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Obsolete Beziehung

Lange war es mir ein Rätsel, was US-Präsident Trump damals im Wahlkampf meinte, als er die Nato als obsolet bezeichnete. Fremdwörter sind nicht so mein Ding. Doch dank des türkischen Präsidenten Erdogan habe ich jetzt eine dumpfe Ahnung bekommen, was damit gemeint sein könnte. Er hat nämlichen den US-Soldaten, sollten diese dem türkischen Heer bei Angriffen gegen die kurdischen Mitglieder der YPG im syrischen Manbidsch irgendwie im Wege stehen, angedroht, ihnen eine „osmanische Ohrfeige“ zu verpassen.

Nachdem nun aber die USA und die Türkei Nato-Partner sind, heißt obsolet wohl nichts anderes, als dass es in einer Beziehung so schlecht steht, dass es bei einer Auseinandersetzung auch schon mal zu einer Ohrfeige kommen kann. Und das wiederum kenne ich von unseren Nachbarn, die rechts von uns wohnen. Deren Beziehung scheint insbesondere am Wochenende sehr obsolet zu sein. Allerdings gibt es wohl auf keine Frage eine Antwort, ohne dass sich nicht eine neue Frage stellt. Zum Beispiel, was denn eine „osmanische Ohrfeige“ ist.

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Abendgedanke

Lange Zeit habe ich gedacht, dass es ziemlich schwierig sein dürfte für einen Schleswig-Holsteiner, zum Beispiel in Niederbayern zu leben. Inzwischen vertrete ich die Auffassung, dass es für einen Kurden ziemlich egal ist, wohin er geht. Ich möchte nicht mit ihm tauschen. Ich hätte auch nicht vor 95 Jahren mit ihm tauschen wollen. Und schon gar nicht vor 88 Jahren. Und auch nicht in den Jahrzehnten danach – oder im neuen Jahrtausend.

Lernfähigkeit

Ist das nicht eine Genugtuung, wenn die fortwährenden Bemühungen dann endlich zum Erfolg geführt haben. Und der Hund nicht mehr seine „Geschäfte“ im eigenen Garten verrichtet. Sondern lieber in Nachbars Garten. Oder der Nachwuchs endlich begriffen hat, dass es zum Wesen eines Herdes gehört, zu bestimmten Zeiten eine bestimmte Wärme zu entwickeln. Weshalb er nun wirklich nicht mehr auf die Kochfelder langt, wenn irgendwo am Herd ein Lichtlein brennt.

Und nicht zuletzt gehört es doch letztendlich zum Wesen von uns Menschen, ein Leben lang und immer noch dazu zu lernen. Mal abgesehen von dem einen oder anderen Präsidenten oder einem Dschungelcamper respektive seinem weiblichen Pendant. Umso schwerer fällt es deshalb mitunter, etwas zu kritisieren, wenn ein Mensch umsetzt, was er durch entsprechende Aufmerksamkeit und das Beispiel anderer geflissentlich gelernt hat.

Nehmen wir zum Beispiel das Völkerrecht. Das ja nun wirklich eine der ganz großen Errungenschaften menschlicher Zivilisationen ist. Weil es nicht nur Orientierungshilfe sondern ein fester Rahmen ist, der das Zusammenleben von Völkern regelt. Und wenn man mitunter den Eindruck hatte, dass es vielleicht von dem einen oder anderen Staat der westlichen Welt nicht eingehalten wurde, so wurde dieser Eindruck von den offiziellen Stellen gerne mit dem Hinweis revidiert, dass es hier schließlich um die Umsetzung hehrer Werte des Westens ginge.

Nun scheint es seit geraumer Zeit so, als habe nun auch der Osten daraus gelernt. Weshalb sich Länder insbesondere im arabischen Raum über das Völkerrecht hinwegsetzen. Allerdings wegen der hehren Werte des Ostens. Und munter in andere Länder einmarschieren, diese bombardieren, ohne Rücksicht auf Verluste und Bevölkerung. Wie gerade mal wieder. Und wie es ihnen über Jahrzehnte vorgemacht wurde. Es könnte also jetzt ein heftiger Streit entbrennen, von wem sie das gelernt haben. Dass deswegen die USA in einem ganz bestimmten Land im Nahen Osten einmarschieren, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Recep plant Großes

Nach der offiziellen Zulassung als Sittenwächter in Deutschland durch Bundeskanzlerin Angela Merkel plant der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach Informationen seiner engsten Vertrauten weitere Schritte. Als erstes, und vor allem solange der § 103 noch in Kraft ist, will er gerichtlich das Tragen von Kopftüchern für deutsche Frauen erzwingen, da er sich bei seinen häufigen Reisen nach Deutschland zu Wahlveranstaltungen als Muslim durch deren offenes Haar beleidigt fühlt. Parallel dazu prüfen türkische Rechtsanwälte, welche Möglichkeiten die Flüchtlings-Vereinbarungen mit der EU bieten, Deutschland zu zwingen, endlich auch militärisch gegen PKK-Mitglieder in Deutschland vorzugehen.

Wie ebenfalls aus seinem Umfeld aber hinter vorgehaltener Hand zu erfahren war, plant Recep Tayyip Erdogan auf lange Sicht die komplette Verlegung der Türkei nach Deutschland, basierend auf der Flüchtlings-Vereinbarung mit der EU. Wonach es für Türken bei der Einreise in den Schengen-Raum keinen Visa-Zwang mehr gibt, also uneingeschränkte Reisefreiheit für Türken herrscht. Der türkische Präsident sieht darin die beste Möglichkeit, das Kurden-Problem endgültig zu lösen. Das größte Problem sei derzeit allerdings noch, dass Erdogan noch kein geeignetes Grundstück in einem Naturschutzgebiet gefunden habe, wo er sich das genaue Pendant zu seinem Palast in Ankara errichten lassen kann.