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Fasching meets Karneval

Ich habe das unter anderem auch bei Breitbart News recherchiert. Es besteht also ebenso wenig Zweifel daran, wie zum Beispiel an der Tatsache, dass es nie mehr Zuschauer bei einer Präsidenten-Vereidigung gab als in diesem Jahr. Auf jeden Fall wird natürlich auch in den USA Karneval oder Fasching gefeiert. Auch dort kennt man die Gepflogenheit, sich zu verkleiden und manchen Unsinn zu machen. Und daran ändern auch nichts irgendwelche Fake-News, von den Feinden Amerikas, also bestimmten Medien, in die Welt gesetzt, die das Gegenteil behaupten.

Fakt ist also, dass der Karneval oder Fasching in den USA etwas eher als bei uns im frühen Herbst begann. Zwar kennt man dort weniger die Faschingsbälle wie bei uns. Doch dafür gibt es jede Menge Karnevalssitzungen, bei denen einer am Rednerpult steht und mit witzigen Beiträgen über Politik oder Gesellschaftliches die Menschen in helle Begeisterung versetzt. Und das, ohne dass diese auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken haben. Man darf sich also nicht wundern, wenn sich jetzt am Aschermittwoch herausstellt, dass sich Hillary Clinton die ganze Zeit als Donald Trump verkleidet hatte.

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Vermindert zurechnungsfähig

Menschen mit einer Behinderung, die gedemütigt und respektlos behandelt werden. Sie werden konditioniert, manipuliert und traktiert. Günter Wallraff und sein RTL-Team haben wieder zugeschlagen. Dieses Mal schleust sich eine Mitarbeiterin als Praktikantin in verschiedenen Einrichtungen für Behinderte ein. Ausgerüstet mit einer Kamera in der Brille. Was jetzt auf dem heimischen Großbildschirm zu sehen war, das sorgte natürlich für Entrüstung. Bei manchen Zuschauern vielleicht, weil sie so etwas im Fasching respektive Karneval nicht sehen wollen. Bei anderen hoffentlich, weil sie zu Empathie fähig sind.

Beides entbehrt nicht eines gewissen Zynismus. Denn schließlich hat sich diese Gesellschaft bestens damit arrangiert, dass sogenannte Behinderte vor allem kaserniert und ausgeschlossen werden. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte sich nur einmal die Reaktionen der lieben „Mitmenschen“ anschauen, wenn Bewohner solcher Behindertenheime einmal „raus“ dürfen. Zum Einkaufen. Um eine Veranstaltung zu besuchen. Wenn es nur die Blicke sind, die dann Bände sprechen, kann man noch froh sein.

Latenter Zynismus ist allerdings auch beim investigativen Team auszumachen. Denn es präsentiert seine „Enthüllungen“ so, dass die Quote nicht gefährdet ist. Weshalb nicht deutlich gesagt wird, warum es diese Missstände gibt. Weshalb lieber einzelne Betreuer, die den Namen nicht verdienen, in den Fokus gestellt werden. Und nicht eine Gesellschaft, die so mit sich selber beschäftigt ist, dass sie keine Zeit für diese willentlich geschaffene Parallelgesellschaft der Behinderten hat. Geschweige denn gewillt ist, für bessere Bedingungen zu sorgen. Für ausreichend zahlreiches Personal, das qualifiziert genug ist, um sogenannte Behinderte menschlich zu behandeln.

Vielleicht habe ich es überhört. Aber im Beitrag hätte man an einer Stelle unter Umständen auch laut und deutlich sagen können, dass es trotzdem Menschen unter den Betreuerinnen und Betreuern gibt, die trotz miserabler Bezahlung versuchen, menschlich zu sein. Aber wahrscheinlich lässt sich auch damit keine Quote machen. Aber immerhin war der Aufschrei im Lande nach der Sendung gewaltig. Die Medien haben sich überschlagen. Und die Politik auch. Oder war das wegen einer Meldung aus den USA? Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen. Manchmal bin ich geistig etwas eingeschränkt.

Eine gute Wahl

Das ist nun einmal eine wirklich gute Nachricht, wie geschaffen für den Fasching oder Karneval, weil auf jeden Fall in der Lage, für die, für diese närrischen Tage angebrachte unbeschwerte Heiterkeit zu sorgen. Eine Nachricht, die aber nicht nur die Hartz-IV-Empfänger hierzulande, alle Minijobber und Paket-Ausfahrer dieser Republik freuen dürfte, sondern auch all jene Menschen, die gerade erst zu uns gekommen sind oder noch an der türkischen Grenze in etwas misslicher Lage ausharren müssen, weil es offensichtlich bei der Überweisung der Milliarden für Herrn Erdogan eine kleine Verzögerung gegeben hat.

Wie dem auch sei, ihnen allen sei jetzt schon gesagt, dass ihre Entscheidung, entweder in diesem unseren Land zu bleiben oder hierher zu kommen, völlig richtig war und ist, denn es ist ein Land der besten Möglichkeiten. Ein Land, in dem man es schaffen kann, in dem man es zu etwas bringt, wo man sein Glück machen kann. Was sich in der dreistelligen Zahl 116 ausdrückt. So viele Rolls Royce wurden nämlich im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen. Was ein Plus von 27 Prozent gegenüber 2014 bedeutet. Der Einstiegspreis ist erfreulicherweise übrigens annähernd gleich geblieben und liegt bei 385 000 Euro.

Krawatten und Kohlekraftwerke

Ich wäre ja für ein absolutes Ausgehverbot gewesen. Und dass man heute auch niemand über die Grenze lässt. Ist ja nicht so schwer, das durchzusetzen. Sagt jedenfalls Frauke Petry von der AfD. Denn was passieren kann, wenn Menschen aus fremden Kulturkreisen mit unseren Gepflogenheiten unvorbereitet konfrontiert werden, das haben wir ja schon erlebt. Und was sollen dann diese Menschen davon halten, wenn wilde Horden von Frauen durch Straßen und auch Ämter ziehen und Männern die Krawatten abschneiden. Sie können ja nicht wissen, dass heute der unsinnige Donnerstag ist. Gerne auch als Weiberfastnacht bezeichnet. Und dass dieser Brauch aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts stammt, als Frauen dagegen monierten, dass bis dahin nur Männer Fasching feiern durften.

Und oft sind es ja schon die kleinen Dinge, die für uns selbstverständlich sind, sich aber jemand anderem eben nicht gleich auf Anhieb erklären. So habe ich einmal einen Mann gefragt, warum den manche seiner Landsleute nicht auf dem Fußgängerweg sondern auf dem danebengelegenen Fahrradweg laufen würden. Die Antwort war: Weil sie davon ausgingen, dass der Fußgängerweg nur für Deutsche wäre. Was vermuten lässt, dass diese Menschen Kenntnis haben von den Judenverfolgungen im Dritten Reich. Und sich nicht ganz sicher sind, ob sich seit dem in Deutschland wirklich so viel geändert hat.

Und sind wir doch einmal ehrlich. Warum zum Beispiel an so einem unsinnigen Donnerstag dies oder das getan wird, das versteht der aller größte Teil von uns „Einheimischen“ doch auch nicht wirklich. Uns verstört es einfach nur nicht, weil wir damit groß geworden sind. So wie wir ja auch nicht verstehen, dass aus Geldmangel keine Lehrer eingestellt werden können, aber die Betreiber von Kohlekraftwerken mit 1,6 Milliarden Euro und mehr dafür belohnt werden, dass sie ihre Dreckschleudern still legen. Stört aber auch niemanden, weil wir es ja nicht anders kennen.

Deshalb gebietet es eigentlich unsere Sorgfaltspflicht, Menschen, die aus Kulturkreisen zu uns gekommen sind, in denen man keinen unsinnigen Donnerstag respektive keine Weiberfastnacht kennt, heute einfach nicht auf die Straße zu lassen. Ich plädiere vielmehr dafür, dass lieber Kurse eingerichtet werden, in denen ihnen diese Seite unseres Lebens behutsam nahe gebracht wird. Sie nämlich mit unseren Werten, unserer Kultur und Geschichte oder der Rechtsordnung vertraut zu machen, wie es das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in seinen Integrationskursen tut, halte ich eher für gefährlich. Es würde letztendlich bedeuten, dass Migranten und Flüchtlinge im Endeffekt mehr darüber wissen als der größte Teil der Deutschen.  

 

Helau und Alaaf

So langsam sollte man sich schon Gedanken darüber machen, was man anziehen wird. Nur noch zwei Wochen, dann steuert die sogenannte fünfte Jahreszeit ihrem Höhepunkt zu. Begonnen hat die närrische Zeit allerdings schon jetzt. Und wie sollte es anders sein, natürlich auch in Köln. Hat doch dort der Leiter einer Polizeiinspektion im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung davor gewarnt, sich im Karneval als Cowboy, Pirat, Jedi-Ritter oder Islamist zu verkleiden. Da zu diesen Kostümierungen Waffen gehörten, könnte dies „Menschen sehr verunsichern“. Ob auch alle Frauen dazu aufgefordert werden sollen, während des Karnevals zu Hause zu bleiben, da sie ebenfalls „Menschen sehr verunsichern“ können, wird derzeit wohl noch diskutiert.

 

Doch auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat gemerkt, dass Fasching ist. Und der Bundeskanzlerin einen Brandbrief geschickt, in dem er, sensationell und völlig überraschend, einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik fordert. Dass er gleichzeitig eine Maut für Flüchtlinge gefordert hat, wurde von seinem Sprecher nicht ausdrücklich bestätigt, ist aber höchst wahrscheinlich. Zustimmung dafür könnte auch von Finanzminister Schäuble kommen, der nach neuen Wegen sucht, die Flüchtlingsströme zu finanzieren, nachdem er für eine Flüchtlings-Steuer auf Kraftstoff keine Unterstützung fand.

 

Dass im Gegensatz dazu die Briten ausgesprochene Faschingsmuffel sind, zeigt eine  Petition, die mehr als 600 000 Briten unterzeichnet hatten. Mit ihr wurde ein Einreiseverbot für den US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, gefordert. Nachdem er seinerseits ein Einreiseverbot für Muslime in die USA in Aussicht gestellt und behauptet hatte, dass in London wegen radikaler Muslime Polizisten um ihr Leben fürchteten. Woraufhin Londons völlig humorloser Bürgermeister Boris Johnson behauptete, Trump habe „eindeutig den Verstand verloren“. Im Vorstand einer deutschen Partei wird nun überlegt, ob Donald Trump nicht als Berater eine sinnvolle Verstärkung sein könnte.