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Rückzug

Vielleicht ist das etwas übertrieben. Aber ich finde die Welt da draußen, also alles außerhalb meiner vier Wände, momentan so unwirtlich, dass ich mich darauf beschränke, nur noch einen Fuß vor die Tür zu setzen, wenn gar kein Weg mehr daran vorbeiführt. Also nie. So bestimmend ist diese Aversion, dass noch nicht einmal die Gedanken hinaus wollen, sich weigern, sich mit Sondierungen, Blondierungen, deutschen Türken, australischen Psychopathen oder katalanischen Aussteigern zu beschäftigen. Sie beschäftigen sich lieber mit Rezeptvorschlägen, Weinanbaugebieten, Weihnachtsschmuck und Tannengrün.

Ausgelöst das Ganze von einem regenfeuchten Grauschleier englischen Ausmaßes. Drängelnden, unflätigen Menschen, aggressiven Autofahrern und Service-Personal am Ende seiner Kräfte. Also dem für diese Tage üblichen und obligatorischen Wahnsinn, der im Land Söders und Seehofers so herrlich romantisch mit dem Begriff „staade Zeit“ umschrieben wird.

 

Aber wozu braucht man noch einen Bezug zur Realität, wenn man Medien und eine virtuelle Welt hat, die es tunlichst verhindern, allzu real daher zu kommen. Was zählt, das ist der Umsatz. Wenn der stimmt, kommt die Beschaulichkeit von ganz alleine. Oder spätestens, wenn der weihnachtsgestresste Mensch in Mexiko, Ägypten oder Mauritius angekommen ist. Am besten in einem Wellness-Hotel. Im Foyer steht sicher ein Weihnachtsbaum.

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Wo spielt Messi

Die Freunde des Fußballs sind europa- und weltweit alarmiert. Was passiert, fragen sie sich, wenn Katalonien nicht mehr zu Spanien gehört, ein eigener Staat ist. Spielt dann der FC Barcelona erst einmal mit seinem Messi gegen Mannschaften wie die von Arenys de Munt, einem Städtchen 40 Kilometer nördlich von Barcelona, um die katalanische Meisterschaft? Damit er dann endlich wieder an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen kann? Und brauchen Urlauber, die dann nach Katalonien wollen, ein Visum, um in Barcelona die Ramblas rauf und runter flanieren zu können? Und bekommt man das in einer katalanischen Botschaft, falls es eine gibt?

Der Plan der Separatisten scheint also vielleicht noch nicht so ganz ausgereift zu sein. Nur eines steht schon ziemlich fest: Dass ein EU-Beitritt Kataloniens eher unwahrscheinlich ist. Denn dem müsste Spanien zustimmen. Und wie geht es mit der Wirtschaft dann eigentlich weiter? Die Hälfte der Ausfuhren ging bis jetzt nach Spanien. Der Rest größtenteils in die EU. Seltsam nur, dass auch Spanien so tut, als wollte es die Katalanen unbedingt los werden. Mit ihren martialischen Reaktionen bringen sie auch noch den letzten Katalanen dazu, sich den Separatisten anzuschließen. Meine Vermutung: Dahinter steckt Real Madrid.