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Geniale Lösung

Also, wenn das mal keine Überraschung ist. Ich dachte ja eigentlich, dass sie sich in Berlin sagen, „wir machen durch bis morgen Früh und singen bums fallera“, und erst am unsinnigen Donnerstag mit ihrem Koalitionspapier herausrücken. Weil da wahrscheinlich eh‘ kaum jemand in der Lage wäre, es zu lesen. Geschweige denn, es zu verstehen. Aber nein. Kommen sie jetzt doch noch heute, quasi in allerletzter Sekunde und mit einem Geniestreich um die Ecke, um nicht zu sagen, aus ihrer Reha-Klinik. Dort dauert die Behandlung ja auch oft länger, als zuerst einmal angenommen.

Man hat es zwar noch nicht Schwarz auf Weiß gelesen, geschweige denn in den angeblich sozialen Medien bestätigt bekommen. Aber es ist zumindest schon was durchgesickert. Dass nämlich Martin Schulz Außenminister wird. Und Horst Seehofer Innenminister. Was im Klartext bedeuten würde, dass der SPD-Vorsitzende nicht mehr SPD-Vorsitzender wäre. Was ihm die Basis danken wird. Und dass Horst Seehofer seinen Lebenstraum verwirklichen und die einströmenden Flüchtlinge einzeln zählen könnte. Da wäre die Obergrenze also auch sicher. Und der Söder glücklich. Einfach genial.  

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Es ist vollbracht

Heureka! Könnte man sagen, wenn man des Alt-Griechischen mächtig wäre. Jedenfalls ist nicht nur der Groschen sondern auch eine Entscheidung gefallen. Vor wenigen Minuten hat der SPD-Vorstand das Ergebnis verkündet, und es bedeutet ein „Ja“ zu Koalitionsverhandlungen. Was auch bedeutet – natürlich auch Alexander Dobrindt sei Dank –, dass der Zwergenaufstand niedergeschlagen wurde. Und selbst wenn man nicht unbedingt ein Verfechter von weiteren vier Jahren behäbigen Regierens ist, weitere Monate ohne eine Regierung wären jetzt auch nicht so prickelnd gewesen.

Was mich ganz persönlich am meisten an einer Groko stört, das ist der Verdacht, dass es zu einem Wiedersehen kommen könnte mit manchem Gesicht, das schon in der vergangenen Legislaturperiode latente Brechreize ausgelöst hat. Der sich nicht unbedingt und einzig auf ein Pflanzengift oder Auto-Schadstoffe zurückführen lässt, aber doch zumindest in einem engen Zusammenhang mit diesen steht.

Ich wünsche mir eine Chance für neue Gesichter, wohl wissend, dass auch hinter diesen nicht immer und zu allen Gelegenheiten ein kluger Kopf stecken wird. Ganz ohne Nostalgie wird es sowieso nicht abgehen. Schließlich bleibt uns Frau Merkel erhalten. Die Aufgabe könnte also lauten: Bewahren und trotzdem in die Zukunft schauen. Das könnte sich auszahlen. Auch ohne Steuersenkung für Vielverdiener.