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Heiße Kartoffel

Er scheint mit seiner Sichtweise nicht mehr das Maß aller Dinge zu sein. Vielmehr ist die Sicht auf ihn in einer Verfassung, dass er eher ungeeignet erscheint, die Verfassung eines Landes zu schützen. Vielmehr gibt es nicht wenige Hinweise darauf, dass er mit einer Partei liebäugelt, die die Nürnberger Gesetze für eine Marginalie der deutschen Geschichte hält.

So kann es nicht verwundern, dass es im Bereich des Möglichen ist, dass er von der Kanzlerin wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wird. Ob dann allerdings der Horst ihrem Beispiel folgt, das steht in den Sternen und wird wohl am ehesten von der Tatsache reguliert, dass am 14. Oktober Wahlen in Bayern sind. Wo man jetzt alles braucht, aber keine Turbulenzen in Berlin. Weshalb man sich lieber und nach wie vor auf die geliebten Flüchtlinge konzentriert, die Mutter allen Übels.

Weshalb es nicht wundern würde, wenn sie, die Flüchtlinge, daran schuld wären, dass nicht wenige Erstklässler in Deutschland erst einmal nach Gehör schreiben lernen. Um dann in der dritten oder spätestens in der vierten Klasse der Grundschule überrascht festzustellen, dass es im Alphabet auch ein „V“ gibt. Zum Glück singen die Fögel deshalb nicht weniger schön.

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Ende des Pflegenotstands

Bin gerade mal wieder durch Bayern gefahren. Zwar waren wir schon durch die Berichterstattung über das Familiengeld auf die Tatsache vorbereitet, dass jetzt im Oktober Landtagswahlen sind. Jenes Familiengeld, das jetzt gerade noch rechtzeitig ausgezahlt wird und pro Kind und Jahr 3000 € in die Haushaltskassen spült. Gleich ob Niedriglöhner oder Vorstandsvorsitzende. Was den bayerischen Staat bei den 200.000 gestellten Anträgen einen erklecklichen Betrag kosten dürfte. Aber so viel darf einem eine Mehrheit schon wert sein.

Jedenfalls sind jetzt in Bayern überall die Wahlplakate zu sehen. Und da verblüfft die CSU. Mit ihrer Bescheidenheit. „Unser Ministerpräsident“, heißt es da zum Beispiel nur. Oder  „Bayern verpflichtet“. Was einen Journalisten der SZ zu der Überlegung Anlass gab, ob basierend auf der Redewendung „Eigentum verpflichtet“ damit gemeint sein könnte, dass die CSU Bayern als ihr Eigentum ansieht. Unbekannt, ob sie sich dem irgendwie verpflichtet fühlt.

Nicht viel zum Überlegen gibt es allerdings bei der AfD und ihrem Slogan „Wir halten, was die CSU verspricht“. Denn dazu bräuchten sie einen Heimatminister in Berlin und einen Söder in München. Stattdessen haben sie nur einen Gauland in Berlin und einen Höcke in Sachsen. Also die übliche Masche: Dem Volk, das nicht mehr identisch ist mit dem Volk von 1989, aufs Maul schauen. Und dann die Parolen rumposaunen, die dieses hören will.

So richtig zum Staunen brachte mich hingegen ein Plakat der FDP. Ja, Überraschung, die gibt es auch in Bayern. Und die hat offensichtlich ziemlich weit oben auf der Agenda und auf Plakaten die „Digitalisierung in Pflegeheimen“.  Und das klingt wirklich so, als müsste man das überlastete Pflegepersonal einfach nur mit iPads und schnellem Internet ausrüsten. Schon hätte der Pflegenotstand ein Ende. Und dann müssten sich die Pflegekräfte wohl nur noch ein Beispiel an FDP-Chef Lindner nehmen und einfach sagen: „Es ist besser, nicht zu pflegen, als falsch zu pflegen.“

Wölfe auf Deichen

Welches Glück, dass wenigstens noch einige Politiker ein Gewissen haben. Da macht sich zum Beispiel eine Landtagsabgeordnete ernsthafte Sorgen um die Sorgen der Bürger bei den Themen „Wolf und Deichsicherheit“. Da darf es natürlich keine Bedeutung haben, dass die Abgeordnete aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme von ihrem Kreisverband nicht mehr für die Landtagswahl, die im Januar 2018 hätte stattfinden sollen, aufgestellt wurde. Die Sorgen der Bürger haben Vorrang. Weshalb die Landtagsabgeordnete nun kurz vor der Bundestagswahl zur Opposition wechselt und damit die Landesregierung stürzt, die zugegebenermaßen nur eine sehr knappe Mehrheit hatte.

Dass die Opposition jetzt den sofortigen Rücktritt des Ministerpräsidenten fordert, weil er sich von einem Konzern habe vorschreiben lassen, was er in einer Regierungserklärung sagen wollte, ist auch dem Gewissen geschuldet. Der Auslöser für die Rücktrittsforderung liegt zwei Jahre zurück, wurde inzwischen zwar auch schon in einem Ausschuss diskutiert und von keiner Partei beanstandet. Aber dann ist man bei der Opposition noch einmal in sich gegangen und hat sich die Sache reiflich überlegt. Und ist jetzt kurz vor den Bundestagswahlen zu einem Ergebnis gekommen. Abgeordnete sind nun einmal ihrem Gewissen verpflichtet.

Schicksalswahl

Natürlich ist es ein herber Verlust für die SPD, dass sie jetzt nicht nur ihre Hochburg NRW verloren hat, sondern auch noch ihre Power-Frau Hannelore Kraft. Aber wie heißt es so schön und richtig: Aller guten Dinge sind drei. Und daraus sollte man eine Lehre ziehen. Nachdem es nun also weder im Saarland noch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen damit geklappt hat, mit dem Schulz-Zug die politische Landschaft Deutschlands neu aufzuteilen, kann man sich doch die komplette Bundestagswahl sparen. Und die so eingesparten Steuer-Millionen für den Bau von Schulen und die Einstellung von kompetenten Lehrern verwenden.

Das wiederum könnte nämlich die Grundlage sein, dass es vielleicht noch nicht 2021 aber zumindest bei späteren Wahlen nicht nur politisch besser informierte Wähler, sondern auch Politikerinnen und Politiker mit Ideen und konkreten politischen Vorstellungen gibt. Die sich nicht nur daran ausrichten, was nach ihrer Ansicht Wähler hören wollen. Vorausgesetzt natürlich, dass bis dahin die AfD-Vorsitzende Alice Weidel noch nicht Bundeskanzlerin ist.

 

Wahlanalyse II

Leider ist sie nicht so unkompliziert, wie man sie gerne hätte, diese Welt. Nehmen wir einmal die neue, selbst ernannte Volkspartei. Es wäre doch nach deren unmissverständlichem Wahlerfolg vom Wochenende wunderbar einfach fürs Handling und insbesondere für die fremd ernannten Gutmenschen, wenn deren Mitglieder und Funktionäre dumpfe Stammtischschwestern und –brüder wären, die aus dem Bierdunst „Flüchtlinge raus“ brüllen. Tun sie aber nicht. Sind sie nämlich zumeist auch nicht.

Es erstaunt, wenn man sich die unter den Parteimitgliedern der Alternative für Deutschland vertretenen Berufssparten einmal ansieht. Denn neben Tätigkeiten, wie sie auch der berühmte einfache Mann von der Straße nebst Gattin gerne ausübt, gibt es überraschend viele Akademiker in ihren Reihen. Frauen und Männer auch, die früher schon in anderen Parteien engagiert waren, dort Ämter innehatten. Und dabei ist nicht an NPD oder DVU gedacht. Wir sprechen von der CDU, der SPD und den Grünen.

Eine Erkenntnis, die übrigens ausgesprochen Verständnis fördernd ist. Natürlich nicht für die populistischen Parolen dieses jungen politischen Rechtsaussens. Aber man versteht dadurch sehr viel besser, was den Erfolg dieser Partei ausmacht. Es ist nämlich, auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, die Angst. Die nicht vor akademischen Graden haltmacht und auch nicht vor früheren politischen Überzeugungen. Sie kann alles überlagern, dominieren. Weshalb das Erfolgskonzept der AfD zuerst auf der Angst vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen durch die EU und den Euro basierte.

Und nun haben ihnen der Himmel respektive politische Versäumnisse und Fehleinschätzungen aus einem Jahrhundert auch noch die Flüchtlinge geschickt. Mit denen noch mehr Angst gemacht werden kann. Und der große Vorteil der Angst: Man muss keine wirklichen Lösungen anbieten. Es reicht völlig, wenn man verspricht, dass der Andere keine Angst mehr zu haben braucht. Weil man ihn nämlich beschützen wird. Wie das erfolgreich von Eltern bei Kindern praktiziert wird. Ich plädiere deshalb für eine Umbenennung. Die AfD sollte sich „Angst für Deutschland“ nennen.

Am Tag danach – eine Analyse

Die ersten verschleierten Frauen kamen uns auf dem Weg zur Gastwirtschaft entgegen. Es waren Dutzende, einige sogar in Burkas. Begleitet wurden sie von Männern mit düsterem Blick und langen Bärten in knöchellangen Gewändern. Manche trugen gut sichtbar Dolche in Lederscheiden auf der Hüfte. Sie machten natürlich keinen Platz auf dem Bürgersteig, sodass wir auf die dicht befahrene Straße ausweichen mussten. Doch an ein Umkehren war da noch nicht zu denken, schließlich gehen wir seit 27 Jahren jeden Sonntag in diese Gastwirtschaft zum Essen, weil die Frau einmal in der Woche nicht am Herd stehen soll. Außer natürlich, wenn wir im Sommer in Antalya Urlaub machen.

Doch der nächste Ärger ließ nicht lange auf sich warten. Von weitem sahen wir schon, dass das Schild an der Gastwirtschaft ausgetauscht worden war. Wo früher „Zum Hirschwirt“ stand, hieß es jetzt: „Bei Ali“. Und auf der ausgehängten Karte standen Gerichte wie „Lammspieß mit Bulgursalat“, „Hummus“ oder „Falafel“. Bier war ebenso von der Karte verschwunden wie die Weißweinschorle, die meine Frau so gerne trinkt. Es blieb uns also nichts anderes übrig als wieder nach Hause zu gehen und eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben. Für mich mit Allem. Meine Frau mag die Vier Stationen am liebsten.

Als wir dann am Nachmittag wie jeden Sonntag zu meinem Bruder zum Kaffetrinken fuhren, der in der Kreisstadt wohnt, kamen uns immer wieder Pick-ups entgegen. Meistens saßen Männer auf den Ladeflächen, mit düsterem Blick und langen Bärten. Ob sie auch Dolche hatten, konnte man nicht sehen. Aber einige hielten Gewehre in den Händen. Dass dort, wo früher der Getränkemarkt war, jetzt an einer Moschee gebaut wird, wissen wir schon seit Wochen. Dass aber auch noch die katholische Kirche am Marktplatz abgerissen wird, hat uns dann aber doch geschockt. Auf jeden Fall standen schon die Bulldozer daneben und Dach und Kirchturm waren schon abgedeckt.

Und wieder einmal mussten wir dann von unserer Nichte erfahren, dass es absolut wahr ist, was Björn Höcke schon vor Monaten gesagt hatte. Dass er nämlich noch vor zehn Jahren als Frau in jede Disco gehen konnte, ohne dass er um Leib und Leben fürchten musste. Jetzt aber kein Samstag ohne Massenvergewaltigungen vergehen würden. Und so haben wir uns dann auch gar nicht gewundert, als wir abends die Tagesschau gesehen haben und die Wahlergebnisse von den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt erfuhren. Eigentlich hatten wir ja gehofft, dass die AfD noch mehr Stimmen bekommt, vielleicht sogar die Ministerpräsidenten stellt. Sie ist die einzige Partei, die uns noch retten kann. Und hoffentlich bevor wir enteignet werden, damit es sich Flüchtlinge in unserem Reihenhaus gemütlich machen können.

Bier und Chips

Es ist eine „Schicksalswahl“ (Maischberger), für eine Volkspartei wird ein „Waterloo“ (heute.de) erwartet, ganz zu schweigen von der befürchteten „Kanzlerdämmerung“ (Handelsblatt). Was eigentlich nur noch die Frage erlaubt, wie tief der Abgrund wohl ist, an dessen steiler Kante Deutschland steht, während zehntausende Flüchtlinge an den Grenzzäunen rütteln und weitere „acht bis zehn Millionen“ (Gerd Müller, CSU-Entwicklungsminister) noch unterwegs sind. Ausgelöst wird dieser Tsunami, dieses Erdbeben im Zentrum Europas von den Landtagswahlen in drei Bundesländern der BRD.

Und schon jetzt gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf das, was danach folgt. So wurde zum Beispiel in Halle der Zugang zu einem Wahllokal über Nacht zugemauert und mit dem Schriftzug „No way“ besprüht. Was ausschließen lässt, dass sich hier Neonazis handwerklich betätigt haben. Dagegen spricht die korrekte Schreibweise des Schriftzuges in Englisch. Dass es sich dabei nur um ein „Probewahllokal“ handelte, mit dem Migranten mit dem politischen System Deutschlands vertraut gemacht werden sollen, hat keine tiefere Bedeutung. Es zeigt vielmehr, dass Mauern aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Ebenso wie AfD-Abgeordnete aus unseren Landtagen. Von denen nach Einschätzung eines Politikwissenschaftlers allerdings keine aufwändigen Gesetzesvorhaben zu erwarten sind. Im Gegenteil, durch sie könnte die Arbeit in den Parlamenten durchaus abwechslungsreicher, interessanter und bürgernäher werden. Haben sie doch zum Beispiel im Thüringer Landtag die parlamentarische Anfrage gestellt, „Wie viele Homosexuelle… in diesem Bundesland“ leben. Weshalb man mit Gelassenheit der eventuellen Anfrage der AfD entgegen sehen kann, wie viele Landtagsabgeordnete in Thüringen einen IQ unter 33 hätten.

Auf jeden Fall würde ich auf Grund der aktuellen Lage zu Hamsterkäufen raten. Insbesondere was Bier, Kartoffelchips und Fertig-Pizza angeht. Denn sollten wirklich die Prognosen eintreten und Deutschland und damit wahrscheinlich auch Europa und Goldman Sachs nach diesen Landtagswahlen dem Untergang entgegen taumeln und unser Land von Millionen Flüchtlingen trotz der tapferen Gegenwehr von AfD und Pegida im Handstreich genommen werden, so ist es bestimmt sinnvoll, nicht mehr auf die Straße zu gehen sondern das Geschehen lieber vom Sofa aus und in bequemer Kleidung im Fernsehen zu verfolgen.