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Erzeuger unter Strom

So kann man sich irren. Aber ich habe nun einmal ein sehr schlichtes Gemüt. Jedenfalls glaubte ich bisher, dass ich für die Erzeugung des Stromes bezahlen würde. Den ich brauche, um mein dünnes Süppchen zu kochen. Hatte in diesem Zusammenhang auch durchaus begriffen, dass der Erzeuger natürlich und im Gegensatz zu einem liebenden Vater natürlich auch etwas daran verdienen will. Also am Erzeugen. Jetzt ist mir aber klar geworden, dass das einen sehr guten Grund hat, warum mein Stromtarif die Bezeichnung „Plus“ hat.

Denn ich zahle, wie man mir mitgeteilt hat, nicht nur den Strom an sich sondern auch die EEG-Umlage, dazu natürlich Stromsteuer, einen KWK-Aufschlag, die StromNEV-Umlage, eine Offshore-Haftungsumlage, die Umlage für abschaltbare Lasten, eine Konzessionsabgabe und, last but not least, Netznutzungsentgelte. Und einmal davon abgesehen, dass ich noch nicht die Zeit hatte, zu recherchieren, was das eigentlich alles bedeutet, hat mich vor allem die Offshore-Haftungsumlage etwas stutzig gemacht. Schließlich reichen meine mageren Englischkenntnisse, um zu wissen, dass das irgendetwas mit einer Küste zu tun hat. Die es aber hier weit und breit nicht gibt.  

Aber jetzt verstehe ich zumindest, warum mit Milliardenaufwand mickrige Stromkabel ebenso wie gigantische Stromtrassen unbedingt unter die Erde verlegt werden müssen. Man hat ganz offensichtlich Angst, dass die Menschen, wie in anderen Ländern der einstigen Dritten Welt übrigens auch, demnächst wohl anfangen könnten, die Stromleitungen illegal anzapfen. Denn weil der Strom für Anbieter immer billiger wird, für Verbraucher wie mich aber immer teurer, wird das bald die einzige Möglichkeit sein, nicht jeden Abend bei romantischem Kerzenlicht zu verbringen.

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