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Sommer auf dem Balkon

Merkel? Hat nur den Aufenthaltsort gewechselt. Bleibt sich sogar außerhalb Berlins treu. Der Heimatminister? Plantscht vermutlich im Mittelmeer, um die Außengrenze zu überwachen. Das Schöne an Donald McRonald Trump? Bei ihm ist es egal, wo er wann ist. Er bleibt immer der Gleiche. Doch ihnen allen ist eines gemeinsam: Gegen das Sommerloch haben sie keine Chance. Das ist den Hinterbänklern vorbehalten.

Man kann also ganz beruhigt den ganzen Tag in der Sonne liegen, in der Gewissheit, dass genug Joghurt im Kühlschrank ist, um am Abend die durch den Sonnenbrand ausgelösten Schmerzen etwas zu lindern. Sommer lässt einen erahnen, wie die Welt sein könnte, wenn es keine Politiker gäbe. Auch wenn man nicht weiß, wer sich dann wohl dafür aufopfern würde, uns ins Verderben zu stürzen. Wenn die Sonne vom Himmel brüllt, ohne dass gleich die Häuser und die Menschen verbrennen, will ich das auch gar nicht wissen.

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Heiterkeit ist recyclebar

Man macht sich ja so seine Gedanken. Über den Klimawandel. Was Merkel macht, wenn sie ausgelassen ist. Wo schon wieder die zweite Socke geblieben ist. Wer den letzten Mango-Joghurt gegessen hat. Und jetzt auch noch Karneval respektive Fasching. Doch wenigstens da hatte ich eine geniale Idee. Regnen jetzt doch wieder Tonnen von Papierschlangen und Konfetti auf die Närrinnen und Narren. Die spätestens am Aschermittwoch in den Mülltonnen landen. Also nicht nur bei der Herstellung CO² ausstoßen. Sondern auch bei der Beseitigung.

Mein Vorschlag: Luftschlangen aus Hanf. Vielleicht in der Luxusausführung von Hand gestrickt und alle natürlich immer wieder verwendbar und bei 30° in der Waschmaschine zu reinigen. Ob auch Konfetti aus Hanf hergestellt werden kann, das weiß ich nicht. Aber nachdem es auch Hanfkekse gibt, ist das vielleicht auch kein so großes Problem. Auf jeden Fall würde es auch wieder ein paar Arbeitsplätze mehr in Pakistan, Bangladesch oder Äthiopien bedeuten.

Heiße Mode

Dänische Journalisten haben aufgedeckt, dass der schwedische Modegigant H&M jährlich etwa 12 Tonnen an unverkaufter Bekleidung verbrennen lässt. Mit der Begründung, dass die ausgemusterten Stücke schadhaft oder sogar gefährlich für die Verbraucher wären, weshalb weder der Verkauf noch das Recyceln möglich sei. Was plausibel klingt, schließlich sind die Journalisten bei ihrer Recherche unter anderem auf anderthalb Tonnen modischer Bekleidung mit Etiketten und Preisschild gestoßen, die der Müllverbrennung zugeführt wurden. Außerdem wurde bei stichprobenartigen Laboruntersuchungen festgestellt, dass die untersuchten Bekleidungsstücke nicht die Grenzwerte für Schadstoffe überschritten.

 Üble Nachrede dürfte außerdem sein, dass die Lager nur so schnell und kostengünstig für die neuen Kollektionen frei gemacht werden können. Die bei H&M relativ schnell die Vorgänger-Kollektionen ersetzen, damit modebewusste Frauen und Männer nicht länger als nötig in alten Klamotten rumlaufen müssen. Schließlich wird einem in einem Restaurant ja auch nicht das Gericht serviert, das schon gestern auf dem Tisch stand. Zumindest hofft man das jedes Mal, wenn man in einem Restaurant die Bestellung aufgibt.

H&M reagiert also nur auf die Bedürfnisse seiner Kunden, für die modische Bekleidung vielfach eher wie Joghurt ist: Man stellt ihn ja durchaus mal für einen oder zwei Tage in den Kühlschrank, nachdem man ihn gekauft hat. Aber spätestens wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, landet er trotzdem und halb voll im Mülleimer. Weshalb es sicher ein Service der besonderen Art wäre, wenn auch H&M für seine Bekleidung ein Haltbarkeitsdatum angeben würde. Zum Beispiel den Tag, an dem die nächste Kollektion in die Läden kommt. Dann könnten modebewusste Menschen zuhause schon mal die Schränke leer machen und die alten Klamotten zur Müllverbrennung bringen.

 

Intelligente Deckel

Verbraucherschutzminister Christian Schmidt, CSU, auch für Milch-Kühe bundesweit zuständig, beschäftigt sich nun auch noch mit Joghurt. Er möchte, dass Lebensmittel und damit natürlich auch Joghurt nicht mehr gleich weggeworfen werden, nur weil das sogenannte Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Was im Prinzip eine sehr, sehr gute Idee ist. Dafür will er 10 Millionen Euro locker machen. Unter anderem für die Entwicklung eines Deckels für Joghurt-Becher, der von ganz alleine merkt, ab wann der Inhalt für Menschen nicht mehr gefahrlos genossen werden kann, und das dann auch anzeigt.

Mein Vorschlag wäre hingegen, die 10 Millionen Euro für Bildung auszugeben. Auch wenn ich weiß, dass dies nur der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein ist, dass dies nur ein Anfang sein könnte. Aber ich habe die Hoffnung, dass Menschen mit einer adäquaten Bildung in der Lage sein könnten, selber festzustellen, ob Joghurt schimmelt oder nicht. Also in die Lage kämen, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen. Und dass jemand, der dazu in der Lage ist, vielleicht auch für andere Lebensbereiche das bessere Rüstzeug hat.

Weshalb er dann vielleicht etwas weniger Angst vor dem Islam hat. Nicht gleich erschrickt, wenn er eine fremde Sprache hört. Die Worte von Populisten aber auch von Politikern aller Couleur eher hinterfragt als sie nur nachzuplappern. Durchschaut, wann nur Panik verbreitet wird. Ich habe die Hoffnung, dass Menschen, denen man nicht auch noch die Verantwortung für Joghurt nimmt, eher die Verantwortung für sich selber und vieles mehr übernehmen. Für alle, die sich noch unsicher sind, hier ein Tipp: einfach vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums aufessen.