Schlagwort-Archive: Klimawandel

Ruhig schlafen

Eine kleine Gutenachtgeschichte, damit man besser einschlafen kann …

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-co-ausstoss-vereinte-nationen-1.4228711

… und morgen früh beruhigt den Tag beginnt. Um ihn dann ganz relaxed zu verbringen.

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Menschen in Straßen

Als Reaktion auf die bahnbrechenden Beschlüsse der Umweltministerinnen und männlichen Pendants sind am Samstag in Frankreich von Paris bis Marseille Menschen auf die Straße gegangen, um auf den Klimawandel und die notwendigen Maßnahmen aufmerksam zu machen und gegen die Untätigkeit der Politik zu demonstrieren. Motto: „Es ist nicht zu spät“ und „Mehr als ein Marsch für das Klima“.

Parallel dazu fanden in annähernd 80 weiteren Städten wie Bordeaux, Lille oder Straßburg Demonstrationen statt, außerhalb Frankreichs in Genf, Luxemburg, Montreal und Montevideo, in Guadeloupe, auf Martinique, La Réunion oder Tahiti.

In Deutschland hatten die Menschen leider nicht die Zeit, um gegen eine Industrie-hörige Politik und für Maßnahmen gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Sie diskutierten eher die sich anbahnende politische Katastrophe in Bayern und seit heute das katastrophale Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Oder sie waren bei den sommerlichen Temperaturen mitten im Oktober beim Shoppen. Die Demonstration gegen spalterische und fremdenfeindliche Hetze, an der mit „#unteilbar“ eine Viertelmillion Menschen teilnahm, wird leider nicht dafür sorgen, dass die Lebensgrundlage von Millionen Menschen erhalten bleibt, weil das Klimaziel von 1,5 Grad erreicht wurde.

Basar

Ich muss noch einmal darauf zurückkommen. Ist nämlich gerade einmal einen Tag her, dass wir neues, höchstwahrscheinlich belastbares Material vorgelegt bekommen haben, wonach es nicht besonders erheiternd ist, was auf uns zukommt, wenn wir jetzt nicht mal was tun. Und heute sitzen oder stehen unsere Umweltminister*innen, sozusagen die Führungseliten der EU-Klimaziele, in Luxemburg zusammen und schachern wie auf einem Basar. Was allerdings nicht ganz korrekt ist, denn am meisten schachert eine Frau im Auftrag einer Frau, was auf einem Basar ja mehr als unüblich ist.

Sie möchte auf Geheiß der Kanzlerin lieber eine CO²-Reduzierung light, also lieber nur 30 Prozent, weil sonst die Gewinnspannen der deutschen Autokonzerne geschmälert werden könnten. Was einen erschreckenden Fall von Amnesie ans Licht befördert, denn offensichtlich erinnert sich die Dame nicht, was sie alles nach dem Jubel-Klima-Abkommen in Paris gesagt hat.

Und da lobe ich mir doch einen US-amerikanischen Präsidenten. Der genau weiß, dass er lügt, wenn er sagt, dass Klimawandel kein Thema wäre. Weil ihn nur interessiert, dass die Wirtschaft der USA das Geld verdienen kann, was er seinen Anhängern versprochen hat. Die deutsche Kanzlerin hingegen macht sich noch nicht einmal die Mühe zu lügen. Also da weiß man nun wirklich nicht, was man noch glauben soll.

Herdplatte

Menschen glauben einem Rassisten, der abfällig über Frauen spricht. Sie hängen an den Lippen eines Egomanen, der die Rückkehr großer Zeiten verspricht, während das Land dem Ruin entgegen geht. Frauen glauben Männern Liebesschwüre, wenn die mit ihnen nur ins Bett wollen. Oder zur Not auch auf den Rücksitz eines SUVs. Und bei dieser Aufzählung, die sich noch seitenweise fortsetzen ließ, dürfen natürlich nicht alle Verschwörungstheoretiker fehlen, die sich für alles begeistern können, was ausreichend absurd und unwahrscheinlich ist. Doch gänzlich fehlt den Menschen jeglicher Glaube, wenn  man ihnen sagt, dass man sich an einer heißen Herdplatte die Finger verbrennt. Das glauben sie erst, wenn sie die Hand darauf gelegt haben. Sie haben wieder einmal ein Papier zum Klimawandel veröffentlicht.

Showdown in Hambach

Während gerade Hetzjagden veranstaltet werden auf jeden, der das Wort Hetzjagd in den Mund nimmt, ohne das dazugehörige Video angemessen auf seine Echtheit überprüft zu haben. Während Augenzeugen der Vorfälle auf ihren Geisteszustand via Twitter untersucht werden, reiben sich die Verantwortlichen in einer anderen Angelegenheit die Hände. Denn sie haben weniger Aufmerksamkeit, als sie je zu hoffen gewagt haben. Deswegen zu argwöhnen, dass sie vielleicht die Urheber der täglichen Wut- und Hutbürger-Demonstrationen wären, ist allerdings nicht angemessen, denn die Herren von RWE haben Lobbyisten.

Die dafür sorgen, dass der Energieversorger in aller Ruhe einem Eichenwald jetzt mit dem Segen und der Unterstützung von Polizeikräfte den Rest geben kann. Knapp 4000 Hektar wurden schon gerodet, um die darunter liegende Braunkohle für das Gelingen des Klimawandels einzusetzen. Dass eine Regierungskommission gleichzeitig überlegt, wie man dass Ende der Braunkohle endlich mal in die Tat umsetzen könnte, ist natürlich kein Hinderungsgrund. Schließlich mahlt nicht nur zuerst, wer zuerst kommt. Er kann auch in aller Ruhe Jahrhunderte alte Bäume sägen. Die Politik ist ja gerade mit der Echtheitsprüfung von Hetzjagden beschäftigt.

Sorglos

Wenn jemand erzählt, dass in dieser Nacht unzählige Sternschnuppen zu sehen sein werden, dann gibt es viele Menschen, die hinausgehen in die Nacht und zum Himmel hochschauen. Ob wohl schon einer von ihnen daran gedacht hat, dass ihm so eine Sternschnuppe auf den Kopf fallen könnte. Oder zumindest in bedrohlicher Nähe Reste von ihr neben ihm einschlagen können.

In Frankreich hat es die Reisegruppe wahrscheinlich richtig toll gefunden, dass ihr Campingplatz so nah am Wasser lag. Doch dann gingen zwischen Avignon und Nîmes Sturzbäche nieder, und aus der Idylle wurde eine Falle, der zumindest alle Kinder und Jugendlichen  entkommen konnten. Ein Begleiter scheint es nicht geschafft zu haben.

Wir freuen uns über den heißen Sommer, sitzen bei jeder Gelegenheit im Café oder liegen lieber noch an einem See oder Strand, genießen die warmen Nächte und den kühlen Morgen. Aber denkt wohl jemand daran, dass solche Sommer zur Regel werden könnten, dann unser ganzes Leben inklusive Essensgewohnheiten und  Freizeitverhalten verändern würden.

Es ist immer wieder zu beobachten, dass Menschen sich auf die eher angenehmen Seiten des Lebens konzentrieren, anstatt beides im Auge zu behalten: Das Schöne und die Gefahr. Dabei ist es genau das, was wir lernen müssen, wenn wir an den Veränderungen, die auf uns zukommen werden, nicht scheitern wollen. Und es hat nichts mit Pessimismus zu tun.

Es würde einfach nur bedeuten, dass wir diese Welt sehen, wie sie ist. Ohne die Freude am Leben zu verlieren. Aber sehr viel eher dafür gewappnet sind, gegen das, was auf uns zukommt. Auch wenn noch nichts konkret im Alltag darauf hindeutet, dass es wirklich eintreten könnte.

Es muss ja nicht bedeuten, dass wir nicht mehr nach Sternschnuppen schauen. Nur, dass wir sie mit etwas anderen Augen sehen. Vielleicht kann dieses genaue Hinschauen ja dabei helfen, dass dieser Planet bewohnbar bleibt. Die Realität, das sind nicht nur der Sonnenschein und die sommerliche Hitze. Da gibt es sehr viel mehr.

Zugewinne

Wenn an diesem Wochenende in der Bundesrepublik Deutschland Wahlen wären, dann wäre das das Ende der derzeitigen Regierung. In einer aktuellen Umfrage kommen die Unionsparteien gerade mal auf 29 Prozent. Die SPD hält sich wacker bei ihren 18 Prozent. Was eben nicht die Mehrheit bedeuten würde, die notwendig wäre, um eine Regierung zu bilden. Mit der AfD würde es für die Unionsparteien allerdings auch nicht reichen, die kommen zwar Dank der Unions-internen Asyldebatte auf 17 Prozent. Ist aber auch zu wenig. Es ginge also nichts ohne Grüne, FDP oder – noch verwegener – ohne die Linke. Die alle entweder auch verloren haben oder stagnieren.

Die Einzigen die in diesen Zeiten Zugewinne verzeichnen und beim Wahlvolk mehr und mehr Zustimmung erfahren, das sind Hersteller und Vertreiber von Getränken. Einziger Nachteil: Sie sind noch nicht zu Wahlen zugelassen. Wäre aber vielleicht eine Idee für die Zukunft. Nachdem viele Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass wir mit diesem Bilderbuch-Sommer den Beginn einer neuen Ära erleben dürfen, hätte wahrscheinlich eine Getränke-Partei die besten Chancen, als Volkspartei für neue Mehrheiten zu sorgen. Und das Zeug, integrierend zu wirken. Mit Getränken aus aller Welt und mit und ohne Alkohol. Müsste man nur darauf achten, dass sich nicht Nestlé und Co. in dieser Partei so breit machen, wie sie es in der Wirtschaft tun.