obszöne Bemerkungen machen.“ Oder: „Was will die Kommunistin, Merkel, nur mit den vielen ausländischen Proletariern anfangen?“

David Ortega Arenas, Kandidat bei „Big Brother“ und „Deutschland sucht den Superstar“ und zeitweilig als Diego Cortez in der Reality-Soap „Köln 50667“ auf RTL II zu sehen, sagte hingegen während seines eher kurzen Auftritts in der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“, auch als „Dschungelcamp“ geläufig, nicht nur: „Orgasmus ist der Punkt, wo man sagen kann, ab hier … kann ich schlafen.“ Sondern auch: „Pflanzen sind die extremst intelligentesten Lebewesen. Sie Sind so introvertiert, dass sie sich gar nicht zeigen wollen.“ Eine logische Schlussfolgerung aus den Zitaten der beiden TV-Stars wäre, geht man einmal davon aus, dass die Aussagen zutreffend sind, dass weder Frau Beatrix von Storch noch Herr David Ortega Arenas Pflanzen sind. Und dies nicht nur, weil beide ganz offensichtlich eher extrovertiert sind.

Unser Cousin Kepler

Nicht immer aber zumindest mitunter kann es durchaus eine Freude sein, auf einen nahen Verwandten zu treffen. Wie das im konkreten Fall aussieht, ist allerdings noch unklar. Laut Einschätzung der Nasa, der US-amerikanischen Weltraumbehörde, ist der gerade entdeckte Planet mit dem romantischen Namen „Kepler-452b“ nämlich so etwas wie ein „sehr enger Cousin der Erde“. Einmal davon abgesehen, dass ich nicht wusste, dass Cousins enger und weiter sein können, soll damit wohl impliziert werden, dass es sich hierbei um einen Planeten handelt, der dem unseren ziemlich ähnelt.

Was natürlich alle auf den Plan ruft, die schon immer davon ausgegangen sind, dass es irgendwo im Universum intelligente Wesen gibt. Und natürlich eine sehr gewagte Annahme ist. Schließlich lässt der Blick auf die Menschheitsgeschichte und den Zustand unseres Planeten noch nicht einmal die Vermutung zu, dass es überhaupt Intelligenz im Universum gibt. Aber vielleicht sieht das auf einem Cousin ja ganz anders aus. Haben wir es hier sogar einmal nicht mit irgendwelchen klebrigen, grünen Männchen zu tun, sondern mit Wesen, die uns auch äußerlich ähneln.

Allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass sie vielleicht wirklich intelligent sind. Was dann theoretisch bedeuten könnte, dass sie noch nicht ihren Planeten ruiniert haben, keine Touristik-Branche kennen und keine Finanzmärkte, keine Daily-Soaps im Fernsehen und SUVs. Weder Religions- noch sonstige Kriege führen, kein Wirtschaftswachstum-Syndrom und noch nicht einmal asozial soziale Medien haben. Dass alleine schon diese Vorstellung bei manchen Menschen auf unserem Planet Begehrlichkeiten weckt, sie neue Märkte sehen, ist naheliegend und auch nichts Neues.

Schon immer hatten Menschen die Vorstellung, dass die Menschheit zumindest in Teilen respektive in zahlungskräftigen Teilen auf einen anderen Planeten auswandern könnte, wenn die Erde endlich komplett ruiniert ist. Doch da kann man unseren Cousin „Kepler-452b“ zum Glück einigermaßen beruhigen. Nachdem er annähernd 1400 Lichtjahre von unserer Erde entfernt ist, können sich die Leute dort vorerst noch ziemlich entspannt zurücklehnen.