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Hotspot

Es ist ein Skandal, und ich habe keine Ahnung, warum das nicht schon jemand publik gemacht, die Öffentlichkeit und die Politik aufgerüttelt hat. Dass ich darauf gestoßen bin, das war eher unfreiwillig und mit der Grund, warum dieses Blog mitunter etwas verwaist erschien in jüngster Zeit. Doch zur Sache und die auf einen kurzen Nenner gebracht: Die Versorgung mit einem einigermaßen akzeptablen Internet-Zugang ist bei Ärzten noch schlechter als die Besoldung der Menschen, die in der Pflege arbeiten.

Bei den Summen, die die Krankenkassen den Ärzten alleine schon für überflüssige Beratungen oder auch noch überflüssigere Operationen – insbesondere im Teilbereich Gelenke – zahlen, müsste es doch möglich sein, in den Wartezimmern für Internet zu sorgen. Doch die Lage ist katastrophal, wie ich jetzt hautnah feststellen musste. Zum Einen, weil bei den derzeit üblichen Wartezeiten es durchaus schon einmal vorkommen kann, dass Kinder in der Zwischenzeit das Abitur machen oder selber welche kriegen. Dann möchte man doch wenigstens auf WhatsApp ein Video von diesem Ereignis sehen.

Und dann ist da noch ein weitaus wichtigerer Grund. Denn wie lässt sich die Zeit im Wartezimmer eines Arztes denn besser nutzen als mit Recherchen im Internet hinsichtlich der Beschwerden, die man hat. Schließlich sind doch die Zeiten endgültig vorbei, dass man sich wie ein Lamm vom Mediziner zur Schlachtbank respektive auf den OP-Tisch führen lässt. Und welcher Arzt wäre nicht enttäuscht, wenn er nicht mit dem Patienten die Diagnose gründlich ausdiskutieren könnte. Und wenn es den Ärzten zu teuer ist, dann sollen sie sich die Einrichtung von kostenlosen Hotspots doch von den Kassen bezahlen lassen. Als Beratungskosten.  

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Ansprüche

Die Psychiater sind ausgelastet, die geschlossen Anstalten gut gefüllt. Doch es laufen immer noch mehr als genug Menschen durch die Gegend, die ganz offensichtlich einer Behandlung bedürfen. Man begegnet ihnen auf der Straße, in jeder beliebigen Gegend, im In- wie im Ausland. Es wird darüber geschrieben, was sie anrichten, in Fernsehen, Internet oder Rundfunk wird über sie und ihre Taten berichtet. Und manchmal hat man den Eindruck, dass sie auf dem besten Weg zu einer Mehrheit sind. Dass Menschen, die Menschlichkeit nicht nur buchstabieren sondern auch leben können, eine bedrohte Spezies sind.

Aber vielleicht ist einfach der Anspruch zu hoch. Vielleicht sollte man schlicht sich und die Welt nur noch glücklich preisen, wenn der schlimmste Fall nicht eingetreten ist. Wenn es vielleicht einen Tag ohne Amoklauf oder terroristischen Anschlag gab. Oder zumindest keine Nachricht darüber verbreitet wurde. Vielleicht sollte man sich ganz entspannt und zutiefst zufrieden zurücklehnen, wenn an einem Tag Not und Elend und Leid einmal nicht noch eklatant größer geworden ist. Vielleicht kann man nicht mehr an Glück verlangen, als dass das Kind wieder gesund und wohlbehalten nach der Schule nach Hause kommt.

Freunde finden

Was haben sie denn geglaubt, all die Menschen, die jetzt wegen der neuesten Erkenntnisse über Facebook entrüstet, besorgt, verunsichert oder sogar wütend sind? Dass man bei dem Internet-Giganten die gigantischen Datenmengen, die man über die Nutzer sammelt, in Kopfkissen stopft? Damit all die großen und kleinen Zuckerbergs ohne schlechtes Gewissen schlafen können und schöne Träume haben? Auch wenn es bitter sein mag, sie schlafen auch prächtig, obwohl und wenn ihre Daten für schmutzige Deals genutzt werden.
Das Einzige, was sie wohl jetzt wurmt, das ist vermutlich, dass sie kein Geld dafür bekommen haben. Weshalb der Skandal, falls man unbedingt einen solchen haben will, einzig und allein darin besteht, dass der Facebook-Chef jetzt den Ahnungslosen und Betrogenen spielt. Allerdings bin ich deswegen ebenso wenig besorgt. Und wütend schon gleich gar nicht. Um sich Illusionen zu machen, dazu ist der Gewinn, den der Konzern macht, einfach zu groß.

Frauen von rechts

Bravo!, möchte man ausrufen. Jetzt haben es sogar schon die Frauen gemerkt, die ansonsten eher nach alter Tradition den rechten Herd hüten und dann und wann mit auf eine Demo gegen Flüchtlinge mitdürfen, damit sie auch mal an die frische Luft kommen. Sie haben ihr eigenes #metoo gestartet, einen Videoclip auf Youtube gepostet, mit dem sie die Gewalt gegen Frauen anprangern wollen. Nennt sich bei ihnen allerdings #db120, und wenn man sich dieses Video bis zum Ende angetan hat, dann weiß man, dass es vor allem um Ausländerhetze geht.

Was dann allerdings überhaupt nicht mehr wundert, wenn man weiß, dass die aufrechten jungen Frauen, die hier so eindrucksvoll ihr Leid schildern, von der Identitären Bewegung ins Bild gerückt wurden. Einer rechtsextremen Vereinigung, die sich insbesondere der sogenannten sozialen Netze bedient, um durchaus gekonnt gegen alles zu hetzen, was von ihr als links oder liberal verortet wird. Im Fokus natürlich Flüchtlinge, Migranten, der Islam. Weshalb sie selber im Fokus des deutschen Verfassungsschutzes ist.

Eher unbehelligt können sie allerdings bei Youtube, Facebook und Co. agieren. Immer nach deren Motto, dass die Gesetze des Landes obsolet sind, in dem sie viel Geld verdienen. Das sie dort ja auch nicht versteuern. Die Internet-Autokraten kennen nur America first, also die Heimstatt von Ku-Klux-Klan, Rassismus und Ausländerhetze von höchster Stelle. Das Land, in dem man ungestört Hitler und die in seinem Namen begangenen Gräueltaten feiern darf. #db120 bezieht sich übrigens auf die 120 Dezibel eines handelsüblichen Notalarms. § 130 StGB wäre die adäquate Antwort darauf.

Stromfresser

Während sich andere Leute mit ihrem Ego beschäftigen und der Frage, wer denn jetzt Bundesaußenminister wird, sich ein Großteil der Bevölkerung unter dem Vorwand, dass doch Fasching oder Karneval sei, mehr oder minder ins Koma säuft, was durchaus verständlich ist, so wie sich mal wieder sogenannte Führungspersönlichkeiten derzeit aufführen, wollen wir zur Abwechslung mal etwas sinnvolles tun. Uns nämlich mit einem Aspekt unseres Lebens beschäftigen, der für nicht wenige Menschen hierzulande, aber auch in vielen anderen Ländern Suchtpotential hat.

Will sagen, es käme zu gravierenden Entzugserscheinungen, wenn man das einzig Vernünftige machen würde. Nämlich mal ein bisschen weniger. Doch erst einmal ein paar Zahlen. Die zugegebenermaßen nicht halb so lustig sind wie eine dieser Büttenreden, die momentan über viele Fernsehkanäle flimmern, und bei denen man nie so genau weiß, ob es nicht doch eines der politischen Statements eines Staatsoberhauptes ist. Also in medias res.

Nur die Länder USA und China verbrauchen mehr Strom als das Internet. Weltweit macht der Stromverbrauch für IT und Internet bereits jetzt 10 Prozent des Gesamtverbrauchs aus. Und für die Herstellung der inzwischen mehr als sieben Milliarden Smartphones wurde so viel Energie verbraucht, wie zum Beispiel Schweden in einem ganzen Jahr verbraucht. Nicht zu vergessen, dass schon in der Vergangenheit pro Jahr mehr als 40 Millionen Tonnen Elektroschrott anfielen. Tendenz steigend.

Wer also glaubt, dass es doch wirklich umweltschonend sei, Musik oder Filme zu streamen, der kann mit großer Gewissheit davon ausgehen, dass da weder großartig was an Umweltbelastungen reduziert noch Ressourcen geschont und geschweige denn das Klima nachhaltig geschützt würde. Wir sind vielmehr dabei, die Vernunft unter einem Berg von Videos, WhatApps und süßen kleinen Emojis zu vergraben.  Die gute Nachricht: Das war der dritte und letzte Teil der kleinen Umweltserie. Morgen wird es richtig lustig. Ist ja Fasching.

Zeit im Überfluss

Die Zahlen sind einigermaßen sicher. Sie kommen von Facebook . Demnach waren in Deutschland im 1. Quartal 2017 täglich 23 Millionen Menschen auf Facebook aktiv.  Von einer anderen Quelle wird bestätigt, dass jeder Nutzer im Durchschnitt 20 Minuten am Tag auf Facebook verbringt. Das sind also täglich 7.666.666,66  Stunden. Und dann gibt es ja noch Instagram und Twitter, Messenger-Dienste, Youtube oder Pinterest, die Emails müssen gecheckt und Meldungen angeklickt werden.  

Und nicht ganz unerheblich ist natürlich auch die Zahl jener, die sich auf Pornoseiten tummeln. 12,5 Prozent des gesamten Internet-Verkehrs in Deutschland soll auf Porno-Seiten entfallen, ein Nutzer bleibt dann durchschnittlich acht Minuten und eine Sekunde auf der Seite. Aus verständlichen Gründen gibt es jedoch keine aussagekräftigen Daten darüber, wie viele Nutzer es täglich sind. Man weiß nur, dass die Zahlen während einer Fußball-WM oder EM sinken. Schätzen wir also einmal vorsichtig, dass die Zahlen ähnlich hoch sind wie bei Facebook, dann kommen wir auf weitere 3.066.666,66 Stunden täglich.

Andererseits hat mindestens jeder dritte Deutsche das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Obwohl die Menschen älter werden, Autos, Flugzeuge und – manchmal – schnelle Züge ebenso vermeintlich Zeit sparen wie kleine und große Helfer im Haushalt und am Arbeitsplatz. Das Resultat ist jedenfalls, dass sich die meisten Menschen gestresst fühlen. Und damit automatisch unsozialer werden. Diesen Zusammenhang hatten jedenfalls die Psychologen John Darley und Daniel Batson schon in den 1970-er Jahren herausgefunden. Ganz abgesehen davon, dass Menschen, die ihre Zeit optimal nutzen wollen, oft das übersehen, was ihnen eigentlich Spaß machen würde. Also schreibe ich heute wieder einen Beitrag für meinen Blog.

Meinungsmacher

Es ist schon eine großartige Sache, dieses Internet. Noch nie konnten sich Menschen in dieser Hemisphäre so ausführlich und umfassend informieren wie heute. Dem Internet sei Dank. Man muss nicht mehr zum Zeitungsstand laufen, um kurz mal zu erfahren, was in der Welt geschieht. Sondern klappt morgens und gerne auch noch in Nachthemd oder Pyjama den Laptop auf, und schon hat man alle Informationen, um sich eine Meinung zu bilden. Oder eine Meinung bestätigt zu sehen. Weshalb viele Menschen sich gerne bei den sogenannten sozialen Medien auf den neuesten Stand bringen. Denn nirgends sonst gibt es auf einer Plattform so viele unterschiedliche Menschen, die sich zu einer Sache äußern, als hier. Und da fällt einem nur ein Wort ein: Meinungsvielfalt.

Außer vielleicht in Österreich. Dort haben Internet-Freaks mal den Kaffee to go zur Seite gestellt und sich die Mühe gemacht nachzuforschen, wer denn eigentlich in den Meinungsforen so alles seine Meinung sagt. Und bei dieser Gelegenheit bei Millionen Posts auch gleich mal nachgesehen, wer das denn im Einzelnen ist, der da beispielsweise zum politischen Geschehen seine Meinung sagt. Und dabei die überraschende Erkenntnis gewonnen, dass etwa 8.000 User für etwa die Hälfte aller Posts sorgen. In manchen Fällen hatte ein User sogar mehrere Kommentare gleichzeitig geschrieben. Was vermuten lässt, dass mit einer hilfreichen Software gearbeitet wurde. Vielleicht ist ja Meinungsvielfalt nur eine Frage der Technik, respektive von Software.