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Sorglos

Wenn jemand erzählt, dass in dieser Nacht unzählige Sternschnuppen zu sehen sein werden, dann gibt es viele Menschen, die hinausgehen in die Nacht und zum Himmel hochschauen. Ob wohl schon einer von ihnen daran gedacht hat, dass ihm so eine Sternschnuppe auf den Kopf fallen könnte. Oder zumindest in bedrohlicher Nähe Reste von ihr neben ihm einschlagen können.

In Frankreich hat es die Reisegruppe wahrscheinlich richtig toll gefunden, dass ihr Campingplatz so nah am Wasser lag. Doch dann gingen zwischen Avignon und Nîmes Sturzbäche nieder, und aus der Idylle wurde eine Falle, der zumindest alle Kinder und Jugendlichen  entkommen konnten. Ein Begleiter scheint es nicht geschafft zu haben.

Wir freuen uns über den heißen Sommer, sitzen bei jeder Gelegenheit im Café oder liegen lieber noch an einem See oder Strand, genießen die warmen Nächte und den kühlen Morgen. Aber denkt wohl jemand daran, dass solche Sommer zur Regel werden könnten, dann unser ganzes Leben inklusive Essensgewohnheiten und  Freizeitverhalten verändern würden.

Es ist immer wieder zu beobachten, dass Menschen sich auf die eher angenehmen Seiten des Lebens konzentrieren, anstatt beides im Auge zu behalten: Das Schöne und die Gefahr. Dabei ist es genau das, was wir lernen müssen, wenn wir an den Veränderungen, die auf uns zukommen werden, nicht scheitern wollen. Und es hat nichts mit Pessimismus zu tun.

Es würde einfach nur bedeuten, dass wir diese Welt sehen, wie sie ist. Ohne die Freude am Leben zu verlieren. Aber sehr viel eher dafür gewappnet sind, gegen das, was auf uns zukommt. Auch wenn noch nichts konkret im Alltag darauf hindeutet, dass es wirklich eintreten könnte.

Es muss ja nicht bedeuten, dass wir nicht mehr nach Sternschnuppen schauen. Nur, dass wir sie mit etwas anderen Augen sehen. Vielleicht kann dieses genaue Hinschauen ja dabei helfen, dass dieser Planet bewohnbar bleibt. Die Realität, das sind nicht nur der Sonnenschein und die sommerliche Hitze. Da gibt es sehr viel mehr.

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Zugewinne

Wenn an diesem Wochenende in der Bundesrepublik Deutschland Wahlen wären, dann wäre das das Ende der derzeitigen Regierung. In einer aktuellen Umfrage kommen die Unionsparteien gerade mal auf 29 Prozent. Die SPD hält sich wacker bei ihren 18 Prozent. Was eben nicht die Mehrheit bedeuten würde, die notwendig wäre, um eine Regierung zu bilden. Mit der AfD würde es für die Unionsparteien allerdings auch nicht reichen, die kommen zwar Dank der Unions-internen Asyldebatte auf 17 Prozent. Ist aber auch zu wenig. Es ginge also nichts ohne Grüne, FDP oder – noch verwegener – ohne die Linke. Die alle entweder auch verloren haben oder stagnieren.

Die Einzigen die in diesen Zeiten Zugewinne verzeichnen und beim Wahlvolk mehr und mehr Zustimmung erfahren, das sind Hersteller und Vertreiber von Getränken. Einziger Nachteil: Sie sind noch nicht zu Wahlen zugelassen. Wäre aber vielleicht eine Idee für die Zukunft. Nachdem viele Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass wir mit diesem Bilderbuch-Sommer den Beginn einer neuen Ära erleben dürfen, hätte wahrscheinlich eine Getränke-Partei die besten Chancen, als Volkspartei für neue Mehrheiten zu sorgen. Und das Zeug, integrierend zu wirken. Mit Getränken aus aller Welt und mit und ohne Alkohol. Müsste man nur darauf achten, dass sich nicht Nestlé und Co. in dieser Partei so breit machen, wie sie es in der Wirtschaft tun.

Zurück in die Steinzeit

Man kann ja wirklich nicht behaupten, dass ich ein Pessimist wäre. Aber ich glaube, dass es so langsam Zeit wird, die Steinaxt wieder zu schärfen. Denn während andernorts Menschen langsam nasse Füße bekommen, weil der Pegel von Meeren steigt, haben wir einen Wirtschaftsminister der Kante zeigt. Und das so kantig, dass Trump neidisch werden könnte. Wenn er wüsste, dass Peter Altmaier der neue deutsche Bundeswirtschaftsminister ist.

Der davon ausgeht, dass sich die Energiewende und damit auch das kleine Problem mit dem Klimawandel fast von alleine erledigen werden. Weil das nämlich die Märkte regeln werden. „Ich gehe davon aus“, sagt Altmaier, „dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben, …“. Also so was hässliches wie Subventionen nicht mehr nötig sind.

Und das mit dem Kohleausstieg natürlich auch von den Märkten geregelt wird. Also von Angebot und Nachfrage. Und das macht den kleinen Unterschied. Trump hat nur gesagt, dass er aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt. Altmaier sagt wenigstens, wie seine Alternative aussieht. Und ich wüsste wahnsinnig gerne, wie man Steinäxte schärft.  

Friederike und andere Katastrophen

Habe heute Mittag gelesen, dass es nie mehr Katastrophen gegeben hat, als im vergangenen Jahr. Der Schaden belief sich auf 330 Milliarden Euro, es sind 10.000 Menschen gestorben. Von den 710 Überschwemmungen, Stürmen, Dürrekatastrophen und Erdbeben, die in diesem Zusammenhang erfasst wurden, richteten Stürme und Überschwemmungen das größte Unheil, und in Asien kamen die meisten Menschen ums Leben, während es in Nordamerika zu den größten materiellen Schäden kam. Und es gab mehr als doppelt so viele Katastrophen im vergangenen Jahr als 1980.

Das alles hat mich so erschüttert, dass ich mich spontan in meinen SUV gesetzt habe und zum Discounter gefahren bin, um mir ein paar richtig große Steaks zu holen. Essen hilft mir, wenn ich erschüttert bin. Und was mir auch hilft, das ist reisen. Und so habe ich am Nachmittag gleich noch New York für ein Wochenende gebucht, natürlich zum Schnäppchen-Preis. Und dann ging es mir wieder ein bisschen besser. Jetzt quält mich nur noch die Frage, warum denn niemand etwas tut gegen diese Katastrophen.     

Weihnachtliches Ratespiel

Wir haben beschlossen, dieses Jahr einmal an die Umwelt zu denken. Also nicht mehr selber durch die Gegend zu fahren, um Geschenke einzukaufen. Von wegen CO² und so. Nein, wir bestellen dieses Jahr alle Weihnachtsgeschenke im Internet. Und wenn’s nicht passt, kann man es ja sowieso kostenlos wieder zurück schicken. So lange, bis es passt. Und das ist nicht nur gut für den Klimawandel, auf diese Art und Weise haben wir auch ein Spiel entwickelt, an dem die ganze Familie ihre Freude hat.

Haben wir uns in früheren Jahren in der sogenannten staaden Zeit mit Stadt, Land, Fluss die Zeit vertrieben, so machen wir jetzt lustiges Nationalitäten Raten. Denn jedes Mal, wenn wieder ein Paketbote dreimal klingelt, stürzt die komplette Familie an die Tür. Um ganz aufmerksam zuzuhören, wenn der Paketbote fragt, ob er an der richtigen Adresse ist, ob der Name stimmt. Das machen sie jetzt nämlich immer.

Und dann macht jeder schnell sein Kreuz auf der Liste mit den Ländernamen, die wir neben die Eingangstür gepinnt haben und fragen noch ganz schnell, wo er denn herkommt. Die armen Burschen haben es jetzt in der staaden Vorweihnachtszeit ja wirklich immer extrem eilig. Auf jeden Fall bekommt derjenige, der richtig geraten hat, einen Punkt.

Bis jetzt haben wir schon zwölf verschiedene Nationalitäten. Aus Deutschland war nur ein Paketbote. Weshalb ich manchmal denke, was das doch für ein trauriges Weihnachten wäre, ein Weihnachten ohne Geschenke, mit herzzerreißend schluchzenden Kindern, wenn es nicht die Ausländer geben würde, die jetzt in der Weihnachtszeit Pakete und Päckchen ausfahren.

Herbsttage

Die Urlaubsbräune verblasst schon so langsam. Der Widerstand, noch keine Lebkuchen und keinen Stollen zu kaufen, wird wohl bald zusammen brechen. Schließlich werden ja bereits Kataloge und die Auslagen der Geschäfte nach potentiellen Weihnachtsgeschenken durchsucht. Und jetzt hat uns auch noch der Herbst gezeigt, wie stürmisch er sein kann. Mit tödlichen Folgen und ziemlicher Verwüstung. Hat aber natürlich nichts mit Klimawandel zu tun, sondern vor allem mit der Flüchtlingspolitik von Frau Merkel. Denkt sich der Teil von Deutschlands lautstarker Minderheit, der dieses Mal wenigstens auch wählen gegangen ist. Weshalb sich die politische Arbeit momentan vor allem auf Sitzordnungen beschränkt. Aber es ist halt Vorweihnachtszeit, die „staade“ Zeit, wie man in Bayern sagt. Auch wenn es gerade mal Oktober ist. Doch die Zeit ist schließlich schnelllebiger geworden. Außerdem werden mittlerweile die Kerzen ja schon ganzjährig angezündet, zumindest dort, wo der Terror oder auch einfach nur Psychopathen ohne terroristischen Hintergrund ihre Opfer gefunden haben.

Man könnte also sagen, dass zumindest optisch das ganze Jahr über so etwas wie Weihnachtsstimmung herrscht. Und wenn dann auch noch Apple sein neuestes Smartphone präsentiert, dann klingeln die Kassen süßer als alle Glocken. Nur dass die Engelein in vielen Regionen nicht gerade von Frieden und Freud singen. Eher vergeht den Menschen dort Hören und Sehen. Weshalb Fernsehgeräte eine Fernbedienung haben. Damit der Mensch hierzulande nicht aufstehen braucht, wenn er zur Unterhaltungssendung wechselt, bevor er auch noch anfängt zu glauben, dass das gezeigte Elend vielleicht sogar echt sein könnte. Was gerade jetzt irgendwie überhaupt nicht passt. Schließlich sind ja die Spendenaktionen noch nicht angelaufen, wo wir uns vor Weihnachten alljährlich unsere Ablässe kaufen, damit es eine fröhliche Weihnacht wird.

Badefreuden

Es ist noch nicht einmal so richtig trocken geworden nach Harvey, da rast schon Irma über die Karibik hinweg. Voraussichtliche Regenmengen pro Quadratmeter: 500 Liter. Das ist in etwa die Niederschlagsmenge eines Jahres in Deutschlands Hauptstadt. Verheerend auch in diesem Jahr der Monsun in Bangladesch, Indien und Pakistan. Ursache laut Wissenschaft ist das warme Wasser im Atlantik und in den tropischen Meeren. Was Badetouristen vielleicht freut, wie zum Beispiel die gemessenen 30 Grad Wassertemperatur im Golf von Mexiko, sorgt dafür, dass Hurrikane extrem viel Wasserdampf aufnehmen.

Wie auch der Monsun stärker wird, je wärmer das Wasser im Indischen Ozean ist. Fazit der Meteorologen: Je wärmer das Meerwasser desto heftiger die Stürme und desto größer die Überschwemmungen an Land. Vielleicht sollte doch mal wieder ein Klimagipfel einberufen werden. Die Bilder, wenn sich am Ende die Menschen in den Armen liegen, weil ein Papier verabschiedet wurde, das viel verspricht, von dem man aber nichts unbedingt etwas halten muss, sind einfach zu bewegend. Da erwärmen sich nicht nur die Herzen. Sondern offensichtlich auch die Meere.